Rechnen mit negativen Zahlen
In dieser Lektion lernst du, wie du mit negativen Zahlen addierst, subtrahierst, multiplizierst und dividierst. Du erfährst, warum minus und minus zusammen plus ergeben und wie du Vorzeichenfehler vermeidest.
- Fach: Mathematik
- Klasse 7
- Thema: Zahlenräume
- Dauer: 17 Min
- Niveau: Mittel
Warum es Zahlen unter Null gibt
Beim Zählen reichen die natürlichen Zahlen aus. Sobald du aber Temperaturen, Kontostände oder Höhen unter dem Meeresspiegel beschreiben willst, brauchst du Zahlen unter Null. Sie entstehen genau dort, wo du von einer kleinen Zahl eine große abziehst: 3 − 7 hat im Bereich der natürlichen Zahlen keine Lösung, mit negativen Zahlen ist das Ergebnis −4. Zusammen mit den Brüchen ergeben sie die rationalen Zahlen, also alle Zahlen, die sich als Bruch zweier ganzer Zahlen schreiben lassen.
Am besten stellst du dir die Zahlengerade vor. Null liegt in der Mitte, nach rechts werden die Zahlen größer, nach links kleiner. Eine Addition ist ein Schritt nach rechts, eine Subtraktion ein Schritt nach links. Damit ist auch klar, warum −7 kleiner ist als −3: Sie liegt weiter links. Viele verwechseln das, weil 7 größer ist als 3 – bei negativen Zahlen dreht sich die Reihenfolge um. Denk an Temperaturen: −7 °C ist kälter als −3 °C.
Zu jeder Zahl gibt es eine Gegenzahl, die gleich weit von der Null entfernt ist, aber auf der anderen Seite liegt. Die Gegenzahl von 5 ist −5, die von −2 ist 2. Den Abstand zur Null nennt man Betrag, er ist nie negativ. Beim Multiplizieren rechnest du zuerst mit den Beträgen und bestimmst danach das Vorzeichen. Warum minus mal minus plus ergibt, zeigt eine Reihe: 3 · (−2) = −6, 2 · (−2) = −4, 1 · (−2) = −2, 0 · (−2) = 0. Das Ergebnis wächst jedes Mal um 2, also ist (−1) · (−2) = 2.
Vorzeichen richtig zusammenfassen
Beim Addieren und Subtrahieren zählt die Richtung auf der Zahlengeraden. Beim Multiplizieren und Dividieren entscheidet allein, ob die Anzahl der Minuszeichen gerade oder ungerade ist. Bei (−1) · (−1) · (−1) sind es drei Minuszeichen, das Ergebnis ist also −1.
Die Regeln sehen ähnlich aus, gelten aber für verschiedene Situationen. „Minus mal minus ergibt plus“ bedeutet nicht, dass −4 + (−6) positiv wäre. Dort addierst du zwei Schulden, und die Schulden werden größer. Achte deshalb immer zuerst auf das Rechenzeichen zwischen den Zahlen.
Addieren und Subtrahieren
Fasse erst die beiden Vorzeichen zusammen, dann rechne. Gleiche Vorzeichen ergeben Plus, verschiedene ergeben Minus.
Beispiele
- 5 − (−3) = 5 + 3 = 8
- −4 + (−6) = −4 − 6 = −10
- −9 + 2 = −7
Signalwörter
- zwei Zeichen hintereinander
- Klammer mit Vorzeichen
- Temperatur fällt
- Schulden
- Zahlengerade
Multiplizieren und Dividieren
Rechne zuerst mit den Zahlen ohne Vorzeichen. Gleiche Vorzeichen ergeben ein positives, verschiedene ein negatives Ergebnis.
Beispiele
- (−4) · (−5) = 20
- (−6) · 3 = −18
- (−24) : 4 = −6
Signalwörter
- Malpunkt
- geteilt durch
- Produkt
- Quotient
- Quadrat einer negativen Zahl
| Rechenart | Beispiel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Addieren | -4 + (-6) | -10 |
| Subtrahieren | 5 − (-3) | 8 |
| Multiplizieren | (-4) · (-5) | 20 |
Beispiel 1: Ein Term mit mehreren Vorzeichen
Berechne −7 − (−4) + (−2) · (−3).
Gegeben:
- −7 − (−4) + (−2) · (−3)
Gesucht:
Wert des TermsLösung:
- Punkt vor Strich gilt auch bei negativen Zahlen, also zuerst das Produkt
- (−2) · (−3): Beträge multiplizieren ergibt 6, zwei Minuszeichen ergeben Plus, also 6
- Einsetzen: −7 − (−4) + 6
- Doppeltes Minus wird Plus: −7 + 4 + 6
- Von links nach rechts: −7 + 4 = −3, dann −3 + 6 = 3
Der Term hat den Wert 3. Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst das Produkt, erst danach die Vorzeichen der Summanden. Wer von links nach rechts rechnet, ohne Punkt vor Strich zu beachten, erhält zuerst −3 + (−2) = −5 und dann (−5) · (−3) = 15 statt 3.
Beispiel 2: Kontostand berechnen
Ein Konto hat einen Stand von −45 €. Es werden 60 € abgebucht und danach 25 € eingezahlt. Wie hoch ist der neue Kontostand?
Gegeben:
- Startstand: −45 €
- Abbuchung: −60 €
- Einzahlung: +25 €
Gesucht:
Neuer KontostandLösung:
- Startstand und Abbuchung zusammenfassen: −45 € + (−60 €) = −45 € − 60 € = −105 €.
- Einzahlung addieren: −105 € + 25 €.
- Auf der Zahlengeraden 25 Schritte nach rechts von −105: −105 € + 25 € = −80 €.
Der neue Kontostand beträgt −80 €. Das Konto ist weiterhin im Minus, aber die Schuld hat sich durch die Einzahlung um 25 € verringert.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler betrifft die Doppelvorzeichen. In 5 − (−3) stehen zwei Minuszeichen hintereinander. Das erste gehört zur Rechnung, das zweite zur Zahl. „Die Gegenzahl abziehen“ bedeutet, in die andere Richtung zu gehen, also nach rechts: 5 − (−3) = 5 + 3 = 8. Wer die beiden Minuszeichen übersieht, rechnet fälschlich 5 − 3 = 2.
Ein zweiter Fehler ist, die Regel „minus mal minus ergibt plus“ auf die Addition zu übertragen. −4 + (−6) ist keine Multiplikation, sondern eine Addition zweier negativer Zahlen, und das Ergebnis ist −10, nicht positiv. Die Vorzeichenregel für Malnehmen und Teilen gilt nicht automatisch für Plus und Minus.
Ein dritter Fehler ist die falsche Reihenfolge beim Vergleichen negativer Zahlen. Viele denken, −8 sei größer als −2, weil 8 größer ist als 2. Auf der Zahlengeraden liegt −8 aber weiter links und ist deshalb die kleinere Zahl. Je größer der Betrag einer negativen Zahl, desto kleiner ist sie tatsächlich.
Alltagsbezug: Wo dir negative Zahlen begegnen
Negative Zahlen sind dir vermutlich schon oft begegnet, ohne dass du groß darüber nachgedacht hast: bei der Wettervorhersage im Winter, wenn Temperaturen unter null Grad angezeigt werden, oder auf dem Kontoauszug, wenn mehr Geld ausgegeben als eingezahlt wurde. Auch Höhenangaben unter dem Meeresspiegel, etwa beim Toten Meer mit rund −430 Metern, werden mit negativen Zahlen beschrieben.
Im Sport tauchen negative Zahlen bei Tordifferenzen auf: Ein Verein mit 30 geschossenen und 42 kassierten Toren hat eine Tordifferenz von −12. Auch beim Höhenmesser eines Flugzeugs oder bei der Meerestiefe eines U-Boots rechnest du mit negativen Werten, sobald es unter eine festgelegte Nulllinie geht.
Für die Klassenarbeit hilft es, dir bei jeder Aufgabe kurz ein Bild zu machen: Steht dort ein Kontostand, eine Temperatur oder ein Höhenunterschied? Solche Vorstellungen machen abstrakte Vorzeichenregeln greifbar und helfen dir, ein Ergebnis auf Plausibilität zu prüfen, bevor du es aufschreibst.
Jetzt bist du dran!
Berechne 8 − (−5).
Das Wichtigste in Kürze
- Negative Zahlen liegen links von der Null auf der Zahlengeraden.
- Gleiche Vorzeichen hintereinander werden zu Plus, verschiedene zu Minus.
- Beim Multiplizieren und Dividieren gilt: minus mal minus ergibt plus.
- Je größer die Ziffer bei einer negativen Zahl, desto kleiner die Zahl: −8 < −2.
- Typischer Fehler: das Doppelminus übersehen. Setze Klammern um negative Zahlen.
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Häufige Fragen zu Rechnen mit negativen Zahlen
- Warum ergibt minus mal minus plus?
- Man sieht es an einer Reihe: 2 · (−3) = −6, 1 · (−3) = −3, 0 · (−3) = 0. Mit jedem Schritt wird das Ergebnis um 3 größer. Setzt du die Reihe fort, ist (−1) · (−3) = 3. Nur so bleiben die bekannten Rechengesetze auch für negative Zahlen gültig. Anschaulich: Wird eine Schuld weggenommen, steht man besser da.
- Wie rechne ich mit negativen Zahlen plus und minus?
- Fasse zuerst die Zeichen zwischen den Zahlen zusammen: plus und minus ergibt minus, minus und minus ergibt plus. Danach bewegst du dich auf der Zahlengeraden. Bei −3 + 5 gehst du von −3 fünf Schritte nach rechts und landest bei 2. Bei −3 − 5 gehst du fünf Schritte nach links und landest bei −8.
- Welche Zahl ist größer, −3 oder −5?
- −3 ist größer, denn auf der Zahlengeraden liegt sie weiter rechts, also näher an der Null. Bei negativen Zahlen gilt: Je größer der Betrag, desto kleiner die Zahl. Ein Vergleich mit Temperaturen hilft: −3 °C ist wärmer als −5 °C. Man schreibt −5 < −3.
- Was sind rationale Zahlen?
- Rationale Zahlen sind alle Zahlen, die sich als Bruch aus zwei ganzen Zahlen schreiben lassen, wobei der Nenner nicht null sein darf. Dazu gehören die natürlichen Zahlen, die negativen ganzen Zahlen, positive und negative Brüche sowie abbrechende und periodische Dezimalzahlen. Beispiele sind 4, −7, 3/5 und −0,25.
- Was ist der Unterschied zwischen einer negativen Zahl und einer Subtraktion?
- Das Minuszeichen hat zwei Bedeutungen. In 8 − 3 ist es ein Rechenzeichen und bedeutet „abziehen“. In −3 ist es ein Vorzeichen und gehört fest zur Zahl. Deshalb setzt man negative Zahlen in Klammern, wenn ein Rechenzeichen davorsteht, etwa 8 − (−3). So bleibt klar, welches Zeichen was bedeutet.
- Wie dividiere ich negative Zahlen?
- Beim Dividieren gilt dieselbe Vorzeichenregel wie beim Multiplizieren: Rechne zuerst mit den Beträgen und bestimme danach das Vorzeichen. Haben Dividend und Divisor gleiche Vorzeichen, ist das Ergebnis positiv, bei verschiedenen Vorzeichen ist es negativ. So wird (−24) : 4 zu −6, weil ein negatives und ein positives Vorzeichen aufeinandertreffen.
- Was bedeutet der Betrag einer Zahl?
- Der Betrag gibt an, wie weit eine Zahl von der Null entfernt ist, unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ ist. Der Betrag von −7 ist 7, der Betrag von 7 ist ebenfalls 7. Geschrieben wird der Betrag mit zwei senkrechten Strichen: |−7| = 7. Der Betrag ist wichtig, um beim Multiplizieren und Dividieren zuerst mit den Zahlen ohne Vorzeichen zu rechnen.
- Wie behalte ich bei langen Termen mit vielen Vorzeichen den Überblick?
- Setze jede negative Zahl konsequent in Klammern und arbeite den Term in kleinen Schritten ab: zuerst alle Punktrechnungen, dann die doppelten Vorzeichen zu einem einzigen zusammenfassen, danach von links nach rechts addieren und subtrahieren. Schreibe nach jedem Schritt den verkürzten Term komplett neu auf, statt Zwischenergebnisse nur im Kopf zu behalten.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
Das solltest du vorher können
- Punkt vor Strich
- Zahlengeradein Arbeit