Brüche dividieren
In dieser Lektion lernst du, warum man beim Teilen durch einen Bruch mit dem Kehrwert multipliziert. Du siehst, wie der Kehrwert gebildet wird, und übst den Schritt, an dem die meisten Fehler passieren.
- Fach: Mathematik
- Klasse 6
- Thema: Bruchrechnung
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Warum Teilen durch einen Bruch größer macht
Dividieren beantwortet die Frage: Wie oft passt der zweite Wert in den ersten? Bei 6 : 2 fragst du, wie oft die 2 in die 6 passt – dreimal. Genauso funktioniert es mit Brüchen: 2 : 1/4 fragt, wie oft ein Viertel in zwei Ganze passt. In jedes Ganze passen vier Viertel, in zwei Ganze also acht. Deshalb ist 2 : 1/4 = 8.
Das Ergebnis ist größer als die Ausgangszahl, und genau das irritiert am Anfang. Es ist aber logisch: Je kleiner die Portion, desto mehr Portionen passen hinein. Immer wenn du durch eine Zahl zwischen 0 und 1 teilst, wird das Ergebnis größer. Teilst du dagegen durch eine Zahl größer als 1, wird es kleiner. Mit dieser Überlegung kannst du jedes Ergebnis grob auf Plausibilität prüfen.
Im Alltag steckt diese Rechnung überall, wo etwas in Portionen aufgeteilt wird. Du hast 3 l Saft und füllst ihn in Gläser mit je 1/4 l – wie viele Gläser werden voll? Die Rechnung 3 : 1/4 = 12 liefert die Antwort. Oder ein 6 m langes Brett wird in Stücke von 3/4 m gesägt: 6 : 3/4 = 8 Stücke. Solche Aufgaben erkennst du an Fragen wie „Wie oft passt …?“ oder „Wie viele Portionen …?“.
Der Kehrwert eines Bruchs entsteht, indem du Zähler und Nenner vertauschst: Der Kehrwert von 3/4 ist 4/3, der Kehrwert von 5 ist 1/5. Multipliziert man einen Bruch mit seinem Kehrwert, kommt immer 1 heraus. Genau deshalb darf man beim Dividieren zum Kehrwert wechseln – durch eine Zahl zu teilen ist dasselbe, wie mit der Zahl malzunehmen, die sie zu 1 ergänzt. Nur die Null hat keinen Kehrwert, durch null kann man nicht teilen.
Mit dem Kehrwert multiplizieren
Die Regel lautet: Durch einen Bruch teilst du, indem du mit seinem Kehrwert multiplizierst. Der erste Bruch bleibt dabei unverändert stehen, nur der zweite wird umgedreht, und aus dem Geteiltzeichen wird ein Malzeichen. Danach rechnest du ganz normal Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner und darfst dabei auch über Kreuz kürzen.
Genau hier passiert der typische Fehler: Der zweite Bruch wird nicht umgedreht, sondern der erste – oder es werden gleich beide umgedreht. Beides liefert ein falsches Ergebnis. Präge dir ein: Der hintere Bruch wird gekippt. Bei ganzen Zahlen hilft der Nenner 1, aus 4 wird also 4/1 und daraus der Kehrwert 1/4. Wichtig ist auch die Reihenfolge: Erst umdrehen, dann kürzen, nie umgekehrt.
Gemischte Zahlen wandelst du vor dem Dividieren in unechte Brüche um. 1 1/2 : 3/4 wird so zu 3/2 : 3/4 = 3/2 · 4/3 = 2.
- a
- Zähler des ersten Bruchs
- b
- Nenner des ersten Bruchs
- c
- Zähler des zweiten Bruchs
- d
- Nenner des zweiten Bruchs
| Zahl | Als Bruch | Kehrwert |
|---|---|---|
| 3/4 | 3/4 | 4/3 |
| 2/5 | 2/5 | 5/2 |
| 4 | 4/1 | 1/4 |
| 1 1/2 | 3/2 | 2/3 |
Beispiel 1: 3/4 durch 2/5
Berechne 3/4 : 2/5 und gib das Ergebnis als gekürzten Bruch an.
Gegeben:
- 34
- 25
Gesucht:
QuotientLösung:
- Kehrwert des zweiten Bruchs bilden: aus 2/5 wird 5/2
- Geteiltzeichen durch Malzeichen ersetzen: 3/4 : 2/5 = 3/4 · 5/2
- Kürzen über Kreuz prüfen: 3 und 2 sowie 5 und 4 haben keinen gemeinsamen Teiler
- 3 · 515 und 4 · 28, also 158
- Umwandeln: 15 : 81 Rest 7, also 1 78
Das Ergebnis ist 15/8, als gemischte Zahl 1 7/8. Der Wert ist größer als 3/4, weil durch eine Zahl kleiner als 1 geteilt wurde. Die Probe bestätigt es: 15/8 · 2/5 = 30/40 = 3/4, also genau der Ausgangswert.
Beispiel 2: Division mit einer gemischten Zahl
Berechne 2 1/4 : 3/8. Wandle die gemischte Zahl zuerst in einen unechten Bruch um.
Gegeben:
- 2 14
- 38
Gesucht:
QuotientLösung:
- gemischte Zahl umwandeln: 2 142 · 4 + 1494
- Kehrwert von 38 bilden: 8/3
- 94389483
- kürzen: 9 und 3 durch 3 kürzen (3 und 1), 8 und 4 durch 4 kürzen (2 und 1)
- 3 · 26, 1 · 11, also 616
Das Ergebnis ist 6. Ohne das vorherige Kürzen hätte die Rechnung 72/12 ergeben, was gekürzt ebenfalls 6 ist – über Kreuz kürzen spart nur Rechenschritte mit großen Zahlen.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist, den falschen Bruch umzudrehen. Bei 3/4 : 2/5 wird manchmal aus Versehen 3/4 zu 4/3 gemacht statt 2/5 zu 5/2. Merke dir: Immer der Bruch hinter dem Geteiltzeichen wird zum Kehrwert, der davor bleibt unangetastet stehen.
Ein zweiter Fehler ist, gemischte Zahlen direkt zu dividieren, ohne sie vorher umzuwandeln. 2 1/4 : 3/8 lässt sich nicht rechnen, indem nur die 1/4 umgedreht wird – die gesamte gemischte Zahl muss zuerst als unechter Bruch geschrieben werden, hier 9/4.
Ein dritter Fehler ist, das Ergebnis nicht auf Plausibilität zu prüfen. Wird durch einen echten Bruch geteilt, also durch eine Zahl kleiner als 1, muss das Ergebnis größer sein als der erste Bruch. Kommt ein kleineres Ergebnis heraus, ist irgendwo ein Fehler passiert.
Tipps für die Klassenarbeit
Schreibe dir bei jeder Aufgabe erst die Umformung auf, bevor du rechnest: Geteiltzeichen durchstreichen, Malzeichen daneben schreiben, zweiten Bruch umdrehen. Erst wenn die Aufgabe so vollständig umgeschrieben ist, beginnst du mit dem Kürzen und Multiplizieren.
Im Alltag begegnet dir das Dividieren von Brüchen beim Aufteilen von Mengen: Ein Kuchen mit 3/4 kg Teig wird in Portionen von 1/8 kg geteilt – wie viele Stücke werden es? Die Rechnung 3/4 : 1/8 = 6 beantwortet das sofort, ohne dass du einzeln abwiegen musst.
Für die Klassenarbeit hilft die Kontrollrechnung: Multipliziere dein Ergebnis mit dem zweiten Bruch aus der Aufgabe. Kommt wieder der erste Bruch heraus, war die Rechnung richtig. Diese Probe dauert nur wenige Sekunden und deckt die meisten Fehler auf.
Jetzt bist du dran!
Wie rechnest du 5/6 : 3/4 richtig um?
Noch nicht. Nur der zweite Bruch wird umgedreht: aus 3/4 wird 4/3. Der erste Bruch bleibt unverändert stehen. Wer beide umdreht, berechnet in Wahrheit 6/5 : 3/4 und erhält den Kehrwert des richtigen Ergebnisses.
Das Wichtigste in Kürze
- Durch einen Bruch teilen heißt: mit seinem Kehrwert multiplizieren.
- Kehrwert bilden: Zähler und Nenner vertauschen.
- Nur der hintere Bruch wird umgedreht, nie der vordere.
- Ganze Zahlen bekommen für den Kehrwert zuerst den Nenner 1.
- Teilst du durch eine Zahl kleiner als 1, wird das Ergebnis größer.
Weiter üben
Neue Aufgaben, so viele du willst – jedes Mal mit anderen Zahlen.
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Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Häufige Fragen zu Brüche dividieren
- Wie teilt man einen Bruch durch einen Bruch?
- Du lässt den ersten Bruch stehen, drehst den zweiten Bruch um und machst aus dem Geteiltzeichen ein Malzeichen. Danach rechnest du Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner. Beispiel: 1/2 : 3/4 = 1/2 · 4/3 = 4/6 = 2/3. Kürze am Ende oder schon vorher über Kreuz, dann bleiben die Zahlen klein.
- Was ist der Kehrwert eines Bruchs?
- Den Kehrwert bekommst du, indem du Zähler und Nenner vertauschst. Der Kehrwert von 2/7 ist 7/2, der Kehrwert von 1/5 ist 5. Eine ganze Zahl wie 6 schreibst du erst als 6/1, ihr Kehrwert ist dann 1/6. Ein Bruch mal sein Kehrwert ergibt immer genau 1. Nur die Zahl 0 hat keinen Kehrwert.
- Wie teile ich einen Bruch durch eine ganze Zahl?
- Schreibe die ganze Zahl als Bruch mit dem Nenner 1 und multipliziere mit ihrem Kehrwert. Aus 3/4 : 2 wird 3/4 · 1/2 = 3/8. Praktisch heißt das: Du multiplizierst nur den Nenner mit der ganzen Zahl, der Zähler bleibt gleich. Das passt zur Vorstellung: Drei Viertel auf zwei Personen verteilt ergibt für jede drei Achtel.
- Warum wird beim Dividieren mit dem Kehrwert multipliziert?
- Teilen und Malnehmen mit dem Kehrwert führen immer zum selben Ergebnis. Durch 1/4 zu teilen fragt, wie viele Viertel hineinpassen, und davon gibt es pro Ganzem vier – also rechnest du mal 4. Allgemein gilt: Ein Bruch mal sein Kehrwert ist 1. Deshalb macht die Multiplikation mit dem Kehrwert genau das rückgängig, was die Division verlangt.
- Wie erkennt man in einem Text, ob dividiert werden muss?
- Textaufgaben zur Division von Brüchen fragen meist, wie oft eine Portion in eine Menge passt, oder wie viele Teile bei einer Aufteilung entstehen. Formulierungen wie „Wie oft passt …?“, „Wie viele Stücke …?“ oder „Wie viele Portionen …?“ sind typische Signalwörter. Anders als bei der Multiplikation, wo eine Menge vervielfacht wird, wird bei der Division eine Menge in gleich große Teile zerlegt.
- Was ist der Unterschied zwischen Brüche multiplizieren und dividieren?
- Bei der Multiplikation werden beide Brüche direkt so verrechnet, wie sie dastehen: Zähler mal Zähler, Nenner mal Nenner. Bei der Division wird zuerst der zweite Bruch zum Kehrwert umgedreht, und erst danach wird wie bei der Multiplikation gerechnet. Der erste Bruch bleibt in beiden Fällen unverändert stehen.
- Kann das Ergebnis einer Bruchdivision auch kleiner werden?
- Ja, das passiert immer dann, wenn durch eine Zahl größer als 1 geteilt wird, zum Beispiel durch einen unechten Bruch wie 5/4 oder durch eine ganze Zahl. Nur wenn der Divisor selbst ein echter Bruch zwischen 0 und 1 ist, wird das Ergebnis größer als der erste Bruch. Diese Überlegung hilft dabei, ein berechnetes Ergebnis grob auf Plausibilität zu prüfen.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
Das solltest du vorher können
Das kommt als Nächstes
- Dezimalzahlen verstehen und umrechnen
- Prozentrechnungin Arbeit