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Der tropische Regenwald

Am Äquator wächst der artenreichste Wald der Erde – und das auf einem der ärmsten Böden. In dieser Lektion lernst du, welche Klimabedingungen den Regenwald möglich machen, wie er in Stockwerken aufgebaut ist und warum seine Nährstoffe fast vollständig in der Pflanzenmasse stecken.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 7
  • Thema: Klima
  • Dauer: 17 Min
  • Niveau: Mittel
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Warum am Äquator immer Sommer ist

Rund um den Äquator steht die Sonne mittags fast senkrecht über dem Boden. Die Sonnenstrahlen treffen dort gebündelt auf eine kleine Fläche, und weil sich das über das ganze Jahr kaum ändert, gibt es keine Jahreszeiten im europäischen Sinn. Die Monatsmitteltemperaturen liegen dauerhaft zwischen 25 °C und 27 °C, die Temperaturamplitude beträgt oft weniger als 3 K. Dafür ist der Tagesgang deutlich: Morgens kann es 22 °C kühl sein, mittags über 30 °C warm – man spricht vom Tageszeitenklima.

Die starke Einstrahlung lässt viel Wasser verdunsten. Die feuchte Luft steigt auf, kühlt ab und regnet am frühen Nachmittag als kräftiger Schauer wieder ab. Dieses Band aufsteigender Luft heißt innertropische Konvergenzzone. So kommen in Manaus am Amazonas etwa 2.100 mm Niederschlag im Jahr zusammen, in Teilen Westafrikas über 3.000 mm. Wärme und Wasser sind also gleichzeitig und ganzjährig verfügbar – das ist der Grund für die enorme Pflanzenmasse und die hohe Artenzahl. Auf einem Hektar Amazonaswald können über 400 Baumarten stehen.

Ein typischer Fehler ist der Schluss: So viele Pflanzen – also muss der Boden besonders fruchtbar sein. Das Gegenteil ist der Fall. Die Dauerwärme und der viele Regen zersetzen abgestorbene Blätter innerhalb weniger Wochen, und das Wasser wäscht gelöste Nährstoffe in die Tiefe aus. Ein Humushorizont kann sich kaum bilden. Die Nährstoffe stecken deshalb fast vollständig in den lebenden Pflanzen, nicht im Boden.

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Stockwerkbau und Nährstoffkreislauf

Der Regenwald lässt sich auf zwei Weisen beschreiben, und beide brauchst du für eine gute Antwort. Der Stockwerkbau erklärt den Raum: Wer bekommt wie viel Licht? Der Nährstoffkreislauf erklärt die Zeit: Wohin gehen die Stoffe nach dem Absterben?

Achte darauf, welche Frage gestellt ist. Geht es um Licht, Höhen und Tiere, argumentierst du mit den Stockwerken. Geht es um Boden, Rodung oder Landwirtschaft, argumentierst du mit dem Kreislauf.

Stockwerkbau

Wenn es um die räumliche Gliederung, Licht und Lebensräume geht.

Beispiele

  • Überständer wie der Paranussbaum ragen bis 60 m auf und stehen voll im Licht.
  • Das Kronendach bei 30 bis 45 m fängt rund 90 Prozent des Lichts ab.
  • Am Boden sind es nur 1 bis 3 Prozent – deshalb ist er fast frei von Gebüsch.

Signalwörter

  • Höhenangaben in Metern
  • Kronendach, Unterwuchs, Bodenschicht
  • Licht und Schatten
  • Lianen, Epiphyten, Stockwerke der Tiere

Nährstoffkreislauf

Wenn es um Boden, Humus, Rodung oder die Folgen für den Ackerbau geht.

Beispiele

  • Blätter sind in 4 bis 6 Wochen zersetzt, in Mitteleuropa dauert das Jahre.
  • Flache Wurzelteller und Pilze nehmen die Nährstoffe direkt wieder auf.
  • Nach einer Brandrodung tragen die Felder meist nur 2 bis 4 Jahre.

Signalwörter

  • Humus und Verwitterung
  • kurzgeschlossener Kreislauf
  • Auswaschung durch Regen
  • Ferralsol, roter Boden, Eisenoxide
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Einen Regenwaldstandort begründen

Für eine Station im Amazonasbecken liegen diese Werte vor. Begründe, dass hier tropischer Regenwald wächst, und schätze ein, wie lange ein gerodetes Feld Erträge bringt.

Gegeben:

  • Wärmster Monat 27 °C, kältester Monat 25 °C.
  • Jahresniederschlag 2.100 mm, jeder Monat über 60 mm.
  • Bodenprofil: 3 cm Auflage, darunter tiefroter, nährstoffarmer Boden.

Gesucht:

Begründung für den Vegetationstyp und Einschätzung der Ackernutzung

Lösung:

  1. Temperaturamplitude bestimmen: 27 °C - 25 °C2 K. So kleine Werte gibt es nur nahe am Äquator, es herrscht Tageszeitenklima.
  2. Niederschlag prüfen: 2.100 mm im Jahr, kein Monat unter 60 mm. Es gibt keine Trockenzeit, das Klima ist ganzjährig humid.
  3. Wärme und Wasser sind gleichzeitig verfügbar. Die Pflanzen wachsen durchgehend, daraus folgt immergrüner tropischer Regenwald mit Stockwerkbau.
  4. Boden einordnen: Nur 3 cm Auflage zeigen, dass der Humus sofort zersetzt wird. Die Nährstoffe liegen in der Biomasse, nicht im Boden.

Die Kombination aus Dauerwärme über 25 °C und ganzjährigem Niederschlag ohne Trockenmonat ergibt immergrünen tropischen Regenwald. Wird der Wald gerodet und verbrannt, düngt die Asche den Boden kurzzeitig. Danach waschen die Regen die Nährstoffe aus, und nach etwa 2 bis 4 Jahren gehen die Erträge stark zurück.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Der wärmste Monat hat 27 °C, der kälteste 25 °C. Wie groß ist die Temperaturamplitude?

K
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Äquator herrscht Tageszeitenklima: 25 bis 27 °C, Amplitude unter 3 K, keine Jahreszeiten.
  • Über 2.000 mm Niederschlag im Jahr ohne Trockenmonat – Zenitalregen durch aufsteigende Luft.
  • Vier Stockwerke: Bodenschicht, Unterwuchs, Kronendach, Überständer; das Kronendach nimmt fast alles Licht.
  • Der Nährstoffkreislauf ist kurzgeschlossen: Die Nährstoffe stecken in der Pflanzenmasse, nicht im Boden.
  • Typischer Fehler: „Regenwaldboden ist besonders fruchtbar“ – er ist es nicht; nach einer Rodung tragen Felder nur wenige Jahre.

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