Klimadiagramme auswerten
Ein Klimadiagramm fasst das Wetter vieler Jahre in einem einzigen Bild zusammen. In dieser Lektion lernst du, Temperaturkurve und Niederschlagssäulen richtig zu lesen, die wichtigsten Kennwerte zu bestimmen und daraus auf Klimazone und Halbkugel zu schließen.
- Fach: Geografie
- Klasse 7
- Thema: Klima
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Wie ein Klimadiagramm aufgebaut ist
Wetter ist, was heute draußen passiert. Klima ist der Durchschnitt des Wetters über einen langen Zeitraum, üblicherweise 30 Jahre. Ein Klimadiagramm zeigt genau diesen Durchschnitt für einen Ort: Auf der waagerechten Achse stehen die zwölf Monate von Januar bis Dezember, links ist die Achse für die Temperatur in Grad Celsius, rechts die für den Niederschlag in Millimetern. Ein Millimeter Niederschlag bedeutet, dass auf einem Quadratmeter ein Liter Wasser gefallen ist.
Im Diagramm stecken zwei Darstellungsformen. Die Temperatur wird als Kurve gezeichnet, weil sie sich stetig ändert – zwischen zwei Monatswerten liegen alle Zwischenwerte. Der Niederschlag erscheint als Säule, weil er für jeden Monat aufsummiert wird; Zwischenwerte gibt es hier nicht. Beide Achsen sind so aufeinander abgestimmt, dass 10 Millimeter Niederschlag genauso hoch sind wie 1 Grad. Liegt die Temperaturkurve über den Säulen, verdunstet mehr Wasser, als fällt – der Monat ist trocken (arid). Liegen die Säulen über der Kurve, ist der Monat feucht (humid).
Der häufigste Fehler beim Ablesen ist, die beiden Achsen zu verwechseln und Niederschlag an der linken Skala abzulesen. Prüfe immer die Einheit: Grad Celsius gehört zur Kurve links, Millimeter zu den Säulen rechts. Und lies nie einzelne Jahre hinein – ein Klimadiagramm sagt nichts darüber, ob es im letzten Juli geregnet hat.
Nordhalbkugel oder Südhalbkugel?
Bevor du über die Klimazone nachdenkst, klärst du die Halbkugel. Die Monate stehen immer in derselben Reihenfolge, aber die Jahreszeiten sind auf beiden Halbkugeln gegeneinander verschoben. Du erkennst die Halbkugel also daran, wann es am wärmsten ist.
Vorsicht in den Tropen: Dort ist die Temperaturkurve über das Jahr fast flach, ein eindeutiges Maximum fehlt. Dann hilft der Niederschlag nicht bei der Halbkugel – du begründest stattdessen mit der geringen Temperaturamplitude, dass der Ort nahe am Äquator liegt.
Nordhalbkugel
Das Temperaturmaximum liegt in den Monaten Juni, Juli oder August.
Beispiele
- Wärmster Monat Juli mit 18 °C, kältester Januar mit 1 °C.
- Die Kurve bildet einen Berg in der Jahresmitte.
- Beispiele: Berlin, Rom, Moskau.
Signalwörter
- Maximum im Juli
- Minimum im Januar
- Kurve als Berg
- Sommer in der Jahresmitte
Südhalbkugel
Das Temperaturmaximum liegt in den Monaten Dezember, Januar oder Februar.
Beispiele
- Wärmster Monat Januar mit 23 °C, kältester Juli mit 11 °C.
- Die Kurve bildet eine Mulde in der Jahresmitte.
- Beispiele: Sydney, Kapstadt, Buenos Aires.
Signalwörter
- Maximum im Januar
- Minimum im Juli
- Kurve als Mulde
- Winter in der Jahresmitte
Auswertung in vier Schritten
Werte ein Klimadiagramm aus, bei dem der Juli mit 19 °C der wärmste und der Januar mit 2 °C der kälteste Monat ist. Die Niederschlagssäulen liegen in allen Monaten zwischen 40 mm und 80 mm, zusammen 620 mm im Jahr.
Gegeben:
- Wärmster Monat: Juli, 19 °C. Kältester Monat: Januar, 2 °C.
- Niederschlag in jedem Monat mindestens 40 mm, Jahressumme 620 mm.
Gesucht:
Temperaturamplitude, Niederschlagsverteilung und KlimazoneLösung:
- Extremwerte bestimmen: wärmster Monat Juli mit 19 °C, kältester Monat Januar mit 2 °C. Das Maximum im Juli zeigt die Nordhalbkugel.
- Temperaturamplitude berechnen: 19 °C - 2 °C17 K. Das ist ein deutlicher, aber kein extremer Jahresgang.
- Jahresniederschlag ablesen: 620 mm, also reichlich. Kein Monat ist trocken, weil die Säulen überall über der Kurve liegen – das Klima ist ganzjährig humid.
- Jahresmitteltemperatur einschätzen: Sie liegt zwischen den Extremen bei etwa 10 °C. Alle Monate liegen über 0 °C, es gibt also keinen Kältewinter.
Gemäßigte Zone, ozeanisch geprägt: vier Jahreszeiten, milder Winter, mäßig warmer Sommer, Niederschlag über das ganze Jahr verteilt. Ein solches Diagramm passt zu Mitteleuropa, etwa zu Hamburg. Zum Vergleich: Ein Mittelmeerklima hätte dieselbe Temperaturform, aber trockene Sommermonate.
Jetzt bist du dran!
Der wärmste Monat hat 24 °C, der kälteste -3 °C. Wie groß ist die Temperaturamplitude?
Das Wichtigste in Kürze
- Temperatur als Kurve links in Grad Celsius, Niederschlag als Säulen rechts in Millimetern.
- Auswertungsreihenfolge: Extremmonate, Amplitude, Jahresniederschlag und Verteilung, dann Klimazone.
- Temperaturamplitude = wärmster Monat - kältester Monat, angegeben in Kelvin.
- Maximum im Juli heißt Nordhalbkugel, Maximum im Januar heißt Südhalbkugel.
- Typischer Fehler: Niederschlag an der linken Achse ablesen. Immer auf die Einheit achten – °C links, mm rechts.
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Das solltest du vorher können
- Die Klimazonen der Erde
- Diagramme lesen und beschreibenin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Mit dem Maßstab rechnen
- Passat und tropischer Regenin Arbeit