Die Klimazonen der Erde
Vom Äquator zu den Polen wird es immer kälter – deshalb lässt sich die Erde in Klimazonen gliedern, die wie Gürtel um den Globus laufen. In dieser Lektion lernst du die fünf Zonen mit ihren Temperatur- und Niederschlagswerten kennen, verstehst die Ursache der Anordnung und kannst einen Ort einer Zone zuordnen.
- Fach: Geografie
- Klasse 7
- Thema: Klima
- Dauer: 18 Min
- Niveau: Mittel
Fünf Gürtel vom Äquator zum Pol
Die Sonne scheint nicht überall gleich steil auf die Erde. Am Äquator treffen die Strahlen mittags nahezu senkrecht auf, in der Nähe der Pole dagegen sehr flach. Flach einfallende Strahlen verteilen dieselbe Energie auf eine viel größere Fläche und legen einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Deshalb nimmt die Energie je Quadratmeter von 0 Grad Breite zu 90 Grad Breite stark ab, und die Temperatur sinkt in dieselbe Richtung. Weil die Erde eine Kugel ist, verlaufen die Klimazonen daher als Gürtel parallel zu den Breitenkreisen.
Man unterscheidet fünf Zonen. Die Tropen liegen etwa zwischen 0 und 23,5 Grad Breite; dort bleibt die Temperatur ganzjährig über 20 °C, die Jahresschwankung beträgt oft weniger als 5 K, und am Äquator fallen über 2000 mm Niederschlag im Jahr. Die Subtropen zwischen 23,5 und 40 Grad haben heiße Sommer über 25 °C und milde Winter über 10 °C; hier liegen die großen Wüsten wie die Sahara mit unter 100 mm Niederschlag, aber auch das Mittelmeergebiet mit winterfeuchtem Klima. Die gemäßigte Zone zwischen 40 und 60 Grad zeigt vier Jahreszeiten, Jahresmittel um 9 bis 11 °C und 500 bis 1000 mm Niederschlag – dazu gehört Deutschland.
Weiter polwärts folgt die kalte Zone. Die subpolare Zone oder boreale Zone zwischen 60 und 70 Grad hat lange Winter unter -10 °C und kurze Sommer um 12 °C; hier wächst der Nadelwaldgürtel, die Taiga. Die Polarzone jenseits von etwa 70 Grad erreicht im wärmsten Monat weniger als 10 °C; Bäume wachsen nicht mehr, es bleibt Tundra oder Eis. Ein typischer Fehler ist, Klimazonen allein nach der Temperatur zu bestimmen. Entscheidend ist auch der Niederschlag: Der tropische Regenwald am Kongo und die Sahara liegen beide in warmen Breiten, unterscheiden sich aber um mehr als 2000 mm Jahresniederschlag. Und bedenke die Höhenlage – Quito liegt am Äquator, aber auf 2850 m und hat deshalb nur etwa 13 °C im Jahresmittel.
Tropen oder gemäßigte Zone?
Diese beiden Zonen werden am häufigsten verwechselt, weil in beiden viel Niederschlag fallen kann. Der sichere Unterschied liegt nicht in der Niederschlagsmenge, sondern im Jahresgang der Temperatur: Die Temperaturamplitude, also die Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat, ist in den Tropen klein und in der gemäßigten Zone groß.
Merke dir die Regel: In den Tropen gibt es Jahreszeiten des Regens, in der gemäßigten Zone Jahreszeiten der Temperatur. Ein tropischer Ort unterscheidet Regen- und Trockenzeit, ein gemäßigter Ort Sommer und Winter.
Tropen
Die Temperaturamplitude liegt unter etwa 10 K und kein Monat ist kälter als 18 °C.
Beispiele
- Singapur: wärmster Monat 28 °C, kältester 26 °C, Amplitude 2 K, 2340 mm Niederschlag.
- Manaus am Amazonas: ganzjährig um 27 °C, Regenzeit von Dezember bis Mai.
- Tageszeitenklima: Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist größer als der zwischen den Monaten.
Signalwörter
- Amplitude unter 10 K
- alle Monate über 18 °C
- Regen- und Trockenzeit
- zwischen 0 und 23,5 Grad Breite
Gemäßigte Zone
Die Temperaturamplitude liegt über etwa 15 K und es gibt vier Jahreszeiten.
Beispiele
- Berlin: wärmster Monat Juli 19 °C, kältester Januar 0,5 °C, Amplitude 18,5 K, 590 mm Niederschlag.
- Moskau: Juli 19 °C, Januar -8 °C, Amplitude 27 K – kontinental geprägt.
- Jahreszeitenklima: Laubbäume werfen im Winter ihre Blätter ab.
Signalwörter
- Amplitude über 15 K
- kalte Monate unter 10 °C
- vier Jahreszeiten
- zwischen 40 und 60 Grad Breite
Einen Ort einer Klimazone zuordnen
Ordne einen Ort einer Klimazone zu, für den folgende Messwerte vorliegen: wärmster Monat Juli mit 26 °C, kältester Monat Januar mit 11 °C, Jahresniederschlag 640 mm, davon im Juli nur 15 mm und im Dezember 105 mm.
Gegeben:
- Wärmster Monat Juli 26 °C, kältester Monat Januar 11 °C.
- Jahresniederschlag 640 mm, Juli 15 mm, Dezember 105 mm.
Gesucht:
Klimazone und KlimatypLösung:
- Halbkugel bestimmen: Das Temperaturmaximum liegt im Juli, also Nordhalbkugel.
- Amplitude berechnen: 26 °C - 11 °C15 K. Das ist deutlich mehr als in den Tropen, aber kein extremer Jahresgang.
- Wintertemperatur prüfen: Der kälteste Monat hat 11 °C und liegt damit klar über 0 °C. Es gibt keinen Frostwinter, also nicht die gemäßigte Zone im engeren Sinn.
- Niederschlagsverteilung prüfen: Der Sommer ist mit 15 mm im Juli sehr trocken, der Winter mit 105 mm im Dezember feucht. Diese Winterfeuchte bei sommerlicher Trockenheit ist das Kennzeichen des Mittelmeerklimas.
Der Ort liegt in den Subtropen, genauer im winterfeuchten Mittelmeerklima, etwa auf der Breite von Rom oder Athen bei 38 bis 42 Grad Nord. Zum Vergleich: Ein tropischer Ort hätte eine Amplitude unter 10 K, ein Ort der gemäßigten Zone einen Wintermonat nahe 0 °C und Niederschlag über das ganze Jahr verteilt.
Jetzt bist du dran!
Warum ist es am Äquator wärmer als an den Polen?
Noch nicht. Weil die Erde eine Kugel ist, treffen die Strahlen am Äquator fast senkrecht auf und verteilen ihre Energie auf eine kleine Fläche. An den Polen fallen sie flach ein, die Energie verteilt sich auf eine größere Fläche.
Das Wichtigste in Kürze
- Die fünf Klimazonen sind Tropen, Subtropen, gemäßigte Zone, subpolare Zone und Polarzone.
- Ursache ist der Einstrahlwinkel: steil am Äquator, flach an den Polen – deshalb verlaufen die Zonen als Gürtel.
- Tropen: alle Monate über 18 °C, Amplitude unter 10 K, am Äquator über 2000 mm Niederschlag.
- Gemäßigte Zone: vier Jahreszeiten, Jahresmittel 9 bis 11 °C, 500 bis 1000 mm Niederschlag.
- Typischer Fehler: nur auf die Temperatur schauen. Niederschlag und Höhenlage entscheiden mit – Quito liegt am Äquator und hat nur 13 °C.
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Das solltest du vorher können
- Wetter und Jahreszeiten
- Gradnetz der Erdein Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Klimadiagramme auswerten
- Passat und tropischer Regenin Arbeit