Die Klimazonen der Erde
Vom Äquator zu den Polen wird es immer kälter – deshalb lässt sich die Erde in Klimazonen gliedern, die wie Gürtel um den Globus laufen. In dieser Lektion lernst du die fünf Zonen mit ihren Temperatur- und Niederschlagswerten kennen, verstehst die Ursache der Anordnung und kannst einen Ort einer Zone zuordnen.
- Fach: Geografie
- Klasse 7
- Thema: Klima
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Mittel
Fünf Gürtel vom Äquator zum Pol
Die Sonne scheint nicht überall gleich steil auf die Erde. Am Äquator treffen die Strahlen mittags nahezu senkrecht auf, in der Nähe der Pole dagegen sehr flach. Flach einfallende Strahlen verteilen dieselbe Energie auf eine viel größere Fläche und legen einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Deshalb nimmt die Energie je Quadratmeter von 0 Grad Breite zu 90 Grad Breite stark ab, und die Temperatur sinkt in dieselbe Richtung. Weil die Erde eine Kugel ist, verlaufen die Klimazonen daher als Gürtel parallel zu den Breitenkreisen.
Man unterscheidet fünf Zonen. Die Tropen liegen etwa zwischen 0 und 23,5 Grad Breite; dort bleibt die Temperatur ganzjährig über 20 °C, die Jahresschwankung beträgt oft weniger als 5 K, und am Äquator fallen über 2000 mm Niederschlag im Jahr. Die Subtropen zwischen 23,5 und 40 Grad haben heiße Sommer über 25 °C und milde Winter über 10 °C; hier liegen die großen Wüsten wie die Sahara mit unter 100 mm Niederschlag, aber auch das Mittelmeergebiet mit winterfeuchtem Klima. Die gemäßigte Zone zwischen 40 und 60 Grad zeigt vier Jahreszeiten, Jahresmittel um 9 bis 11 °C und 500 bis 1000 mm Niederschlag – dazu gehört Deutschland.
Weiter polwärts folgt die kalte Zone. Die subpolare Zone oder boreale Zone zwischen 60 und 70 Grad hat lange Winter unter -10 °C und kurze Sommer um 12 °C; hier wächst der Nadelwaldgürtel, die Taiga. Die Polarzone jenseits von etwa 70 Grad erreicht im wärmsten Monat weniger als 10 °C; Bäume wachsen nicht mehr, es bleibt Tundra oder Eis.
Tropen oder gemäßigte Zone?
Diese beiden Zonen werden am häufigsten verwechselt, weil in beiden viel Niederschlag fallen kann. Der sichere Unterschied liegt nicht in der Niederschlagsmenge, sondern im Jahresgang der Temperatur: Die Temperaturamplitude, also die Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat, ist in den Tropen klein und in der gemäßigten Zone groß.
Merke dir die Regel: In den Tropen gibt es Jahreszeiten des Regens, in der gemäßigten Zone Jahreszeiten der Temperatur. Ein tropischer Ort unterscheidet Regen- und Trockenzeit, ein gemäßigter Ort Sommer und Winter.
Tropen
Die Temperaturamplitude liegt unter etwa 10 K und kein Monat ist kälter als 18 °C.
Beispiele
- Singapur: wärmster Monat 28 °C, kältester 26 °C, Amplitude 2 K, 2340 mm Niederschlag.
- Manaus am Amazonas: ganzjährig um 27 °C, Regenzeit von Dezember bis Mai.
- Tageszeitenklima: Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist größer als der zwischen den Monaten.
Signalwörter
- Amplitude unter 10 K
- alle Monate über 18 °C
- Regen- und Trockenzeit
- zwischen 0 und 23,5 Grad Breite
Gemäßigte Zone
Die Temperaturamplitude liegt über etwa 15 K und es gibt vier Jahreszeiten.
Beispiele
- Berlin: wärmster Monat Juli 19 °C, kältester Januar 0,5 °C, Amplitude 18,5 K, 590 mm Niederschlag.
- Moskau: Juli 19 °C, Januar -8 °C, Amplitude 27 K – kontinental geprägt.
- Jahreszeitenklima: Laubbäume werfen im Winter ihre Blätter ab.
Signalwörter
- Amplitude über 15 K
- kalte Monate unter 10 °C
- vier Jahreszeiten
- zwischen 40 und 60 Grad Breite
Einen Ort einer Klimazone zuordnen
Ordne einen Ort einer Klimazone zu, für den folgende Messwerte vorliegen: wärmster Monat Juli mit 26 °C, kältester Monat Januar mit 11 °C, Jahresniederschlag 640 mm, davon im Juli nur 15 mm und im Dezember 105 mm.
Gegeben:
- Wärmster Monat Juli 26 °C, kältester Monat Januar 11 °C.
- Jahresniederschlag 640 mm, Juli 15 mm, Dezember 105 mm.
Gesucht:
Klimazone und KlimatypLösung:
- Halbkugel bestimmen: Das Temperaturmaximum liegt im Juli, also Nordhalbkugel.
- Amplitude berechnen: 26 °C - 11 °C = 15 K. Das ist deutlich mehr als in den Tropen, aber kein extremer Jahresgang.
- Wintertemperatur prüfen: Der kälteste Monat hat 11 °C und liegt damit klar über 0 °C. Es gibt keinen Frostwinter, also nicht die gemäßigte Zone im engeren Sinn.
- Niederschlagsverteilung prüfen: Der Sommer ist mit 15 mm im Juli sehr trocken, der Winter mit 105 mm im Dezember feucht. Diese Winterfeuchte bei sommerlicher Trockenheit ist das Kennzeichen des Mittelmeerklimas.
Der Ort liegt in den Subtropen, genauer im winterfeuchten Mittelmeerklima, etwa auf der Breite von Rom oder Athen bei 38 bis 42 Grad Nord. Zum Vergleich: Ein tropischer Ort hätte eine Amplitude unter 10 K, ein Ort der gemäßigten Zone einen Wintermonat nahe 0 °C und Niederschlag über das ganze Jahr verteilt.
Fünf Städte im Vergleich
Die Tabelle und das Balkendiagramm zeigen denselben Zusammenhang aus zwei Blickwinkeln: Je weiter eine Stadt vom Äquator entfernt liegt, desto größer wird der Unterschied zwischen ihrem wärmsten und kältestem Monat. Singapur nahe am Äquator hat mit nur 2 Kelvin die kleinste Amplitude aller fünf Städte, während die sibirische Stadt Jakutsk mit rund 57 Kelvin einen der größten Temperaturunterschiede der Erde aufweist.
Diese extreme Schwankung in Jakutsk kommt zustande, weil die Stadt weit im Landesinneren liegt, fernab von ausgleichenden Meeresströmungen, und trotzdem noch nicht in der eigentlichen Polarzone. Ny-Ålesund auf Spitzbergen liegt zwar noch weiter nördlich, aber näher am Meer, wodurch die Amplitude dort wieder etwas kleiner ausfällt als in Jakutsk – ein Beleg dafür, dass neben der Breite auch die Nähe zum Meer das Klima prägt.
| Stadt | Breite | Klimazone | Amplitude |
|---|---|---|---|
| Singapur | 1° N | Tropen | 2 K |
| Kairo | 30° N | Subtropen | 14 K |
| Berlin | 52° N | Gemäßigte Zone | 18,5 K |
| Jakutsk | 62° N | Subpolare Zone | 57 K |
| Ny-Ålesund | 79° N | Polarzone | über 20 K, wärmster Monat unter 10 °C |
Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit
Ein typischer Fehler ist, Klimazonen allein nach der Temperatur zu bestimmen. Entscheidend ist auch der Niederschlag: Der tropische Regenwald am Kongo und die Sahara liegen beide in warmen Breiten, unterscheiden sich aber um mehr als 2000 mm Jahresniederschlag. Wer nur die Temperatur betrachtet, kann Wüste und Regenwald nicht unterscheiden, obwohl beide zu den warmen Klimazonen zählen.
Ein zweiter Fehler ist, die Höhenlage zu vergessen. Quito, die Hauptstadt Ecuadors, liegt fast genau am Äquator, aber auf 2850 Metern Höhe und hat deshalb nur etwa 13 °C im Jahresmittel – deutlich kühler, als man in den Tropen erwarten würde. Grundsätzlich gilt: Pro 1000 Höhenmeter sinkt die Temperatur um etwa 6,5 °C, unabhängig von der geografischen Breite.
Ein dritter Fehler ist, die Grenzen zwischen den Zonen als scharfe Linien misszuverstehen. Tatsächlich gehen die Klimazonen fließend ineinander über, und lokale Faktoren wie Meeresnähe, Meeresströmungen oder Gebirge können das Klima eines Ortes deutlich von dem verschieben, was seine reine Breitenlage erwarten ließe.
Jetzt bist du dran!
Warum ist es am Äquator wärmer als an den Polen?
Noch nicht. Weil die Erde eine Kugel ist, treffen die Strahlen am Äquator fast senkrecht auf und verteilen ihre Energie auf eine kleine Fläche. An den Polen fallen sie flach ein, die Energie verteilt sich auf eine größere Fläche.
Das Wichtigste in Kürze
- Die fünf Klimazonen sind Tropen, Subtropen, gemäßigte Zone, subpolare Zone und Polarzone.
- Ursache ist der Einstrahlwinkel: steil am Äquator, flach an den Polen – deshalb verlaufen die Zonen als Gürtel.
- Tropen: alle Monate über 18 °C, Amplitude unter 10 K, am Äquator über 2000 mm Niederschlag.
- Gemäßigte Zone: vier Jahreszeiten, Jahresmittel 9 bis 11 °C, 500 bis 1000 mm Niederschlag.
- Typischer Fehler: nur auf die Temperatur schauen. Niederschlag und Höhenlage entscheiden mit – Quito liegt am Äquator und hat nur 13 °C.
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Häufige Fragen zu Die Klimazonen der Erde
- Wie viele Klimazonen gibt es und wie heißen sie?
- Die klassische Einteilung unterscheidet fünf Klimazonen: die Tropen nahe am Äquator, die Subtropen, die gemäßigte Zone, die subpolare (boreale) Zone und die Polarzone an den Rändern der Erde. Sie verlaufen als Gürtel parallel zu den Breitenkreisen, weil der Einstrahlwinkel der Sonne von der geografischen Breite abhängt.
- Warum sind die Klimazonen wie Gürtel um die Erde angeordnet?
- Weil die Erde eine Kugel ist, treffen Sonnenstrahlen am Äquator steil und an den Polen sehr flach auf. Da dieser Einstrahlwinkel nur von der geografischen Breite abhängt, nicht von der Länge, ergeben sich rund um die Erde gleich temperierte Gürtel, die parallel zu den Breitenkreisen verlaufen.
- Wie erkennt man den Unterschied zwischen Tropen und gemäßigter Zone?
- Der zuverlässigste Unterschied ist die Temperaturamplitude, also die Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat. In den Tropen liegt sie meist unter 10 Kelvin, weil die Sonne das ganze Jahr über ähnlich hoch steht. In der gemäßigten Zone beträgt sie oft 15 bis 25 Kelvin, weil es dort ausgeprägte Jahreszeiten gibt.
- Warum ist Quito trotz Äquatornähe nicht heiß?
- Quito liegt zwar fast genau auf dem Äquator, aber auf rund 2850 Metern Höhe. Weil die Temperatur pro 1000 Höhenmeter um etwa 6,5 °C sinkt, hat Quito nur ein Jahresmittel von rund 13 °C, deutlich kühler als klassische Tropenstädte auf Meereshöhe wie Singapur oder Manaus.
- Was ist der Unterschied zwischen Klimazone und Klimadiagramm?
- Eine Klimazone ist eine grobe Einteilung der Erde nach geografischer Breite, etwa Tropen oder gemäßigte Zone. Ein Klimadiagramm ist die konkrete Darstellung von Temperatur und Niederschlag eines einzelnen Ortes über das Jahr. Man liest zunächst das Diagramm eines Ortes aus, um ihn anschließend einer passenden Klimazone zuzuordnen.
- Warum hat Jakutsk eine so große Temperaturamplitude?
- Jakutsk in Sibirien liegt weit im Inneren des eurasischen Kontinents, fern von ausgleichenden Meeresströmungen. Ohne die wärmende und kühlende Wirkung des Meeres schwankt die Temperatur zwischen extrem kalten Wintern und überraschend warmen Sommern besonders stark, mit einer Amplitude von rund 57 Kelvin, einer der größten weltweit.
- In welcher Klasse werden Klimazonen im Geografieunterricht behandelt?
- Klimazonen gehören meist zum Lehrplan der 7. Klasse und bauen auf dem Wissen zu Gradnetz und Wetter auf. Sie sind die Grundlage für spätere Themen wie Klimadiagramme, Vegetationszonen und den Klimawandel, die häufig im weiteren Verlauf der Sekundarstufe folgen.
- Warum liegen Wüsten und Regenwald in ähnlich warmen Breiten?
- Beide liegen in Breiten mit hoher Sonneneinstrahlung, unterscheiden sich aber stark im Niederschlag. Der Regenwald am Kongo profitiert von aufsteigender, feuchter Luft in der innertropischen Konvergenzzone, während die Sahara in einem Hochdruckgürtel liegt, in dem trockene Luft absinkt. Deshalb entscheidet nicht die Temperatur, sondern die großräumige Luftzirkulation über Wüste oder Regenwald.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
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Das kommt als Nächstes
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