Wetter und Jahreszeiten
Wetter ist das, was du heute vor der Tür erlebst – Klima dagegen der Durchschnitt vieler Jahrzehnte. In dieser Lektion lernst du, welche Größen das Wetter beschreiben, warum die geneigte Erdachse die Jahreszeiten verursacht und wie du Wetter und Klima sauber auseinanderhältst.
- Fach: Geografie
- Klasse 6
- Thema: Klima
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Woraus Wetter besteht
Wetter ist der Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt. Beschrieben wird es durch Wetterelemente, und jedes davon hat eine eigene Messgröße und ein eigenes Messgerät. Die Lufttemperatur misst das Thermometer in Grad Celsius, immer im Schatten und 2 Meter über dem Boden. Den Niederschlag misst der Regenmesser in Millimetern – 1 mm bedeutet 1 Liter Wasser je Quadratmeter. Den Luftdruck misst das Barometer in Hektopascal; der Mittelwert auf Meereshöhe liegt bei 1013 hPa. Dazu kommen Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Bewölkung.
Diese Elemente hängen zusammen. Sinkt der Luftdruck, strömt Luft nach, steigt auf und kühlt dabei ab. Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf halten, der Dampf wird zu Wassertröpfchen – es entstehen Wolken und schließlich Regen. Tiefdruck bedeutet deshalb meist wechselhaftes, nasses Wetter, Hochdruck eher trockenes Wetter mit klarem Himmel. In Deutschland kommt das Wetter überwiegend mit der Westwindströmung vom Atlantik heran, weshalb Wetterberichte zuerst auf Irland und England schauen.
Der häufigste Fehler in diesem Thema ist die Verwechslung von Wetter und Klima. Ein kalter Mai sagt nichts über das Klima, und ein einzelner Hitzetag beweist keinen Klimawandel. Klima ist erst die Statistik über mindestens 30 Jahre. Umgekehrt gilt: Weil das Klima sich verändert, verschieben sich auch die Wahrscheinlichkeiten für bestimmtes Wetter – extreme Hitzetage werden häufiger, auch wenn jeder einzelne Tag weiter Zufall bleibt.
Wetter oder Klima?
Beide Begriffe beschreiben dieselben Größen – Temperatur, Niederschlag, Wind – aber über völlig verschiedene Zeiträume. Wetter ist eine Momentaufnahme, Klima ein langjähriger Durchschnitt. Genau daran erkennst du, welcher Begriff gemeint ist.
Eine Eselsbrücke: Das Wetter entscheidet, ob du heute eine Jacke brauchst. Das Klima entscheidet, ob in deinem Kleiderschrank überhaupt ein Wintermantel hängt.
Wetter
Es geht um einen einzelnen Zeitpunkt oder wenige Tage an einem Ort.
Beispiele
- „Heute sind es in Köln 27 °C und es weht Südwind.“
- „Morgen fallen 12 mm Regen.“
- Die Wettervorhersage reicht verlässlich etwa 3 bis 7 Tage.
Signalwörter
- heute, morgen, gestern
- einzelne Messwerte
- Vorhersage
- Stunden bis Tage
Klima
Es geht um den Durchschnitt über mindestens 30 Jahre für ein Gebiet.
Beispiele
- „Köln hat eine Jahresmitteltemperatur von etwa 10,5 °C.“
- „Der Jahresniederschlag liegt im Mittel bei 800 mm.“
- Klimadiagramme zeigen zwölf Monatsmittelwerte.
Signalwörter
- im Mittel, durchschnittlich
- 30-jährige Messreihe
- Monats- und Jahreswerte
- Jahrzehnte
Warum es bei uns Jahreszeiten gibt
Erkläre, warum es in Deutschland im Juni warm und im Dezember kalt ist, obwohl die Erde im Dezember sogar näher an der Sonne steht.
Gegeben:
- Die Erdachse ist um 23,5 Grad gegen die Bahnebene geneigt.
- Die Erde umkreist die Sonne einmal in 365 Tagen.
Gesucht:
Die Ursache der JahreszeitenLösung:
- Neigung feststellen: Die Erdachse behält ihre Richtung im Raum bei, während die Erde um die Sonne läuft. Deshalb zeigt die Nordhalbkugel ein halbes Jahr zur Sonne hin und ein halbes Jahr von ihr weg.
- Einstrahlwinkel betrachten: Am 21. Juni steht die Sonne über Deutschland mittags etwa 62 Grad hoch. Die Strahlen treffen steil auf und verteilen ihre Energie auf eine kleine Fläche – es wird warm.
- Winter vergleichen: Am 21. Dezember steht die Sonne mittags nur etwa 15 Grad hoch. Dieselbe Strahlenmenge verteilt sich auf eine viel größere Fläche und muss einen längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen – pro Quadratmeter kommt weniger Energie an.
- Tageslänge ergänzen: Im Juni ist es in Deutschland rund 16 Stunden hell, im Dezember nur etwa 8 Stunden. Die Erwärmung hat im Sommer also doppelt so lange Zeit.
Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse, nicht durch den Abstand zur Sonne. Entscheidend sind der Einstrahlwinkel und die Tageslänge. Der Abstand schwankt nur um etwa 3 Prozent und wäre ohnehin das falsche Argument: Wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist, ist auf der Südhalbkugel Sommer – bei genau demselben Abstand.
Jetzt bist du dran!
Welche Aussage beschreibt das Klima und nicht das Wetter?
Noch nicht. Nur die Angabe „im Jahresmittel“ bezieht sich auf einen langjährigen Durchschnitt. Alle anderen Sätze nennen Werte für einzelne Tage und beschreiben damit Wetter.
Das Wichtigste in Kürze
- Wetterelemente sind Temperatur, Niederschlag, Luftdruck, Wind, Luftfeuchte und Bewölkung.
- Tiefdruck bringt aufsteigende Luft, Wolken und Regen; Hochdruck bringt trockenes, ruhiges Wetter.
- Jahreszeiten entstehen durch die um 23,5 Grad geneigte Erdachse, nicht durch den Sonnenabstand.
- Entscheidend sind Einstrahlwinkel und Tageslänge: 62 Grad Sonnenhöhe im Juni, nur 15 Grad im Dezember.
- Typischer Fehler: Wetter und Klima verwechseln. Wetter ist ein Tag, Klima der Durchschnitt von 30 Jahren.
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Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Das solltest du vorher können
- Karten lesen und verstehen
- Die Erde im Sonnensystemin Arbeit