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Wetter und Jahreszeiten

Wetter ist das, was du heute vor der Tür erlebst – Klima dagegen der Durchschnitt vieler Jahrzehnte. In dieser Lektion lernst du, welche Größen das Wetter beschreiben, warum die geneigte Erdachse die Jahreszeiten verursacht und wie du Wetter und Klima sauber auseinanderhältst.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 6
  • Thema: Klima
  • Dauer: 19 Min
  • Niveau: Mittel
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Woraus Wetter besteht

Wetter ist der Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt. Beschrieben wird es durch Wetterelemente, und jedes davon hat eine eigene Messgröße und ein eigenes Messgerät. Die Lufttemperatur misst das Thermometer in Grad Celsius, immer im Schatten und 2 Meter über dem Boden. Den Niederschlag misst der Regenmesser in Millimetern – 1 mm bedeutet 1 Liter Wasser je Quadratmeter. Den Luftdruck misst das Barometer in Hektopascal; der Mittelwert auf Meereshöhe liegt bei 1013 hPa. Dazu kommen Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Bewölkung.

Diese Elemente hängen zusammen. Sinkt der Luftdruck, strömt Luft nach, steigt auf und kühlt dabei ab. Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf halten, der Dampf wird zu Wassertröpfchen – es entstehen Wolken und schließlich Regen. Tiefdruck bedeutet deshalb meist wechselhaftes, nasses Wetter, Hochdruck eher trockenes Wetter mit klarem Himmel. In Deutschland kommt das Wetter überwiegend mit der Westwindströmung vom Atlantik heran, weshalb Wetterberichte zuerst auf Irland und England schauen.

Der häufigste Fehler in diesem Thema ist die Verwechslung von Wetter und Klima. Ein kalter Mai sagt nichts über das Klima, und ein einzelner Hitzetag beweist keinen Klimawandel. Klima ist erst die Statistik über mindestens 30 Jahre. Umgekehrt gilt: Weil das Klima sich verändert, verschieben sich auch die Wahrscheinlichkeiten für bestimmtes Wetter – extreme Hitzetage werden häufiger, auch wenn jeder einzelne Tag weiter Zufall bleibt.

Die geneigte Erdachse verändert im Jahresverlauf Einstrahlwinkel und Tageslänge – so entstehen die Jahreszeiten.
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Wetter oder Klima?

Beide Begriffe beschreiben dieselben Größen – Temperatur, Niederschlag, Wind – aber über völlig verschiedene Zeiträume. Wetter ist eine Momentaufnahme, Klima ein langjähriger Durchschnitt. Genau daran erkennst du, welcher Begriff gemeint ist.

Eine Eselsbrücke: Das Wetter entscheidet, ob du heute eine Jacke brauchst. Das Klima entscheidet, ob in deinem Kleiderschrank überhaupt ein Wintermantel hängt.

Wetter

Es geht um einen einzelnen Zeitpunkt oder wenige Tage an einem Ort.

Beispiele

  • „Heute sind es in Köln 27 °C und es weht Südwind.“
  • „Morgen fallen 12 mm Regen.“
  • Die Wettervorhersage reicht verlässlich etwa 3 bis 7 Tage.

Signalwörter

  • heute, morgen, gestern
  • einzelne Messwerte
  • Vorhersage
  • Stunden bis Tage

Klima

Es geht um den Durchschnitt über mindestens 30 Jahre für ein Gebiet.

Beispiele

  • „Köln hat eine Jahresmitteltemperatur von etwa 10,5 °C.“
  • „Der Jahresniederschlag liegt im Mittel bei 800 mm.“
  • Klimadiagramme zeigen zwölf Monatsmittelwerte.

Signalwörter

  • im Mittel, durchschnittlich
  • 30-jährige Messreihe
  • Monats- und Jahreswerte
  • Jahrzehnte
MerkmalWetterKlima
ZeitraumStunden bis Tagemindestens 30 Jahre
AussageMomentaufnahmelangjähriger Durchschnitt
BeispielMorgen 12 mm RegenJahresmittel 800 mm
MessgerätThermometer, BarometerStatistik aus vielen Messungen
Wetter und Klima im Vergleich
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Warum es bei uns Jahreszeiten gibt

Erkläre, warum es in Deutschland im Juni warm und im Dezember kalt ist, obwohl die Erde im Dezember sogar näher an der Sonne steht.

Gegeben:

  • Die Erdachse ist um 23,5 Grad gegen die Bahnebene geneigt.
  • Die Erde umkreist die Sonne einmal in 365 Tagen.

Gesucht:

Die Ursache der Jahreszeiten

Lösung:

  1. Neigung feststellen: Die Erdachse behält ihre Richtung im Raum bei, während die Erde um die Sonne läuft. Deshalb zeigt die Nordhalbkugel ein halbes Jahr zur Sonne hin und ein halbes Jahr von ihr weg.
  2. Einstrahlwinkel betrachten: Am 21. Juni steht die Sonne über Deutschland mittags etwa 62 Grad hoch. Die Strahlen treffen steil auf und verteilen ihre Energie auf eine kleine Fläche – es wird warm.
  3. Winter vergleichen: Am 21. Dezember steht die Sonne mittags nur etwa 15 Grad hoch. Dieselbe Strahlenmenge verteilt sich auf eine viel größere Fläche und muss einen längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen – pro Quadratmeter kommt weniger Energie an.
  4. Tageslänge ergänzen: Im Juni ist es in Deutschland rund 16 Stunden hell, im Dezember nur etwa 8 Stunden. Die Erwärmung hat im Sommer also doppelt so lange Zeit.

Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse, nicht durch den Abstand zur Sonne. Entscheidend sind der Einstrahlwinkel und die Tageslänge. Der Abstand schwankt nur um etwa 3 Prozent und wäre ohnehin das falsche Argument: Wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist, ist auf der Südhalbkugel Sommer – bei genau demselben Abstand.

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Die Sonnenhöhe im Jahresverlauf

Die Sonnenhöhe zur Mittagszeit ändert sich in Deutschland im Jahresverlauf sehr stark. Am Sommeranfang, dem längsten Tag des Jahres, erreicht die Sonne rund 62 Grad über dem Horizont. Zu den Tagundnachtgleichen im März und September steht sie bei etwa 39 Grad, am kürzesten Tag im Dezember nur noch bei rund 15 Grad.

Je höher die Sonne steht, desto kleiner ist die Fläche, auf die ein Sonnenstrahlenbündel trifft, und desto kürzer ist der Weg der Strahlen durch die Atmosphäre, auf dem Energie verloren geht. Deshalb erwärmt dieselbe Sonnenenergiemenge den Boden im Sommer viel stärker als im Winter.

Am Äquator ändert sich die Mittagssonnenhöhe dagegen kaum – dort steht die Sonne fast das ganze Jahr nahezu senkrecht. Das ist der Grund, warum es dort keine ausgeprägten Jahreszeiten wie in Mitteleuropa gibt, sondern eher einen Wechsel zwischen feuchteren und trockeneren Monaten.

Am 21. Juni steht die Sonne in Deutschland mehr als viermal so hoch am Himmel wie am 21. Dezember.
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Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit

Der mit Abstand häufigste Fehler ist die Erklärung der Jahreszeiten über den Abstand zur Sonne. Tatsächlich ist die Erde im Januar der Sonne sogar etwas näher als im Juli. Wer in einer Klassenarbeit mit dem Sonnenabstand argumentiert, kann keine korrekte Erklärung liefern, weil auf der Südhalbkugel bei gleichem Abstand die entgegengesetzte Jahreszeit herrscht.

Ein zweiter Fehler ist es, Wetter und Klima in Aufgaben zu vermischen. Wird nach der Ursache der Jahreszeiten gefragt, ist das ein Klimathema über Jahrzehnte, nicht das Wetter eines einzelnen Tages. Wird dagegen nach dem Grund für Regen an einem bestimmten Tag gefragt, ist Luftdruck und Wetter gemeint.

Für die Klassenarbeit hilft eine feste Argumentationskette: Erst die Neigung der Erdachse nennen, dann den veränderten Einstrahlwinkel, dann die veränderte Tageslänge, und erst am Ende ein Beispiel wie die Sonnenhöhe im Juni und Dezember. So zeigst du, dass du den Mechanismus verstanden hast, nicht nur das Ergebnis auswendig gelernt hast.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Welche Aussage beschreibt das Klima und nicht das Wetter?

Welche Aussage beschreibt das Klima und nicht das Wetter?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wetterelemente sind Temperatur, Niederschlag, Luftdruck, Wind, Luftfeuchte und Bewölkung.
  • Tiefdruck bringt aufsteigende Luft, Wolken und Regen; Hochdruck bringt trockenes, ruhiges Wetter.
  • Jahreszeiten entstehen durch die um 23,5 Grad geneigte Erdachse, nicht durch den Sonnenabstand.
  • Entscheidend sind Einstrahlwinkel und Tageslänge: 62 Grad Sonnenhöhe im Juni, nur 15 Grad im Dezember.
  • Am Äquator ändert sich die Sonnenhöhe kaum – deshalb gibt es dort keine ausgeprägten Jahreszeiten.
  • Typischer Fehler: Wetter und Klima verwechseln. Wetter ist ein Tag, Klima der Durchschnitt von 30 Jahren.

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Häufige Fragen zu Wetter und Jahreszeiten

Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima?
Wetter beschreibt den Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa heute oder morgen. Klima ist der statistische Durchschnitt aus Temperatur, Niederschlag und weiteren Größen über mindestens 30 Jahre für eine Region. Ein einzelner kalter Tag sagt also nichts über das Klima aus, so wie ein einzelner heißer Tag keinen Klimawandel beweist.
Warum gibt es Jahreszeiten?
Die Erdachse ist um 23,5 Grad gegen die Bahnebene geneigt und behält diese Richtung im Raum bei, während die Erde die Sonne umkreist. Dadurch ändern sich im Jahresverlauf der Einstrahlwinkel der Sonne und die Tageslänge auf jeder Halbkugel. Nicht der Abstand zur Sonne ist entscheidend – der ändert sich kaum und wäre ohnehin die falsche Erklärung.
Warum ist die Erde im Winter der Sonne am nächsten?
Die Erdumlaufbahn ist eine leichte Ellipse, kein perfekter Kreis. Anfang Januar erreicht die Erde den sonnennächsten Punkt, im Juli den sonnenfernsten. Der Unterschied beträgt nur etwa 3 Prozent und hat kaum Einfluss auf die Jahreszeiten – sonst müsste auf der ganzen Erde gleichzeitig Winter oder Sommer sein, was nicht der Fall ist.
Wie misst man Niederschlag in Millimetern?
Ein Regenmesser fängt Regenwasser in einem genormten Gefäß auf. Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter Wasser je Quadratmeter Fläche, unabhängig von der Größe des Auffanggefäßes, weil die Höhe der Wassersäule gemessen wird. Bei Schnee wird die Schneemenge geschmolzen und ebenfalls in Millimeter Wasserwert umgerechnet.
Warum ist der Juli meist wärmer als der Juni, obwohl die Sonne im Juni am höchsten steht?
Boden, Wasser und Luft speichern Wärme und geben sie verzögert wieder ab, ähnlich wie eine aufgeheizte Herdplatte noch länger warm bleibt. Diese Wärmespeicherung sorgt für eine Verzögerung von etwa vier bis sechs Wochen zwischen der höchsten Sonneneinstrahlung im Juni und den höchsten Lufttemperaturen, die meist im Juli oder August gemessen werden.
Warum sind die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel vertauscht?
Wenn die Nordhalbkugel wegen der Achsneigung zur Sonne geneigt ist und Sommer hat, ist die Südhalbkugel gleichzeitig von der Sonne weggeneigt und hat Winter. Deshalb wird in Australien oder Argentinien Weihnachten im Hochsommer gefeiert, während in Deutschland winterliche Kälte herrscht – bei exakt demselben Abstand der Erde zur Sonne.
In welcher Klasse lernt man Wetter und Jahreszeiten?
Wetterelemente und die Entstehung der Jahreszeiten gehören meist zum Geografie- oder Sachunterricht der Klasse 5 oder 6. Darauf bauen später Themen wie Klimazonen, Klimadiagramme und der Wasserkreislauf auf, die dieselben Grundbegriffe voraussetzen.
Warum kommt das Wetter in Deutschland meist aus Westen?
Deutschland liegt in der Zone der Westwinde der mittleren Breiten, in der bodennahe Luft überwiegend von West nach Ost strömt. Tiefdruckgebiete vom Atlantik ziehen deshalb meist über die Britischen Inseln nach Mitteleuropa. Deswegen schauen Wetterberichte zuerst auf Irland und England, um kommende Wetterlagen für Deutschland abzuschätzen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können