Wüsten: Entstehung und Leben
Eine Wüste ist nicht einfach ein heißer Ort, sondern ein Ort, an dem mehr Wasser verdunsten könnte als niederfällt. In dieser Lektion lernst du, wie Wüsten entstehen, wie sich Sand- und Steinwüsten unterscheiden und mit welchen Tricks Pflanzen und Menschen dort überleben.
- Fach: Geografie
- Klasse 7
- Thema: Klima
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Wie Wüsten entstehen
Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem über das Jahr mehr Wasser verdunsten könnte, als an Niederschlag fällt. Üblich ist die Grenze von etwa 250 mm Jahresniederschlag; in der zentralen Sahara fallen an vielen Orten weniger als 20 mm. Entscheidend ist also nicht die Hitze, sondern die Wasserbilanz. Deshalb gibt es auch kalte Wüsten, etwa die Wüste Gobi mit Wintertemperaturen unter -20 °C oder die Trockentäler der Antarktis.
Die großen Wüsten der Erde liegen in zwei Gürteln um 20 bis 30 Grad nördlicher und südlicher Breite. Dort sinkt die Luft ab, die am Äquator aufgestiegen ist und ihr Wasser längst abgeregnet hat. Absinkende Luft erwärmt sich und kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen – Wolken lösen sich auf. So entstanden Sahara, Arabische Wüste und Kalahari. Andere Wüsten haben andere Ursachen: Die Gobi liegt weit von jedem Meer entfernt, die Atacama liegt im Windschatten der Anden und an einem kalten Meeresstrom, die Namib ebenfalls am kalten Benguelastrom.
Weil Wolken und Pflanzen fehlen, sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht groß: In der Sahara sind tagsüber über 45 °C und nachts unter 10 °C möglich. Dieser Wechsel sprengt Gestein. Ein typischer Fehler ist die Vorstellung, Wüste bestehe überall aus Sanddünen. Tatsächlich sind nur etwa 20 Prozent der Sahara Sandwüste, der größte Teil ist Kies- und Steinwüste.
Sandwüste oder Steinwüste?
Wüsten unterscheiden sich nach der Oberflächenform. Sand entsteht als Verwitterungsprodukt und wird vom Wind weit transportiert, bis er sich in Senken sammelt. Steinwüste bleibt dort zurück, wo der Wind das Feinmaterial schon ausgeblasen hat.
Die beiden Formen liegen oft nebeneinander: Der Wind trägt Sand aus der Steinwüste ab und lagert ihn in der Sandwüste an. Sie sind also keine Gegensätze, sondern zwei Stationen desselben Prozesses.
Sandwüste (Erg)
Dort, wo der Wind Sand ablagert, meist in Becken und Senken.
Beispiele
- Das Große Erg in Algerien mit Dünen bis über 100 m Höhe.
- Die Rub al-Khali auf der Arabischen Halbinsel.
- Sicheldünen (Barchane) wandern mit dem Wind mehrere Meter pro Jahr.
Signalwörter
- Dünen und Dünenfelder
- Sand als Feinmaterial
- Ablagerung (Akkumulation)
- bewegliche Oberfläche
- Anteil der Sahara nur etwa 20 Prozent
Steinwüste (Hamada) und Kieswüste (Serir)
Dort, wo der Wind Feinmaterial ausgeblasen hat und nur Grobes zurückbleibt.
Beispiele
- Die Hamada el Hamra in Libyen als Felsplatte ohne Sand.
- Kiesflächen mit „Wüstenpflaster“ aus dicht gepackten Steinen.
- Trockentäler (Wadis), die nur nach seltenen Regen Wasser führen.
Signalwörter
- Fels, Schutt, Kies
- Ausblasung (Deflation)
- Wüstenpflaster
- harte, feste Oberfläche
- größter Flächenanteil der Sahara
Einen Wüstenstandort nachweisen
Für eine Station in der zentralen Sahara liegen diese Werte vor. Zeige, dass es sich um eine Wüste handelt, und begründe ihre Lage.
Gegeben:
- Jahresniederschlag 18 mm, in acht Monaten fällt kein Regen.
- Wärmster Monat Juli 35 °C, kältester Monat Januar 13 °C.
- Lage bei etwa 25 Grad nördlicher Breite.
Gesucht:
Nachweis des Wüstenklimas und Begründung der LageLösung:
- Niederschlag mit der Grenze vergleichen: 18 mm liegen weit unter 250 mm im Jahr. Alle Monate sind arid, es gibt keine Regenzeit.
- Temperaturamplitude berechnen: 35 °C - 13 °C22 K. Der Jahresgang ist deutlich, weil Wolken und Wasserdampf fehlen, die Wärme speichern könnten.
- Breitenlage auswerten: 25 Grad Nord liegt im Gürtel absinkender Luft. Absinkende Luft erwärmt sich, Wolken lösen sich auf.
- Maximum im Juli prüfen: Das bestätigt die Nordhalbkugel und passt zur Lage nördlich des Äquators.
Die Station liegt in einer subtropischen Trockenwüste: ganzjährig arid mit nur 18 mm Niederschlag, großer Temperaturamplitude und Lage im Bereich absinkender Luft um 25 Grad Nord. Pflanzen überdauern hier als Samen oder mit tiefen Wurzeln, Menschen siedeln an Oasen, wo Grundwasser erreichbar ist.
Jetzt bist du dran!
Bis zu welchem Jahresniederschlag in Millimetern spricht man üblicherweise von einer Wüste?
Das Wichtigste in Kürze
- Wüste heißt: mögliche Verdunstung größer als Niederschlag, Grenze bei etwa 250 mm im Jahr.
- Wendekreiswüsten wie die Sahara entstehen durch absinkende, sich erwärmende Luft um 20 bis 30 Grad Breite.
- Weitere Ursachen: Abstand zum Meer (Gobi), Windschatten von Gebirgen und kalte Meeresströme (Atacama, Namib).
- Sandwüste (Erg) entsteht durch Ablagerung, Steinwüste (Hamada) durch Ausblasung des Feinmaterials.
- Typischer Fehler: Wüste mit Sanddünen gleichsetzen – nur etwa 20 Prozent der Sahara sind Sandwüste.
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Das solltest du vorher können
Das kommt als Nächstes
- Oasen und Bewässerungin Arbeit
- Desertifikation in der Sahelzonein Arbeit