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Plattentektonik

Die äußere Hülle der Erde ist in Platten zerbrochen, die sich jedes Jahr wenige Zentimeter bewegen. In dieser Lektion lernst du, was diese Bewegung antreibt, wie sich konvergierende und divergierende Plattengrenzen unterscheiden und warum Gebirge, Vulkane und Erdbeben genau dort liegen, wo sie liegen.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 8
  • Thema: Geologie
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Warum sich Kontinente bewegen

Alfred Wegener fiel 1912 auf, dass die Küsten Südamerikas und Afrikas zueinander passen wie zwei Puzzleteile, und dass auf beiden Seiten dieselben Fossilien und Gesteinsschichten vorkommen. Er schloss daraus auf einen Urkontinent Pangaea, der vor etwa 200 Millionen Jahren zerbrach. Was ihm fehlte, war eine Erklärung für den Antrieb. Die lieferte erst die Plattentektonik ab den 1960er-Jahren, als man den Meeresboden genauer vermessen konnte.

Die äußere, starre Schale der Erde heißt Lithosphäre und ist aus etwa sieben großen und vielen kleinen Platten zusammengesetzt. Sie liegt auf der Asthenosphäre, einer teilweise plastisch verformbaren Schicht des oberen Mantels. Im Mantel steigt heißes Material auf, kühlt oben ab und sinkt wieder – diese Konvektionsströmung zieht und schiebt an den Platten. Ein wichtiger Teil der Kraft kommt außerdem davon, dass die schwere, kalte Ozeanplatte an einer Subduktionszone von selbst in die Tiefe zieht.

Die Geschwindigkeiten sind klein, aber die Zeiträume riesig: Der Atlantik wird um etwa 2 cm pro Jahr breiter, der Pazifik schließt sich an manchen Stellen um über 10 cm pro Jahr. Bei 2 cm im Jahr sind das 20 km in einer Million Jahren. Wichtig: Nicht die Kontinente treiben durch die Ozeanplatten hindurch, wie Wegener noch dachte, sondern Kontinente und angrenzender Meeresboden bewegen sich als eine Platte gemeinsam.

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Konvergierende und divergierende Plattengrenzen

An einer Plattengrenze entscheidet die Bewegungsrichtung darüber, was entsteht. Bewegen sich zwei Platten aufeinander zu, ist die Grenze konvergent. Bewegen sie sich voneinander weg, ist sie divergent. Daneben gibt es noch die konservative Grenze, an der Platten aneinander vorbeigleiten, etwa an der San-Andreas-Verwerfung.

Merke dir das Begriffspaar über die Wortbedeutung: konvergieren heißt zusammenlaufen, divergieren heißt auseinanderlaufen. Damit kannst du jede Grenze zuordnen, auch wenn du das Beispiel nicht kennst.

Konvergierende Grenze

Zwei Platten bewegen sich aufeinander zu, Erdkruste wird verbraucht.

Beispiele

  • Nazca-Platte taucht unter Südamerika ab, darüber wachsen die Anden.
  • Pazifischer Feuerring mit Japan, Indonesien und den Aleuten.
  • Indische Platte stößt gegen Eurasien, der Himalaya wird aufgefaltet.

Signalwörter

  • Subduktion und Tiefseegraben
  • Faltengebirge
  • Schichtvulkane mit explosiven Ausbrüchen
  • Erdbeben bis in 700 km Tiefe
  • Tiefseegräben wie der Marianengraben mit rund 11.000 m

Divergierende Grenze

Zwei Platten bewegen sich voneinander weg, neue Erdkruste entsteht.

Beispiele

  • Mittelatlantischer Rücken, Island liegt mitten darauf.
  • Ostafrikanischer Grabenbruch als beginnender Ozean auf dem Festland.
  • Ostpazifischer Rücken mit über 10 cm Spreizung pro Jahr.

Signalwörter

  • Mittelozeanischer Rücken
  • Spreizung (Seafloor Spreading)
  • Schildvulkane mit dünnflüssiger Lava
  • flache Erdbeben bis etwa 20 km Tiefe
  • je weiter vom Rücken entfernt, desto älterer Meeresboden
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Wie hoch war der Himalaya vor 10 Millionen Jahren?

Die Indische Platte bewegt sich mit etwa 5 cm pro Jahr gegen Eurasien. Berechne, wie weit sie in 10 Millionen Jahren vorgerückt ist, und erkläre, warum dort ein Gebirge statt einer Subduktionszone entstanden ist.

Gegeben:

  • Bewegungsgeschwindigkeit 5 cm pro Jahr.
  • Betrachteter Zeitraum 10 Millionen Jahre.
  • Beide Platten tragen kontinentale Kruste.

Gesucht:

zurückgelegter Weg in Kilometern und Art der Plattengrenze

Lösung:

  1. Weg in Zentimetern: 5 cm · 10.000.00050.000.000 cm.
  2. Umrechnen: 50.000.000 cm sind 500.000 m, also 500 km.
  3. Plattenart prüfen: Kontinentale Kruste ist leichter als ozeanische und sinkt nicht ab. Keine der beiden Platten kann subduzieren.
  4. Folge benennen: Die Gesteinsschichten werden zusammengeschoben, gefaltet und übereinandergestapelt – die Kruste wird dicker und das Gebirge höher.

In 10 Millionen Jahren rückt die Indische Platte rund 500 km vor. Weil zwei kontinentale Platten kollidieren, entsteht kein Tiefseegraben, sondern ein Faltengebirge: der Himalaya mit dem Mount Everest auf 8.849 m, der noch heute um einige Millimeter pro Jahr wächst.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Der Atlantik wird um 2 cm pro Jahr breiter. Um wie viele Kilometer wächst er in einer Million Jahren?

km
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lithosphäre ist in Platten zerbrochen, die sich wenige Zentimeter pro Jahr über die Asthenosphäre bewegen.
  • Antrieb sind Konvektionsströmungen im Mantel und der Zug der absinkenden, kalten Ozeanplatte.
  • Konvergent heißt zusammenlaufen: Subduktion, Tiefseegraben, Faltengebirge, tiefe Erdbeben.
  • Divergent heißt auseinanderlaufen: mittelozeanischer Rücken, neue Kruste, flache Erdbeben.
  • Typischer Fehler: Kontinente driften nicht durch den Meeresboden – Kontinent und angrenzende Ozeankruste bilden eine Platte.

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Das solltest du vorher können