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Die Inhaltsangabe

Eine Inhaltsangabe fasst einen Text knapp und sachlich zusammen. In dieser Lektion lernst du, was in den Basissatz der Einleitung gehört, wie du den Hauptteil im Präsens schreibst und woran du merkst, dass du aus Versehen nacherzählst.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 8
  • Thema: Texte schreiben
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Mittel
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Worauf es bei einer Inhaltsangabe ankommt

Eine Inhaltsangabe soll jemandem, der den Text nicht gelesen hat, in wenigen Sätzen sagen, worum es geht. Deshalb lässt du alles weg, was nicht zum Kern gehört: Nebenfiguren, einzelne Dialogsätze, schmückende Beschreibungen. Übrig bleibt der Handlungskern – wer will was, was steht dem entgegen, wie geht es aus. Als Umfang gilt grob ein Fünftel bis ein Zehntel des Originals.

Die Einleitung besteht aus dem sogenannten Basissatz. Er nennt Textsorte, Titel, Autor oder Autorin, die Erscheinungsangabe, wenn du sie hast, und das Thema in einem Halbsatz. Beispiel: „Die Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 handelt von einem Ehepaar, das nach dem Krieg unter Hunger leidet.“ Danach folgt der Hauptteil in der Reihenfolge der Handlung, am Ende ein knapper Schluss zur Wirkung oder Aussage, falls die Aufgabe das verlangt.

Der typische Fehler ist die eigene Wertung. Sätze wie „Besonders spannend ist die Stelle, an der …“ oder „Der Vater verhält sich unfair“ gehören nicht hinein – du gibst wieder, du beurteilst nicht. Ebenso falsch sind Spannungswörter wie „plötzlich“, wörtliche Rede und das Präteritum. Halte dich ans Präsens und an deine eigenen Worte.

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Inhaltsangabe oder Nacherzählung?

Beide Textsorten geben einen fremden Text wieder – aber mit entgegengesetzter Absicht. Die Nacherzählung will die Wirkung des Originals nachbauen, die Inhaltsangabe will sie auf das Nötigste eindampfen.

Kontrolliere am Schluss: Steht irgendwo „plötzlich“, ein Ausruf oder ein Satz in Anführungszeichen, bist du in die Nacherzählung gerutscht.

Inhaltsangabe

Du sollst einen Text sachlich zusammenfassen, damit andere den Inhalt kennen, ohne ihn zu lesen.

Beispiele

  • Die Kurzgeschichte „Das Brot“ von Wolfgang Borchert schildert eine Nacht in einer Ehe nach dem Krieg.
  • Die Frau bemerkt, dass ihr Mann heimlich Brot gegessen hat.
  • Am nächsten Abend gibt sie ihm eine Scheibe von ihrer eigenen Ration.

Signalwörter

  • Präsens (handelt, bemerkt, gibt)
  • Basissatz mit Textsorte, Titel, Autor, Thema
  • eigene Worte, keine Zitate
  • indirekte Rede
  • stark gekürzt, nur der Handlungskern

Nacherzählung

Du sollst eine Geschichte mit ihrer Wirkung wiedergeben, meist in der Unterstufe als Schreibübung.

Beispiele

  • Mitten in der Nacht wacht die Frau auf und horcht in die Dunkelheit.
  • Ihr Herz schlägt schneller, als sie das Messer auf dem Teller sieht.
  • „Ich dachte, hier wäre was“, sagt er leise.

Signalwörter

  • Spannungsbogen bleibt erhalten
  • anschauliche Details und Gefühle
  • wörtliche Rede erlaubt
  • Wörter wie „plötzlich“, „auf einmal“
  • Umfang nahe am Original
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Vom Text zur Inhaltsangabe

Du sollst zu einer Kurzgeschichte Einleitung und Hauptteil schreiben. Vorgegeben ist nur der grobe Handlungsverlauf.

Gegeben:

  • Textsorte und Titel: Kurzgeschichte „Das Brot“ von Wolfgang Borchert, 1946
  • Handlung: Frau wacht nachts auf, Mann steht in der Küche, behauptet, er habe ein Geräusch gehört; sie sieht Brotkrümel, beide tun ahnungslos; am nächsten Abend gibt sie ihm eine Scheibe von ihren vier ab

Gesucht:

Einleitung mit Basissatz und Hauptteil im Präsens

Lösung:

  1. Basissatz bauen: Textsorte + Titel + Autor + Jahr + Thema in einem Halbsatz – „Die Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 handelt von einem Ehepaar, das in der Nachkriegszeit unter Hunger leidet.“
  2. Handlungskern in drei bis vier Sätze bringen, Nebendetails wie die Beschreibung der Küche weglassen.
  3. Alles ins Präsens setzen und wörtliche Rede in indirekte Rede umwandeln: aus „Ich dachte, hier wäre was“ wird „Er behauptet, er habe ein Geräusch gehört.“
  4. Wertungen streichen: „Man merkt, wie traurig das ist“ fällt weg.

„Die Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 handelt von einem Ehepaar, das in der Nachkriegszeit unter Hunger leidet. Die Frau wacht nachts auf und findet ihren Mann in der Küche. Er behauptet, ein Geräusch gehört zu haben, obwohl Brotkrümel zeigen, dass er heimlich gegessen hat. Beide sprechen die Lüge nicht aus. Am nächsten Abend gibt die Frau ihm eine Scheibe ihrer eigenen Ration ab.“

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

In welcher Zeitform schreibst du den Hauptteil einer Inhaltsangabe? Schreibe nur die Zeitform.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Aufbau: Einleitung mit Basissatz (Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Thema), Hauptteil in Handlungsreihenfolge, knapper Schluss.
  • Zeitform ist das Präsens, Vorzeitiges steht im Perfekt.
  • Nur der Handlungskern, in eigenen Worten – etwa ein Fünftel bis ein Zehntel des Originals.
  • Wörtliche Rede wird zu indirekter Rede, Spannungswörter fallen weg.
  • Typischer Fehler: eigene Wertung wie „besonders spannend“ – gehört nicht in die Inhaltsangabe.

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Das solltest du vorher können