Präpositionen
Präpositionen sind kurze Wörter wie „auf“, „mit“ oder „wegen“ – und sie bestimmen, in welchem Fall das folgende Nomen steht. In dieser Lektion lernst du, welche Präposition welchen Fall verlangt und wie du bei den Wechselpräpositionen mit einer einfachen Frage zwischen Dativ und Akkusativ entscheidest.
- Fach: Deutsch
- Klasse 5
- Thema: Grammatik
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Kleine Wörter mit großer Wirkung
Eine Präposition ist ein Wort, das ein Nomen mit dem Rest des Satzes verbindet und dabei ein Verhältnis ausdrückt: ein Verhältnis im Raum („auf dem Tisch“), in der Zeit („vor dem Essen“) oder im Sinn einer Begründung („wegen des Regens“). Präpositionen stehen meist vor dem Nomen – daher der Name, denn „prae ponere“ ist lateinisch für „davorstellen“. Verändern lassen sie sich nicht: Sie werden nie gebeugt.
Das Besondere an Präpositionen ist, dass sie den Fall des folgenden Nomens bestimmen. Man sagt, sie regieren einen Fall. „Mit“ verlangt immer den Dativ, deshalb heißt es „mit dem Hund“ und niemals „mit den Hund“. „Für“ verlangt immer den Akkusativ, also „für den Hund“. Diese Zuordnung musst du dir merken, sie folgt keiner Logik, die man sich herleiten könnte. Die wichtigsten Dativ-Präpositionen sind mit, nach, bei, seit, von, zu, aus; die wichtigsten Akkusativ-Präpositionen für, ohne, gegen, um, durch.
Eine Gruppe verhält sich anders: die Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Sie können beides, Dativ oder Akkusativ, und dein Satz entscheidet, welcher es ist. Genau hier passieren die meisten Fehler, und genau hier hilft dir eine einzige Frage weiter, die du im nächsten Abschnitt kennenlernst.
Noch mehr Beispiele zum Einprägen: „Ich warte seit einer Stunde auf dich“ (seit verlangt immer den Dativ). „Wir laufen durch den Park“ (durch verlangt immer den Akkusativ). „Die Lampe hängt über dem Tisch“ (Wo? – Dativ) gegenüber „Ich hänge die Lampe über den Tisch“ (Wohin? – Akkusativ).
Wechselpräpositionen: Dativ oder Akkusativ?
Bei den neun Wechselpräpositionen entscheidet nicht die Präposition, sondern die Bedeutung des Satzes. Beschreibt der Satz einen Ort, an dem etwas ist oder geschieht, steht der Dativ. Beschreibt er eine Bewegung mit Ziel, steht der Akkusativ. Du prüfst das mit zwei Fragen: „Wo?“ führt zum Dativ, „Wohin?“ zum Akkusativ.
Dativ – Ort
Wenn die Präposition sagt, wo sich etwas befindet oder wo etwas passiert. Es gibt keine Bewegung über eine Grenze hinweg, die Lage bleibt gleich.
Beispiele
- Das Buch liegt auf dem Tisch. (Wo liegt es? – auf dem Tisch)
- Wir warten vor der Schule. (Wo warten wir?)
- Die Kinder spielen in dem Garten – kurz: im Garten.
Signalwörter
- Frage: Wo?
- Verben der Lage: liegen, stehen, sitzen, hängen, stecken, sein, warten
- männlicher Artikel: dem, einem, meinem
- Verschmelzungen: im (in dem), am (an dem), vom, beim
- Ersatzprobe mit ihm oder dort
Akkusativ – Richtung
Wenn die Präposition ein Ziel angibt, auf das eine Bewegung zuläuft. Etwas wechselt seinen Ort und überquert dabei eine Grenze.
Beispiele
- Ich lege das Buch auf den Tisch. (Wohin lege ich es? – auf den Tisch)
- Wir gehen vor die Schule. (Wohin gehen wir?)
- Die Kinder laufen in den Garten – kurz: in den Garten.
Signalwörter
- Frage: Wohin?
- Verben der Richtung: legen, stellen, setzen, hängen, stecken, gehen, laufen, fahren
- männlicher Artikel: den, einen, meinen
- Verschmelzungen: ins (in das), ans (an das)
- Ersatzprobe mit ihn oder dorthin
Zwei Sätze, eine Präposition
Entscheide für beide Sätze, welcher Fall nach „in“ stehen muss, und begründe mit der Frageprobe.
Gegeben:
- Die Katze schläft in ___ Korb.
- Die Katze springt in ___ Korb.
Gesucht:
der richtige Artikel und der zugehörige FallLösung:
- Prüfe, ob „in“ eine Wechselpräposition ist. Ja – sie gehört zu an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Also musst du im Satz nach der Bedeutung entscheiden.
- Satz 1: Das Verb ist „schlafen“, ein Verb der Lage. Frage „Wo schläft die Katze?“ – im Korb. „Wo?“ bedeutet Dativ, der männliche Artikel lautet also „dem“: in dem Korb, kurz „im Korb“.
- Satz 2: Das Verb ist „springen“, ein Verb der Richtung. Frage „Wohin springt die Katze?“ – in den Korb. „Wohin?“ bedeutet Akkusativ, der Artikel lautet „den“.
- Gegenprobe: Tausche die Fälle. „Die Katze schläft in den Korb“ klingt falsch, weil sie beim Schlafen nirgends hinwandert. Daran merkst du, dass die Frageprobe tatsächlich greift.
Satz 1: „Die Katze schläft im Korb.“ – Dativ, weil Wo. Satz 2: „Die Katze springt in den Korb.“ – Akkusativ, weil Wohin. Dieselbe Präposition, zwei Fälle, entschieden allein durch die Bedeutung.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist, bei Wechselpräpositionen das Verb nicht zu beachten. „Stellen“, „legen“, „setzen“ und „hängen“ (als Bewegungsverben) verlangen den Akkusativ, ihre Zwillinge „stehen“, „liegen“, „sitzen“ und „hängen“ (als Zustandsverben) verlangen den Dativ. Wer nur die Präposition anschaut, übersieht diesen Unterschied.
Ein zweiter Fehler passiert bei festen Präpositionen: „mit“ und „aus“ verlangen immer Dativ, egal ob eine Bewegung beschrieben wird oder nicht. „Ich komme mit den Bus“ ist deshalb falsch, richtig ist „mit dem Bus“, weil „mit“ nicht zu den Wechselpräpositionen gehört.
Drittens verwechseln viele „für“ mit einer Dativ-Präposition, weil es im Alltag oft mit Personen steht. „Für“ verlangt aber immer den Akkusativ: „für den Freund“, „für meine Schwester“, nie „für dem Freund“.
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Ich stelle die Tasse auf dem Tisch. | Ich stelle die Tasse auf den Tisch. | stellen beschreibt eine Bewegung, also Akkusativ |
| Die Katze sitzt auf den Stuhl. | Die Katze sitzt auf dem Stuhl. | sitzen beschreibt eine Lage, also Dativ |
| mit den Bus fahren | mit dem Bus fahren | mit verlangt immer den Dativ |
| für dem Freund | für den Freund | für verlangt immer den Akkusativ |
Tipps für die Klassenarbeit
Bei Wechselpräpositionen hilft immer zuerst die Frage nach dem Verb: Beschreibt es eine Lage oder eine Bewegung? Erst danach stellst du die Frage Wo oder Wohin und wählst den Artikel. Wer diese Reihenfolge einhält, verwechselt die Fälle seltener.
Schreib dir vor der Klassenarbeit eine kleine Liste mit den festen Dativ- und Akkusativpräpositionen auf und übe sie mit Beispielsätzen. Die neun Wechselpräpositionen lassen sich gut mit einem Merksatz behalten: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen – das sind meistens Präpositionen, die auch einen Ort im Raum beschreiben können.
Jetzt bist du dran
Welche Form ist richtig? „Er hängt das Bild ___ Wand.“
Noch nicht. Frage „Wohin hängt er es?“ – an die Wand. Eine Richtung verlangt nach einer Wechselpräposition den Akkusativ, und „Wand“ ist weiblich, also „die Wand“.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Präposition steht vor dem Nomen und bestimmt dessen Fall.
- Immer Dativ: mit, nach, bei, seit, von, zu, aus.
- Immer Akkusativ: für, ohne, gegen, um, durch.
- Wechselpräpositionen an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen: Wo? bedeutet Dativ, Wohin? bedeutet Akkusativ.
- Typischer Fehler: „Ich stelle die Tasse auf dem Tisch.“ Richtig ist „auf den Tisch“, denn „stellen“ beschreibt eine Bewegung zum Ziel. Frage dir bei jeder Wechselpräposition zuerst: Wo oder wohin?
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Häufige Fragen zu Präpositionen
- Was sind Präpositionen einfach erklärt?
- Präpositionen sind kleine Wörter wie auf, mit, für oder wegen. Sie verbinden ein Nomen mit dem Rest des Satzes und zeigen ein Verhältnis: wo etwas ist, wann etwas passiert oder warum. Man nennt sie auch Verhältniswörter. Präpositionen werden nie gebeugt, bestimmen aber den Fall des folgenden Nomens, zum Beispiel „mit dem Rad“ im Dativ.
- Welche Präpositionen stehen mit Dativ?
- Immer mit Dativ stehen vor allem aus, bei, mit, nach, seit, von und zu, außerdem gegenüber. Ein Merkspruch lautet: „Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu – fährst im Dativ du.“ Also heißt es „mit dem Bus“, „nach der Schule“, „seit einem Jahr“. Diese Präpositionen verlangen den Dativ unabhängig davon, ob der Satz einen Ort oder eine Richtung beschreibt.
- Welche Präpositionen stehen mit Akkusativ?
- Immer mit Akkusativ stehen durch, für, gegen, ohne und um, außerdem bis. Viele merken sich die Anfangsbuchstaben als „DOGFU“: durch, ohne, gegen, für, um. Richtig ist also „für den Freund“, „ohne meinen Schlüssel“ und „gegen die Wand“. Auch hier spielt die Frage nach Ort oder Richtung keine Rolle.
- Was sind Wechselpräpositionen?
- Wechselpräpositionen können mit Dativ oder Akkusativ stehen. Es sind neun: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Welcher Fall richtig ist, klärst du mit einer Frage. Fragst du „Wo?“, geht es um einen Ort, und du nimmst den Dativ: „Ich sitze auf dem Stuhl.“ Bei „Wohin?“ nimmst du den Akkusativ: „Ich setze mich auf den Stuhl.“
- Wie erkenne ich, ob ein Verb Dativ oder Akkusativ verlangt?
- Bei Wechselpräpositionen hilft der Blick auf das Verb. Verben der Lage wie liegen, stehen, sitzen, hängen und sein beschreiben einen unveränderten Ort und verlangen Dativ. Verben der Richtung wie legen, stellen, setzen und hängen (als Bewegung) beschreiben ein Ziel und verlangen Akkusativ. Bilde probeweise die Frage Wo oder Wohin, dann erkennst du die passende Verbgruppe.
- Was bedeuten die Verschmelzungen im, am und ins?
- Im Deutschen verschmelzen manche Präpositionen mit dem bestimmten Artikel zu einem Wort: „in dem“ wird zu „im“, „an dem“ zu „am“, „in das“ zu „ins“, „an das“ zu „ans“. Solche Verschmelzungen sind im Alltag üblich und meist Pflicht, klingen also normal und nicht falsch. In formellen Texten kann man die getrennte Form aber ausschreiben, wenn Betonung nötig ist.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
Das solltest du vorher können
Das kommt als Nächstes
- Satzglieder bestimmen
- Adverbiale Bestimmungenin Arbeit