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Die Wortarten bestimmen

Jedes Wort in einem Satz gehört zu einer Wortart. In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Wortarten kennen und bekommst Proben an die Hand, mit denen du sie sicher auseinanderhältst – auch dann, wenn ein Wort auf den ersten Blick zu zwei Arten passen könnte.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 5
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 14 Min
  • Niveau: Einfach
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Warum man Wortarten kennen muss

Wortarten sind die Bauteile der Sprache. Wenn du weißt, dass „Haus“ ein Nomen ist, weißt du gleich mehrere Dinge: Es wird großgeschrieben, es hat einen Artikel, es steht in einem bestimmten Fall und es kann Subjekt oder Objekt eines Satzes sein. Die Wortart ist also kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel zu Rechtschreibung, Satzbau und Kommasetzung.

Im Deutschen unterscheidet man zehn Wortarten. Fünf davon begegnen dir ständig: Nomen (Haus, Freiheit), Verben (laufen, sein), Adjektive (schnell, blau), Artikel (der, eine) und Pronomen (ich, dieser). Daneben gibt es die unveränderlichen Wortarten: Adverbien (heute, dort), Präpositionen (auf, wegen), Konjunktionen (und, weil), Numerale (drei, viele) und Interjektionen (ach, hm).

Der entscheidende Trick beim Bestimmen ist nicht Auswendiglernen, sondern Ausprobieren. Du fragst dich: Kann ich das Wort verändern? Nomen lassen sich in den Plural setzen, Verben konjugieren, Adjektive steigern. Wenn sich ein Wort überhaupt nicht verändern lässt, gehört es in die Gruppe der unveränderlichen Wortarten – und die ist viel kleiner und damit leichter zu überblicken.

Ein typischer Stolperstein ist, dass dasselbe Wort je nach Satz eine andere Wortart haben kann. „Laufen“ ist in „Wir laufen los“ ein Verb, in „Das Laufen macht Spaß“ ein Nomen – erkennbar am Artikel davor, der auch die Großschreibung verlangt. Solche Nominalisierungen kommen in Klassenarbeiten besonders gern vor. Achte deshalb auf Signalwörter wie „das“, „beim“, „zum“ oder „viel“, die aus einem Verb oder Adjektiv ein Nomen machen können.

Merksatz für die Arbeit: Nicht das Wort allein entscheidet, sondern seine Aufgabe im Satz. Schreibe dir die Proben als kleine Liste an den Rand: Artikel davor möglich? Plural? Konjugation? Steigerung? Wenn keine Probe passt, bleiben nur die unveränderlichen Wortarten übrig. Dann fragst du weiter: Verbindet das Wort Sätze, steht es vor einem Nomen und verlangt einen Fall, oder antwortet es auf wann, wo und wie?

Zehn Wortarten im Überblick, unterteilt in veränderliche und unveränderliche.
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Die Wortart eines Wortes bestimmen

Am zuverlässigsten bestimmst du die Wortart, indem du systematisch Proben durchgehst, statt zu raten. Beginne mit dem Versuch, das Wort zu verändern: Lässt es sich in den Plural setzen, steigern oder konjugieren? Jede dieser Proben führt dich direkt zu einer der fünf veränderlichen Wortarten.

Gelingt keine dieser Proben, prüfst du die verbleibenden Möglichkeiten: Verbindet das Wort zwei Sätze miteinander, dann ist es eine Konjunktion. Steht es vor einem Nomen und verlangt einen bestimmten Fall, ist es eine Präposition. Antwortet es auf die Frage wann, wo, wie oder warum, ohne sich zu verändern, ist es ein Adverb.

Gehe bei einem ganzen Satz Wort für Wort von links nach rechts vor und schreibe die Wortart direkt darunter. So verlierst du nicht den Überblick, und du merkst schneller, wenn ein Wort wie „laufen“ oder „schnell“ je nach Satz eine andere Wortart annehmen kann.

So bestimmst du Schritt für Schritt die Wortart jedes einzelnen Wortes in einem Satz.
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Veränderliche und unveränderliche Wortarten

Die erste Frage beim Bestimmen lautet immer: Lässt sich das Wort in eine andere Form bringen? Genau diese Probe teilt alle Wörter in zwei große Gruppen. Erst danach schaust du genauer, welche Wortart innerhalb der Gruppe gemeint ist.

Veränderlich (flektierbar)

Das Wort kann seine Form ändern: Plural, Fall, Person, Zeit oder Steigerung. Dazu gehören Nomen, Verben, Adjektive, Artikel und Pronomen.

Beispiele

  • Hund – Hunde – des Hundes (Nomen, Plural- und Fallprobe)
  • laufen – ich laufe – er lief (Verb, Konjugationsprobe)
  • schnell – schneller – am schnellsten (Adjektiv, Steigerungsprobe)

Signalwörter

  • Artikel davor möglich: der, die, das
  • typische Nomen-Endungen: -ung, -heit, -keit, -nis
  • Verb-Endung im Infinitiv: -en, -eln
  • Adjektiv steigerbar mit -er, am -sten
  • Adjektiv passt in „Das Auto ist …“

Unveränderlich (nicht flektierbar)

Das Wort bleibt immer gleich, egal wie du den Satz umbaust. Dazu gehören Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen.

Beispiele

  • Wir treffen uns heute. (Adverb – „heuter“ gibt es nicht)
  • Das Buch liegt auf dem Tisch. (Präposition)
  • Ich bleibe, weil es regnet. (Konjunktion)

Signalwörter

  • keine Steigerung, kein Plural möglich
  • Präposition fordert einen Fall: auf dem Tisch
  • Konjunktion verbindet: und, oder, aber, weil, dass
  • Adverb antwortet auf wann, wo, wie, warum
  • Interjektion steht für sich: ach, oh, hm
MerkmalVeränderlichUnveränderlich
Beispiel-WortartenNomen, Verb, AdjektivAdverb, Präposition, Konjunktion
Kann sich beugenjanein
ProbePlural, Konjugation, Steigerungkeine Veränderung möglich
Veränderliche und unveränderliche Wortarten im Vergleich
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Einen Satz Wort für Wort bestimmen

Bestimme die Wortart jedes Wortes. Gehe von links nach rechts vor und benutze bei jedem Wort eine Probe.

Gegeben:

  • Der kleine Hund bellt heute laut.

Gesucht:

Wortart jedes Wortes

Lösung:

  1. „Der“ – steht vor einem Nomen und verändert sich (dem, des): Artikel.
  2. „kleine“ – steigerbar (kleiner, am kleinsten) und passt in „Der Hund ist klein“: Adjektiv.
  3. „Hund“ – Plural „Hunde“ möglich, Artikel davor: Nomen.
  4. „bellt“ – konjugierbar (ich belle, er bellte), Infinitiv „bellen“: Verb. „heute“ und „laut“ antworten auf wann und wie und lassen sich hier nicht beugen: Adverbien.

Der (Artikel) kleine (Adjektiv) Hund (Nomen) bellt (Verb) heute (Adverb) laut (Adverb). Beachte: „laut“ kann auch Adjektiv sein – in „der laute Hund“ steht es vor einem Nomen und wird gebeugt. Entscheidend ist immer der Satz, nicht das Wort allein.

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Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit

Der häufigste Fehler ist, ein großgeschriebenes Wort automatisch für ein Nomen zu halten. Am Satzanfang wird jedes Wort großgeschrieben, egal welche Wortart es hat: „Schnelle Autos sind teuer“ beginnt mit einem Adjektiv, nicht mit einem Nomen. Prüfe deshalb immer mit einer Probe, statt dich auf die Großschreibung zu verlassen.

Ein zweiter Fehler betrifft nominalisierte Verben und Adjektive. „Das Laufen“ oder „das Schöne“ sind Nomen, weil ein Artikel davorsteht und sie großgeschrieben werden, obwohl sie von einem Verb oder Adjektiv abstammen. Wer nur auf die Wortfamilie schaut, übersieht diesen Wechsel und schreibt versehentlich klein. Achte auf Signalwörter wie „das“, „beim“ oder „durch das“ vor solchen Wörtern.

Ein dritter Stolperstein ist, „laut“, „schnell“ oder ähnliche Wörter immer für Adjektive zu halten. Stehen sie unverändert direkt beim Verb, sind sie adverbial gebraucht und antworten auf die Frage wie; stehen sie gebeugt vor einem Nomen, sind sie Adjektive. Für die Klassenarbeit gilt: Wende bei jedem unsicheren Wort eine Probe an, statt dich auf dein Gefühl zu verlassen.

Die wichtigsten Proben zum Bestimmen von Wortarten auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Welche Wortart ist „Freiheit“ in dem Satz „Die Freiheit ist ein hohes Gut“?

Welche Wortart ist „Freiheit“ in dem Satz „Die Freiheit ist ein hohes Gut“?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Frage zuerst: Lässt sich das Wort verändern? Das trennt die Wortarten in zwei Gruppen.
  • Veränderlich sind Nomen, Verben, Adjektive, Artikel und Pronomen.
  • Unveränderlich sind Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen.
  • Proben helfen: Plural bei Nomen, Konjugation bei Verben, Steigerung bei Adjektiven.
  • Typischer Fehler: Ein Adjektiv am Satzanfang wird großgeschrieben und dann für ein Nomen gehalten – „Schnelle Autos sind teuer“ beginnt mit einem Adjektiv, nicht mit einem Nomen. Prüfe immer im Satz, nicht am einzelnen Wort.

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Häufige Fragen zu Die Wortarten bestimmen

Welche Wortarten gibt es im Deutschen?
In der Schule unterscheidet man meist zehn Wortarten: Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Adverb, Präposition, Konjunktion, Numerale und Interjektion. Die ersten fünf sind veränderlich, sie lassen sich beugen. Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen bleiben immer gleich. Numerale wie „drei“ oder „viele“ nehmen eine Sonderstellung ein, weil manche von ihnen gebeugt werden können und andere nicht.
Wie erkenne ich ein Nomen?
Ein Nomen kann einen Artikel bei sich haben, und du kannst es meist in den Plural setzen: das Haus – die Häuser. Typische Endungen wie „-ung“, „-heit“, „-keit“ oder „-nis“ zeigen dir ebenfalls ein Nomen an. Nomen werden immer großgeschrieben. Auch Dinge, die man nicht anfassen kann, wie „Freude“ oder „Mut“, sind Nomen.
Was ist der Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb?
Ein Adjektiv beschreibt, wie etwas ist, und lässt sich meist steigern: schnell, schneller, am schnellsten. Vor einem Nomen wird es gebeugt: das schnelle Auto. Ein Adverb wie „heute“, „dort“ oder „gern“ bleibt dagegen immer unverändert und gibt an, wann, wo oder wie etwas geschieht. Steht ein Adjektiv unverändert beim Verb, nennt man es adverbial gebraucht.
Ist „nicht“ ein Adverb?
Ja, in der Schulgrammatik wird „nicht“ meist zu den Adverbien gezählt. Es lässt sich nicht verändern und verneint die Aussage eines Satzes oder eines einzelnen Satzglieds: „Ich komme nicht.“ In manchen Grammatiken heißt es genauer Negationspartikel. Für Klassenarbeiten reicht in der Regel die Bezeichnung Adverb, außer eure Lehrkraft hat die Partikeln ausdrücklich besprochen.
Wie lerne ich Wortarten am besten?
Lerne nicht nur Beispiellisten, sondern die Proben: Artikelprobe und Pluralprobe für Nomen, Konjugationsprobe für Verben, Steigerungsprobe für Adjektive. Übe dann mit echten Sätzen aus Büchern oder Zeitungen und bestimme jedes Wort einzeln. Nimm dir besonders Wörter vor, die ihre Wortart wechseln können, wie „laufen“ und „das Laufen“. So wirst du auch bei ungewohnten Wörtern sicher.
Was ist eine Nominalisierung?
Eine Nominalisierung entsteht, wenn ein Verb oder Adjektiv durch einen Artikel zu einem Nomen wird: „laufen“ wird zu „das Laufen“, „schön“ wird zu „das Schöne“. Erkennbar ist die Nominalisierung an einem Artikel oder Signalwort davor, etwa „das“, „beim“ oder „zum“, und an der Großschreibung. In Klassenarbeiten wird die Nominalisierung oft gezielt geprüft, weil sie leicht übersehen wird.
Was ist der Unterschied zwischen Artikel und Pronomen?
Ein Artikel steht immer direkt vor einem Nomen und begleitet es: „der Hund“, „eine Katze“. Ein Pronomen kann dagegen für ein Nomen stehen, ohne dass ein weiteres Nomen folgt: „Er bellt.“ Manche Wörter wie „dieser“ können beides sein, je nachdem, ob ein Nomen folgt: „dieser Hund“ ist Artikel, „dieser bellt“ ist Pronomen.
Wie viele Wortarten sollte man in Klasse 5 kennen?
In Klasse 5 stehen meist die fünf veränderlichen Wortarten Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel und Pronomen sowie die häufigsten unveränderlichen Wortarten Adverb, Präposition und Konjunktion im Vordergrund. Numerale und Interjektionen kommen oft erst später ausführlicher dazu. Wichtiger als die vollständige Liste ist zu Beginn, die Proben sicher anzuwenden.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

  • Nomen und Artikelin Arbeit
  • Das Verb erkennenin Arbeit