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Dreisatz

In dieser Lektion lernst du, wie du mit dem Dreisatz von einer gegebenen Menge auf eine gesuchte schließt. Du unterscheidest den proportionalen vom umgekehrt proportionalen Fall und erkennst, woran du beide auseinanderhältst.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 7
  • Thema: Prozentrechnung
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Einfach
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Über die Einheit zum Ergebnis

Der Dreisatz ist ein Rechenweg in drei Zeilen. In der ersten Zeile steht, was du weißt. In der zweiten rechnest du auf eine einzige Einheit herunter – ein Stück, eine Minute, ein Kilogramm. In der dritten rechnest du von dieser Einheit auf die gesuchte Menge hoch. Dieser Umweg über die Eins ist der ganze Trick: Sobald du den Wert für eins kennst, ist jede andere Menge nur noch eine Multiplikation.

Entscheidend ist, ob die beiden Größen proportional zusammenhängen. Proportional bedeutet: doppelt so viel von der einen Größe, doppelt so viel von der anderen. Sechs Brötchen kosten doppelt so viel wie drei. Hier teilst du in der Mittelzeile und multiplizierst danach. Diesen Fall nennt man auch „je mehr, desto mehr“. Du begegnest ihm beim Einkaufen, beim Umrechnen von Rezepten für mehr Personen oder beim Tanken.

Beim umgekehrt proportionalen Dreisatz gilt „je mehr, desto weniger“. Arbeiten doppelt so viele Maler an einer Wand, brauchen sie halb so lange. Hier dreht sich die Rechnung: In der Mittelzeile multiplizierst du, danach teilst du. Der Grund: Die Gesamtarbeit bleibt gleich, sie wird nur auf mehr oder weniger Schultern verteilt. Ein einzelner Maler bräuchte also viel länger als die ganze Gruppe.

Der typische Fehler besteht darin, beide Fälle gleich zu behandeln und stur zu teilen. Wer bei „4 Arbeiter brauchen 9 Tage, wie lange brauchen 6?“ proportional rechnet, kommt auf 13,5 Tage – mehr Arbeiter würden also länger brauchen, was offensichtlich unsinnig ist. Prüfe das Ergebnis deshalb immer mit einer Überschlagsfrage: Muss die gesuchte Zahl größer oder kleiner werden als die gegebene?

So läuft der proportionale Dreisatz in vier Schritten ab, vom Fall erkennen bis zum Ergebnis.
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Proportional oder umgekehrt proportional?

Beide Fälle sehen in der Aufgabe fast gleich aus, werden aber unterschiedlich gerechnet. Entscheide zuerst, welcher Fall vorliegt, und rechne erst dann. Die sicherste Frage lautet: Was passiert mit der zweiten Größe, wenn ich die erste verdopple?

Schreibe beim Rechnen immer beide Größen in dieselbe Spalte, links die Menge, rechts den Wert. So siehst du in jeder Zeile, was du mit welcher Zahl machst, und verrutschst nicht. Was du auf der linken Seite tust, musst du im proportionalen Fall rechts genauso tun, im umgekehrten Fall genau entgegengesetzt.

Proportional – je mehr, desto mehr

Wenn sich beide Größen im gleichen Verhältnis ändern. Erst durch die gegebene Anzahl teilen, dann mit der gesuchten multiplizieren.

Beispiele

  • 3 Brötchen kosten 1,50 € – was kosten 7 Brötchen?
  • In 2 h fährt ein Zug 160 km – wie weit in 5 h?
  • 4 m Stoff wiegen 600 g – wie viel wiegen 9 m?

Signalwörter

  • kosten
  • pro Stück
  • in dieser Zeit
  • wiegen
  • Menge und Preis

Umgekehrt proportional – je mehr, desto weniger

Wenn eine Größe größer wird, während die andere im gleichen Verhältnis kleiner wird. Erst multiplizieren, dann teilen.

Beispiele

  • 4 Arbeiter brauchen 6 Tage – wie lange brauchen 8?
  • Ein Vorrat reicht 12 Tieren 10 Tage – wie lange bei 15 Tieren?
  • Bei 60 km/h dauert die Fahrt 3 h – wie lange bei 90 km/h?

Signalwörter

  • brauchen … Tage
  • Vorrat reicht
  • Geschwindigkeit und Dauer
  • mehr Helfer
  • aufteilen
MerkmalProportionalUmgekehrt proportional
Verdoppelt sich Größe 1Größe 2 verdoppelt sichGröße 2 halbiert sich
Rechenweg Mittelzeileteilenmultiplizieren
Rechenweg letzte Zeilemultiplizierenteilen
Typisches BeispielMenge und PreisArbeiter und Zeit
Kennzeichen der beiden Dreisatz-Fälle im Vergleich
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Beispiel 1: Proportionaler Dreisatz

5 Hefte kosten 7,50 €. Wie viel kosten 8 Hefte?

Gegeben:

  • 5 Hefte kosten 7,50 €

Gesucht:

Preis für 8 Hefte

Lösung:

  1. Fall bestimmen: doppelt so viele Hefte kosten doppelt so viel, also proportional
  2. 5 Hefte kosten 7,50 €
  3. Auf eine Einheit herunterrechnen, links und rechts durch 5 teilen: 1 Heft kostet 7,50 €/5 = 1,50 €
  4. Auf die gesuchte Menge hochrechnen, links und rechts mal 8: 8 Hefte kosten 8 · 1,50 €
  5. 8 Hefte kosten 12 €

Acht Hefte kosten 12 €. Das Ergebnis ist größer als 7,50 €, und das passt: mehr Hefte, mehr Geld. Auch der Überschlag stimmt, denn 10 Hefte würden das Doppelte von 5 Heften kosten, also 15 €, und 8 Hefte müssen etwas darunter liegen.

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Beispiel 2: Umgekehrt proportionaler Dreisatz

6 Bauarbeiter errichten eine Mauer in 8 Tagen. Wie lange brauchen 4 Bauarbeiter für dieselbe Mauer?

Gegeben:

  • 6 Arbeiter brauchen 8 Tage

Gesucht:

Zeit für 4 Arbeiter

Lösung:

  1. Fall bestimmen: weniger Arbeiter brauchen mehr Zeit, also umgekehrt proportional
  2. 6 Arbeiter brauchen 8 Tage
  3. Auf 1 Arbeiter hochrechnen, links durch 6, rechts mal 6: 1 Arbeiter braucht 8 Tage · 6 = 48 Tage
  4. Auf 4 Arbeiter herunterrechnen, links mal 4, rechts durch 4: 4 Arbeiter brauchen 48 Tage/4
  5. 4 Arbeiter brauchen 12 Tage

Vier Bauarbeiter brauchen 12 Tage. Das Ergebnis ist größer als 8 Tage, und das passt: weniger Arbeiter brauchen mehr Zeit für dieselbe Arbeit. Die Gesamtarbeitsleistung von 48 Arbeiter-Tagen bleibt dabei immer gleich, egal wie sie aufgeteilt wird.

Das Grundschema bleibt gleich, nur beim umgekehrten Fall drehst du Multiplizieren und Teilen um.
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Typische Fehler

Der mit Abstand häufigste Fehler ist, den Dreisatz immer gleich zu rechnen, egal ob proportional oder umgekehrt proportional. Wer bei einer Arbeiter-Zeit-Aufgabe reflexartig teilt, weil das beim Einkaufen immer funktioniert hat, bekommt ein Ergebnis, das die Aufgabe auf den Kopf stellt: mehr Helfer würden angeblich länger brauchen. Bestimme deshalb vor jeder Rechnung bewusst den Fall, bevor du überhaupt eine Zahl einsetzt.

Ein zweiter Fehler ist das Verrutschen der Spalten. Wenn du Menge und Wert nicht sauber untereinanderschreibst, gerätst du durcheinander, welche Zahl du gerade durch welche teilst. Schreibe deshalb immer in zwei klar getrennten Spalten: links die eine Größe, rechts die andere, Zeile für Zeile.

Ein dritter Fehler betrifft das Runden. Wird bei einer Zwischenrechnung zu früh und zu grob gerundet, etwa 1,333 € auf 1,30 € statt auf 1,33 €, verschiebt sich das Endergebnis merklich. Runde deshalb erst am Ende der Rechnung, oder mindestens auf zwei Nachkommastellen bei Zwischenschritten mit Geldbeträgen.

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Tipps für die Klassenarbeit

Lies die Aufgabe zweimal, bevor du rechnest, und formuliere in eigenen Worten, was passiert, wenn sich die erste Größe verdoppelt. Diese eine Überlegung entscheidet über den ganzen Rechenweg und dauert nur wenige Sekunden, erspart dir aber den häufigsten Fehler überhaupt.

Schreibe die Einheiten in jeder Zeile mit, auch wenn es mehr Schreibarbeit bedeutet. So siehst du sofort, ob am Ende Euro, Tage oder Kilogramm herauskommen, und erkennst Verwechslungen, bevor sie zum falschen Endergebnis führen. Prüfe zum Schluss immer mit einem Überschlag, ob die Größenordnung des Ergebnisses überhaupt plausibel ist.

Der Dreisatz begegnet dir weit über die Mathestunde hinaus. Beim Kochen rechnest du Zutatenmengen für mehr oder weniger Personen um, beim Reisen rechnest du Fremdwährungen anhand eines Wechselkurses um, und beim Tanken berechnest du, wie weit eine bestimmte Menge Kraftstoff reicht. Wer den Dreisatz sicher beherrscht, braucht für solche Alltagsfragen keine Formelsammlung.

Die wichtigsten Dreisatz-Regeln auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

3 kg Äpfel kosten 5,40 €. Wie viel kosten 7 kg?

€
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Dreisatz rechnet in drei Zeilen über den Wert für eine Einheit.
  • Proportional („je mehr, desto mehr“): erst teilen, dann multiplizieren.
  • Umgekehrt proportional („je mehr, desto weniger“): erst multiplizieren, dann teilen.
  • Entscheide vor dem Rechnen, welcher der beiden Fälle vorliegt.
  • Typischer Fehler: immer zu teilen. Prüfe am Ende, ob das Ergebnis größer oder kleiner sein muss.

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Häufige Fragen zu Dreisatz

Wie funktioniert der Dreisatz?
Du schreibst in die erste Zeile, was gegeben ist, zum Beispiel 4 Äpfel kosten 2 €. In der zweiten Zeile rechnest du auf eins herunter: 1 Apfel kostet 0,50 €. In der dritten Zeile rechnest du auf die gesuchte Menge hoch: 7 Äpfel kosten 3,50 €. Vor dem Rechnen klärst du, ob die Aufgabe proportional oder umgekehrt proportional ist.
Woran erkenne ich einen umgekehrten Dreisatz?
Stell dir vor, die erste Größe verdoppelt sich. Halbiert sich dann die zweite, ist die Aufgabe umgekehrt proportional. Typisch sind Arbeiter und Arbeitszeit, Tiere und Futtervorrat oder Geschwindigkeit und Fahrzeit. In solchen Aufgaben bleibt eine Gesamtmenge gleich, die nur verteilt wird. Dann multiplizierst du zuerst und teilst danach.
Was mache ich, wenn beim Dreisatz eine Kommazahl herauskommt?
Das ist völlig normal und kein Fehler. Kostet ein Stück 1,35 €, rechnest du einfach mit dieser Zahl weiter. Nur bei Größen, die sich nicht teilen lassen, etwa Personen oder Maschinen, musst du am Ende sinnvoll runden. Sind 4,2 Busse nötig, brauchst du in Wirklichkeit 5, denn ein halber Bus fährt nicht.
Kann ich Prozentaufgaben mit dem Dreisatz lösen?
Ja, das ist sogar ein beliebter Weg. Der Grundwert entspricht 100 %. Du rechnest auf 1 % herunter und dann auf den gesuchten Prozentsatz hoch. Bei 20 % von 350 € rechnest du: 100 % sind 350 €, 1 % sind 3,50 €, 20 % sind 70 €. Das Ergebnis ist dasselbe wie mit der Prozentformel.
In welcher Klasse lernt man den Dreisatz?
Der Dreisatz wird meist in Klasse 6 oder 7 eingeführt, oft zusammen mit proportionalen und antiproportionalen Zuordnungen. Er ist die Grundlage für die Prozent- und Zinsrechnung und wird auch in Physik und Chemie ständig gebraucht, etwa bei Umrechnungen. Wer den Dreisatz sicher beherrscht, kann viele Alltagsfragen ohne Formel lösen.
Was ist der Unterschied zwischen Dreisatz und Verhältnisgleichung?
Beide führen zum selben Ergebnis, nur der Weg unterscheidet sich. Beim Dreisatz rechnest du in drei Schritten über den Wert für eine Einheit. Bei der Verhältnisgleichung stellst du direkt einen Bruch auf, zum Beispiel 5 Hefte zu 7,50 € wie 8 Hefte zu x, und löst nach x auf. In der Schule wird meist zuerst der Dreisatz eingeführt, weil er anschaulicher ist.
Warum heißt der Dreisatz eigentlich Dreisatz?
Der Name stammt aus der Zeit, als das Verfahren als Regel in drei aufeinanderfolgenden Sätzen aufgeschrieben wurde: der gegebene Fall, der Schluss auf die Einheit und der Schluss auf die gesuchte Menge. Diese drei Zeilen sind bis heute das Grundgerüst, auch wenn moderne Schulbücher es meist als Tabelle statt als Fließtext darstellen.
Wie erkenne ich den Dreisatz in einer Textaufgabe?
Achte auf zwei zusammenhängende Größen, von denen eine gegeben und eine gesucht ist, zum Beispiel Menge und Preis oder Arbeiter und Zeit. Formuliere probeweise: Wenn sich die erste Größe verdoppelt, verdoppelt oder halbiert sich dann die zweite? Kommt eine der beiden Antworten heraus, liegt ein klassischer Dreisatz vor und du kannst mit dem Dreizeilenschema rechnen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

  • Brüche und Dezimalzahlenin Arbeit
  • Schriftlich multiplizieren und dividierenin Arbeit

Das kommt als Nächstes