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Die Französische Revolution

1789 stürzte in Frankreich eine Ordnung, die Jahrhunderte lang selbstverständlich schien. In dieser Lektion siehst du, welche Ursachen sich aufgestaut hatten, wie aus einer Steuerfrage eine Revolution wurde und was von ihr bis heute geblieben ist.

  • Fach: Geschichte
  • Klasse 8
  • Thema: Neuzeit
  • Dauer: 17 Min
  • Niveau: Mittel
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Warum in Frankreich der Druck stieg

Frankreich war um 1789 eine absolute Monarchie: Der König regierte ohne Parlament, ernannte die Minister und war an keine Verfassung gebunden. Die Gesellschaft war in drei Stände geteilt. Klerus und Adel, zusammen etwa zwei Prozent der Bevölkerung, besaßen große Teile des Landes und waren von den meisten Steuern befreit. Der dritte Stand – Bauern, Handwerker, Kaufleute, Ärzte, Anwälte – trug fast die gesamte Steuerlast. Wer Geld verdiente, zahlte; wer Vorrechte hatte, zahlte nicht.

Dazu kam eine Finanzkrise. Der Staat hatte Kriege geführt, unter anderem zur Unterstützung der amerikanischen Unabhängigkeit, und war hoch verschuldet. Mehrere Missernten trieben gleichzeitig den Brotpreis nach oben; in Paris gab eine Familie zeitweise über die Hälfte ihres Einkommens für Brot aus. Hunger allein macht aber noch keine Revolution. Entscheidend war, dass die Ideen der Aufklärung schon verbreitet waren: Denker wie Rousseau und Montesquieu hatten Gewaltenteilung, Volkssouveränität und Gleichheit vor dem Gesetz begründet. Damit gab es zum ersten Mal eine Alternative, die man denken und fordern konnte.

Als der König 1789 in Geldnot die Generalstände einberief, prallten diese Dinge aufeinander. Der dritte Stand stellte zwar die meisten Abgeordneten, aber abgestimmt wurde nach Ständen – also zwei Stimmen gegen eine. Genau an dieser Abstimmungsfrage brach der Konflikt aus.

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Privilegierte Stände und dritter Stand

Um die Revolution zu verstehen, musst du sehen, wie ungleich Lasten und Rechte verteilt waren. Klerus und Adel werden dabei als privilegierte Stände zusammengefasst, weil beide dieselben Vorrechte hatten.

Prüfe in jeder Quelle: Wer zahlt, wer bestimmt, wer hat Zugang zu Ämtern? Daran erkennst du die Seite, von der ein Text stammt.

Klerus und Adel

Rund zwei Prozent der Bevölkerung. Besaßen etwa 40 Prozent des Bodens und waren weitgehend steuerbefreit.

Beispiele

  • Ein Adliger ist von der wichtigsten Steuer, der Taille, befreit.
  • Hohe Offiziersstellen sind Adligen vorbehalten.
  • Die Kirche erhebt den Zehnt und zahlt nur eine freiwillige Abgabe.

Signalwörter

  • Privilegien
  • Steuerfreiheit
  • Zehnt
  • Ämtervorbehalt
  • Grundbesitz

Dritter Stand

Etwa 98 Prozent: Bauern, Handwerker, Kaufleute, Bürgertum. Trug die Steuerlast und hatte keine politische Mitbestimmung.

Beispiele

  • Ein Bauer zahlt Steuern an König, Kirche und Grundherrn.
  • Ein reicher Kaufmann darf trotz Vermögen kein hohes Amt bekommen.
  • Der dritte Stand erklärt sich 1789 zur Nationalversammlung.

Signalwörter

  • Taille
  • Nationalversammlung
  • Ballhausschwur
  • Bürgertum
  • Abstimmung nach Köpfen
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Ursache – Verlauf – Folge: das Jahr 1789

Zeige an der Zuspitzung des Jahres 1789, wie aus einer Steuerfrage ein Umsturz wurde.

Gegeben:

  • Der Staat ist zahlungsunfähig, der König beruft die Generalstände ein.
  • Abgestimmt wird nach Ständen: Klerus und Adel können den dritten Stand immer überstimmen.

Gesucht:

Wie kam es zum Ende der absoluten Monarchie?

Lösung:

  1. Ursache: Der dritte Stand fordert Abstimmung nach Köpfen, weil er sonst trotz Mehrheit machtlos bleibt. Der König lehnt ab.
  2. Verlauf: Der dritte Stand erklärt sich zur Nationalversammlung und schwört im Ballhausschwur, nicht auseinanderzugehen, bis Frankreich eine Verfassung hat. Am 14. Juli stürmt das Volk in Paris die Bastille, auf dem Land erheben sich die Bauern.
  3. Folge: Im August werden die Vorrechte der Stände aufgehoben und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte beschlossen. 1791 erhält Frankreich eine Verfassung; der König ist nun an sie gebunden.

Die Bastille war fast leer – ihr Sturm war militärisch bedeutungslos, politisch aber das Signal, dass der König die Hauptstadt nicht mehr kontrollierte. Deshalb steht der 14. Juli bis heute für den Beginn der Revolution.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Welche Kombination beschreibt die Ursachen der Revolution am besten?

Welche Kombination beschreibt die Ursachen der Revolution am besten?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ursachen: steuerbefreite Privilegierte, verschuldeter Staat, hoher Brotpreis, Ideen der Aufklärung.
  • Auslöser: der Streit um die Abstimmung in den Generalständen – nach Ständen oder nach Köpfen.
  • Verlauf 1789: Nationalversammlung, Ballhausschwur, Sturm auf die Bastille, Ende der Vorrechte.
  • Folgen: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, Verfassung von 1791, Vorbild für spätere Staaten.
  • Typischer Fehler: Die Revolution als reinen Bauernaufstand aus Hunger darstellen. Getragen wurde sie vom Bürgertum, das politische Rechte forderte.

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