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Gerund oder Infinitiv

Manche englischen Verben verlangen danach ein Verb mit -ing, andere ein Verb mit to. In dieser Lektion lernst du, welche Verben welche Form fordern, warum nach Präpositionen immer das Gerund steht und bei welchen Verben sich mit der Form auch die Bedeutung ändert.

  • Fach: Englisch
  • Klasse 10
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Schwer
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Wenn ein Verb auf ein Verb folgt

Im Deutschen ist die Sache einfach: „Ich mag schwimmen“, „Ich hoffe zu gewinnen“ – die Grundform bleibt dieselbe. Im Englischen entscheidet dagegen das erste Verb darüber, in welcher Form das zweite steht. Nach „enjoy“ folgt das Gerund, also die Form mit -ing: „I enjoy swimming.“ Nach „hope“ folgt der Infinitiv mit to: „I hope to win.“ Wer hier „I enjoy to swim“ schreibt, macht den häufigsten Fehler bei diesem Thema.

Eine Regel, die immer gilt und dir viel Nachdenken erspart: Nach einer Präposition steht ausnahmslos das Gerund. Also „interested in learning“, „instead of going“, „good at drawing“, „look forward to seeing“. Besonders „look forward to“ verwirrt, weil das to hier eine Präposition ist und kein Infinitiv-to – deshalb heißt es „I look forward to seeing you“ und nicht „to see you“.

Den Rest musst du in Gruppen lernen, aber es gibt eine Eselsbrücke: Verben, die ein Erlebnis oder eine Gewohnheit beschreiben (enjoy, avoid, mind, practise, keep), nehmen das Gerund. Verben, die auf etwas Zukünftiges zielen (want, hope, plan, decide, promise, offer), nehmen den Infinitiv. Und nach Modalverben wie can, must oder should steht die reine Grundform ganz ohne to.

Ein zweiter Fall, in dem das Gerund steht, ist das Subjekt am Satzanfang: „Reading helps you to relax.“ „Learning vocabulary every day is useful.“ Hier wirkt die -ing-Form wie ein Nomen, ähnlich wie im Deutschen „das Lesen“. Den Infinitiv mit to brauchst du dagegen, um einen Zweck auszudrücken: „I went to the library to borrow a book.“ Deutsche Schüler schreiben hier oft „for borrow“ oder „for to borrow“, weil sie „um … zu“ wörtlich übersetzen. Richtig ist nur das einfache to.

Weitere feste Wendungen mit Gerund lohnen sich zu lernen: „I'm used to getting up early“ (ich bin es gewohnt), „It's no use complaining“ (es bringt nichts) und „I can't help laughing“ (ich kann nicht anders, als zu lachen). Bei diesen Wendungen hilft es wenig, sich die Bedeutung Wort für Wort zu übersetzen, weil die deutsche Struktur ganz anders ist. Lerne sie deshalb als feste Blöcke mit Beispielsatz.

Der Entscheidungsweg zu Gerund oder Infinitiv nach dem ersten Verb.
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Welche Verben verlangen was?

Die beiden Listen decken die Verben ab, die in Klassenarbeiten am häufigsten vorkommen. Lerne sie in kleinen Portionen und immer mit einem Beispielsatz, denn abgefragt wird nie die Liste, sondern der Satz.

Bei einigen Verben sind beide Formen möglich, die Bedeutung ändert sich aber. „I stopped smoking“ heißt: Ich habe damit aufgehört. „I stopped to smoke“ heißt: Ich habe angehalten, um zu rauchen. Ebenso bei remember: „I remember locking the door“ (ich erinnere mich, es getan zu haben) gegenüber „I remembered to lock the door“ (ich habe daran gedacht, es zu tun). Bei like, love, hate und begin sind dagegen beide Formen ohne echten Bedeutungsunterschied möglich.

Gerund (Verb + -ing)

Nach Verben des Erlebens und Gewöhnens sowie nach jeder Präposition.

Beispiele

  • I enjoy playing tennis.
  • She avoided answering the question.
  • He is good at cooking.

Signalwörter

  • enjoy, avoid, mind, practise, keep, suggest
  • can't help, can't stand, give up
  • nach jeder Präposition: in, at, of, about, without
  • look forward to, be used to
  • als Subjekt am Satzanfang: Swimming is fun.

Infinitiv (to + Grundform)

Nach Verben, die auf ein Ziel, einen Plan oder eine Absicht zeigen.

Beispiele

  • I hope to see you soon.
  • They decided to leave early.
  • She promised to call me.

Signalwörter

  • want, hope, plan, decide, promise, offer
  • agree, refuse, learn, manage, seem
  • nach Adjektiven: happy to help, easy to use
  • Absicht: I went out to buy bread.
  • Achtung: nach Modalverben ohne to
VerbForm danachBeispiel
enjoyGerundI enjoy playing tennis.
wantInfinitivI want to leave early.
look forward toGerund (to ist Präposition)I look forward to seeing you.
stopbeide, Bedeutung ändert sichstopped smoking / stopped to smoke
Gerund oder Infinitiv nach ausgewählten Verben
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Die richtige Form bestimmen

Setze ein: She is thinking about ___ (change) her job, but she has decided ___ (wait) another year.

Gegeben:

  • Erste Lücke: nach „about“
  • Zweite Lücke: nach „decided“

Gesucht:

Beide Verbformen

Lösung:

  1. „about“ ist eine Präposition – danach steht immer das Gerund: changing.
  2. „decide“ zielt auf einen Plan und gehört zu den Infinitiv-Verben: to wait.
  3. Beide Formen einsetzen und den Satz noch einmal lesen.

She is thinking about changing her job, but she has decided to wait another year.

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Typische Fehler deutscher Lernender

Der häufigste Fehler ist die direkte Übertragung der deutschen Grundform auf das Englische: „I enjoy to swim“ oder „I hope swimming“ statt „I enjoy swimming“ und „I hope to swim“. Weil im Deutschen jedes Verb einfach mit der Grundform verbunden wird, übersehen viele Lernende, dass das erste Verb im Englischen die Form des zweiten festlegt.

Ein zweiter Fehler betrifft feste Wendungen mit Präposition, vor allem look forward to. Weil to sonst fast immer ein Infinitiv-Zeichen ist, schreiben viele „I look forward to see you“ statt „I look forward to seeing you“. Ein dritter Fehler entsteht bei Verben mit Bedeutungswechsel wie stop, remember und try, wenn die falsche Form die Aussage verändert, ohne dass es auffällt.

Wichtige Verbgruppen für Gerund und Infinitiv zum Nachschlagen vor der Klassenarbeit.
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Tipps für die Klassenarbeit

Lerne die wichtigsten Verben in kleinen Gruppen mit je einem Beispielsatz, nicht als bloße Wortliste. Karteikarten mit dem Verb auf der einen und einem vollständigen Satz auf der anderen Seite helfen dabei, die richtige Form automatisch mitzulernen. Wiederhole besonders die Verben mit Bedeutungswechsel, weil sie in Klassenarbeiten gern als Falle eingebaut werden.

Wenn du bei einer Aufgabe unsicher bist, prüfe zuerst, ob vor der Lücke eine Präposition steht – dann ist die Antwort fast immer klar: Gerund. Steht davor ein Modalverb, ist die Antwort ebenfalls klar: Grundform ohne to. Nur bei den übrigen Fällen musst du das Verb selbst kennen und der passenden Gruppe zuordnen.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Welcher Satz ist richtig?

Welcher Satz ist richtig?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das erste Verb bestimmt die Form des zweiten: Gerund oder to-Infinitiv.
  • Gerund nach enjoy, avoid, mind, practise, keep, suggest.
  • Infinitiv nach want, hope, plan, decide, promise, agree.
  • Nach jeder Präposition steht das Gerund, auch bei look forward to.
  • Häufiger Fehler: „I enjoy to swim“ – richtig ist „I enjoy swimming“.

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Häufige Fragen zu Gerund oder Infinitiv

Wann benutzt man Gerund und wann Infinitiv?
Das hängt vom Verb davor ab. Nach Verben wie enjoy, avoid, mind, finish und suggest steht das Gerund: „I enjoy reading.“ Nach want, hope, decide, plan und promise steht der Infinitiv mit to: „I want to leave.“ Nach jeder Präposition steht immer das Gerund. Die übrigen Verben lernst du am besten in Gruppen mit einem Beispielsatz.
Heißt es „look forward to see“ oder „look forward to seeing“?
Richtig ist „I look forward to seeing you“. Das to gehört hier zur festen Wendung look forward to und ist eine Präposition, kein Infinitiv-Zeichen. Nach Präpositionen steht immer das Gerund. Dasselbe gilt für „be used to doing something“ und „get used to living somewhere“. Dieser Fehler gehört zu den häufigsten in Klassenarbeiten und Briefen.
Was ist der Unterschied zwischen stop doing und stop to do?
Stop doing bedeutet, mit einer Tätigkeit aufzuhören: „He stopped eating sweets“ heißt, er isst keine mehr. Stop to do bedeutet, etwas zu unterbrechen, um etwas anderes zu tun: „He stopped to eat a sandwich“ heißt, er hat angehalten, um ein Sandwich zu essen. Ähnliche Bedeutungsunterschiede gibt es bei remember, forget und try.
Nach welchen Verben sind Gerund und Infinitiv beide möglich?
Bei like, love, hate, prefer, begin, start und continue sind beide Formen ohne großen Bedeutungsunterschied möglich: „I like swimming“ und „I like to swim“. Bei stop, remember, forget und try ändert sich dagegen die Bedeutung. Nach would like, would love und would prefer steht immer der Infinitiv: „I would like to go.“
Wie kann man sich die Gerund-Verben merken?
Hilfreich ist die Eselsbrücke, dass Gerund-Verben oft etwas Erlebtes oder Gewohntes beschreiben, Infinitiv-Verben dagegen etwas Zukünftiges wie einen Plan. Lerne außerdem kurze Gruppen mit je einem Satz, etwa „enjoy, finish, mind, avoid“. Schreibe dir Karteikarten mit dem Verb auf der Vorderseite und einem Beispielsatz auf der Rückseite und wiederhole sie regelmäßig.
Steht nach Modalverben ein Gerund oder ein Infinitiv?
Weder noch, sondern die reine Grundform ohne to: can swim, must go, should ask. Modalverben wie can, must, may, should und will werden nie mit -ing oder mit to kombiniert. „She can to swim“ oder „She can swimming“ sind beide falsch, richtig ist nur „She can swim.“
Warum steht nach Adjektiven manchmal der Infinitiv?
Nach vielen Adjektiven, die eine Reaktion oder Eignung ausdrücken, steht der Infinitiv mit to: „happy to help“, „easy to use“, „difficult to understand“. Das gilt vor allem, wenn das Adjektiv beschreibt, wie leicht, schwer oder angenehm eine Handlung ist. Nach Präpositionen, die auf ein Adjektiv folgen, steht dagegen wieder das Gerund: „good at drawing“, „interested in learning“.
In welcher Klasse lernt man Gerund und Infinitiv?
Dieses Thema gehört zum anspruchsvolleren Grammatikstoff und wird meist in Klasse 9 oder 10 systematisch behandelt, auch wenn einzelne Verben wie enjoy schon früher vorkommen. In Klassenarbeiten wirst du oft gebeten, ein Verb in Klammern in die richtige Form zu setzen oder zwischen zwei Sätzen mit Bedeutungsunterschied zu wählen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.