Modalverben: can, must, should
Modalverben sagen nicht, was jemand tut, sondern wie eine Handlung gemeint ist: als Fähigkeit, Pflicht oder Ratschlag. In dieser Lektion lernst du, wie sich can, must und should verhalten, warum sie kein -s bekommen und was mustn't von don't have to unterscheidet.
- Fach: Englisch
- Klasse 7
- Thema: Grammatik
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Verben, die andere Verben färben
Modalverben stehen nie allein. Sie treten immer vor ein zweites Verb und ändern dessen Bedeutung: „I swim“ ist eine Tatsache, „I can swim“ eine Fähigkeit, „I must swim“ eine Pflicht und „I should swim“ ein Ratschlag. Die drei wichtigsten sind can für Können und Erlaubnis, must für eine Pflicht und should für einen Rat oder eine Empfehlung. Dazu kommen may für die höfliche Erlaubnis und needn't für etwas, das nicht nötig ist.
Modalverben verhalten sich anders als normale Verben, und zwar in drei Punkten. Erstens bekommen sie in der 3. Person Singular kein -s: „she can“, „he must“, „it should“ – nie „she cans“. Zweitens folgt danach immer die Grundform ohne to: „You should go“, nicht „You should to go“. Drittens brauchen sie für Fragen und Verneinungen kein do: Du stellst das Modalverb nach vorne („Can you help me?“) und hängst not an („You mustn't smoke“, „She can't come“).
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er fast immer falsch übersetzt wird: die Verneinung von must. „You mustn't go“ heißt nicht „du musst nicht gehen“, sondern „du darfst nicht gehen“ – es ist ein Verbot. Wenn du sagen willst, dass etwas nicht nötig ist, brauchst du „You don't have to go“ oder „You needn't go“. Der typische Fehler ist also eine Wort-für-Wort-Übersetzung von „du musst nicht“. Merke dir: mustn't verbietet, don't have to befreit.
Weil Modalverben keine eigenen Vergangenheits- oder Zukunftsformen haben, brauchst du dafür Ersatzformen. can wird in der Vergangenheit zu could oder was able to: „I could swim when I was six.“ Für die Zukunft nimmst du will be able to: „I will be able to drive next year.“ must ersetzt du durch had to und will have to: „Yesterday I had to stay at home.“ Ein Satz wie „I musted“ oder „I will can“ ist also immer falsch.
Auch Höflichkeit spielt eine Rolle. „Can I open the window?“ ist unter Freunden völlig in Ordnung. Gegenüber Lehrkräften oder Fremden klingt „May I open the window?“ oder „Could I open the window?“ höflicher. could ist hier keine Vergangenheit, sondern eine vorsichtigere Bitte. Für die Klassenarbeit merkst du dir: Prüfe bei jedem Modalverb, ob danach die Grundform ohne to steht und ob du dich versehentlich an die deutsche Wortstellung gehalten hast.
Ein weiteres nützliches Modalverb ist needn't, das genau wie don't have to ausdrückt, dass etwas nicht nötig ist: „You needn't bring your book“ heißt „Du brauchst dein Buch nicht mitzubringen.“ needn't verhält sich wie ein echtes Modalverb, ohne to und ohne -s, während don't have to die normale do-Verneinung eines Vollverbs braucht.
Pflicht oder Rat?
must und should werden im Deutschen beide gern mit „sollen“ wiedergegeben, sind aber unterschiedlich stark. must ist eine Pflicht, die von einer Regel, einem Gesetz oder einer inneren Notwendigkeit kommt und keinen Spielraum lässt. should ist eine Empfehlung – man kann sich auch dagegen entscheiden.
An den Signalwörtern im Satz erkennst du, was gemeint ist. Regeln, Schilder und Vorschriften ziehen must an. Sätze, in denen jemand einen Tipp gibt oder eine Meinung äußert, ziehen should an.
Neben must gibt es have to, das ebenfalls Pflicht ausdrückt. must klingt oft nach einer Pflicht, die der Sprecher selbst für wichtig hält, have to eher nach einer Regel von außen: „I have to wear a uniform at school.“ In der Verneinung trennen sich beide aber deutlich: mustn't verbietet, don't have to befreit.
must
Pflicht oder Notwendigkeit ohne Spielraum – und als mustn't ein klares Verbot.
Beispiele
- You must wear a helmet on this bike.
- I must finish this today.
- You mustn't use your phone in class. (Verbot)
Signalwörter
- rule
- law
- It's necessary
- Schild oder Vorschrift
- mustn't = verboten
should
Ratschlag, Empfehlung oder Meinung – man kann es auch anders machen.
Beispiele
- You should drink more water.
- We should leave early to be safe.
- You shouldn't eat so much sugar. (Rat, kein Verbot)
Signalwörter
- I think
- It's a good idea
- my advice
- maybe
- shouldn't = besser nicht
| Merkmal | must | should |
|---|---|---|
| Bedeutung | Pflicht, Notwendigkeit | Ratschlag, Empfehlung |
| Beispiel | You must wear a helmet. | You should drink more water. |
| Verneinung | mustn't = verboten | shouldn't = besser nicht |
| Signalwörter | rule, law, necessary | I think, my advice, maybe |
Drei Modalverben in einer Situation
Ein Schwimmbad hat Regeln. Formuliere Fähigkeit, Verbot und Rat.
Gegeben:
- Fähigkeit: swim
- Regel: no running
- Rat: take a shower first
Gesucht:
drei Sätze mit ModalverbLösung:
- Fähigkeit mit can und Grundform: I can swim fifty metres.
- Verbot mit mustn't, nicht mit don't have to: You mustn't run by the pool.
- Rat mit should: You should take a shower before you swim.
I can swim fifty metres. – You mustn't run by the pool. – You should take a shower before you swim. Keins der drei Verben bekommt ein -s, und nach keinem steht ein to.
Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit
Der häufigste Fehler ist die falsche Übersetzung von mustn't. „Du musst nicht aufräumen“ wird oft fälschlich zu „You mustn't tidy up“, was tatsächlich „Du darfst nicht aufräumen“ bedeutet. Übersetze „muss nicht“ immer mit don't have to oder needn't, und „darf nicht“ mit mustn't.
Ein zweiter Fehler ist das Anhängen von to nach Modalverben, etwa „You should to see a doctor“. Modalverben werden direkt mit der Grundform verbunden, kein einziges to gehört dazwischen. Nur bei den Ersatzformen have to, be able to und ought to steht ein festes to.
Für die Klassenarbeit hilft eine kurze Prüfroutine: Steht das Modalverb in der 3. Person ohne -s? Folgt direkt die Grundform ohne to? Ist die Verneinung ohne do gebildet? Und hast du bei must und mustn't sauber zwischen Pflicht und Verbot unterschieden? Wer diese vier Punkte kontrolliert, vermeidet die meisten Fehler bei Modalverben.
Jetzt bist du dran
Welcher Satz ist richtig?
Noch nicht. Modalverben bekommen in der 3. Person Singular kein -s, und nach ihnen steht die Grundform ohne to – also can play.
Das Wichtigste in Kürze
- Modalverben stehen vor einem zweiten Verb in der Grundform – ohne to.
- In der 3. Person Singular kein -s: she can, he must, it should.
- Fragen und Verneinungen ohne do: Can you …? / You mustn't …
- can = Fähigkeit und Erlaubnis, must = Pflicht, should = Rat.
- Typischer Fehler: mustn't heißt „darf nicht“ – „muss nicht“ ist don't have to.
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Häufige Fragen zu Modalverben: can, must, should
- Welche Modalverben gibt es im Englischen?
- Die wichtigsten Modalverben sind can, could, may, might, must, shall, should, will und would. In Klasse 7 stehen vor allem can, must, should, may und needn't im Mittelpunkt. Dazu kommen Ersatzformen wie have to, be able to und be allowed to, die du für Vergangenheit und Zukunft brauchst.
- Was ist der Unterschied zwischen mustn't und don't have to?
- mustn't ist ein Verbot: „You mustn't smoke here“ bedeutet „Du darfst hier nicht rauchen“. don't have to bedeutet, dass etwas nicht nötig ist: „You don't have to come“ heißt „Du musst nicht kommen“. Wer „du musst nicht“ wörtlich mit mustn't übersetzt, sagt also das Gegenteil von dem, was gemeint ist.
- Was ist die Vergangenheit von can und must?
- Die Vergangenheit von can ist could oder was/were able to: „I could read when I was five.“ must hat keine eigene Vergangenheitsform, deshalb nimmst du had to: „We had to wait for an hour.“ Für die Zukunft brauchst du will be able to und will have to.
- Warum steht nach Modalverben kein to?
- Modalverben sind Hilfsverben, und nach ihnen folgt im Englischen immer die reine Grundform: „You should go“, „She can swim“. Das to wird oft ergänzt, weil andere Verben wie want to oder need to es brauchen. Ausnahmen sind die Ersatzformen have to, be able to und ought to, bei denen to fest dazugehört.
- Wann benutzt man should und wann must?
- must drückt eine Pflicht ohne Spielraum aus, etwa durch Regeln oder Gesetze: „You must wear a seatbelt.“ should ist ein Rat oder eine Empfehlung, der man nicht folgen muss: „You should go to bed earlier.“ Wenn jemand einen Tipp gibt oder seine Meinung sagt, passt should. Bei Vorschriften passt must.
- Was bedeutet needn't und wie unterscheidet es sich von mustn't?
- needn't bedeutet, dass etwas nicht nötig ist, genau wie don't have to: „You needn't wait for me“ heißt „Du musst nicht auf mich warten.“ mustn't dagegen ist ein Verbot: „You mustn't wait here“ heißt „Du darfst hier nicht warten.“ Beide Wörter klingen ähnlich, bedeuten aber fast das Gegenteil, deshalb lohnt sich genaues Hinsehen.
- Gibt es für can und must eine Vergangenheitsform?
- can wird in der Vergangenheit zu could: „I could swim when I was six.“ must hat keine eigene Vergangenheitsform und wird durch had to ersetzt: „We had to wait for an hour.“ Für die Zukunft nimmst du will be able to und will have to, weil Modalverben selbst keine Zukunftsform bilden können.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
Das solltest du vorher können
Das kommt als Nächstes
- If-Sätze Typ 1 und 2in Arbeit
- Passiv im Englischenin Arbeit