das oder dass
„das“ oder „dass“ ist der häufigste Rechtschreibfehler im Deutschen – und einer der leichtesten zu vermeiden. In dieser Lektion lernst du die Ersatzprobe mit „dieses“, „welches“ und „jenes“ kennen, mit der du in wenigen Sekunden sicher entscheidest, welche Schreibweise richtig ist.
- Fach: Deutsch
- Klasse 6
- Thema: Rechtschreibung
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Zwei Wörter, die gleich klingen
„das“ und „dass“ werden genau gleich ausgesprochen, sind aber zwei völlig verschiedene Wörter mit verschiedenen Aufgaben im Satz. Beim Hören kannst du sie deshalb nicht unterscheiden – und beim Schreiben hilft dir kein Gefühl weiter, sondern nur eine Probe. Das ist die gute Nachricht: Wo ein Gefühl schwankt, liefert eine Probe immer dasselbe Ergebnis.
Das „das“ mit einem s kann drei Dinge sein: Artikel („das Haus“), Demonstrativpronomen („das war gut“) oder Relativpronomen, das einen Nebensatz einleitet und sich auf ein Nomen davor bezieht („das Buch, das ich lese“). Allen drei ist gemeinsam, dass „das“ für etwas steht oder auf etwas zeigt. Deshalb kannst du es durch ein anderes hinweisendes Wort ersetzen: dieses, welches oder jenes. Klingt der Satz damit noch sinnvoll, schreibst du „das“.
Das „dass“ mit zwei s ist dagegen eine Konjunktion, also ein reines Bindewort. Es steht für nichts und zeigt auf nichts, sondern hängt nur einen Nebensatz an den Hauptsatz an: „Ich hoffe, dass du kommst.“ Ersetzen lässt es sich durch kein Pronomen – die Ersatzprobe scheitert hier immer, und genau daran erkennst du es. Häufig folgt „dass“ auf Verben des Sagens, Denkens und Fühlens wie glauben, hoffen, wissen, meinen, sehen.
das oder dass?
Die Entscheidung läuft immer über einen einzigen Test, die Ersatzprobe: Setze an die Stelle des Wortes „dieses“, „welches“ oder „jenes“. Passt eines davon, schreibst du „das“ mit einem s. Passt keines, schreibst du „dass“ mit zwei s. Die Probe funktioniert ausnahmslos, du musst sie nur wirklich durchführen, statt zu raten.
Ein weiteres Beispielpaar zur Übung: „Ich weiß, dass er recht hat“ – „dieses er recht hat“ ergibt keinen Sinn, also dass. „Das Auto, das dort steht, gehört uns“ – „welches dort steht“ ergibt Sinn, also das mit einem s.
das – Artikel oder Pronomen
Wenn „das“ zu einem Nomen gehört oder für ein Nomen steht, das vorher genannt wurde. Es bezeichnet etwas, auf das man zeigen kann – deshalb greift die Ersatzprobe.
Beispiele
- Das Fahrrad ist neu. – Dieses Fahrrad ist neu. (Artikel)
- Das habe ich nicht gewusst. – Dieses habe ich nicht gewusst. (Demonstrativpronomen)
- Das Buch, das auf dem Tisch liegt, ist meins. – welches auf dem Tisch liegt (Relativpronomen)
Signalwörter
- Ersatzprobe gelingt: dieses, welches oder jenes passt
- es gibt ein sächliches Nomen, auf das sich „das“ bezieht
- vor einem Nomen steht es als Begleiter
- als Relativpronomen steht direkt davor ein Komma und davor ein Nomen
- du kannst darauf zeigen
dass – Konjunktion
Wenn das Wort nur einen Nebensatz einleitet und selbst kein Satzglied ist. Der Nebensatz mit „dass“ sagt, was jemand hofft, weiß, glaubt oder feststellt.
Beispiele
- Ich glaube, dass es morgen regnet. (dieses passt nicht)
- Es ist schade, dass du nicht mitkommst.
- So viel, dass alle satt wurden. (nach „so … dass“)
Signalwörter
- Ersatzprobe scheitert: dieses, welches, jenes passen nicht
- es gibt kein Nomen, auf das sich das Wort bezieht
- davor stehen oft Verben wie glauben, hoffen, wissen, meinen, sehen
- feste Fügungen: so … dass, sodass, ohne dass, anstatt dass
- im Nebensatz steht die gebeugte Verbform am Ende
| Test | Ergebnis | Schreibweise |
|---|---|---|
| dieses/welches/jenes passt | Artikel oder Pronomen | das |
| dieses/welches/jenes passt nicht | Konjunktion | dass |
| nach glauben, hoffen, wissen | meist Konjunktion | dass |
| nach so …, mit Bezug auf Nomen | abhängig vom Satz | das oder dass prüfen |
Die Ersatzprobe an einem Satz mit beidem
Setze „das“ oder „dass“ ein und begründe jede Entscheidung mit der Ersatzprobe.
Gegeben:
- Ich habe gehört, ___ ___ Konzert abgesagt wurde.
Gesucht:
die richtige Schreibweise an beiden LückenLösung:
- Erste Lücke: Versuche „dieses“ – „Ich habe gehört, dieses Konzert abgesagt wurde“ ergibt keinen sinnvollen Satz. Auch „welches“ und „jenes“ passen nicht. Die Ersatzprobe scheitert, also steht hier die Konjunktion „dass“.
- Bestätige das über das Verb: Vor der Lücke steht „gehört“, ein Verb des Wahrnehmens. Danach folgt typischerweise ein Nebensatz mit „dass“ – und die gebeugte Verbform „wurde“ rutscht ans Satzende. Beides passt zusammen.
- Zweite Lücke: Hier folgt das Nomen „Konzert“. Setze „dieses“ ein – „dieses Konzert“ ergibt sofort Sinn. Die Ersatzprobe gelingt, also steht hier der Artikel „das“ mit einem s.
- Lies den fertigen Satz noch einmal laut und prüfe die Logik: Der Hauptsatz ist „Ich habe gehört“, der Nebensatz beginnt mit der Konjunktion und enthält den Artikel. Beide Wörter stehen direkt nebeneinander und werden trotzdem verschieden geschrieben.
„Ich habe gehört, dass das Konzert abgesagt wurde.“ Erst die Konjunktion „dass“, dann der Artikel „das“ – entschieden allein durch die Ersatzprobe mit „dieses“.
Typische Fehler bei das und dass
Der häufigste Fehler ist es, sich nur auf das Komma zu verlassen. Weil sowohl das Relativpronomen „das“ als auch die Konjunktion „dass“ oft direkt nach einem Komma stehen, denken viele Schüler, nach jedem Komma müsse automatisch „dass“ folgen. Das stimmt nicht: „Das Heft, das ich suche, ist blau“ zeigt ein Relativpronomen direkt nach dem Komma.
Ein zweiter Fehler ist es, die Ersatzprobe nur gedanklich statt tatsächlich durchzuführen. Wer sich nicht die Mühe macht, das Ersatzwort wirklich einzusetzen und den Satz laut zu lesen, verlässt sich wieder auf ein unsicheres Gefühl. Sprich den Satz mit „dieses“ oder „welches“ innerlich oder laut durch, dann wird die Antwort eindeutig.
Ein dritter Fehler betrifft feste Fügungen wie „sodass“, „ohne dass“ und „so … dass“. Manche Schüler schreiben hier fälschlich „das“, weil die Fügung ungewohnt klingt. Merke: In all diesen Verbindungen steht immer die Konjunktion mit zwei s, weil sie einen Nebensatz einleiten, der eine Folge beschreibt.
Tipps für die Klassenarbeit
Markiere in einem Diktat oder Aufsatz jedes Vorkommen von „das“ oder „dass“ und führe direkt daneben in Gedanken die Ersatzprobe durch. Diese kurze Routine dauert nur Sekunden, verhindert aber den häufigsten Rechtschreibfehler im Deutschen zuverlässig.
Wenn du unsicher bist, schreibe dir vor der Arbeit die Signalverben auf, nach denen fast immer „dass“ folgt: glauben, hoffen, wissen, meinen, sagen, sehen, denken. Stehen sie kurz vor der Lücke, ist die Wahrscheinlichkeit für „dass“ besonders hoch – prüfe es aber trotzdem immer mit der Ersatzprobe.
Übe die Unterscheidung nicht nur an einzelnen Sätzen, sondern auch an ganzen Texten. Lies einen kurzen Text und ersetze versuchsweise jedes „das“ und „dass“ durch „dieses“. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie zuverlässig die Probe in echten, längeren Texten funktioniert.
Jetzt bist du dran
Welche Schreibweise ist richtig? „Das Auto, ___ dort parkt, gehört meinem Onkel.“
Noch nicht. Setze „welches“ ein: „Das Auto, welches dort parkt“ ergibt Sinn. Die Ersatzprobe gelingt, also ist es ein Relativpronomen und wird mit einem s geschrieben.
Das Wichtigste in Kürze
- Ersatzprobe: Passt dieses, welches oder jenes, schreibst du „das“ mit einem s.
- Passt keines davon, ist es die Konjunktion „dass“ mit zwei s.
- „das“ begleitet oder ersetzt ein sächliches Nomen, „dass“ verbindet nur Sätze.
- Nach glauben, hoffen, wissen, meinen, sehen folgt fast immer „dass“; ebenso bei so … dass, sodass, ohne dass.
- Typischer Fehler: Vor jedem Komma wird automatisch „dass“ geschrieben. Im Satz „Das Heft, das ich suche“ steht nach dem Komma aber ein Relativpronomen – mach immer erst die Ersatzprobe.
Lektion abschließen
Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Häufige Fragen zu das oder dass
- Wann schreibt man das und wann dass?
- Du schreibst „das“ mit einem s, wenn du es durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen kannst. Dann ist es Artikel, Demonstrativpronomen oder Relativpronomen. Passt keines dieser Wörter, schreibst du „dass“ mit zwei s. Es ist dann eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein, etwa nach Verben wie wissen, hoffen oder glauben: „Ich weiß, dass du recht hast.“
- Wie funktioniert die Ersatzprobe bei das und dass?
- Setze an die Stelle des Wortes „dieses“, „jenes“ oder „welches“ und lies den Satz laut. „Das Buch, das ich lese“ wird zu „Das Buch, welches ich lese“ – das klingt richtig, also „das“. „Ich hoffe, dass es klappt“ wird zu „Ich hoffe, welches es klappt“ – das ergibt keinen Sinn, also „dass“. Die Probe funktioniert in jedem Satz.
- Steht vor dass immer ein Komma?
- Vor „dass“ steht fast immer ein Komma, weil es einen Nebensatz einleitet: „Ich glaube, dass es regnet.“ Steht der dass-Satz am Anfang, kommt das Komma nach dem Nebensatz: „Dass du kommst, freut mich.“ Bei festen Verbindungen wie „sodass“, „ohne dass“ oder „so dass“ steht das Komma vor dem ganzen Ausdruck, also vor „ohne“ oder „so“.
- Warum verwechselt man das und dass so oft?
- Beide Wörter klingen genau gleich, deshalb hilft das Gehör nicht weiter. Hinzu kommt, dass beide oft direkt nach einem Komma stehen: „das“ als Relativpronomen und „dass“ als Konjunktion. Wer nur auf das Komma achtet, liegt deshalb häufig falsch. Sicher wird es erst, wenn du dir angewöhnst, bei jedem Vorkommen kurz die Ersatzprobe zu machen.
- Nach welchen Verben steht meistens dass?
- Nach Verben des Sagens, Denkens und Fühlens folgt meist die Konjunktion „dass“: glauben, hoffen, wissen, meinen, sagen, sehen, denken, vermuten. Beispiel: „Ich vermute, dass er zu spät kommt.“ Das ist aber nur ein Hinweis, kein hundertprozentig sicheres Zeichen – führe zur Sicherheit immer noch die Ersatzprobe durch, besonders wenn direkt danach ein Nomen steht.
- Was bedeutet die feste Fügung so dass oder sodass?
- „Sodass“ und „so … dass“ leiten einen Nebensatz ein, der eine Folge beschreibt: „Es regnete so stark, dass die Straße überflutet wurde.“ In beiden Fällen steht immer die Konjunktion mit zwei s, weil sich davor kein Nomen befindet, auf das sich das Wort beziehen könnte. Die Ersatzprobe mit „dieses“ scheitert hier ebenfalls eindeutig.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.