Kommasetzung: die wichtigsten Regeln
Kommas setzt man nicht nach Gefühl und auch nicht dort, wo man beim Sprechen Luft holt. In dieser Lektion lernst du die vier Regeln, die den größten Teil aller Fälle abdecken, und erkennst an festen Signalen, wo ein Komma hingehört und wo nicht.
- Fach: Deutsch
- Klasse 7
- Thema: Rechtschreibung
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Warum Kommas keine Atempausen sind
Das Komma zeigt die Struktur eines Satzes. Es trennt Teile voneinander, die grammatisch eigenständig sind, und macht damit sichtbar, was zusammengehört. Deshalb hilft die Frage „Wo würde ich sprechen eine Pause machen?“ nicht weiter – sie führt regelmäßig zu Kommas an falschen Stellen. Die richtige Frage lautet: Beginnt hier ein neuer Satz mit eigenem Prädikat, oder wird hier eine Aufzählung getrennt?
Vier Regeln decken den Alltag ab. Erstens: Aufzählungen gleichrangiger Wörter oder Satzteile werden durch Komma getrennt. Zweitens: Nebensätze werden vom Hauptsatz durch Komma abgetrennt, egal ob sie vorn, hinten oder eingeschoben stehen. Drittens: Zwei Hauptsätze, die ohne „und“ oder „oder“ aneinanderstoßen, brauchen ein Komma. Viertens: Erweiterte Infinitivgruppen mit „um zu“, „ohne zu“, „statt zu“, „anstatt zu“ werden abgetrennt.
Der häufigste Fehler ist das Komma vor „und“. Vor „und“ und „oder“ steht in einer Aufzählung kein Komma: „Ich kaufe Brot, Milch und Käse.“ Auch zwischen zwei Hauptsätzen mit „und“ ist das Komma heute freiwillig. Umgekehrt fehlt oft das Komma vor „dass“, „weil“ und „wenn“ – und genau dort ist es Pflicht, weil ein Nebensatz beginnt. Die Faustregel: Bei „und“ eher kein Komma, bei einem Nebensatzeinleiter immer eins.
Komma setzen oder weglassen?
Statt alle Regeln einzeln zu lernen, prüfst du zwei Dinge: Steht hier ein zweites Prädikat, also ein eigener Satz? Und beginnt hier ein neues Aufzählungsglied? Ist beides nein, brauchst du meist kein Komma.
Komma steht
Ein Nebensatz beginnt oder endet, zwei Hauptsätze stoßen ohne Bindewort aneinander, eine Aufzählung wird gegliedert oder eine erweiterte Infinitivgruppe wird abgetrennt.
Beispiele
- Ich weiß, dass du recht hast.
- Weil es regnet, bleiben wir zu Hause.
- Er lernte fleißig, um die Prüfung zu bestehen.
Signalwörter
- dass, weil, wenn, obwohl, damit, ob, während
- Relativpronomen: der, die, das, welcher
- Fragewörter im Nebensatz: wer, was, wie, warum
- um zu, ohne zu, statt zu, anstatt zu
- das Verb rutscht ans Satzende
Kein Komma
Die Teile sind durch „und“ oder „oder“ verbunden, es liegt nur ein Prädikat vor, oder ein Adjektiv gehört eng zum folgenden Ausdruck.
Beispiele
- Ich kaufe Brot, Milch und Käse.
- Sie geht ins Kino und trifft dort ihre Freundin.
- Er trug eine dunkle blaue Jacke. (kein gleichrangiges Adjektivpaar)
Signalwörter
- und, oder, sowie zwischen Aufzählungsgliedern
- kein zweites gebeugtes Verb im Satz
- „sowohl … als auch“, „entweder … oder“
- einfacher Infinitiv ohne Erweiterung: Er versucht zu schlafen.
- Adjektive lassen sich nicht durch „und“ verbinden
Kommas in einem längeren Satz prüfen
Setze die Kommas. Suche zuerst alle gebeugten Verbformen – jedes eigene Prädikat markiert einen eigenen Satz.
Gegeben:
- Lisa lernt jeden Tag weil sie die Prüfung bestehen will und sie nimmt sich vor keine Stunde ausfallen zu lassen.
Gesucht:
Satz mit korrekter KommasetzungLösung:
- Gebeugte Verbformen suchen: lernt, will, nimmt. Drei Prädikate, also mindestens drei Satzteile.
- „weil sie die Prüfung bestehen will“ ist ein Nebensatz – Komma davor und, weil danach ein neuer Satz folgt, auch dahinter.
- „und sie nimmt sich vor“ ist ein Hauptsatz mit „und“. Hier ist das Komma freiwillig; ohne Komma ist es ebenfalls richtig.
- „keine Stunde ausfallen zu lassen“ ist eine erweiterte Infinitivgruppe, die von „sich vornehmen“ angekündigt wird – Komma davor.
Lisa lernt jeden Tag, weil sie die Prüfung bestehen will, und sie nimmt sich vor, keine Stunde ausfallen zu lassen. Beachte: Das Komma vor „und“ steht hier nur, weil der Nebensatz abgeschlossen wird – nicht wegen des „und“.
Jetzt bist du dran
Welcher Satz ist richtig?
Noch nicht. „dass“ leitet einen Nebensatz ein, und Nebensätze werden immer durch Komma abgetrennt. Erkennungszeichen: Das Verb „kommst“ steht am Ende.
Das Wichtigste in Kürze
- Kommas zeigen Satzstruktur, nicht Sprechpausen. Suche zuerst alle gebeugten Verbformen.
- Nebensätze werden immer abgetrennt – Signale: dass, weil, wenn, obwohl, ob, Relativpronomen.
- Aufzählungen trennst du mit Komma, aber nicht vor „und“ und „oder“.
- Erweiterte Infinitivgruppen mit „um zu“, „ohne zu“, „statt zu“ bekommen ein Komma.
- Typischer Fehler: Komma vor „und“ in Aufzählungen setzen und gleichzeitig das Pflichtkomma vor „dass“ oder „weil“ vergessen.
Lektion abschließen
Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Das solltest du vorher können
- Satzglieder bestimmen
- Haupt- und Nebensatzin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- das oder dass
- Relativsätzein Arbeit