Schall und Schwingungen
In dieser Lektion lernst du, wie Schall als Schwingung entsteht und sich als Welle in einem Medium ausbreitet. Du verstehst den Zusammenhang von Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit und kannst damit rechnen.
- Fach: Physik
- Klasse 10
- Thema: Akustik
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Wie Schall entsteht und sich ausbreitet
Jeder Ton beginnt mit einem Körper, der schwingt: eine Gitarrensaite, eine Lautsprechermembran, die Stimmlippen im Kehlkopf. Dieser Körper schiebt die Luftteilchen vor sich her und lässt beim Zurückschwingen Platz. So entstehen abwechselnd Bereiche mit etwas höherem und etwas niedrigerem Druck. Diese Druckschwankungen laufen als Schallwelle von der Quelle weg.
Wichtig ist: Die Luftteilchen selbst wandern nicht mit. Jedes Teilchen pendelt nur um seine Ruhelage hin und her und stößt dabei seinen Nachbarn an. Weitergegeben wird also die Schwingung, nicht die Luft. Weil die Teilchen in Ausbreitungsrichtung schwingen, ist Schall in Luft eine Längswelle. Genau deshalb braucht Schall immer ein Medium – Luft, Wasser, Holz, Metall. Im Vakuum gibt es keine Teilchen, die sich anstoßen könnten, und damit herrscht dort völlige Stille.
Zwei Größen beschreiben eine Schwingung. Die Periodendauer T ist die Zeit für eine vollständige Hin- und Herbewegung, gemessen in Sekunden. Die Frequenz f gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden, gemessen in Hertz (Hz). Beide sind Kehrwerte voneinander, es gilt f = 1/T. Die Frequenz bestimmt, wie hoch du einen Ton hörst: 440 Hz ist das Kammerton-a. Die Amplitude, also die Stärke der Druckschwankung, bestimmt dagegen die Lautstärke. Der Mensch hört etwa von 16 Hz bis 20 000 Hz.
Ein typischer Fehler: Viele schreiben, Schall brauche kein Medium, weil man ihn ja „durch die Luft“ höre und Luft nach nichts aussieht. Doch genau die Luft ist das Medium. Unter einer Glasglocke, aus der die Luft abgepumpt wird, siehst du eine Klingel noch schlagen, hörst aber nichts mehr. Licht kommt durch das Vakuum, Schall nicht.
Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit
Während einer einzigen Schwingung läuft die Welle genau eine Wellenlänge weit. Daraus ergibt sich der Zusammenhang zwischen Schallgeschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz.
Die Schallgeschwindigkeit hängt nur vom Medium und seiner Temperatur ab, nicht vom Ton. In Luft bei 20 °C beträgt sie rund 343 m/s, in Wasser etwa 1480 m/s und in Stahl etwa 5000 m/s. Hohe und tiefe Töne sind also gleich schnell – ein hoher Ton hat dafür eine kürzere Wellenlänge.
- v
- Schallgeschwindigkeit (in Meter pro Sekunde, m/s)
- λ
- Wellenlänge (in Meter, m)
- f
- Frequenz (in Hertz, Hz)
Beispielrechnung
Ein Lautsprecher erzeugt einen Ton mit der Frequenz 170 Hz. Die Schallgeschwindigkeit in Luft beträgt 340 m/s. Wie groß ist die Wellenlänge dieses Tons, und wie lang ist eine Periode?
Gegeben:
- f170 Hz
- v340 m/s
Gesucht:
λ und TLösung:
- λvf
- λ340 ms / 170 Hz2 m
- T1f
- T1170 Hz0,0059 s, also etwa 5,9 ms
Die Wellenlänge beträgt 2 m, eine Schwingung dauert etwa 5,9 ms.
Jetzt bist du dran
Warum hörst du im Vakuum keinen Schall?
Noch nicht. Schall ist die Weitergabe einer Schwingung von Teilchen zu Teilchen. Ohne Medium gibt es nichts, was sich anstoßen könnte.
Das Wichtigste in Kürze
- Schall entsteht durch schwingende Körper und breitet sich als Druckwelle aus.
- Schall braucht immer ein Medium – im Vakuum ist es still.
- Frequenz und Periodendauer sind Kehrwerte: f = 1/T.
- Es gilt v = λ · f; die Schallgeschwindigkeit hängt nur vom Medium ab.
- Die Frequenz bestimmt die Tonhöhe, die Amplitude die Lautstärke.
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Das solltest du vorher können
- Geschwindigkeit berechnen
- Schwingungen und Pendelin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Lautstärke und Dezibelin Arbeit
- Resonanz und Eigenfrequenzin Arbeit