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Schall und Schwingungen

In dieser Lektion lernst du, wie Schall als Schwingung entsteht und sich als Welle in einem Medium ausbreitet. Du verstehst den Zusammenhang von Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit, lernst die Schallgeschwindigkeit in verschiedenen Stoffen kennen und kannst damit rechnen, etwa um die Entfernung eines Gewitters zu bestimmen.

  • Fach: Physik
  • Klasse 10
  • Thema: Akustik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Wie Schall entsteht und sich ausbreitet

Jeder Ton beginnt mit einem Körper, der schwingt: eine Gitarrensaite, eine Lautsprechermembran, die Stimmlippen im Kehlkopf. Dieser Körper schiebt die Luftteilchen vor sich her und lässt beim Zurückschwingen Platz. So entstehen abwechselnd Bereiche mit etwas höherem und etwas niedrigerem Druck. Diese Druckschwankungen laufen als Schallwelle von der Quelle weg.

Wichtig ist: Die Luftteilchen selbst wandern nicht mit. Jedes Teilchen pendelt nur um seine Ruhelage hin und her und stößt dabei seinen Nachbarn an. Weitergegeben wird also die Schwingung, nicht die Luft. Weil die Teilchen in Ausbreitungsrichtung schwingen, ist Schall in Luft eine Längswelle. Genau deshalb braucht Schall immer ein Medium – Luft, Wasser, Holz, Metall. Im Vakuum gibt es keine Teilchen, die sich anstoßen könnten, und damit herrscht dort völlige Stille.

Zwei Größen beschreiben eine Schwingung. Die Periodendauer T ist die Zeit für eine vollständige Hin- und Herbewegung, gemessen in Sekunden. Die Frequenz f gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden, gemessen in Hertz (Hz). Beide sind Kehrwerte voneinander, es gilt f = 1/T. Die Frequenz bestimmt, wie hoch du einen Ton hörst: 440 Hz ist das Kammerton-a. Die Amplitude, also die Stärke der Druckschwankung, bestimmt dagegen die Lautstärke. Der Mensch hört etwa von 16 Hz bis 20 000 Hz.

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Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit

Während einer einzigen Schwingung läuft die Welle genau eine Wellenlänge weit. Daraus ergibt sich der Zusammenhang zwischen Schallgeschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz: Je höher die Frequenz bei gleicher Geschwindigkeit, desto kürzer die Wellenlänge.

Die Schallgeschwindigkeit hängt nur vom Medium und seiner Temperatur ab, nicht vom Ton. In Luft bei 20 °C beträgt sie rund 343 m/s, in Wasser etwa 1480 m/s und in Stahl etwa 5000 m/s. Hohe und tiefe Töne sind also im selben Medium gleich schnell unterwegs – ein hoher Ton hat dafür nur eine kürzere Wellenlänge.

vλ · f
v
Schallgeschwindigkeit (in Meter pro Sekunde, m/s)
λ
Wellenlänge (in Meter, m)
f
Frequenz (in Hertz, Hz)
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Warum Schall in festen Stoffen am schnellsten ist

Ob Schall schnell oder langsam durch einen Stoff läuft, hängt davon ab, wie eng und wie stark die Teilchen aneinandergekoppelt sind. In Feststoffen liegen die Teilchen dicht gepackt und sind über starke Bindungskräfte miteinander verbunden. Stößt ein Teilchen sein Nachbarteilchen an, wird der Stoß fast ohne Verzögerung weitergegeben. Deshalb ist Schall in Stahl mit etwa 5000 m/s über zehnmal schneller als in Luft.

In Flüssigkeiten sind die Teilchen zwar noch dicht, aber schon beweglicher und weniger fest gebunden als im Festkörper – die Schallgeschwindigkeit liegt dazwischen, in Wasser bei rund 1480 m/s. In Gasen wie Luft liegen die Teilchen weit auseinander und stoßen sich erst nach einer kleinen Flugstrecke an. Das kostet Zeit, deshalb ist Luft mit 343 m/s das langsamste der drei Medien. Als Faustregel gilt daher: fest schneller als flüssig, flüssig schneller als gasförmig.

Zusätzlich spielt die Temperatur eine Rolle, zumindest in Gasen: Je wärmer die Luft, desto schneller bewegen sich die Teilchen ohnehin schon, und desto schneller geben sie einen Stoß weiter. Bei 0 °C beträgt die Schallgeschwindigkeit in Luft nur etwa 331 m/s, bei 20 °C schon 343 m/s. Für Berechnungen in der Schule reicht meist der gerundete Wert von 340 m/s oder 343 m/s bei Zimmertemperatur.

MediumAggregatzustandSchallgeschwindigkeit
Luft (20 °C)gasförmigetwa 343 m/s
Wasserflüssigetwa 1480 m/s
Betonfestetwa 3200 m/s
Holzfestetwa 3300-4000 m/s
Stahlfestetwa 5000 m/s
Schallgeschwindigkeit in verschiedenen Medien (gerundete Richtwerte)
Schall ist in festen Stoffen wie Stahl am schnellsten unterwegs, in Gasen wie Luft am langsamsten.
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Beispiel: Wellenlänge und Periodendauer berechnen

Ein Lautsprecher erzeugt einen Ton mit der Frequenz 170 Hz. Die Schallgeschwindigkeit in Luft beträgt 340 m/s. Wie groß ist die Wellenlänge dieses Tons, und wie lang ist eine Periode?

Gegeben:

  • f170 Hz
  • v340 m/s

Gesucht:

λ und T

Lösung:

  1. λvf
  2. λ340 ms / 170 Hz2 m
  3. T1f
  4. T1170 Hz0,0059 s, also etwa 5,9 ms

Die Wellenlänge beträgt 2 m, eine Schwingung dauert etwa 5,9 ms.

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Beispiel: Wie weit ist das Gewitter entfernt?

Zwischen dem Aufblitzen eines Blitzes und dem Donner vergehen 6 Sekunden. Wie weit ist das Gewitter ungefähr entfernt? Nimm für Luft eine Schallgeschwindigkeit von 343 m/s an, das Licht des Blitzes kommt praktisch verzögerungsfrei an.

Gegeben:

  • t6 s
  • v343 ms (Schallgeschwindigkeit in Luft)

Gesucht:

Entfernung s des Gewitters

Lösung:

  1. Formel nach s umstellen: sv · t
  2. Werte einsetzen: s343 ms · 6 s
  3. s2058 m, also rund 2 km
  4. Als Faustregel gilt: alle 3 Sekunden Zeitspanne entsprechen etwa 1 km Entfernung.

Das Gewitter ist etwa 2 km entfernt. Die Faustregel „3 Sekunden pro Kilometer“ liefert mit 6 s / 3 s = 2 km denselben Wert, ist also eine gute Kontrolle im Kopf.

Aus der Zeitspanne zwischen Blitz und Donner lässt sich mit s = v mal t die Entfernung des Gewitters abschätzen.
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Typische Fehler bei Schallaufgaben

Der häufigste Fehler ist die Einheit der Geschwindigkeit: Viele setzen Kilometer pro Stunde (km/h) statt Meter pro Sekunde (m/s) in die Formel ein, weil man Geschwindigkeit aus dem Straßenverkehr in km/h kennt. Die Formeln v = λ · f und s = v · t funktionieren aber nur, wenn alle Größen zueinander passende Einheiten haben – also Meter, Sekunden und daraus m/s. Wer mit km/h rechnet, muss vorher durch 3,6 teilen.

Ein zweiter Klassiker ist die Verwechslung von Sekunden und Millisekunden bei sehr kurzen Zeiten, etwa bei der Periodendauer T. Wenn T = 0,0059 s herauskommt, wird daraus schnell fälschlich „5,9 s“ statt „5,9 ms“ abgeschrieben. Es lohnt sich, das Ergebnis am Ende auf Plausibilität zu prüfen: Bei einem Ton im hörbaren Bereich liegt T immer im Millisekunden- bis Mikrosekundenbereich, niemals im Sekundenbereich.

Drittens verwechseln viele Schallgeschwindigkeit und Frequenz. Die Schallgeschwindigkeit hängt nur vom Medium ab, nicht vom Ton – sie ändert sich nicht, egal ob ein hoher oder tiefer Ton erklingt. Die Frequenz dagegen ist eine Eigenschaft der Schallquelle. In eine Formel wie λ = v / f gehört deshalb für dasselbe Medium immer derselbe v-Wert, unabhängig davon, welcher Ton gerade untersucht wird.

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Alltagsbezug: Schall im Gebirge, beim Gewitter und im Konzert

Im Gebirge oder in einer großen Halle hörst du manchmal ein Echo: Dein Ruf trifft auf eine ferne Felswand, wird reflektiert und kommt zeitversetzt zu dir zurück. Erst ab einer Entfernung von etwa 17 m zur Wand liegt genug Zeit dazwischen, damit dein Ohr Ruf und Echo als zwei getrennte Ereignisse wahrnimmt – bei geringerem Abstand verschmelzen beide zu einem einzigen, etwas verlängerten Klang. Aus der Laufzeit lässt sich mit derselben Formel wie beim Gewitter die Entfernung zur Felswand berechnen, nur dass der Schall den Weg zweimal zurücklegt.

Auch bei einem Gewitter nutzt du das Prinzip aus dem Beispiel oben: Weil Licht die Strecke fast augenblicklich zurücklegt, der Donner aber mit rund 343 m/s braucht, verrät die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner die Entfernung. Das ist mehr als eine Merkregel für draußen – es ist derselbe Zusammenhang s = v · t, den du auch bei der Ultraschall-Abstandsmessung in Einparkhilfen oder bei der Echolot-Messung der Wassertiefe wiederfindest.

Auf einem lauten Konzert bemerkst du dagegen vor allem die Lautstärke, also die Amplitude der Schallwelle, nicht die Geschwindigkeit. Die Lautstärke wird in Dezibel (dB) gemessen, ein eigenes Thema, das über die reine Ausbreitungsgeschwindigkeit hinausgeht. Wichtig für den Alltag: Schallgeschwindigkeit, Frequenz und Lautstärke sind drei unterschiedliche Größen, die unabhängig voneinander verändert werden können.

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Merkkarte: Alle Formeln im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Formeln rund um Schall noch einmal zusammen, damit du sie beim Üben schnell nachschlagen kannst.

sv · t
s
zurückgelegte Strecke bzw. Entfernung (in Meter, m)
v
Schallgeschwindigkeit im jeweiligen Medium (in Meter pro Sekunde, m/s)
t
gemessene Zeitspanne (in Sekunden, s)
Die sechs wichtigsten Formeln und Regeln rund um Schall auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Warum hörst du im Vakuum keinen Schall?

Warum hörst du im Vakuum keinen Schall?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Schall entsteht durch schwingende Körper und breitet sich als Druckwelle aus.
  • Schall braucht immer ein Medium – im Vakuum ist es still.
  • Frequenz und Periodendauer sind Kehrwerte: f = 1/T.
  • Es gilt v = λ · f; die Schallgeschwindigkeit hängt nur vom Medium ab, nicht vom Ton.
  • Fest ist schneller als flüssig, flüssig ist schneller als gasförmig – Luft 343 m/s, Wasser 1480 m/s, Stahl 5000 m/s.
  • Mit s = v · t lässt sich aus einer Zeitspanne eine Entfernung berechnen, zum Beispiel bei Gewittern oder Echos.

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Häufige Fragen zu Schall und Schwingungen

Wie schnell ist Schall in Wasser?
In Wasser breitet sich Schall mit etwa 1480 m/s aus, also mehr als viermal so schnell wie in Luft mit rund 343 m/s. Grund ist, dass die Wasserteilchen dichter gepackt und stärker aneinandergekoppelt sind als Luftteilchen. Deshalb hören Wale und Delfine einander über riesige Entfernungen, und Taucher nehmen Geräusche oft überraschend klar wahr.
Warum ist Schall in Wasser schneller als in Luft?
Schallgeschwindigkeit hängt davon ab, wie schnell ein angestoßenes Teilchen seinen Nachbarn erreicht. In Wasser liegen die Teilchen viel dichter beieinander als in Luft und sind über stärkere Kräfte gebunden, daher wird ein Stoß fast ohne Verzögerung weitergegeben. In Gasen wie Luft müssen die Teilchen erst eine kleine Strecke fliegen, bevor sie aufeinandertreffen, was die Ausbreitung verlangsamt.
Wie berechnet man die Entfernung eines Gewitters?
Du stoppst die Zeit zwischen dem Aufblitzen des Blitzes und dem Donner, weil Licht fast sofort ankommt, Schall aber mit rund 343 m/s braucht. Mit s = v · t ergibt sich die Entfernung, zum Beispiel bei 6 s: s = 343 m/s · 6 s = 2058 m. Als Faustregel reicht: Zeitspanne in Sekunden durch 3 teilen ergibt die Entfernung in Kilometern.
Was ist der Unterschied zwischen Frequenz und Schallgeschwindigkeit?
Die Frequenz ist eine Eigenschaft der Schallquelle und bestimmt die Tonhöhe, gemessen in Hertz. Die Schallgeschwindigkeit hängt dagegen nur vom Medium und dessen Temperatur ab und bleibt für alle Töne in diesem Medium gleich. Ein hoher und ein tiefer Ton sind in derselben Luft also gleich schnell unterwegs, sie unterscheiden sich nur in der Wellenlänge.
Wie schnell ist Schall in Luft bei 20 Grad?
Bei 20 °C beträgt die Schallgeschwindigkeit in Luft rund 343 m/s, das entspricht etwa 1235 km/h. Bei 0 °C sind es nur rund 331 m/s, da kältere Luftteilchen einen Stoß etwas langsamer weitergeben. Für Aufgaben in der Schule wird häufig mit den gerundeten Werten 340 m/s oder 343 m/s gerechnet.
Warum braucht Schall ein Medium, Licht aber nicht?
Schall ist eine mechanische Welle: Sie entsteht dadurch, dass sich Materieteilchen gegenseitig anstoßen und die Schwingung weitergeben. Ohne Teilchen, wie im Vakuum, kann diese Kette nicht entstehen. Licht dagegen ist eine elektromagnetische Welle und braucht kein Trägermedium, deshalb erreicht uns Sonnenlicht durch das Vakuum des Weltalls, Schall aber nicht.
Was ist ein Echo und wie entsteht es?
Ein Echo entsteht, wenn Schall auf eine feste Fläche wie eine Felswand trifft und zurückgeworfen wird. Dein Ohr nimmt Original und Echo nur dann getrennt wahr, wenn zwischen beiden mindestens etwa 0,1 s liegen, was einer Entfernung zur Wand von rund 17 m entspricht. Aus der gemessenen Laufzeit lässt sich mit derselben Formel wie bei einer Entfernungsmessung die Distanz zur reflektierenden Fläche berechnen.
In welcher Klasse lernt man die Schallgeschwindigkeit?
Schall und Schwingungen mit Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit sind meist Thema der Physik in Klasse 9 oder 10, je nach Bundesland und Schulform. Grundlagen wie Ton, Lautstärke und Tonhöhe werden oft schon früher angesprochen. Die Formel v = λ · f und Rechnungen mit s = v · t setzen sicheres Umstellen von Formeln voraus.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes