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Geschwindigkeit und Beschleunigung

In dieser Lektion lernst du, wie du Geschwindigkeit aus Weg und Zeit berechnest und zwischen Meter pro Sekunde und Kilometer pro Stunde umrechnest. Danach kommt die Beschleunigung dazu, also die Änderung der Geschwindigkeit pro Zeit. Dazu siehst du typische Fehler beim Umrechnen und den Bezug zu Tacho, Blitzer und Bremsweg.

  • Fach: Physik
  • Klasse 9
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Schnelligkeit und Änderung der Schnelligkeit

Die Geschwindigkeit sagt, welchen Weg ein Körper in einer bestimmten Zeit zurücklegt. Wer in 2 s fünf Meter schafft, ist schneller als wer dafür 5 s braucht. Da in den Aufgaben meist nur Anfang und Ende bekannt sind, rechnest du die Durchschnittsgeschwindigkeit aus: gesamter Weg geteilt durch gesamte Zeit. Die Momentangeschwindigkeit ist dagegen der Wert, den der Tachometer gerade anzeigt.

Beim Umrechnen der Einheiten hilft ein fester Faktor: 1 m/s sind 3,6 km/h. Von m/s nach km/h multiplizierst du mit 3,6, in die andere Richtung teilst du durch 3,6. 36 km/h sind also 10 m/s. Genau hier passiert der häufigste Fehler: Viele setzen den Weg in Kilometern und die Zeit in Sekunden ein und bekommen eine Zahl, die in keiner der beiden Einheiten stimmt. Schreibe die Einheiten in jedem Schritt mit, dann fällt dir das sofort auf.

Die Beschleunigung a beschreibt nicht, wie schnell ein Körper ist, sondern wie schnell sich seine Geschwindigkeit ändert. Ihre Einheit ist m/s², also Meter pro Sekunde pro Sekunde. Eine Beschleunigung von 2 m/s² bedeutet: In jeder Sekunde wird der Körper um 2 m/s schneller. Beim Bremsen ist die Beschleunigung negativ. Und ein Auto, das mit konstanten 100 km/h in einer Kurve fährt, wird trotzdem beschleunigt, weil sich die Richtung ändert.

Zwischen einem Fußgänger und dem Schall liegt das rund 250-Fache an Geschwindigkeit.
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Geschwindigkeit aus Weg und Zeit

Die Grundformel der Bewegung ist der Quotient aus Weg und Zeit. Umgestellt erhältst du s = v · t für den Weg und t = s/v für die Zeit.

Für die Beschleunigung gilt derselbe Aufbau mit der Geschwindigkeitsänderung: a = v/t, wobei hier die Änderung der Geschwindigkeit und die dafür benötigte Zeit gemeint sind, zum Beispiel 10 m/s in 5 s ergeben 2 m/s².

vst
v
Geschwindigkeit (in m/s oder km/h)
s
zurückgelegter Weg (in Meter, m)
t
benötigte Zeit (in Sekunden, s)
Die wichtigsten Formeln und Begriffe dieser Lektion auf einen Blick.
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Beispielrechnung

Ein Radfahrer legt 450 m in 30 s zurück. Wie groß ist seine Durchschnittsgeschwindigkeit in m/s und in km/h?

Gegeben:

  • s450 m
  • t30 s

Gesucht:

v

Lösung:

  1. vst
  2. v450 m30 s
  3. v15 m/s
  4. v15 · 3,6 km/h54 km/h

Der Radfahrer fährt mit 15 m/s, das entspricht 54 km/h.

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Einheiten sicher umrechnen

In Zeitungsartikeln, auf dem Tacho und im Wetterbericht steht die Geschwindigkeit fast immer in km/h, in der Physikformel dagegen brauchst du meist m/s. Der Umrechnungsfaktor 3,6 kommt daher, dass 1 km 1000 m sind und 1 h 3600 s hat: 1000 m/3600 s = 1/3,6 m/s pro km/h, umgekehrt also 1 m/s = 3,6 km/h.

Am einfachsten merkst du dir die Richtung mit einer Kontrollrechnung: Ein gehender Mensch schafft etwa 1,4 m/s, also 1,4 · 3,6 = 5 km/h – ein realistischer Wert für Tempo beim Spazierengehen. Würdest du stattdessen durch 3,6 teilen, kämst du auf eine Geschwindigkeit von unter einem halben km/h, was für einen normalen Schritt viel zu langsam wäre. Diese Plausibilitätsprüfung hilft dir, die Rechenrichtung nicht zu verwechseln.

Ein zweites vorgerechnetes Beispiel zeigt die Umkehrung: Ein Auto fährt mit 90 km/h auf der Landstraße. Wie viele Meter legt es in einer Sekunde zurück? Zuerst rechnest du 90 km/h in m/s um: 90 / 3,6 = 25 m/s. Das Auto legt also in jeder Sekunde 25 m zurück, das sind etwa sechs bis sieben Autolängen. Solche Kopfrechnungen helfen dir, Bremswege und Reaktionszeiten im Straßenverkehr besser einzuschätzen.

km/hm/sBeispiel
18 km/h5,00 m/szügiges Fahrradtempo in der Stadt
36 km/h10,00 m/sTempo-30-Zone mit etwas Übertretung
50 km/h13,89 m/sHöchsttempo innerorts
90 km/h25,00 m/sLandstraßentempo
100 km/h27,78 m/sRichtgeschwindigkeit Autobahn
Umrechnungstabelle km/h in m/s (gerundet auf zwei Nachkommastellen)
Von km/h nach m/s wird durch 3,6 geteilt – die Probe rechnet den Weg einfach wieder zurück.
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Typische Fehler beim Umrechnen und Rechnen

Der häufigste Fehler ist, den Umrechnungsfaktor 3,6 in die falsche Richtung anzuwenden. Wer 20 m/s in km/h umrechnen soll und aus Unsicherheit durch 3,6 teilt, landet bei rund 5,6 km/h – eine Geschwindigkeit, mit der niemand Auto fährt. Die richtige Rechnung ist 20 · 3,6 = 72 km/h. Kontrolliere dein Ergebnis deshalb immer mit einem Alltagsvergleich: Wirkt die Zahl realistisch für die beschriebene Situation?

Ein zweiter klassischer Fehler ist das Mischen von Einheiten innerhalb einer Rechnung, zum Beispiel wenn der Weg in Kilometern und die Zeit in Sekunden in dieselbe Formel eingesetzt werden. Das Ergebnis stimmt dann weder in km/h noch in m/s. Wandle deshalb vor dem Rechnen entweder den Weg in Meter oder die Zeit in Stunden um, sodass beide Größen zueinander passen.

Auch bei der Beschleunigung passieren typische Fehler: Manche verwechseln Geschwindigkeit und Beschleunigung, weil beide mit Buchstaben v und a bezeichnet werden und ähnlich aussehende Einheiten haben. Eine Geschwindigkeit von 5 m/s ist ein fester Wert, eine Beschleunigung von 5 m/s² beschreibt dagegen, wie sich dieser Wert jede Sekunde ändert. Wer beides durcheinanderbringt, setzt in Aufgaben oft die falsche Formel ein.

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Geschwindigkeit im Alltag

Der Tacho im Auto zeigt die Momentangeschwindigkeit an, also den aktuellen Wert in km/h. Ein Blitzer misst dagegen die Geschwindigkeit über eine sehr kurze Strecke oder Zeitspanne und vergleicht sie mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Aus rechtlichen Gründen wird dabei meist noch eine kleine Messtoleranz abgezogen, damit niemand wegen eines Messfehlers zu Unrecht ein Bußgeld bekommt.

Der Bremsweg hängt stark von der Geschwindigkeit ab, und zwar nicht linear, sondern quadratisch: Bei doppelter Geschwindigkeit ist der reine Bremsweg etwa viermal so lang. Deshalb macht Tempo 100 statt Tempo 50 nicht nur doppelt, sondern deutlich mehr als doppelt so gefährlich, weil zusätzlich zum längeren Bremsweg auch der Reaktionsweg zunimmt, den man während der Reaktionszeit von etwa einer Sekunde noch mit der ursprünglichen Geschwindigkeit zurücklegt.

Auch im Sport ist Geschwindigkeit allgegenwärtig: Ein Sprinter, der 100 m in 10 s läuft, erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 m/s, also 36 km/h – allerdings ist er am Ende des Laufs deutlich schneller unterwegs als am Start, seine Momentangeschwindigkeit schwankt also stark um diesen Mittelwert.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Wie viele km/h sind 20 m/s?

km/h
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Das Wichtigste in Kürze

  • Es gilt v = s/t, umgestellt s = v · t und t = s/v.
  • 1 m/s sind 3,6 km/h – von m/s nach km/h mal 3,6, zurück geteilt durch 3,6.
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist gesamter Weg durch gesamte Zeit, die Momentangeschwindigkeit der Wert an einem Zeitpunkt.
  • Die Beschleunigung a hat die Einheit m/s². Beim Bremsen ist sie negativ, in der Kurve wirkt sie auf die Richtung.
  • Typischer Fehler: Kilometer und Sekunden in dieselbe Rechnung einsetzen oder den Faktor 3,6 in die falsche Richtung anwenden.

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Häufige Fragen zu Geschwindigkeit und Beschleunigung

Wie rechnet man km/h in m/s um?
Du teilst den Wert in km/h durch 3,6. Bei 90 km/h ergibt das 90 / 3,6 = 25 m/s. Der Faktor 3,6 kommt daher, dass ein Kilometer 1000 Meter und eine Stunde 3600 Sekunden hat. In die andere Richtung, von m/s nach km/h, multiplizierst du stattdessen mit 3,6.
Wie rechnet man Geschwindigkeit aus?
Geschwindigkeit ist der zurückgelegte Weg geteilt durch die dafür benötigte Zeit, also v = s/t. Ist der Weg in Metern und die Zeit in Sekunden angegeben, erhältst du das Ergebnis direkt in m/s. Willst du km/h, rechnest du den m/s-Wert anschließend noch mit dem Faktor 3,6 um.
Was ist der Unterschied zwischen Durchschnitts- und Momentangeschwindigkeit?
Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist der gesamte Weg geteilt durch die gesamte Zeit einer Fahrt oder eines Laufs, also ein Mittelwert. Die Momentangeschwindigkeit ist dagegen der Wert an einem einzigen Zeitpunkt, zum Beispiel die Zahl, die der Tacho gerade anzeigt. Beide können deutlich voneinander abweichen, etwa beim Beschleunigen oder Bremsen.
Was bedeutet die Einheit m/s²?
m/s² ist die Einheit der Beschleunigung, gesprochen Meter pro Sekunde zum Quadrat. Sie gibt an, um wie viel m/s sich die Geschwindigkeit in jeder Sekunde ändert. Eine Beschleunigung von 2 m/s² bedeutet: Nach einer Sekunde ist der Körper um 2 m/s schneller, nach zwei Sekunden um 4 m/s schneller als zu Beginn.
Warum ist 1 m/s gleich 3,6 km/h?
Ein Kilometer sind 1000 Meter, eine Stunde sind 3600 Sekunden. Legt ein Körper in einer Sekunde einen Meter zurück, schafft er in einer Stunde also 3600 Meter, das sind 3,6 Kilometer. Deshalb entsprechen sich 1 m/s und 3,6 km/h genau, ganz ohne Rundung.
Wie hängt die Geschwindigkeit mit dem Bremsweg zusammen?
Der reine Bremsweg wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit: Bei doppelter Geschwindigkeit ist er etwa viermal so lang. Zusätzlich kommt der Reaktionsweg dazu, den ein Fahrzeug während der Reaktionszeit von rund einer Sekunde mit der ursprünglichen Geschwindigkeit zurücklegt. Deshalb wird ein Unfall bei hohem Tempo überproportional gefährlicher.
Ist Geschwindigkeit dasselbe wie Beschleunigung?
Nein. Geschwindigkeit gibt an, wie schnell sich ein Körper gerade bewegt, in m/s oder km/h. Beschleunigung gibt an, wie schnell sich diese Geschwindigkeit ändert, in m/s². Ein Auto kann sehr schnell fahren, ohne zu beschleunigen, wenn es konstant Tempo hält – und ein langsames Fahrzeug kann trotzdem stark beschleunigen.
In welcher Klasse lernt man Geschwindigkeit und Beschleunigung?
Die Berechnung von Geschwindigkeit aus Weg und Zeit wird meist schon in der Mittelstufe eingeführt, oft in Klasse 7 oder 8 in Mathematik und Physik. Die Beschleunigung als eigener Begriff mit der Einheit m/s² kommt üblicherweise in Klasse 9 oder 10 im Physikunterricht dazu, häufig im Zusammenhang mit der gleichmäßig beschleunigten Bewegung.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes