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Der Erste Weltkrieg

Zwischen 1914 und 1918 führten die europäischen Großmächte einen Krieg, der die Welt veränderte. In dieser Lektion untersuchst du die Ursachen in den Bündnissystemen, den Verlauf vom Bewegungs- zum Stellungskrieg und die Folgen, die bis in die Zeit danach wirkten.

  • Fach: Geschichte
  • Klasse 9
  • Thema: Moderne
  • Dauer: 19 Min
  • Niveau: Schwer
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Wie Europa in den Krieg geriet

Vor 1914 lagen mehrere Spannungen übereinander. Die europäischen Staaten konkurrierten um Kolonien und Märkte, Deutschland und Großbritannien rüsteten ihre Flotten gegeneinander auf, und in Südosteuropa stritten Österreich-Ungarn und Russland um Einfluss, während dort nationale Bewegungen eigene Staaten forderten. Dazu kam ein Denken, das Krieg für ein normales Mittel der Politik hielt, und eine Presse, die das Nationale überhöhte. Keiner dieser Punkte erklärt den Krieg allein; gefährlich wurde ihr Zusammenwirken.

Die Bündnisse verstärkten diese Lage. Aus Verträgen, die eigentlich Sicherheit schaffen sollten, entstand ein Mechanismus, in dem ein örtlicher Streit automatisch zum großen Krieg werden konnte. Wer einem Bündnispartner beistand, stand plötzlich auch dessen Gegnern gegenüber. Zugleich hatten die Generalstäbe starre Aufmarschpläne, die auf Schnelligkeit setzten. Je länger ein Staat mit der Mobilmachung wartete, desto größer schien sein Nachteil – das setzte alle Regierungen unter Zeitdruck.

Der Anlass war das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914, bei dem der österreichische Thronfolger getötet wurde. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Anlass und Ursache: Das Attentat war der Auslöser, die eigentlichen Ursachen lagen in den Jahren davor. In den Wochen danach folgten Ultimatum, Kriegserklärungen und Mobilmachungen. Dass viele Menschen den Krieg zunächst begrüßten und mit einem kurzen Feldzug rechneten, erwies sich schnell als Irrtum.

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Die Bündnissysteme vor 1914

Europa war in zwei Lager geteilt. Auf der einen Seite der Dreibund, auf der anderen die Triple Entente. Die Verträge waren unterschiedlich verbindlich, wirkten aber in dieselbe Richtung: Ein Konflikt zwischen zwei Staaten zog die übrigen mit hinein.

Ein Hinweis zum genauen Lesen: Italien gehörte zum Dreibund, trat 1915 aber auf der Gegenseite in den Krieg ein. Bündnis auf dem Papier und Verhalten im Krieg sind also nicht dasselbe – diese Unterscheidung wird in Prüfungen häufig verlangt.

Dreibund / Mittelmächte

Bündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien. Im Krieg kämpften auf dieser Seite die Mittelmächte.

Beispiele

  • Das Deutsche Reich sichert Österreich-Ungarn 1914 seine Unterstützung zu.
  • Das Osmanische Reich tritt auf dieser Seite in den Krieg ein.
  • Italien verlässt das Bündnis und kämpft ab 1915 gegen Österreich-Ungarn.

Signalwörter

  • Dreibund
  • Mittelmächte
  • Deutsches Reich
  • Österreich-Ungarn
  • Osmanisches Reich

Triple Entente

Lose Verständigung zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien, gerichtet gegen die Vormacht der Mittelmächte in Europa.

Beispiele

  • Frankreich und Russland vereinbaren militärischen Beistand.
  • Großbritannien verständigt sich mit beiden Staaten.
  • Die USA treten 1917 auf dieser Seite in den Krieg ein.

Signalwörter

  • Entente
  • Frankreich
  • Russland
  • Großbritannien
  • später USA
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Ursache – Verlauf – Folge: vom Bewegungs- zum Stellungskrieg

Erkläre, warum der geplante kurze Krieg zu einem jahrelangen Stellungskrieg wurde, und ordne das nach Ursache, Verlauf und Folge.

Gegeben:

  • Die deutsche Planung setzt auf einen schnellen Sieg im Westen, bevor Russland aufmarschiert ist.
  • Maschinengewehre und Artillerie wirken stark aus der Verteidigung.

Gesucht:

Warum kam die Front zum Stehen, und was bedeutete das für den weiteren Krieg?

Lösung:

  1. Ursache: Die Strategie rechnet mit schnellen Bewegungen. Die Waffentechnik begünstigt aber den Verteidiger, der eingegraben in Stellungen liegt.
  2. Verlauf: Nach den ersten Wochen bleibt der Vormarsch im Westen stecken, die Fronten erstarren in Schützengräben, die sich über Hunderte Kilometer ziehen. Große Angriffe bringen kaum Geländegewinn, fordern aber enorme Verluste. An der Heimatfront wird die Wirtschaft ganz auf den Krieg umgestellt, Frauen übernehmen Arbeiten in Industrie und Verwaltung, Lebensmittel werden knapp und rationiert.
  3. Folge: Entscheidend werden nicht einzelne Schlachten, sondern Rohstoffe, Nachschub und Durchhaltefähigkeit. 1917 scheidet Russland nach der Revolution aus, im selben Jahr treten die USA auf der Seite der Entente ein. Deren Ressourcen verschieben das Gleichgewicht, 1918 bittet die deutsche Führung um Waffenstillstand.

Der Erste Weltkrieg war damit der erste industrielle Massenkrieg: Er wurde von ganzen Gesellschaften geführt, nicht nur von Heeren. Rund neun Millionen Soldaten starben, dazu Millionen Zivilisten. Der Vertrag von Versailles 1919 wies dem Deutschen Reich die Schuld zu, verlangte Gebietsabtretungen und Reparationen; vier Monarchien verschwanden, neue Staaten entstanden, und die Konflikte der Nachkriegszeit belasteten die junge Weimarer Republik von Anfang an.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Wie lässt sich das Attentat von Sarajevo im Juni 1914 am besten einordnen?

Wie lässt sich das Attentat von Sarajevo im Juni 1914 am besten einordnen?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ursachen waren Kolonial- und Flottenkonkurrenz, Spannungen in Südosteuropa, Nationalismus und starre Aufmarschpläne.
  • Die Bündnisse Dreibund und Triple Entente machten aus einem örtlichen Konflikt einen Krieg der Großmächte.
  • Der geplante kurze Feldzug wurde zum Stellungskrieg, weil die Waffentechnik den Verteidiger begünstigte.
  • Entscheidend waren Rohstoffe und Durchhaltefähigkeit; 1917 schied Russland aus, die USA traten ein.
  • Typischer Fehler: Anlass und Ursache verwechseln. Sarajevo war der Auslöser, nicht der Grund für den Krieg.

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Das solltest du vorher können

  • Die Industrielle Revolutionin Arbeit
  • Das Deutsche Kaiserreichin Arbeit

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