Die Landschaften Deutschlands
Deutschland lässt sich von Norden nach Süden in vier große Landschaftsräume gliedern. In dieser Lektion lernst du, wie Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirge, Alpenvorland und Alpen aufgebaut sind, woran du sie auf der Karte erkennst und wie die Menschen dort jeweils wirtschaften.
- Fach: Geografie
- Klasse 5
- Thema: Räume und Länder
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Einfach
Deutschland steigt von Nord nach Süd an
Wenn du Deutschland auf einer physischen Karte anschaust, fällt dir ein Muster auf: Die Farben werden von oben nach unten dunkler. Im Norden liegt flaches grünes Land, in der Mitte gelbe und hellbraune Flächen, im Süden dunkelbraune Gebirge. Geografen teilen Deutschland deshalb in vier Großlandschaften ein, die wie Streifen von West nach Ost verlaufen: Norddeutsches Tiefland, Mittelgebirgsschwelle, Alpenvorland und Alpen.
Das Norddeutsche Tiefland reicht von der Nord- und Ostsee bis etwa zur Linie Ruhrgebiet – Harz – Leipzig. Es liegt fast überall unter 200 Meter über dem Meeresspiegel; der tiefste Punkt bei Neuendorf-Sachsenbande in Schleswig-Holstein liegt 3,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Geformt haben diese Landschaft die Gletscher der Eiszeiten. Daran schließt sich die Mittelgebirgsschwelle an, ein Wechsel von Gebirgen und Becken: Harz mit dem Brocken (1141 m), Rheinisches Schiefergebirge, Thüringer Wald, Erzgebirge, Schwarzwald mit dem Feldberg (1493 m) und die Schwäbische Alb.
Südlich der Donau folgt das Alpenvorland, eine hügelige Landschaft zwischen etwa 400 und 800 Meter Höhe mit vielen Seen wie dem Chiemsee und dem Starnberger See. Ganz im Süden hat Deutschland einen kleinen Anteil an den Alpen, einem Hochgebirge mit der Zugspitze als höchstem Punkt (2962 m). Ein typischer Fehler ist, Mittelgebirge und Hochgebirge zu verwechseln. Entscheidend ist nicht nur die Höhe: Mittelgebirge haben runde, bewaldete Kuppen, Hochgebirge spitze Felsgipfel, Gletscher und eine Baumgrenze, über der kein Wald mehr wächst.
Tiefland oder Gebirge?
Ob ein Raum flach oder gebirgig ist, entscheidet darüber, wie die Menschen dort leben und arbeiten. Auf flachem, fruchtbarem Boden lässt sich mit großen Maschinen Landwirtschaft betreiben, im Gebirge nicht. Deshalb gehören Relief und Wirtschaft immer zusammen.
Die folgende Gegenüberstellung hilft dir, einen Kartenausschnitt einzuordnen, auch wenn kein Name dabeisteht. Achte auf Höhenangaben, Farben und darauf, wie die Flüsse verlaufen: Im Tiefland mäandern sie in weiten Schlingen, im Gebirge fließen sie gerade und schnell in engen Tälern.
Norddeutsches Tiefland
Die Karte zeigt Höhen unter 200 m und großflächiges Grün.
Beispiele
- Lüneburger Heide, Marschen an der Nordsee, Mecklenburgische Seenplatte.
- Die Börden bei Magdeburg tragen Löss und liefern hohe Weizenerträge.
- Flüsse wie die Elbe fließen langsam in weiten Schlingen.
Signalwörter
- unter 200 m Höhe
- grüne Flächen in der Karte
- Moore, Heiden und Seen
- Ackerbau mit großen Feldern
Mittelgebirge und Alpen
Die Karte zeigt Höhen über 500 m und gelb- bis dunkelbraune Flächen.
Beispiele
- Harz (Brocken 1141 m), Schwarzwald (Feldberg 1493 m), Erzgebirge.
- Alpen mit der Zugspitze (2962 m) und Gletscherresten.
- Enge Kerbtäler, Stauseen, Wald bis zur Baumgrenze.
Signalwörter
- über 500 m Höhe
- braune Farbtöne in der Karte
- viel Wald, wenig Ackerbau
- Forstwirtschaft, Weidevieh und Tourismus
Eine Reise von Flensburg nach Garmisch
Beschreibe, welche Großlandschaften du auf einer Zugfahrt von Flensburg im Norden bis Garmisch-Partenkirchen im Süden durchquerst, und wie sich die Höhe dabei verändert.
Gegeben:
- Startpunkt Flensburg, etwa 20 m über dem Meeresspiegel.
- Zielpunkt Garmisch-Partenkirchen, etwa 700 m über dem Meeresspiegel, am Fuß der Zugspitze.
Gesucht:
Die Reihenfolge der Großlandschaften und der HöhenverlaufLösung:
- Erster Abschnitt: Von Flensburg über Hamburg und Hannover fährst du durch das Norddeutsche Tiefland. Die Höhe bleibt fast durchgehend unter 200 m.
- Zweiter Abschnitt: Ab etwa Göttingen beginnt die Mittelgebirgsschwelle. Rechts und links liegen Harz, Rhön und Thüringer Wald, der Zug nutzt die Täler und steigt auf 300 bis 500 m.
- Dritter Abschnitt: Hinter Nürnberg geht es ins Süddeutsche Schichtstufenland und bei München ins Alpenvorland – ein hügeliges Land zwischen 400 und 600 m mit vielen Seen.
- Vierter Abschnitt: Die letzten Kilometer führen in die Alpen. Die Höhe steigt auf etwa 700 m, und die Berge ringsum erreichen über 2000 m.
Die Reihenfolge lautet Norddeutsches Tiefland – Mittelgebirge – Alpenvorland – Alpen. Der Höhenunterschied zwischen Start und Ziel beträgt rund 680 m, und zwischen Flensburg und der Zugspitze liegen sogar 2942 m. Deutschland ist also nach Norden hin offen und flach, nach Süden hin immer höher – deshalb fließen fast alle großen Flüsse nach Norden zur Nordsee.
Jetzt bist du dran!
In welcher Reihenfolge liegen die Großlandschaften von Norden nach Süden?
Noch nicht. Deutschland steigt von Nord nach Süd an: zuerst das Norddeutsche Tiefland, dann die Mittelgebirgsschwelle, darauf das Alpenvorland und zuletzt die Alpen.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland gliedert sich von Nord nach Süd in Tiefland, Mittelgebirge, Alpenvorland und Alpen.
- Das Norddeutsche Tiefland liegt unter 200 m und wurde von den Eiszeitgletschern geformt.
- Mittelgebirge wie Harz (1141 m) und Schwarzwald (1493 m) haben runde, bewaldete Kuppen.
- Höchster Punkt ist die Zugspitze mit 2962 m, tiefster Punkt liegt 3,5 m unter dem Meeresspiegel.
- Typischer Fehler: Mittelgebirge und Hochgebirge verwechseln. Hochgebirge haben Felsgipfel, Gletscher und eine Baumgrenze.
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Das solltest du vorher können
- Karten lesen und verstehen
- Die Bundesländer Deutschlandsin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Die Alpen als Lebensraumin Arbeit
- Flüsse in Deutschlandin Arbeit