E-Mails auf Englisch schreiben
Eine englische E-Mail hat einen festen Aufbau – und zwei ganz verschiedene Tonlagen, je nachdem, an wen du schreibst. In dieser Lektion lernst du den Aufbau von Anrede bis Grußformel und erkennst, wann du formell und wann du locker schreiben darfst.
- Fach: Englisch
- Klasse 8
- Thema: Textarbeit
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Aufbau und Tonfall
Jede englische E-Mail folgt demselben Gerüst: Betreffzeile, Anrede, ein einleitender Satz zum Anlass, der Hauptteil mit deinem Anliegen, ein abschließender Satz und die Grußformel mit deinem Namen. Die Betreffzeile ist kurz und sachlich, etwa „Application for the summer camp“. Je Absatz behandelst du genau ein Thema – das macht die Mail übersichtlich und ist im Englischen üblicher als ein langer Block.
Entscheidend ist dann der Tonfall, und der hängt allein vom Empfänger ab. Schreibst du an eine Schule, eine Firma oder eine Person, die du nicht kennst, wählst du die formelle Form: vollständige Sätze, keine Kurzformen wie „don't“, höfliche Bitten mit „Could you please …“ oder „I would be grateful if …“. Schreibst du an Freunde oder die Austauschfamilie, darfst du Kurzformen, Ausrufe und lockere Wendungen wie „Can't wait to see you“ benutzen.
Der häufigste Fehler ist das Mischen der Ebenen: Eine Mail beginnt mit „Dear Mr Smith“ und endet mit „See you, Max“ – oder sie beginnt formell und rutscht im Hauptteil in Umgangssprache ab. Anrede und Grußformel müssen zur gleichen Ebene gehören wie der Text dazwischen. Ein zweiter Stolperstein ist das Komma nach der Anrede: Im Englischen folgt auf „Dear Mrs Brown,“ ein Komma, und das nächste Wort wird trotzdem großgeschrieben – anders als im Deutschen.
Auch die Betreffzeile verdient Aufmerksamkeit: Sie soll in wenigen Wörtern sagen, worum es geht, ohne einen ganzen Satz zu bilden. „Question about the homework“ ist besser als „I have a question that I would like to ask you about the homework you gave us“. In formellen Mails hilft außerdem ein klarer Bezug am Anfang, falls du auf etwas antwortest: „Thank you for your email of 3 May“ oder „With reference to your advertisement“.
Formelle und informelle E-Mail
Frage dich vor dem ersten Wort: Kenne ich die Person privat? Lautet die Antwort nein oder schreibe ich in einer offiziellen Angelegenheit, gilt die formelle Spalte – und zwar von der Anrede bis zum Gruß. Beides zu mischen wirkt unhöflich oder unbeabsichtigt komisch.
Formelle E-Mail
An Schulen, Firmen, Behörden, Hotels und an Personen, die du nicht persönlich kennst. Auch bei Bewerbungen und Beschwerden.
Beispiele
- Dear Mr Taylor, / Dear Sir or Madam,
- I am writing to ask for further information about your language courses.
- I look forward to hearing from you. Yours sincerely, Lena Bauer
Signalwörter
- Anrede mit Dear + Nachname oder Sir or Madam
- keine Kurzformen: I am statt I'm
- höfliche Bitten: Could you please …, I would like to …
- Gruß: Yours sincerely (Name bekannt) oder Yours faithfully
- voller Vor- und Nachname am Ende
Informelle E-Mail
An Freunde, Brieffreunde, Verwandte und die Gastfamilie. Immer, wenn du die Person privat kennst und duzen würdest.
Beispiele
- Hi Sophie, / Hey Tom,
- Thanks for your message – it was great to hear from you.
- Write back soon. Love, Max / Best wishes, Max
Signalwörter
- Anrede mit Hi oder Hey + Vorname
- Kurzformen erlaubt: I'm, don't, can't
- direkte Fragen: How are you? What about you?
- Gruß: Best wishes, Love, Take care, See you soon
- nur der Vorname am Ende
| Baustein | Formell | Informell |
|---|---|---|
| Anrede | Dear Mr Taylor, / Dear Sir or Madam, | Hi Sophie, / Hey Tom, |
| Kurzformen | nicht erlaubt: I am, do not | erlaubt: I'm, don't |
| Bitte | Could you please … | Can you … |
| Gruß | Yours sincerely / Yours faithfully | Best wishes / Love |
Eine formelle Anfrage aufbauen
Du möchtest bei einer Sprachschule in Brighton nach Kursen für Jugendliche fragen: Preise, Dauer und Unterbringung.
Gegeben:
- Empfänger: Sprachschule, Ansprechpartner unbekannt
- Anliegen: Informationen zu Kurs, Preis und Unterkunft
Gesucht:
Aufbau und Formulierungen für die formelle E-MailLösung:
- Betreff: Information about summer courses for teenagers
- Anrede und Anlass: Dear Sir or Madam, I am writing to ask for information about your summer courses.
- Hauptteil mit je einem Thema pro Absatz: I am fifteen years old and would like to attend a two-week course in July. Could you please tell me how much the course costs and whether accommodation with a host family is included?
- Abschluss und Gruß: I look forward to hearing from you. Yours faithfully, Jonas Weber
Die Mail bleibt von der Anrede bis zum Gruß auf einer Ebene: keine Kurzformen, höfliche Frageform mit „Could you please“ und „Yours faithfully“, weil der Name des Empfängers unbekannt ist. Wüsstest du den Namen, hieße es „Dear Mr Taylor“ und „Yours sincerely“.
Typische Fehler deutscher Lernender
Der häufigste Fehler ist, wie beschrieben, das Mischen von formell und informell innerhalb einer Mail. Das passiert oft unbewusst, wenn im Hauptteil eine lockere Wendung wie „by the way“ oder ein Ausrufezeichen einfließt, obwohl die Mail mit „Dear Sir or Madam“ begonnen hat. Lies deine Mail deshalb am Ende noch einmal komplett durch und prüfe, ob jeder Satz zur gewählten Ebene passt.
Ein zweiter Fehler ist die wörtliche Übersetzung deutscher Höflichkeitsfloskeln. „I hope you are fine“ am Anfang einer formellen Geschäftsmail wirkt zu persönlich; besser ist ein direkter Bezug zum Anliegen. Ein dritter Fehler ist das fehlende Komma nach der Anrede oder eine falsche Großschreibung danach: Auf „Dear Mr Brown,“ folgt ein Großbuchstabe, obwohl im Deutschen nach dem Komma klein weitergeschrieben würde.
Tipps für die Klassenarbeit
Lies die Aufgabenstellung genau: Steht dort ein Name einer Firma, Schule oder ein unbekannter Erwachsener, schreibst du formell. Steht dort ein Freund, eine Brieffreundin oder die Gastfamilie, schreibst du informell. Plane deine Mail vor dem Schreiben in Stichpunkten: Betreff, Anrede, Anlass, zwei bis drei Punkte im Hauptteil, Schlusssatz, Gruß. So verlierst du in der Prüfung keinen Baustein.
Baue dir einen kleinen Wortschatz aus festen Wendungen auf, die du in jeder formellen Mail wiederverwenden kannst: „I am writing to …“, „I would be grateful if …“, „I look forward to hearing from you.“ Für informelle Mails helfen „Thanks for your message“, „Can't wait to see you“ und „Write back soon“. Kontrolliere am Schluss noch einmal die Kurzformen: In formellen Mails dürfen keine vorkommen.
Jetzt bist du dran
Du schreibst an „Dear Sir or Madam“. Welche Grußformel passt?
Noch nicht. „Yours faithfully“ gehört zu einer Anrede ohne Namen. Sobald du den Nachnamen des Empfängers kennst und „Dear Mr Taylor“ schreibst, lautet der Gruß „Yours sincerely“.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufbau: Betreff, Anrede, Anlass, Hauptteil, Schlusssatz, Grußformel, Name.
- Der Empfänger bestimmt die Ebene – und die gilt für die ganze Mail.
- Formell: keine Kurzformen, Could you please …, Yours sincerely oder Yours faithfully.
- Informell: Hi + Vorname, Kurzformen erlaubt, Best wishes oder Love.
- Typischer Fehler: formelle Anrede und lockerer Gruß in derselben Mail.
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Häufige Fragen zu E-Mails auf Englisch schreiben
- Wie beginnt man eine formelle E-Mail auf Englisch?
- Kennst du den Namen, schreibst du „Dear Mr Smith,“ oder „Dear Ms Smith,“. Kennst du ihn nicht, schreibst du „Dear Sir or Madam,“. Nach der Anrede folgt ein Komma, das nächste Wort wird großgeschrieben. Der erste Satz nennt den Anlass, zum Beispiel „I am writing to ask for information about …“ oder „I am writing to apply for …“.
- Was ist der Unterschied zwischen Yours sincerely und Yours faithfully?
- Beide sind formelle Grußformeln im britischen Englisch. Yours sincerely nimmst du, wenn du den Empfänger mit Namen angesprochen hast, also nach „Dear Mr Taylor“. Yours faithfully nimmst du, wenn du „Dear Sir or Madam“ geschrieben hast und den Namen nicht kennst. Eine neutrale, etwas modernere Alternative ist „Kind regards“, die zu beiden Anreden passt.
- Darf man in einer formellen E-Mail Kurzformen wie I'm verwenden?
- Nein. In formellen E-Mails schreibst du die Formen aus: I am statt I'm, do not statt don't, I would statt I'd. Kurzformen wirken locker und passen nur in informelle Mails an Freunde oder Familie. In Klassenarbeiten achten Lehrkräfte genau darauf, dass die Ebene durchgehend stimmt, deshalb kosten Kurzformen in einer formellen Mail oft Punkte.
- Wie beendet man eine informelle E-Mail auf Englisch?
- Vor dem Gruß steht meist ein kurzer Satz, der zur Antwort einlädt, etwa „Write back soon“, „Can't wait to hear from you“ oder „Say hi to your family“. Danach folgen Grüße wie Best wishes, Love, Take care oder See you soon, jeweils mit Komma, und darunter nur dein Vorname. Love schreibt man eher an Familie und enge Freunde.
- Wie schreibt man eine gute Betreffzeile?
- Die Betreffzeile fasst das Anliegen in wenigen Wörtern zusammen, ohne ein vollständiger Satz zu sein: „Application for the summer camp“, „Question about the homework“, „Booking confirmation needed“. Vermeide vage Betreffs wie „Hello“ oder „Question“, weil sie dem Empfänger nicht zeigen, worum es geht. In formellen Mails ist eine präzise Betreffzeile besonders wichtig.
- Darf man in einer E-Mail Ausrufezeichen und Emojis verwenden?
- In informellen Mails an Freunde sind Ausrufezeichen völlig normal, Emojis sind ebenfalls üblich, sollten aber sparsam eingesetzt werden. In formellen Mails an Schulen, Firmen oder unbekannte Personen gehören beide nicht hin, sie wirken dort unprofessionell. Prüfe deshalb immer zuerst, welche Ebene die Mail hat, bevor du dich für oder gegen solche Mittel entscheidest.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.
Das solltest du vorher können
- Question Tags
- Höfliche Bitten mit would und couldin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Eine Summary schreiben
- Bewerbung auf Englischin Arbeit