Trennverfahren für Stoffgemische
In dieser Lektion lernst du, wie man Stoffgemische wieder in ihre Bestandteile zerlegt. Du siehst, welche Stoffeigenschaft jedes Verfahren ausnutzt, und entscheidest sicher zwischen Filtrieren und Destillieren.
- Fach: Chemie
- Klasse 7
- Thema: Stoffe und Eigenschaften
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Einfach
Jedes Verfahren nutzt einen Unterschied
Stoffgemische kann man trennen, ohne die Stoffe selbst zu verändern. Der Trick ist immer derselbe: Man sucht eine Eigenschaft, in der sich die Bestandteile unterscheiden, und baut den Versuch genau darauf auf. Unterschiedliche Teilchengröße führt zum Filtrieren oder Sieben, unterschiedliche Siedetemperatur zum Destillieren, unterschiedliche Dichte zum Sedimentieren und Dekantieren, und Magnetismus trennt Eisenspäne von Sand.
Deshalb lautet die erste Frage nie „Welches Verfahren nehme ich?“, sondern „Worin unterscheiden sich die Stoffe in meinem Gemisch?“. Sand und Wasser unterscheiden sich in der Teilchengröße, denn Sandkörner sind riesig gegen Wassermoleküle. Salz und Wasser unterscheiden sich darin nicht, weil das Salz in Wasser gelöst ist und in winzige Teilchen zerfällt – dafür unterscheiden sie sich stark in der Siedetemperatur.
Hier steckt der häufigste Fehler: Schüler wollen Salzwasser filtrieren. Das funktioniert nicht, weil gelöste Teilchen durch jede Filterpore schlüpfen. Man erkennt den Fall schon mit den Augen: Eine klare Lösung lässt sich nicht filtrieren, eine trübe Mischung mit sichtbaren Feststoffen schon.
Filtrieren oder Destillieren?
Beide Verfahren trennen einen Feststoff von Wasser – aber nur eines passt zum jeweiligen Gemisch. Entscheidend ist, ob der Feststoff gelöst ist oder nicht.
Filtrieren
Der Feststoff ist im Wasser nicht gelöst, sondern nur verteilt. Genutzt wird der Unterschied in der Teilchengröße.
Beispiele
- Sand aus Wasser abtrennen
- Tee von den Teeblättern trennen
- Kreidepulver aus einer trüben Aufschlämmung holen
Signalwörter
- Das Gemisch ist trüb
- Feststoff ist mit dem Auge oder der Lupe zu sehen
- Es setzt sich beim Stehen etwas am Boden ab
- Im Text steht „Suspension“ oder „aufgeschlämmt“
Destillieren
Der Stoff ist im Wasser gelöst oder es sollen zwei Flüssigkeiten getrennt werden. Genutzt wird der Unterschied in der Siedetemperatur.
Beispiele
- Trinkwasser aus Meerwasser gewinnen
- Reines Wasser aus Salzlösung holen
- Alkohol von Wasser trennen
Signalwörter
- Das Gemisch ist klar, aber nicht reines Wasser
- Im Text steht „gelöst“ oder „Lösung“
- Der Filter hat nichts zurückgehalten
- Beide Bestandteile sollen erhalten bleiben
Ein Gemisch in drei Schritten zerlegen
Ein Becherglas enthält eine trübe Mischung aus Sand, Eisenspänen und Salzwasser. Wie gewinnst du alle drei Stoffe einzeln zurück?
Gegeben:
- Gemisch aus Sand, Eisenspänen und Salzlösung
- Sand und Eisen sind nicht gelöst, das Salz ist gelöst
Gesucht:
Reihenfolge der TrennverfahrenLösung:
- Eisenspäne mit einem Magneten herausziehen – nur Eisen ist magnetisch.
- Den Rest filtrieren: Der Sand bleibt im Filter, die Salzlösung läuft durch.
- Die Salzlösung destillieren oder eindampfen: Das Wasser siedet weg, das Salz bleibt zurück.
Eisen, Sand, Salz und Wasser liegen einzeln vor – erst das magnetische, dann das ungelöste, zuletzt das gelöste Bestandteil.
Jetzt bist du dran
Mit welchem Verfahren gewinnst du reines Wasser aus Salzwasser?
Noch nicht. Gelöstes Salz geht durch jeden Filter hindurch. Beim Destillieren nutzt man aus, dass Wasser viel früher siedet als Salz.
Das Wichtigste in Kürze
- Jedes Trennverfahren nutzt einen Unterschied in einer Stoffeigenschaft.
- Filtrieren trennt nach Teilchengröße – nur bei ungelösten Feststoffen.
- Destillieren trennt nach Siedetemperatur – auch bei gelösten Stoffen.
- Gelöstes Salz lässt sich niemals herausfiltrieren, das ist der häufigste Fehler.
- Bei mehreren Bestandteilen zuerst das magnetische, dann das ungelöste, zuletzt das gelöste abtrennen.
Lektion abschließen
Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Das solltest du vorher können
- Stoffeigenschaften und Reinstoffe
- Lösungen und Suspensionenin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Aggregatzustände und Teilchenmodell
- Chromatografiein Arbeit