Das Römische Reich
Aus einer Stadt am Tiber wurde ein Reich, das rund um das Mittelmeer reichte. In dieser Lektion verfolgst du, warum Rom so weit wachsen konnte, wie die Gesellschaft dabei in Patrizier und Plebejer geteilt war und woran das Reich schließlich zerbrach.
- Fach: Geschichte
- Klasse 6
- Thema: Antike
- Dauer: 16 Min
- Niveau: Mittel
Warum aus Rom ein Weltreich wurde
Rom war anfangs nur eine von vielen Siedlungen in Italien. Der Ort war aber günstig gelegen: am Tiber, an einer Flussfurt, auf Hügeln, die man gut verteidigen konnte, und nah am Meer. Wer hier saß, kontrollierte den Handelsweg zwischen Nord- und Süditalien. Das allein erklärt den Aufstieg noch nicht – entscheidend war, wie Rom mit Besiegten umging. Statt unterworfene Städte nur auszuplündern, band Rom sie als Bundesgenossen ein: Sie behielten oft ihre eigene Verwaltung, mussten aber Soldaten stellen. Mit jedem Sieg wuchs so die Zahl der Männer, die für Rom kämpften.
Dazu kam ein Heer, das anders organisiert war als die Truppen der Nachbarn. Die Legionen bestanden nicht aus Söldnern, sondern aus Bürgern, die für ihre eigene Stadt kämpften und streng ausgebildet wurden. Verlorene Schlachten konnte Rom deshalb verkraften: Nach der Niederlage gegen Hannibal bei Cannae (216 v. Chr.) stellte es neue Heere auf und gewann den Krieg trotzdem. Nach den Kriegen gegen Karthago war Rom die stärkste Macht im Mittelmeerraum.
Erobern war aber nur die eine Hälfte. Damit das Reich zusammenhielt, baute Rom Straßen, Wasserleitungen und Städte, schrieb Recht nieder und ließ die Menschen in den Provinzen ihre Götter behalten. Wer Steuern zahlte und keinen Aufstand anfing, konnte weitgehend so weiterleben wie vorher – manche Provinzbewohner wurden sogar römische Bürger. Gerade diese Größe wurde später zum Problem: Die Grenzen waren zu lang, die Heere zu teuer, und ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. stritten immer wieder Feldherren um die Macht. 395 n. Chr. wurde das Reich dauerhaft geteilt, 476 n. Chr. endete das Weströmische Reich.
Patrizier und Plebejer
Die römische Gesellschaft war nicht gleich. Über Jahrhunderte entschied die Geburt darüber, ob man mitregieren durfte. Auf der einen Seite standen die Patrizier, die alten Adelsfamilien, auf der anderen die Plebejer, die große Mehrheit der Bürger. Wenn du in einer Quelle liest, wer ein Amt bekommt und wer nur zustimmen darf, erkennst du daran sofort, über welche Gruppe gesprochen wird.
Wichtig: Beide Gruppen waren freie römische Bürger. Die Sklaven standen außerhalb dieser Ordnung und hatten überhaupt keine politischen Rechte – das wird oft verwechselt.
Patrizier
Kleine Oberschicht aus alten Adelsfamilien. Besaß großes Land und hatte lange allein Zugang zu den höchsten Ämtern und zum Senat.
Beispiele
- Ein Patrizier wird zum Konsul gewählt und führt ein Heer.
- Er sitzt im Senat und berät über Krieg und Frieden.
- Seine Familie besitzt große Landgüter außerhalb der Stadt.
Signalwörter
- Senat
- Konsul
- Adelsfamilie
- Landbesitz
- Priesterämter
Plebejer
Die große Mehrheit der Bürger: Bauern, Handwerker, Händler. Musste im Heer dienen, durfte aber zunächst keine hohen Ämter übernehmen.
Beispiele
- Ein plebejischer Bauer zieht als Legionär in den Krieg.
- Plebejer verlassen die Stadt, um Rechte zu erzwingen.
- Ein Volkstribun legt gegen einen Beschluss sein Veto ein.
Signalwörter
- Volkstribun
- Veto
- Handwerker
- Bauern
- Volksversammlung
Ursache – Verlauf – Folge: der Ständekampf
Ordne den Ständekampf zwischen Patriziern und Plebejern nach Ursache, Verlauf und Folge. So sollst du jedes historische Ereignis aufschlüsseln.
Gegeben:
- Plebejer dienen im Heer, haben aber keinen Zugang zu den Ämtern.
- Viele sind durch Schulden von reichen Patriziern abhängig.
Gesucht:
Warum änderte sich die Ordnung – und was blieb davon?Lösung:
- Ursache: Ohne die Plebejer als Soldaten kann Rom keinen Krieg führen. Daraus entsteht ein Druckmittel.
- Verlauf: Die Plebejer verweigern mehrfach den Kriegsdienst und verlassen die Stadt. Die Patrizier müssen verhandeln.
- Folge: Es entstehen Volkstribunen mit Vetorecht, das Recht wird aufgeschrieben (Zwölftafelgesetze, 450 v. Chr.), später werden Plebejer auch zu Konsuln gewählt.
Rom wurde dadurch keine Demokratie: Ämter blieben unbezahlt, also konnten sich praktisch nur reiche Bürger leisten, sie zu übernehmen. Der Ständekampf zeigt aber, dass Rechte erkämpft wurden, weil die Oberschicht auf die Mehrheit angewiesen war.
Jetzt bist du dran!
Welcher Grund erklärt am besten, warum Rom nach Siegen immer stärker wurde?
Noch nicht. Weil Besiegte zu Bundesgenossen wurden, wuchs mit jedem Sieg die Zahl der verfügbaren Soldaten. Reines Zerstören hätte Rom keine neuen Truppen gebracht.
Das Wichtigste in Kürze
- Lage am Tiber, Bundesgenossen und ein Bürgerheer erklären Roms Aufstieg – nicht einzelne Schlachten.
- Patrizier waren die adlige Oberschicht, Plebejer die Mehrheit der Bürger; Sklaven standen ganz außerhalb.
- Im Ständekampf erzwangen die Plebejer Volkstribunen, geschriebenes Recht und später den Zugang zu Ämtern.
- Straßen, Recht und Religionsfreiheit hielten die Provinzen zusammen – die Größe wurde später zur Last.
- Typischer Fehler: Plebejer mit Sklaven gleichsetzen. Plebejer waren freie Bürger mit Wahlrecht.
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Das solltest du vorher können
- Zeitrechnung: v. Chr. und n. Chr.in Arbeit
- Das antike Griechenlandin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Die Ständegesellschaft im Mittelalter
- Leben in einer römischen Stadtin Arbeit