Das Ökosystem Wald
Ein Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen. In dieser Lektion lernst du, wie Pflanzen, Tiere und Bodenlebewesen über Nahrungsbeziehungen verbunden sind und warum ohne Destruenten der Stoffkreislauf stillstehen würde.
- Fach: Biologie
- Klasse 8
- Thema: Ökologie
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Mittel
Ein Wald ist ein System
Ein Ökosystem besteht aus zwei Teilen, die sich gegenseitig beeinflussen. Der Lebensraum mit seinen nicht lebenden Bedingungen heißt Biotop: Licht, Temperatur, Wasser, Bodenart. Die Gemeinschaft aller Lebewesen darin heißt Biozönose. Verändert sich das eine, folgt das andere. Fällt ein alter Baum, kommt Licht auf den Boden, und an dieser Stelle wachsen plötzlich Pflanzen, die es vorher dort nicht gab.
Der Wald ist in Schichten aufgebaut, und jede hat ihre eigenen Bewohner. Oben die Baumschicht, darunter Strauchschicht, Krautschicht und Moosschicht, im Boden die Wurzelschicht. Diese Stufen entstehen, weil Licht zur Mangelware wird: In einem dichten Buchenwald erreicht im Sommer nur wenige Prozent des Lichts den Boden. Deshalb blühen Buschwindröschen und Lerchensporn im Frühjahr, bevor die Bäume austreiben – danach wäre es für sie zu dunkel.
Verbunden sind alle über die Nahrung. Eine Nahrungskette beschreibt eine einzelne Linie: Eichenblatt, Raupe, Meise, Sperber. In Wirklichkeit frisst fast jedes Tier mehrere Arten und wird von mehreren gefressen, deshalb spricht man vom Nahrungsnetz. Das macht ein Ökosystem stabil: Fällt eine Beuteart aus, kann ein Räuber auf eine andere ausweichen. Fehlt sie in einer reinen Kette, bricht alles Folgende weg.
Produzenten, Konsumenten und Destruenten
Jedes Lebewesen im Wald nimmt eine von drei Rollen ein – entscheidend ist, woher es seine Energie und seine Baustoffe bezieht. Produzenten stellen organische Stoffe selbst aus anorganischen her, also aus Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralsalzen. Alle anderen sind darauf angewiesen, fertige organische Stoffe zu fressen.
Bei den Verwertern unterscheidet man noch einmal: Konsumenten fressen lebende Pflanzen oder Tiere, Destruenten zerlegen abgestorbenes Material. Die Destruenten sind der unscheinbare, aber entscheidende Teil. Sie bauen Laub, Holz und Kot bis zu den anorganischen Mineralsalzen ab und geben sie an den Boden zurück. Erst dadurch können die Produzenten dieselben Stoffe wieder aufnehmen – der Stoffkreislauf schließt sich.
Produzenten
Bauen aus anorganischen Stoffen und Lichtenergie selbst organische Stoffe auf. Sie stehen am Anfang jeder Nahrungskette.
Beispiele
- Buche und Eiche in der Baumschicht
- Haselnussstrauch in der Strauchschicht
- Waldmeister und Moose am Boden
Signalwörter
- betreiben Fotosynthese
- brauchen Licht, Wasser, Mineralsalze
- auch Erzeuger genannt
- erste Stufe der Nahrungskette
Konsumenten und Destruenten
Ernähren sich von organischen Stoffen, die andere aufgebaut haben. Konsumenten fressen Lebendes, Destruenten zersetzen Abgestorbenes.
Beispiele
- Konsument 1. Ordnung: Raupe frisst Eichenblätter
- Konsument 2. Ordnung: Meise frisst die Raupe
- Destruenten: Regenwurm, Asseln, Pilze und Bakterien zerlegen Falllaub
Signalwörter
- keine Fotosynthese
- Konsumenten: Verbraucher, geordnet nach Ordnungen
- Destruenten: Zersetzer, leben von totem Material
- Destruenten schließen den Stoffkreislauf
Was passiert, wenn die Meisen fehlen?
In einem Buchenwald verschwinden durch Krankheit fast alle Meisen. Überlege entlang der Nahrungskette Eichenblatt – Raupe – Meise – Sperber, welche Folgen das hat.
Gegeben:
- Nahrungskette: Eichenblatt → Raupe → Meise → Sperber
- Meisen fressen sehr große Mengen Raupen, besonders zur Brutzeit
Gesucht:
Folgen für Raupen, Bäume und SperberLösung:
- Den Raupen fehlt ihr wichtigster Fressfeind. Ihre Zahl steigt stark an.
- Mehr Raupen bedeuten mehr abgefressene Blätter. Die Bäume betreiben weniger Fotosynthese und wachsen langsamer, bei Kahlfraß können sie absterben.
- Den Sperbern fehlt Beute. Weil sie aber im Nahrungsnetz auch andere Kleinvögel jagen, weichen sie teilweise darauf aus – sie verschwinden nicht sofort.
- Mehr Falllaub von den geschädigten Bäumen gibt den Destruenten vorübergehend mehr Arbeitsmaterial.
Der Wegfall eines Gliedes wirkt in beide Richtungen: nach unten über die Raupen bis zu den Bäumen, nach oben auf den Sperber. Dass der Sperber ausweichen kann, zeigt den Vorteil eines Nahrungsnetzes gegenüber einer einzelnen Kette.
Jetzt bist du dran!
Welche Aufgabe haben die Destruenten im Ökosystem Wald?
Noch nicht. Destruenten wie Regenwürmer, Pilze und Bakterien bauen totes Material zu anorganischen Stoffen ab. Erst dadurch stehen die Mineralsalze den Produzenten wieder zur Verfügung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ökosystem = Biotop (Lebensraum) + Biozönose (Lebensgemeinschaft), beide beeinflussen sich gegenseitig.
- Der Wald ist geschichtet: Baum-, Strauch-, Kraut-, Moos- und Wurzelschicht. Der Grund ist das knappe Licht.
- Produzenten bauen auf, Konsumenten fressen Lebendes, Destruenten zersetzen Totes.
- Ohne Destruenten stünde der Stoffkreislauf still, weil die Mineralsalze im Laub gebunden blieben.
- Typischer Fehler: Destruenten zu den Konsumenten zu zählen. Konsumenten fressen lebende Organismen, Destruenten ausschließlich abgestorbenes Material.
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Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Das solltest du vorher können
- Die Fotosynthese
- Nahrungskettenin Arbeit
Das kommt als Nächstes
- Das Ökosystem Seein Arbeit
- Stoffkreislauf und Energieflussin Arbeit