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Ganze Zahlen rechnen: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division

In dieser Lektion lernst du, wie du mit positiven und negativen ganzen Zahlen rechnest. Du übst das Addieren und Subtrahieren am Zahlenstrahl und lernst die Vorzeichenregeln für Multiplikation und Division kennen, mit denen du jede Aufgabe mit negativen Zahlen sicher lösen kannst.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 6
  • Thema: Zahlenräume
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was sind ganze Zahlen?

Die ganzen Zahlen umfassen alle natürlichen Zahlen, die Null und zusätzlich alle negativen Zahlen: …, −3, −2, −1, 0, 1, 2, 3, … . Anders als bei den natürlichen Zahlen kannst du also auch dann noch weiterrechnen, wenn eine Subtraktion einen kleineren Wert vom größeren abzieht – 3 − 5 ergibt bei den ganzen Zahlen −2, während es bei den natürlichen Zahlen keine Lösung gäbe.

Am besten stellst du dir ganze Zahlen auf einem Zahlenstrahl vor, der sich nach beiden Seiten unendlich fortsetzt. Rechts von der Null liegen die positiven Zahlen, links die negativen. Je weiter eine Zahl links liegt, desto kleiner ist sie – deshalb ist −10 kleiner als −2, auch wenn der Betrag von −10 größer wirkt.

Negative Zahlen begegnen dir im Alltag ständig: bei Minusgraden im Winter, bei einem Kontostand im Minus, bei Stockwerken unter der Erde oder bei Höhenangaben unter dem Meeresspiegel. Wer sich diese Beispiele vor Augen führt, versteht schneller, warum negative Zahlen keine Erfindung der Mathematik zum Ärgern sind, sondern reale Situationen beschreiben.

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Addieren und Subtrahieren ganzer Zahlen

Eine Addition bedeutet am Zahlenstrahl immer einen Schritt nach rechts, eine Subtraktion einen Schritt nach links – unabhängig davon, ob die Zahlen positiv oder negativ sind. Bei −4 + 9 startest du bei −4 und gehst neun Schritte nach rechts, landest also bei 5. Bei 3 − 7 startest du bei 3 und gehst sieben Schritte nach links, landest also bei −4.

Besonders wichtig ist die Regel für zwei aufeinanderfolgende Vorzeichen: Zwei gleiche Vorzeichen hintereinander werden zu einem Plus, zwei verschiedene Vorzeichen zu einem Minus. Deshalb wird aus 5 − (−3) die Rechnung 5 + 3 = 8, und aus 5 + (−3) wird 5 − 3 = 2. Diese Regel gilt für Klammern jeder Art und ist der Schlüssel, um Minusklammern richtig aufzulösen.

Ein nützlicher Trick: Steht ein Minus vor einer Klammer mit mehreren Zahlen, dreht sich beim Auflösen jedes Vorzeichen in der Klammer um. Aus 8 − (5 − 2) wird also 8 − 5 + 2 = 5. Wer diese Regel verinnerlicht, vermeidet einen der häufigsten Fehler bei ganzen Zahlen.

AusdruckZusammengefasstErgebnis am Beispiel
+ (+)wird zu +5 + (+3) = 5 + 3 = 8
+ (−)wird zu −5 + (−3) = 5 − 3 = 2
− (+)wird zu −5 − (+3) = 5 − 3 = 2
− (−)wird zu +5 − (−3) = 5 + 3 = 8
Vorzeichen bei Addition und Subtraktion zusammenfassen
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Multiplizieren und Dividieren ganzer Zahlen

Bei Multiplikation und Division gilt eine ähnliche, aber eigenständige Regel: Haben beide Zahlen das gleiche Vorzeichen, ist das Ergebnis positiv. Haben sie unterschiedliche Vorzeichen, ist das Ergebnis negativ. Das gilt für (+3) · (+4) = +12 und für (−3) · (−4) = +12 ebenso wie für (+3) · (−4) = −12 und (−3) · (+4) = −12.

Für die Division gilt genau dieselbe Regel: (−12) : (−4) = +3, aber (−12) : (+4) = −3. Wichtig ist, dass du bei mehreren Faktoren einfach die Minuszeichen zählst: Eine gerade Anzahl an Minuszeichen ergibt insgesamt ein positives Ergebnis, eine ungerade Anzahl ein negatives.

a · b
a
erster Faktor, kann positiv oder negativ sein
b
zweiter Faktor, kann positiv oder negativ sein
Gleiche Vorzeichen ergeben ein positives Ergebnis, verschiedene ein negatives.
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Beispiel: Temperaturunterschied berechnen

Um 6 Uhr morgens zeigt das Thermometer −4 °C. Bis 12 Uhr mittags steigt die Temperatur um 9 Grad. Welche Temperatur zeigt das Thermometer um 12 Uhr?

Gegeben:

  • Starttemperatur: −4 °C
  • Änderung: +9 °C

Gesucht:

Temperatur um 12 Uhr

Lösung:

  1. Startwert notieren: −4 °C.
  2. Änderung als Addition schreiben, da die Temperatur steigt: −4 + 9
  3. Am Zahlenstrahl von −4 aus neun Schritte nach rechts gehen.
  4. −4 + 95

Um 12 Uhr zeigt das Thermometer 5 °C. Die Rechnung passt zur Vorstellung am Zahlenstrahl: Von −4 aus neun Schritte nach rechts führen über die Null hinweg bis zur 5. Würde die Temperatur stattdessen um 9 Grad fallen, müsste man −4 − 9 = −13 °C rechnen.

Eine Temperaturänderung lässt sich als Addition oder Subtraktion ganzer Zahlen schreiben.
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Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist, bei einer Subtraktion mit negativen Zahlen die Vorzeichenregel zu vergessen. Viele rechnen 5 − (−3) fälschlich als 5 − 3 = 2, statt die beiden Minuszeichen zu einem Plus zusammenzufassen: Richtig ist 5 − (−3) = 5 + 3 = 8. Schreibe dir bei solchen Aufgaben lieber einen Zwischenschritt auf, statt im Kopf zu raten.

Ein zweiter Fehler betrifft den Betrag und das Vorzeichen bei der Multiplikation: Manche vergessen bei mehreren Minuszeichen mitzuzählen und behaupten, jede Rechnung mit Minuszeichen ergäbe automatisch ein negatives Ergebnis. Bei (−2) · (−3) etwa ist das Ergebnis aber positiv, weil zwei Minuszeichen sich aufheben.

Ein dritter Fehler ist die Verwechslung von Betrag und Wert beim Vergleichen. −8 ist kleiner als −3, obwohl der Betrag von −8 größer ist als der von −3. Wer nur auf die Ziffern schaut und das Vorzeichen ignoriert, vergleicht negative Zahlen oft falsch.

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Tipps für die Klassenarbeit

Zeichne dir bei Unsicherheit einen kleinen Zahlenstrahl an den Rand deines Blattes. So siehst du sofort, ob ein Schritt nach rechts oder links gemeint ist, und Additions- und Subtraktionsfehler werden seltener. Besonders bei Textaufgaben mit Temperaturen, Höhen oder Kontoständen hilft dieses Bild, die Rechnung richtig aufzustellen.

Löse Klammern immer zuerst auf, bevor du weiterrechnest, und wende dabei konsequent die Vorzeichenregel an: gleiche Zeichen werden zu Plus, verschiedene zu Minus. Bei Multiplikation und Division zählst du stattdessen die Anzahl der Minuszeichen – eine gerade Anzahl ergibt ein positives, eine ungerade ein negatives Ergebnis.

Am Ende jeder Aufgabe lohnt sich eine kurze Plausibilitätsprüfung: Passt das Vorzeichen des Ergebnisses zur Situation? Wird ein Kontostand durch eine Ausgabe kleiner, muss das Ergebnis negativer werden als vorher, nicht positiver. Solche Kontrollen helfen, Vorzeichenfehler vor der Abgabe noch zu entdecken.

Die wichtigsten Regeln zum Rechnen mit ganzen Zahlen auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Berechne: −7 + 12

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ganze Zahlen umfassen alle natürlichen Zahlen, die Null und alle negativen Zahlen.
  • Addition bedeutet am Zahlenstrahl einen Schritt nach rechts, Subtraktion einen Schritt nach links.
  • Zwei gleiche Vorzeichen hintereinander werden zu Plus, zwei verschiedene zu Minus.
  • Bei Multiplikation und Division gilt: gleiche Vorzeichen ergeben Plus, verschiedene ergeben Minus.
  • Typischer Fehler: Minusklammern falsch auflösen. Zähle bei mehreren Vorzeichen immer, wie viele Minuszeichen insgesamt vorkommen.

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Neue Aufgaben, so viele du willst – jedes Mal mit anderen Zahlen.

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Häufige Fragen zu Ganze Zahlen rechnen: Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division

Was sind ganze Zahlen?
Ganze Zahlen sind alle natürlichen Zahlen, die Null und zusätzlich alle negativen Zahlen wie −1, −2 oder −100. Sie werden mit dem Symbol Z bezeichnet und lassen sich auf einem nach beiden Seiten unendlichen Zahlenstrahl darstellen. Anders als bei den natürlichen Zahlen kann bei ganzen Zahlen jede Subtraktion durchgeführt werden.
Wie rechnet man mit negativen Zahlen?
Am einfachsten stellst du dir den Zahlenstrahl vor: Eine Addition ist ein Schritt nach rechts, eine Subtraktion ein Schritt nach links. Bei zwei Vorzeichen hintereinander gilt die Regel: gleiche Zeichen werden zu Plus, verschiedene zu Minus. Bei Multiplikation und Division zählst du stattdessen die Anzahl der negativen Faktoren.
Warum ergibt Minus mal Minus Plus?
Das lässt sich über ein Muster erklären: (−2) · 3 = −6, (−2) · 2 = −4, (−2) · 1 = −2, (−2) · 0 = 0. Verringert man den zweiten Faktor jeweils um 1, steigt das Ergebnis um 2. Setzt man dieses Muster fort, folgt zwingend (−2) · (−1) = 2, also ein positives Ergebnis.
Was ist der Unterschied zwischen −8 und −3, welche Zahl ist größer?
−3 ist größer als −8, obwohl der Betrag von 8 größer ist als der von 3. Am Zahlenstrahl liegt −3 weiter rechts als −8, und weiter rechts bedeutet immer größer. Ein hilfreicher Vergleich: Ein Kontostand von −3 Euro ist besser als ein Kontostand von −8 Euro.
In welcher Klasse lernt man ganze Zahlen?
Ganze Zahlen und der Umgang mit negativen Zahlen werden meist in Klasse 6 eingeführt, nachdem die natürlichen Zahlen und die Grundrechenarten sicher beherrscht werden. Später bauen Terme, Gleichungen und die Koordinatengeometrie direkt auf dem sicheren Umgang mit negativen Zahlen auf.
Wie löst man Klammern mit Minuszeichen auf?
Steht vor einer Klammer ein Minuszeichen, dreht sich beim Auflösen jedes Vorzeichen innerhalb der Klammer um: aus 8 − (5 − 2) wird 8 − 5 + 2. Steht vor der Klammer ein Pluszeichen, bleiben alle Vorzeichen in der Klammer unverändert erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen ganzen Zahlen und natürlichen Zahlen?
Natürliche Zahlen sind die Zählzahlen 0, 1, 2, 3 und so weiter, also ohne negative Werte. Ganze Zahlen erweitern diese Menge um alle negativen Zahlen. Jede natürliche Zahl ist also auch eine ganze Zahl, aber nicht umgekehrt.
Wie merkt man sich die Vorzeichenregeln am besten?
Bei Multiplikation und Division hilft das Zählen der Minuszeichen: eine gerade Anzahl ergibt Plus, eine ungerade Anzahl ergibt Minus. Bei Addition und Subtraktion hilft der Zahlenstrahl: Plus bedeutet einen Schritt nach rechts, Minus einen Schritt nach links, und zwei Vorzeichen hintereinander werden vor dem Rechnen zu einem einzigen zusammengefasst.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes