Kanada Geografie
Zur Kanada Geografie gehören das zweitgrößte Land der Erde, weite Wälder und Seen, die Rocky Mountains und rund 41 Millionen Einwohner (2024), die vor allem im Süden leben. In dieser Lektion lernst du, wo Kanada liegt, welche Landschaften und Klimazonen es gibt, wo die großen Städte liegen und welche Rolle Rohstoffe und Klimawandel spielen.
- Fach: Geografie
- Klasse 9
- Thema: Räume und Länder
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Mittel
Kanada Geografie: Lage und Staat
Kanada liegt im Norden Nordamerikas und ist mit etwa 9,98 Millionen Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Es ist fast 28-mal so groß wie Deutschland mit 358 000 Quadratkilometern. Im Süden und im Nordwesten grenzt Kanada an die USA. Die gemeinsame Grenze ist mit rund 8 900 Kilometern die längste Grenze zwischen zwei Staaten. Im Westen liegt der Pazifik, im Osten der Atlantik, im Norden der Arktische Ozean. Kein anderes Land hat eine längere Küste.
Das Land ist ein Bundesstaat mit zehn Provinzen und drei Territorien: Yukon, Nordwest-Territorien und Nunavut, das 1999 für die Inuit geschaffen wurde. Die Hauptstadt ist Ottawa in der Provinz Ontario, nicht Toronto oder Montréal. Kanada ist eine parlamentarische Demokratie und eine konstitutionelle Monarchie. Offizielles Staatsoberhaupt ist der britische König, der durch eine Generalgouverneurin oder einen Generalgouverneur vertreten wird. Regiert wird das Land vom Premierminister.
Die Konföderation entstand am 1. Juli 1867, der bis heute als Nationalfeiertag gefeiert wird. Die volle Eigenständigkeit von Großbritannien kam schrittweise, mit der eigenen Verfassung 1982. Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Französisch wird vor allem in der Provinz Québec gesprochen. Kanada ist Mitglied der G7 und der NATO.
Landschaften: Kordilleren, Prärie und Schild
Im Westen liegen die Kordilleren. Dazu gehören die Rocky Mountains und die Küstengebirge, die von Britisch-Kolumbien bis in den Yukon reichen. Der höchste Berg Kanadas ist der Mount Logan im Yukon mit 5 959 Metern. An der regenreichen Pazifikküste wachsen gemäßigte Regenwälder, und Fjorde schneiden tief ins Land. Östlich der Berge schließt sich die Prärie an, ein weites, flaches Grasland in Alberta, Saskatchewan und Manitoba, das für Weizen, Raps und Viehzucht genutzt wird.
Die Mitte und den Nordosten nimmt der Kanadische Schild ein, der etwa die Hälfte der Landesfläche bedeckt. Er besteht aus sehr alten Gesteinen. Eiszeitliche Gletscher haben die Landschaft abgeschliffen und Tausende Seen hinterlassen. Böden sind dünn, Wälder und Moore dominieren, und im Boden lagern Erze wie Nickel, Eisen, Gold und Uran. Rund um die Hudsonbai gibt es kaum Siedlungen.
Im Süden liegen die Großen Seen und das St.-Lorenz-Tiefland, wo Toronto, Ottawa und Montréal liegen. Hier ist das Klima am mildesten, der Boden fruchtbar, und die meisten Menschen leben hier. Im Südosten folgen die Appalachen mit den Atlantikprovinzen, wo die Bay of Fundy mit rund 16 Metern den höchsten Tidenhub der Welt hat. Im hohen Norden schließt sich die Arktis mit Tundra, Permafrost und großen Inseln wie Baffin Island an.
| Raum | Merkmale | Nutzung |
|---|---|---|
| Kordilleren und Küste | hohe Gebirge, Regenwald | Holz, Wasserkraft, Tourismus |
| Prärie | flaches Grasland | Weizen, Raps, Erdöl und Erdgas |
| Kanadischer Schild | alte Gesteine, Seen, Wälder | Bergbau, Holz, Wasserkraft |
| Große Seen und Lorenztiefland | mildes Klima, fruchtbar | Städte, Industrie, Landwirtschaft |
| Arktis | Tundra, Permafrost | dünn besiedelt, Rohstoffe |
Kanada Geografie: Klima und Vegetationszonen
Kanada liegt weit im Norden und hat deshalb überwiegend kühles bis kaltes Klima. Der Süden gehört zur kühlgemäßigten Zone, der größte Teil des Landes zur subarktischen Zone, der hohe Norden zur arktischen Zone. Die Winter sind lang und kalt, im Inneren des Landes mit Temperaturen deutlich unter minus 20 Grad, die Sommer kurz und warm. Im Binnenland sind die Temperaturunterschiede groß, weil das Meer nicht ausgleichend wirkt.
Eine Ausnahme ist die Pazifikküste. Dort bringt der Westwind feuchte, milde Luft vom Meer. Vancouver hat deshalb milde, regnerische Winter und vergleichsweise wenig Schnee. Die Rocky Mountains halten die feuchte Luft ab, sodass es dahinter in der Prärie trockener ist. Im Osten bringt das Klima kalte Winter mit viel Schnee, aber auch warme Sommer.
Das Klima bestimmt die Vegetationszonen. Im Norden liegt die Tundra, in der nur Moose, Flechten und niedrige Pflanzen wachsen und der Boden dauerhaft gefroren ist. Daran schließt sich die Taiga an, ein riesiger Gürtel aus Nadelwald. Mehr als ein Drittel der Landesfläche ist Wald. Im Südosten wachsen Laub- und Mischwälder, in der Mitte Grasland. Der Ahorn ist das Nationalsymbol, sein Blatt ziert seit 1965 die Flagge.
Kanada Geografie: Bevölkerung und Städte
In Kanada leben nur etwa 41 Millionen Menschen (2024), also rund vier Einwohner pro Quadratkilometer. In Deutschland sind es mehr als 200. Die Bevölkerung ist sehr ungleich verteilt: Die meisten Menschen wohnen in einem schmalen Streifen im Süden nahe der Grenze zu den USA, weil dort das Klima am mildesten ist. Allein in Ontario und Québec lebten 2021 rund 60 Prozent der Einwohner. Der hohe Norden ist fast menschenleer.
Die größte Stadt ist Toronto am Ontariosee mit rund 2,8 Millionen Einwohnern, im Großraum sind es etwa 6 Millionen (2021). Es folgen Montréal, die größte französischsprachige Stadt, Calgary und Edmonton in Alberta, die Hauptstadt Ottawa und Vancouver am Pazifik, das im Großraum rund 2,6 Millionen Einwohner hat. Winnipeg ist das Zentrum der Prärie, Halifax das der Atlantikprovinzen.
Kanada ist ein Einwanderungsland. Rund 23 Prozent der Bevölkerung wurden 2021 im Ausland geboren. Das Land wählt Einwanderer über ein Punktesystem aus und fördert Multikulturalismus. Die indigene Bevölkerung, die First Nations, Métis und Inuit, macht etwa 5 Prozent aus. Ihr wurde über Jahrzehnte Unrecht angetan, zum Beispiel in staatlichen Internatsschulen, und die Aufarbeitung ist bis heute ein wichtiges Thema.
| Stadt | Lage | Bekannt für |
|---|---|---|
| Ottawa | Ontario, am Ottawa River | Hauptstadt |
| Toronto | am Ontariosee | größte Stadt, Wirtschaftszentrum |
| Montréal | am St.-Lorenz-Strom | französischsprachige Metropole |
| Vancouver | an der Pazifikküste | Hafen, mildes Klima, Tor nach Asien |
| Calgary | Alberta, am Rand der Rockies | Erdölwirtschaft |
Wirtschaft und Rohstoffe
Kanada ist ein hochentwickeltes Industrieland und Mitglied der G7. Der größte Teil der Wirtschaft sind Dienstleistungen, aber das Land lebt auch von seinen Rohstoffen. Es besitzt nach Venezuela und Saudi-Arabien die drittgrößten Erdölvorräte der Welt, die meisten davon als Ölsande in der Provinz Alberta. Dazu kommen Erdgas, Holz, Uran, Nickel, Gold und Kali. Rund 60 Prozent des Stroms stammen aus Wasserkraft.
Die Landwirtschaft ist stark: Auf der Prärie wachsen Weizen und Raps, und Kanada gehört zu den größten Weizenexporteuren der Welt. In Québec wird etwa drei Viertel des Ahornsirups der Welt hergestellt. Die Fischerei an der Atlantikküste ist traditionsreich, doch 1992 brach der Bestand des Kabeljaus vor Neufundland so stark zusammen, dass ein Fangverbot erlassen werden musste.
Wirtschaftlich ist Kanada eng mit den USA verbunden. Etwa drei Viertel der Exporte gehen in das Nachbarland, und beide sind zusammen mit Mexiko durch ein Handelsabkommen verbunden, das seit 2020 gilt. Das bringt Wohlstand, macht Kanada aber auch abhängig von der Wirtschaft und Politik der USA.
Herausforderungen: Klimawandel, Ölsande und Indigene
Der Klimawandel trifft Kanada besonders stark. Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als der Durchschnitt der Erde. Der Permafrostboden taut, wodurch Straßen, Gebäude und Pipelines beschädigt werden und im Boden gespeichertes Treibhausgas freigesetzt wird. Das Meereis geht zurück, und die Nordwestpassage wird öfter befahrbar. 2023 verbrannten Waldbrände mehr als 15 Millionen Hektar, so viel wie nie zuvor gemessen.
Auch die Rohstoffgewinnung ist umstritten. Der Abbau von Ölsanden verbraucht viel Wasser und Energie, verändert große Landschaften und verursacht hohe Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig schafft er Arbeitsplätze und Einnahmen. Pipelines führen über das Land von Alberta zur Küste, und über ihren Bau streiten Wirtschaft, Umweltschützer und indigene Gemeinden.
Die indigenen Völker fordern mehr Mitsprache über ihr Land. Viele Gebiete im Norden und im Westen wurden nie durch Verträge abgetreten. Die Regierung hat sich für das Unrecht in den Internatsschulen entschuldigt und arbeitet an Entschädigungen. Für Kanada ist es eine große Aufgabe, wirtschaftlichen Nutzen, Naturschutz und Rechte der Ureinwohner in Einklang zu bringen.
Typische Fehler und Alltagsbezug
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Hauptstadt sei Toronto, Montréal oder Vancouver, weil diese Städte größer oder bekannter sind. Die Hauptstadt ist Ottawa. Ebenso falsch ist die Vorstellung, Kanada sei das größte Land der Erde. Es ist das zweitgrößte hinter Russland. Und obwohl die Fläche riesig ist, leben dort nur halb so viele Menschen wie in Deutschland, nämlich rund 41 Millionen.
Ein dritter Irrtum betrifft das Klima. Kanada ist nicht überall eisig. Im Süden gibt es warme Sommer, an der Pazifikküste milde Winter, und im Okanagan-Tal im Westen wird Wein angebaut. Auch die Einwohnerverteilung wird oft falsch eingeschätzt: Man glaubt, das Land sei gleichmäßig besiedelt, tatsächlich ist der Norden fast leer. Achte in Klassenarbeiten außerdem darauf, Landschaften in der richtigen Lage von West nach Ost zu benennen.
Im Alltag begegnet dir Kanada als Ahornsirup im Supermarkt, als Eishockey, als Reiseziel und in den Nachrichten. Kanada hat sechs Zeitzonen, und eine Fahrt über den Trans-Canada Highway von Küste zu Küste ist rund 7 800 Kilometer lang. Solche Zahlen helfen dir, die Größenverhältnisse einzuschätzen.
Jetzt bist du dran
Wie heißt die Hauptstadt von Kanada?
Noch nicht. Die Hauptstadt ist Ottawa in der Provinz Ontario. Toronto ist mit rund 2,8 Millionen Einwohnern die größte Stadt, aber nicht die Hauptstadt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kanada ist mit rund 9,98 Millionen km² das zweitgrößte Land der Erde, hat etwa 41 Millionen Einwohner (2024) und die Hauptstadt Ottawa.
- Die Landschaften gliedern sich von West nach Ost in Kordilleren, Prärie, Kanadischen Schild, Große Seen und Appalachen, im Norden folgt die Arktis.
- Das Klima ist überwiegend kühl bis kalt, nur die Pazifikküste und der Süden sind milder; Taiga und Tundra prägen große Flächen.
- Die meisten Menschen leben im Süden, vor allem in Ontario und Québec; Toronto ist die größte Stadt.
- Rohstoffe wie Erdöl aus Ölsanden, Holz und Uran sind wichtig, doch Klimawandel, Waldbrände und die Rechte der Indigenen sind große Herausforderungen.
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Häufige Fragen zu Kanada Geografie
- Wie groß ist Kanada und wie viele Einwohner hat es?
- Kanada ist rund 9,98 Millionen Quadratkilometer groß und das zweitgrößte Land der Erde nach Russland. Es hat etwa 41 Millionen Einwohner (2024), also nur rund vier pro Quadratkilometer. Deutschland ist mit 358 000 Quadratkilometern deutlich kleiner, hat aber doppelt so viele Einwohner.
- Was ist die Hauptstadt von Kanada?
- Die Hauptstadt von Kanada ist Ottawa in der Provinz Ontario, an der Grenze zu Québec. Die größte Stadt ist dagegen Toronto mit rund 2,8 Millionen Einwohnern (2021). Viele verwechseln die beiden Städte, ebenso wie Vancouver oder Montréal, die bekannter sind.
- Welche Landschaften gibt es in Kanada?
- Von West nach Ost gibt es die Kordilleren mit den Rocky Mountains, die Prärie, den Kanadischen Schild, die Großen Seen mit dem St.-Lorenz-Tiefland und die Appalachen. Im Norden schließen sich Taiga, Tundra und die Arktis an. Der Kanadische Schild ist die größte Landschaft.
- Welches Klima hat Kanada?
- Kanada hat überwiegend kühles bis kaltes Klima mit langen, schneereichen Wintern und kurzen Sommern. Der Süden ist kühlgemäßigt, der Norden subarktisch bis arktisch. An der Pazifikküste ist es dagegen mild und regenreich, weil das Meer die Temperaturen ausgleicht.
- Warum leben die meisten Kanadier im Süden?
- Im Süden ist das Klima am mildesten, der Boden fruchtbar, und es gibt Städte, Industrie und Verkehrswege. Der Norden hat Permafrost, kalte Winter und kaum Straßen. Deshalb leben rund 60 Prozent der Menschen in Ontario und Québec, und der hohe Norden ist nahezu menschenleer.
- Welche Sprachen werden in Kanada gesprochen?
- Amtssprachen sind Englisch und Französisch. Französisch wird vor allem in Québec gesprochen, Englisch im übrigen Land. Daneben gibt es viele Sprachen von Einwanderern und indigenen Völkern, etwa der Inuit. Das Land versteht sich als mehrsprachig und multikulturell.
- Wovon lebt die kanadische Wirtschaft?
- Der größte Teil der Wirtschaft sind Dienstleistungen. Dazu kommen Rohstoffe wie Erdöl aus Ölsanden, Erdgas, Holz, Uran und Nickel sowie Landwirtschaft mit Weizen und Raps. Etwa drei Viertel der Exporte gehen in die USA, mit denen Kanada eng verbunden ist.
- Welche Probleme hat Kanada heute?
- Der Klimawandel erwärmt die Arktis besonders stark, Permafrost taut, und Waldbrände nehmen zu. Die Ölsandgewinnung ist umstritten, weil sie die Umwelt belastet. Außerdem geht es um die Rechte der indigenen Völker und die Aufarbeitung früheren Unrechts, zum Beispiel in den Internatsschulen.
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