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Schaubild beschreiben: Aufbau, Beispiel, Formulierungen

Ein Schaubild beschreiben bedeutet, die Aussage einer Grafik, eines Diagramms oder einer Tabelle sachlich in Worte zu fassen und auszuwerten. Du nennst Thema, Aufbau und Kernaussage, beschreibst die wichtigsten Werte und ziehst am Ende ein Fazit. In dieser Lektion lernst du den Aufbau einer Schaubildbeschreibung, passende Formulierungen und typische Fehler kennen.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 9
  • Thema: Texte schreiben
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Schaubild beschreiben: Was von dir verlangt wird

Schaubilder begegnen dir überall: in der Zeitung, in Schulbüchern, in Prüfungsaufgaben und in Präsentationen. Sie fassen Zahlen so zusammen, dass man sie auf einen Blick erfasst. In Klassenarbeiten sollst du die Grafik in Worte übersetzen. Das ist keine Nacherzählung der Zahlen, sondern eine geordnete Darstellung dessen, was die Grafik zeigt, und eine Auswertung, was daraus folgt.

Eine gute Beschreibung beginnt mit der Frage, worum es geht. Dafür liest du Titel, Untertitel, Quelle und Jahr der Erhebung. Danach klärst du den Aufbau: Welche Diagrammart ist es? Was steht auf den Achsen? In welcher Einheit sind die Werte angegeben, in Prozent, in Millionen oder in Stunden? Erst wenn du das weißt, kannst du die Zahlen richtig einordnen.

Im Hauptteil beschreibst du die wichtigsten Werte: den höchsten, den niedrigsten, auffällige Veränderungen und Vergleiche. Du musst nicht jede Zahl nennen, sondern wählst aus. Am Ende wertest du aus. Du ziehst ein Fazit und überlegst vorsichtig, welche Gründe es für die Entwicklung geben könnte. Dabei trennst du klar zwischen dem, was zu sehen ist, und dem, was du vermutest.

Eine Schaubildbeschreibung folgt fünf festen Schritten vom Titel bis zur Auswertung.
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Schaubild beschreiben: Diagrammarten und passende Formulierungen

Nicht jedes Schaubild wird gleich beschrieben. Das Säulendiagramm vergleicht einzelne Werte, zum Beispiel die Zahl der Schüler pro Schulform. Hier nennst du die höchste und die niedrigste Säule und vergleichst sie. Das Liniendiagramm zeigt eine Entwicklung über die Zeit. Hier beschreibst du Anstieg, Rückgang, Wendepunkte und Trends. Das Kreisdiagramm zeigt Anteile an einem Ganzen, also Prozentwerte, die zusammen hundert ergeben.

Für jede Art gibt es passende Verben und Wendungen. Bei steigenden Werten schreibst du „steigt“, „nimmt zu“, „wächst um“. Bei sinkenden Werten „sinkt“, „geht zurück“, „fällt auf“. Bei gleichbleibenden Werten „bleibt konstant“, „stagniert“. Für Vergleiche nutzt du „doppelt so hoch wie“, „etwa ein Drittel“ oder „im Vergleich zu“. Vermeide immer gleiche Verben, denn Abwechslung macht den Text lesbar.

Achte außerdem auf die Genauigkeit. Schreibe nicht „viele“ oder „wenige“, sondern nenne konkrete Zahlen und Einheiten. Runde sinnvoll: „knapp 40 Prozent“ oder „rund zwei Millionen“. Gib bei jeder Zahl an, auf welches Jahr oder welche Gruppe sie sich bezieht. So bleibt deine Beschreibung überprüfbar.

Beschreiben

Wenn du wiedergibst, was im Schaubild zu sehen ist, mit Zahlen und Einheiten.

Beispiele

  • Im Jahr 2020 nutzen 62 Prozent der Befragten das Rad.
  • Die Zahl steigt von 40 auf 55 Prozent.

Signalwörter

  • Du nennst konkrete Werte.
  • Du schreibst im Präsens.
  • Du bleibst bei dem, was sichtbar ist.

Auswerten

Wenn du aus den Werten eine Schlussfolgerung ziehst und Gründe vorsichtig vermutest.

Beispiele

  • Das zeigt, dass das Rad immer beliebter wird.
  • Ein möglicher Grund könnte der Ausbau der Radwege sein.

Signalwörter

  • Du nutzt Wörter wie „zeigt“, „deutet darauf hin“, „könnte“.
  • Du verknüpfst mehrere Werte miteinander.
  • Du formulierst vorsichtig statt endgültig.
AbsichtFormulierungBeispiel
Thema nennenDas Schaubild zeigt …Das Schaubild zeigt die Verkehrsmittelwahl 2024.
Anstiegsteigt, wächst, nimmt zuDer Anteil steigt von 20 auf 35 Prozent.
Rückgangsinkt, fällt, geht zurückDie Zahl geht um ein Fünftel zurück.
Vergleichdoppelt so hoch wie, im Vergleich zuDas Rad liegt vor dem Bus.
FazitInsgesamt zeigt sich …Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend.
Formulierungen für die Schaubildbeschreibung
Jede Diagrammart verlangt einen anderen Blick: Vergleich, Entwicklung, Anteil oder genaue Zahl.
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Schaubild beschreiben: Beispielbeschreibung zu einem Liniendiagramm

Beschreibe das folgende, selbst erfundene Schaubild: Ein Liniendiagramm mit dem Titel „Schüler, die mit dem Rad zur Schule fahren“ der fiktiven Schule Musterstadt (Angaben in Prozent): 2018 sind es 25, 2020 sind es 31, 2022 sind es 38 und 2024 sind es 46 Prozent.

Gegeben:

  • Titel: Schüler, die mit dem Rad zur Schule fahren (erfundenes Beispiel)
  • Werte in Prozent: 2018: 25, 2020: 31, 2022: 38, 2024: 46
  • Diagrammart: Liniendiagramm, Zeitverlauf

Gesucht:

Eine Beschreibung mit Einleitung, Hauptteil und Auswertung

Lösung:

  1. Einleitung: Das Liniendiagramm zeigt, wie viel Prozent der Schüler der fiktiven Schule Musterstadt zwischen 2018 und 2024 mit dem Rad zur Schule fahren. Die Werte sind in Prozent angegeben.
  2. Kernaussage: Der Anteil der Radfahrer steigt in allen Jahren kontinuierlich.
  3. Werte beschreiben: Im Jahr 2018 fahren 25 Prozent mit dem Rad. Bis 2020 steigt der Anteil auf 31 Prozent, bis 2022 auf 38 Prozent und 2024 auf 46 Prozent. Der Anstieg beträgt insgesamt 21 Prozentpunkte, der Wert ist also fast doppelt so hoch wie 2018.
  4. Auswerten: Insgesamt zeigt sich ein deutlicher Trend zum Radfahren. Mögliche Gründe könnten ein besseres Radwegenetz oder ein wachsendes Umweltbewusstsein sein. Das Schaubild selbst nennt aber keine Ursachen.

Die Beschreibung nennt Thema und Aufbau, gibt die wichtigsten Werte mit Einheit an, benennt die Entwicklung und trennt die Auswertung klar von der Beschreibung. Gründe stehen vorsichtig im Konjunktiv.

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Typische Fehler: Beim Schaubild beschreiben vermeiden

Der häufigste Fehler ist das bloße Aufzählen von Zahlen. „2018 25, 2020 31, 2022 38, 2024 46“ ist keine Beschreibung, sondern eine Wiederholung der Grafik. Eine gute Beschreibung fasst zusammen: „Der Anteil wächst in sechs Jahren von 25 auf 46 Prozent.“ Nenne also Trends und Höhepunkte, nicht jede einzelne Zahl.

Der zweite Fehler ist das Vermischen von Beschreibung und Meinung. Wer schreibt „Die Zahlen zeigen, dass alle Schüler umweltbewusst sind“, behauptet mehr, als im Schaubild steht. Aus einem Anstieg der Radfahrer folgt nicht automatisch Umweltbewusstsein. Trenne deshalb Gesehenes und Vermutetes und nutze bei Gründen den Konjunktiv wie „könnte“ oder „mag“.

Der dritte Fehler sind fehlende Angaben. Ohne Einheit, Jahr und Quelle bleibt die Beschreibung unvollständig. Vergessen wird auch oft das Fazit. Ein Text ohne Schluss wirkt abgebrochen. Ein vierter Fehler ist die Zeitform: Beschreibe immer im Präsens, auch wenn die Daten aus der Vergangenheit stammen. Nur Zeitangaben wie „im Jahr 2018“ weisen auf die Vergangenheit hin.

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Tipps für die Klassenarbeit: Schaubild beschreiben und auswerten

Nimm dir zuerst eine Minute Zeit und betrachte das Schaubild in Ruhe. Markiere Titel, Achsenbeschriftungen und Einheiten. Unterstreiche in der Aufgabenstellung, ob du nur beschreiben oder auch auswerten sollst. Notiere dir den höchsten Wert, den niedrigsten Wert und eine auffällige Veränderung. Diese drei Stichpunkte tragen deinen Hauptteil.

Baue den Text nach festem Schema auf. Einleitung mit Thema, Titel, Quelle und Jahr. Dann ein Satz zur Kernaussage. Im Hauptteil beschreibst du von groß nach klein oder in zeitlicher Reihenfolge. Im Schluss wertest du aus und ziehst ein Fazit. Wenn die Aufgabe mehrere Schaubilder enthält, vergleichst du sie und suchst Zusammenhänge.

Achte auf sprachliche Genauigkeit. Prüfe Prozentzahlen, Einheiten und Jahreszahlen noch einmal gegen das Schaubild. Abwechslungsreiche Verben und Satzanfänge machen deinen Text lebendig. Schreibe keine Kommentare wie „Ich finde das gut“, es sei denn, die Aufgabe verlangt eine eigene Stellungnahme. Dann trennst du sie deutlich vom beschreibenden Teil.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

In welcher Zeitform beschreibst du ein Schaubild?

In welcher Zeitform beschreibst du ein Schaubild?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Schaubildbeschreibung folgt fünf Schritten: Thema, Aufbau, Kernaussage, Werte und Auswertung.
  • Du beschreibst im Präsens, nennst Zahlen mit Einheit und Jahr und wählst die wichtigsten Werte aus.
  • Beschreiben und Auswerten trennst du: Gründe formulierst du vorsichtig im Konjunktiv.
  • Jede Diagrammart verlangt einen eigenen Blick: Säulen vergleichen, Linien zeigen Verlauf, Kreise zeigen Anteile.
  • Zahlen nur aufzuzählen ist der häufigste Fehler. Fasse zu Trends zusammen.

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Häufige Fragen zu Schaubild beschreiben: Aufbau, Beispiel, Formulierungen

Wie beschreibe ich ein Schaubild?
Nenne zuerst Thema, Titel, Quelle und Jahr, dann den Aufbau mit Diagrammart, Achsen und Einheiten. Formuliere die Kernaussage, beschreibe die wichtigsten Werte und ziehe zum Schluss ein Fazit. Schreibe im Präsens und bleibe sachlich.
Wie fange ich eine Schaubildbeschreibung an?
Mit einem Einleitungssatz, der Thema, Diagrammart, Quelle und Jahr nennt, zum Beispiel: „Das Säulendiagramm zeigt die Zahl der Schüler pro Schulform im Jahr 2024.“ Danach folgt die Kernaussage in einem Satz.
Was ist der Unterschied zwischen Beschreiben und Auswerten?
Beim Beschreiben gibst du wieder, was im Schaubild sichtbar ist, mit Zahlen und Einheiten. Beim Auswerten ziehst du Schlüsse, vergleichst Werte und vermutest mögliche Gründe. Beides gehört in eine vollständige Beschreibung, steht aber in getrennten Absätzen.
Welche Formulierungen benutze ich für Zahlen im Schaubild?
Für Anstiege eignen sich „steigt“, „nimmt zu“ und „wächst“. Für Rückgänge „sinkt“, „fällt“ und „geht zurück“. Für Vergleiche „doppelt so hoch wie“ oder „im Vergleich zu“. Nenne immer konkrete Werte mit Einheit und runde sinnvoll.
Welche Diagrammarten gibt es?
Häufig sind Säulen- oder Balkendiagramme für Vergleiche, Liniendiagramme für Entwicklungen, Kreisdiagramme für Anteile und Tabellen für genaue Zahlen. Je nach Art beschreibst du höchste und niedrigste Werte, Trends oder größte und kleinste Anteile.
In welcher Zeitform schreibe ich eine Schaubildbeschreibung?
Im Präsens. Das gilt auch, wenn die Daten aus einem früheren Jahr stammen. Zeitangaben wie „im Jahr 2018“ zeigen, wann die Werte erhoben wurden. Das Präsens macht die Beschreibung sachlich und einheitlich.
Muss ich in der Beschreibung jede Zahl nennen?
Nein. Wähle die wichtigsten Werte aus: den höchsten, den niedrigsten und die auffälligste Veränderung. Eine reine Aufzählung aller Zahlen wiederholt nur das Schaubild. Besser fasst du zu Trends zusammen und belegst sie mit einzelnen Zahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten?
Prozentpunkte geben die Differenz zwischen zwei Prozentwerten an. Steigt ein Anteil von 25 auf 46 Prozent, sind das 21 Prozentpunkte. Prozent beschreibt dagegen die relative Veränderung: Der Wert ist um 84 Prozent gestiegen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.