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Richtig zitieren

Ein Zitat belegt eine Aussage mit den genauen Worten einer Quelle. In dieser Lektion lernst du, wie du direkte und indirekte Zitate korrekt einbaust und wie du sie mit einem Beleg kennzeichnest.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 9
  • Thema: Texte schreiben
  • Dauer: 17 Min
  • Niveau: Mittel
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Warum Zitate exakt sein müssen

Ein Zitat ist die wörtliche oder sinngemäße Übernahme einer Aussage aus einer Quelle, mit der du eine eigene Behauptung belegst. In Textanalysen und wissenschaftlichen Arbeiten ersetzt ein Zitat nie die eigene Deutung, sondern stützt sie: Erst kommt die eigene Aussage, dann der Beleg aus dem Text.

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt, einschließlich möglicher Fehler im Original, und steht in doppelten Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat gibt den Inhalt dagegen in eigenen Worten wieder und wird im Deutschen mit dem Konjunktiv I gekennzeichnet, etwa „er sagte, er sei zufrieden“.

Ein häufiger Fehler ist, ein Zitat ohne Quellenangabe stehen zu lassen. Jedes Zitat braucht einen Beleg mit Autor, Werk und Seitenzahl, sonst gilt die Übernahme fremder Worte als Plagiat, selbst wenn es unabsichtlich geschieht.

So baust du ein Zitat korrekt und nachvollziehbar in deinen Text ein.
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Direktes oder indirektes Zitat?

Je nachdem, ob eine Formulierung selbst wichtig ist oder nur der Inhalt zählt, wählst du zwischen einem direkten und einem indirekten Zitat. Beide Formen brauchen eine Quellenangabe, unterscheiden sich aber in Form und Kennzeichnung.

Direktes Zitat

Der genaue Wortlaut ist wichtig, etwa eine besonders treffende oder auffällige Formulierung.

Beispiele

  • Goethe schreibt: „Es irrt der Mensch, so lang er strebt.“
  • Der Erzähler nennt sie „ein Kind ohne Kindheit“.
  • Zitat mit Auslassung: „Er ging […] fort.“

Signalwörter

  • doppelte Anführungszeichen
  • Wortlaut exakt wie im Original
  • Auslassungen mit eckigen Klammern […]
  • eigene Ergänzungen ebenfalls in eckigen Klammern

Indirektes Zitat

Nur der Inhalt einer längeren Textstelle soll knapp zusammengefasst werden.

Beispiele

  • Er erklärte, er sei mit dem Ergebnis zufrieden.
  • Die Figur behauptet, sie habe keine Wahl gehabt.
  • Laut Erzähler sei die Entscheidung längst gefallen.

Signalwörter

  • keine Anführungszeichen
  • Konjunktiv I: er sei, er habe
  • eigene Formulierung des Inhalts
  • geeignet für lange Textstellen
MerkmalDirektes ZitatIndirektes Zitat
Wortlautexakt wie im Originaleigene Formulierung
KennzeichnungAnführungszeichenKonjunktiv I
Auslassungmit eckigen Klammern […]nicht nötig
Einsatzwichtige, treffende Formulierunglange Textstelle zusammenfassen
Direktes und indirektes Zitat im Vergleich
Direkte Zitate übernehmen den genauen Wortlaut, indirekte geben den Inhalt sinngemäß wieder.
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Ein Zitat korrekt einbauen

Baue die folgende Textstelle als direktes Zitat in einen eigenen Analysesatz ein.

Gegeben:

  • Originaltext: „Ich habe nie etwas anderes gewollt, als frei zu sein.“ (Zeile 14)

Gesucht:

Vollständiger Satz mit korrekt eingebautem Zitat und Beleg

Lösung:

  1. Eigene Aussage formulieren: Die Figur betont ihren starken Wunsch nach Unabhängigkeit.
  2. Passende Stelle wählen: Der Satz aus Zeile 14 belegt diesen Wunsch besonders deutlich.
  3. Zitat in Anführungszeichen einfügen, ohne den Wortlaut zu verändern.
  4. Beleg mit Zeilenangabe in Klammern ergänzen.

Die Figur betont ihren starken Wunsch nach Unabhängigkeit: „Ich habe nie etwas anderes gewollt, als frei zu sein“ (Z. 14). Der Beleg zeigt, dass das Zitat den eigenen Deutungssatz stützt, statt ihn zu ersetzen.

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Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist ein Zitat ohne Beleg. Jedes Zitat braucht eine Angabe zu Autor, Werk und Seiten- oder Zeilenzahl, sonst lässt sich die Aussage nicht überprüfen.

Ein zweiter Fehler ist eine Veränderung des Wortlauts ohne Kennzeichnung. Wird ein Wort ausgelassen oder ergänzt, muss das durch eckige Klammern sichtbar gemacht werden, etwa „Er ging […] fort“ oder „Er [der Vater] schwieg“.

Ein dritter Fehler ist ein Zitat, das isoliert im Text steht, ohne eigenen Satz davor oder danach. Ein Zitat muss immer in einen eigenen Satz eingebettet und erklärt werden, sonst bleibt unklar, warum es überhaupt zitiert wurde.

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Tipps für die Klassenarbeit

Wähle Zitate gezielt aus: Nur Textstellen, die deine Aussage wirklich belegen, gehören in den Fließtext. Lange Zitate ohne klaren Bezug wirken wie Füllmaterial und schwächen die Analyse.

Achte auf die richtige Zeitform beim indirekten Zitat: Der Konjunktiv I signalisiert, dass es sich um eine fremde Aussage handelt, nicht um deine eigene Meinung. Übe die Formen von sein und haben im Konjunktiv I, da sie in Analysen besonders häufig vorkommen.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Woran erkennt man ein direktes Zitat?

Woran erkennt man ein direktes Zitat?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zitat belegt eine eigene Aussage, es ersetzt sie nicht.
  • Direkte Zitate übernehmen den exakten Wortlaut in Anführungszeichen.
  • Indirekte Zitate geben den Inhalt sinngemäß im Konjunktiv I wieder.
  • Auslassungen und Ergänzungen in Zitaten werden mit eckigen Klammern gekennzeichnet.
  • Typischer Fehler: ein Zitat ohne Beleg zu Autor, Werk und Seiten- oder Zeilenzahl.

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Häufige Fragen zu Richtig zitieren

Wie zitiere ich richtig?
Ein direktes Zitat übernimmst du wortwörtlich in doppelten Anführungszeichen und ergänzt einen Beleg mit Autor, Werk und Seiten- oder Zeilenzahl. Ein indirektes Zitat formulierst du in eigenen Worten im Konjunktiv I und kennzeichnest es ebenfalls mit einer Quellenangabe.
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitat?
Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt und steht in Anführungszeichen, ein indirektes Zitat gibt den Inhalt sinngemäß in eigenen Worten wieder und nutzt den Konjunktiv I. Direkte Zitate eignen sich für treffende Formulierungen, indirekte für längere Textstellen.
Wie kennzeichne ich eine Auslassung im Zitat?
Eine Auslassung innerhalb eines direkten Zitats wird mit eckigen Klammern und drei Punkten markiert: […]. So bleibt für den Leser sichtbar, dass an dieser Stelle Text aus dem Original weggelassen wurde, ohne den Sinn zu verfälschen.
Muss ich bei jedem Zitat eine Seitenzahl angeben?
Ja, jedes Zitat braucht eine nachvollziehbare Quellenangabe, meist mit Seiten- oder Zeilenzahl in Klammern direkt nach dem Zitat. Ohne diese Angabe lässt sich die Aussage nicht überprüfen, und die Übernahme gilt im schlimmsten Fall als Plagiat.
Was bedeutet Konjunktiv I beim Zitieren?
Der Konjunktiv I kennzeichnet eine indirekte Rede und zeigt, dass eine Aussage von einer anderen Person stammt, etwa „er sei zufrieden“ statt „er ist zufrieden“. Er macht deutlich, dass es sich um eine fremde Behauptung handelt, nicht um die eigene Meinung des Schreibers.
Wann sollte ich direkt und wann indirekt zitieren?
Zitiere direkt, wenn der genaue Wortlaut wichtig ist, etwa eine besonders treffende oder auffällige Formulierung. Zitiere indirekt, wenn nur der Inhalt einer längeren Textstelle zählt und eine wörtliche Übernahme den Text unnötig aufblähen würde.
In welcher Klasse lernt man das Zitieren?
Die Grundlagen des Zitierens werden meist ab Klasse 8 oder 9 im Zusammenhang mit Textanalysen eingeführt. In der Oberstufe wird das Zitieren dann für wissenschaftliche Arbeiten wie Facharbeiten oder die Vorbereitung des Abiturs vertieft.
Was passiert, wenn ich ohne Anführungszeichen abschreibe?
Wird ein fremder Text ohne Anführungszeichen und ohne Kennzeichnung übernommen, spricht man von einem Plagiat, auch wenn eine Quellenangabe vorhanden ist. Jede wörtliche Übernahme muss deshalb immer eindeutig durch Anführungszeichen als Zitat markiert werden.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.