Vorgangs- und Personenbeschreibung
Beschreibungen sollen so genau sein, dass jemand einen Vorgang nachmachen oder eine Person wiedererkennen kann. In dieser Lektion lernst du, wie Vorgangs- und Personenbeschreibung aufgebaut sind und worin sie sich unterscheiden.
- Fach: Deutsch
- Klasse 6
- Thema: Texte schreiben
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Mittel
Genau, sachlich, geordnet
Eine Beschreibung ist ein sachlicher Text. Anders als in einer Erzählung geht es nicht um Spannung oder Gefühle, sondern um Genauigkeit. Der Leser soll sich etwas vorstellen oder etwas nachmachen können, ohne selbst dabei gewesen zu sein. Deshalb schreibst du im Präsens, verwendest Fachbegriffe und hältst eine feste, nachvollziehbare Reihenfolge ein.
Die Vorgangsbeschreibung erklärt, wie etwas funktioniert, zum Beispiel ein Rezept, eine Bastelanleitung oder ein Spiel. Nach einer Einleitung mit Ziel, Material und Zeitbedarf folgen die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge. Verknüpfungswörter wie „zuerst“, „danach“, „anschließend“ und „zum Schluss“ helfen dem Leser, den Überblick zu behalten.
Die Personenbeschreibung soll eine Person erkennbar machen, etwa für eine Suchmeldung. Du beginnst mit dem Gesamteindruck – Geschlecht, Alter, Größe, Statur – und gehst dann von oben nach unten vor: Kopf, Gesicht, Oberkörper, Beine, Schuhe. Besondere Merkmale wie eine Brille oder eine Narbe sind besonders wichtig, weil sie die Person unverwechselbar machen.
Für beide Beschreibungen gilt: Du schreibst im Präsens, weil etwas beschrieben wird, das immer so ist oder jederzeit wiederholt werden kann. Deine Wortwahl ist genau und sachlich. Statt „ein Ding zum Rühren“ schreibst du „ein Schneebesen“, statt „ziemlich groß“ schreibst du „etwa 1,80 Meter groß“. Persönliche Wertungen wie „hässlich“ oder „total süß“ haben in einer Beschreibung nichts zu suchen, weil der Leser damit nichts anfangen kann.
In der Vorgangsbeschreibung helfen dir Verknüpfungswörter, die Schritte zu verbinden: zuerst, danach, anschließend, nun, sobald, zum Schluss. Wechsle sie ab, damit nicht jeder Satz mit „dann“ beginnt. Entscheide dich außerdem für eine Form der Ansprache und bleib dabei: entweder „du“ („Du schneidest die Äpfel klein“), „man“ („Man schneidet die Äpfel klein“) oder die Passivform („Die Äpfel werden klein geschnitten“). Ein Wechsel mitten im Text wirkt unordentlich.
Der typische Fehler bei Beschreibungen ist das Springen. In der Personenbeschreibung geht es erst um die Schuhe, dann um die Haare und danach wieder um die Jacke. In der Vorgangsbeschreibung fehlt ein Zwischenschritt, weil er dem Schreiber selbstverständlich erscheint. Lies deinen Text deshalb am Ende so, als hättest du keine Ahnung vom Thema. Könntest du den Kuchen backen oder die Person in einer Menschenmenge finden? Wenn nicht, ergänze die fehlende Angabe.
Vorgangs- oder Personenbeschreibung?
Beide Textsorten sind sachlich und stehen im Präsens. Sie unterscheiden sich vor allem in der Ordnung: Die Vorgangsbeschreibung folgt der Zeit, die Personenbeschreibung folgt dem Raum – vom Allgemeinen zum Besonderen und von oben nach unten.
Tipp für die Klassenarbeit: Mach vor dem Schreiben eine Stichpunktliste. Bei der Vorgangsbeschreibung nummerierst du die Schritte, bei der Personenbeschreibung ordnest du die Merkmale von oben nach unten. Erst wenn die Liste vollständig ist, formulierst du ganze Sätze. So vergisst du nichts und springst nicht hin und her.
Ein weiterer Unterschied liegt im Zweck: Eine Vorgangsbeschreibung soll einen Ablauf wiederholbar machen, eine Personenbeschreibung soll eine einzelne, unverwechselbare Person erkennbar machen. Deshalb zählen bei der Person besondere Merkmale doppelt, während bei einem Vorgang jeder Schritt gleich wichtig ist.
Vorgangsbeschreibung
Wenn jemand einen Ablauf nachmachen soll, etwa ein Rezept, eine Anleitung oder eine Spielregel.
Beispiele
- Zuerst schlägst du die Eier in eine Schüssel.
- Anschließend wird das Mehl untergerührt.
Signalwörter
- zeitliche Reihenfolge der Schritte
- Verknüpfungswörter: zuerst, danach, anschließend, zum Schluss
- Materialliste in der Einleitung
- du, man oder Passiv – aber einheitlich
- Präsens
Personenbeschreibung
Wenn eine Person erkannt werden soll, etwa bei einer Vermisstenmeldung oder Figurenbeschreibung.
Beispiele
- Das Mädchen ist etwa zwölf Jahre alt und schlank.
- Sie trägt eine rote Jacke mit silbernem Reißverschluss.
Signalwörter
- erst Gesamteindruck, dann Einzelheiten
- Reihenfolge von oben nach unten
- genaue Adjektive: kinnlang, dunkelbraun, oval
- besondere Merkmale hervorheben
- Präsens, keine Wertungen wie „hässlich“
| Schritt | Vorgangsbeschreibung | Personenbeschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Ziel und Material | Gesamteindruck: Alter, Größe, Statur |
| 2 | erster Arbeitsschritt | Kopf und Gesicht |
| 3 | weitere Arbeitsschritte | Oberkörper und Kleidung |
| 4 | Ergebnis oder Tipp | besondere Merkmale |
Einen Arbeitsschritt verbessern
Überarbeite den Ausschnitt aus einer Vorgangsbeschreibung „Kakao zubereiten“.
Gegeben:
- Dann hab ich Milch warm gemacht und dann das Pulver rein und dann umgerührt.
Gesucht:
ein sachlicher, genauer ArbeitsschrittLösung:
- Zeitform prüfen: Der Ausschnitt steht in der Vergangenheit. Eine Beschreibung steht im Präsens.
- Umgangssprache ersetzen: „rein“ und „warm machen“ werden zu „hineingeben“ und „erhitzen“. Mengen ergänzen, damit man es nachmachen kann.
- Wiederholungen vermeiden: Statt dreimal „dann“ verschiedene Verknüpfungswörter nutzen.
„Zuerst erhitzt du 200 ml Milch in einem Topf. Danach gibst du zwei Teelöffel Kakaopulver hinein. Zum Schluss rührst du alles gut um.“
Typische Fehler bei Beschreibungen
Der häufigste Fehler ist der Wechsel der Zeitform. Wer mitten in einer Beschreibung ins Präteritum rutscht – „Dann hab ich das Ei aufgeschlagen“ –, erzählt statt zu beschreiben. Bleib konsequent im Präsens, auch wenn du den Vorgang gerade selbst ausprobiert hast.
Ein zweiter Fehler ist die wechselnde Ansprache. Wer im selben Text „du schneidest“, dann „man schneidet“ und schließlich „es wird geschnitten“ schreibt, wirkt unentschlossen. Entscheide dich am Anfang für eine Form und behalte sie über den ganzen Text bei.
Ein dritter Fehler ist mangelnde Genauigkeit. Ausdrücke wie „ein bisschen Mehl“ oder „eine Person mit normaler Größe“ helfen dem Leser nicht weiter. Nenne wenn möglich Mengenangaben und konkrete Vergleichswerte, etwa „zwei Esslöffel Mehl“ oder „etwa 1,70 Meter groß“.
Tipps für die Klassenarbeit
Erstelle vor dem Schreiben immer eine Stichpunktliste. Bei der Vorgangsbeschreibung notierst du jeden Arbeitsschritt einzeln und nummerierst ihn, bei der Personenbeschreibung sammelst du Merkmale von oben nach unten. Erst wenn die Liste vollständig ist, formulierst du ganze Sätze – das verhindert Sprünge und Auslassungen.
Lies deinen fertigen Text laut und stelle dir dabei vor, du hättest von der Sache keine Ahnung. Könntest du den beschriebenen Kuchen wirklich backen? Könntest du die Person in einer Menschenmenge wiederfinden? Wenn du an einer Stelle stockst, fehlt dort eine wichtige Angabe.
Verwende für jede Textsorte den passenden Wortschatz: bei Vorgangsbeschreibungen Verben wie schneiden, rühren, erhitzen, falten; bei Personenbeschreibungen genaue Adjektive für Haare, Statur und Kleidung. Ein Wörterbuch mit Synonymen hilft, Wiederholungen zu vermeiden.
Jetzt bist du dran
In welcher Zeitform schreibst du eine Beschreibung?
Noch nicht. Beschreibungen gelten allgemein und jederzeit, deshalb stehen sie im Präsens. Das Präteritum gehört zur Erzählung.
Das Wichtigste in Kürze
- Beschreibungen sind sachlich, genau und stehen im Präsens.
- Vorgangsbeschreibung: Material nennen, Schritte in zeitlicher Reihenfolge mit Verknüpfungswörtern.
- Personenbeschreibung: vom Gesamteindruck zu Einzelheiten, von oben nach unten.
- Fachbegriffe und genaue Adjektive statt Umgangssprache.
- Typischer Fehler: Erzählen statt beschreiben – „Ich hab dann …“ im Präteritum mit eigenen Erlebnissen. Eine Beschreibung gilt für jeden und immer, darum Präsens und keine Gefühle.
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Häufige Fragen zu Vorgangs- und Personenbeschreibung
- Welche Zeitform hat eine Beschreibung?
- Eine Beschreibung steht im Präsens, also in der Gegenwart. Das gilt für die Vorgangsbeschreibung genauso wie für die Personenbeschreibung. Der Grund: Du beschreibst etwas, das allgemein gilt oder jetzt so zu sehen ist. „Du rührst den Teig um“ oder „Der Junge trägt eine blaue Jacke“ sind richtig. Das Präteritum gehört dagegen in den Bericht oder die Erzählung.
- Wie schreibe ich eine Vorgangsbeschreibung?
- Du beginnst mit einer Einleitung, in der Ziel, Material und Zeitbedarf stehen. Im Hauptteil beschreibst du die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge und verbindest sie mit Wörtern wie zuerst, danach und zum Schluss. Am Ende steht ein kurzer Schluss, zum Beispiel ein Tipp oder das fertige Ergebnis. Schreib im Präsens und bleib bei einer Ansprache, etwa „du“ oder „man“.
- Wie beschreibe ich eine Person richtig?
- Zuerst nennst du den Gesamteindruck: Geschlecht, ungefähres Alter, Größe und Statur. Danach beschreibst du die Person von oben nach unten, also Haare, Gesicht, Oberkörper, Beine und Schuhe. Zum Schluss kommen besondere Merkmale wie eine Brille, eine Narbe oder ein auffälliger Rucksack. Verwende genaue Adjektive wie „schulterlang“ oder „dunkelblau“ und verzichte auf Wertungen wie „hübsch“.
- Was ist der Unterschied zwischen Beschreibung und Erzählung?
- Eine Erzählung will unterhalten. Sie baut Spannung auf, zeigt Gefühle und steht meist im Präteritum. Eine Beschreibung will informieren. Sie ist sachlich, genau und steht im Präsens. Der Leser soll danach etwas nachmachen oder jemanden erkennen können. Ausrufe, wörtliche Rede und Spannungswörter wie „plötzlich“ gehören deshalb in die Erzählung, aber nicht in eine Beschreibung.
- Darf man in einer Beschreibung „ich“ schreiben?
- In der Regel nicht. Eine Beschreibung soll unabhängig von deiner Person funktionieren, deshalb schreibst du sachlich mit „du“, „man“ oder im Passiv. „Ich finde, dass die Frau nett aussieht“ ist eine persönliche Meinung und gehört nicht hinein. Ausnahme: Manche Lehrkräfte erlauben in der Einleitung einer Vorgangsbeschreibung einen persönlichen Satz. Frag im Zweifel nach, was in deiner Klasse verlangt wird.
- Welche Verknüpfungswörter passen zu einer Vorgangsbeschreibung?
- Typisch sind zuerst, danach, anschließend, nun, sobald und zum Schluss. Sie zeigen dem Leser, in welcher Reihenfolge die Arbeitsschritte ablaufen, ohne dass du jeden Satz mit „dann“ beginnen musst. Wechsle die Wörter ab, damit der Text nicht eintönig klingt, achte aber darauf, dass die zeitliche Reihenfolge dabei klar erkennbar bleibt.
- Wie beschreibt man ein Bild statt einer echten Person?
- Eine Bildbeschreibung folgt ähnlichen Regeln wie eine Personenbeschreibung: erst der Gesamteindruck, etwa Thema und Bildaufbau, dann die Einzelheiten vom Vordergrund zum Hintergrund oder von links nach rechts. Zusätzlich beschreibst du Farben, Formen und die Wirkung des Bildes. Auch hier gilt: sachlich, im Präsens und ohne persönliche Wertungen wie „schön“ oder „hässlich“.
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