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Lösungen und Konzentration

In dieser Lektion lernst du, wie sich Stoffe in Wasser lösen, was eine gesättigte Lösung ist und wie man die Konzentration einer Lösung berechnet. Du kannst am Ende selbst ausrechnen, wie viel Stoff du für eine bestimmte Konzentration einwiegen musst.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 9
  • Thema: Stoffe und Eigenschaften
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was beim Lösen passiert

Wenn du einen Löffel Zucker in ein Glas Wasser gibst und umrührst, verschwindet der Zucker scheinbar. Auf Teilchenebene passiert dabei Folgendes: Die Wasser-Teilchen umschließen einzelne Zucker-Teilchen und lösen sie aus dem festen Kristallverband. Die Zucker-Teilchen verteilen sich danach gleichmäßig zwischen den Wasser-Teilchen, ohne dass neue Stoffe entstehen – der Zucker ist noch da, nur unsichtbar fein verteilt.

Man nennt den Stoff, der sich löst, den gelösten Stoff, und den Stoff, in dem er sich löst, das Lösungsmittel. Wasser ist mit Abstand das wichtigste Lösungsmittel, weil seine Teilchen viele andere Stoffe, besonders Salze und Zucker, sehr gut umschließen können. Das Ergebnis heißt Lösung: ein einheitliches, klares Gemisch, bei dem sich der gelöste Stoff mit bloßem Auge nicht mehr vom Lösungsmittel unterscheiden lässt.

Nicht jeder Stoff löst sich in jedem Lösungsmittel gleich gut. Kochsalz löst sich hervorragend in Wasser, aber kaum in Speiseöl. Fett dagegen löst sich kaum in Wasser, aber gut in Öl oder Benzin. Diese unterschiedliche Löslichkeit hängt vom Aufbau der Teilchen ab und wird später bei den chemischen Bindungen genauer erklärt.

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Löslichkeit: gesättigt oder ungesättigt

Gibt man immer mehr Zucker in dieselbe Menge Wasser, löst sich irgendwann kein weiterer Zucker mehr, egal wie lange man rührt. Der Punkt, an dem sich bei einer bestimmten Temperatur kein zusätzlicher Stoff mehr löst, heißt Sättigung.

Die Löslichkeit gibt an, wie viel Gramm eines Stoffs sich höchstens in 100 g Wasser bei einer bestimmten Temperatur lösen. Sie ist eine feste, messbare Stoffeigenschaft und unterscheidet sich von Stoff zu Stoff stark, wie die Löslichkeitswerte weiter unten zeigen.

Ungesättigte Lösung

Es könnte sich bei gleicher Temperatur noch mehr Stoff lösen.

Beispiele

  • 1 Löffel Salz in 200 ml Wasser
  • wenig Zucker im Tee

Signalwörter

  • Zugegebener Feststoff löst sich vollständig auf
  • Kein Bodensatz sichtbar
  • Menge liegt unter der Löslichkeitsgrenze

Gesättigte Lösung

Die Löslichkeitsgrenze bei dieser Temperatur ist erreicht.

Beispiele

  • stark gesalzenes Wasser mit Bodensatz
  • Zuckersirup kurz vor dem Auskristallisieren

Signalwörter

  • Zugegebener Feststoff bleibt ungelöst liegen
  • Bodensatz am Glasboden sichtbar
  • Erwärmen kann noch mehr Stoff lösen
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Rechenbeispiel: Eine Lösung mit bestimmter Konzentration herstellen

Berechne, wie viel Gramm Natriumchlorid nötig sind, um 500 ml Kochsalzlösung mit der Konzentration c = 0,5 mol/l herzustellen.

Gegeben:

  • Volumen der Lösung: V500 ml0,5 l
  • Gewünschte Konzentration: c0,5 mol/l
  • Molare Masse von Natriumchlorid: M = 58,5 g/mol

Gesucht:

Einzuwiegende Masse m an Natriumchlorid

Lösung:

  1. Formel für die Konzentration umstellen: c = n / V, also n = c · V.
  2. Stoffmenge berechnen: n = 0,5 mol/l · 0,5 l = 0,25 mol.
  3. Masse aus der Stoffmenge berechnen: m = n · M.
  4. Einsetzen: m0,25 mol · 58,5 g/mol14,6 g.

Es müssen 14,6 g Natriumchlorid abgewogen, in etwas Wasser gelöst und im Messkolben auf genau 500 ml aufgefüllt werden. So entsteht eine Lösung mit der Konzentration 0,5 mol/l.

Der Rechenweg von der Zielkonzentration bis zur fertigen Lösung im Messkolben.
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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, das Volumen der Lösung mit dem Volumen des Lösungsmittels zu verwechseln. Bei der Formel c = n / V steht V für das Endvolumen der fertigen Lösung, nicht für die Menge Wasser, die man ursprünglich in den Messkolben gegeben hat. Deshalb wird beim Ansetzen einer Lösung immer erst der Feststoff eingewogen und gelöst, danach wird mit Wasser bis zur Markierung aufgefüllt, nicht umgekehrt.

Ein zweiter Fehler ist, Einheiten beim Rechnen zu vermischen, etwa Milliliter statt Liter oder Milligramm statt Gramm einzusetzen, ohne umzurechnen. Da die Konzentration meist in mol/l angegeben wird, muss das Volumen zuerst in Liter umgerechnet werden, sonst ergibt sich eine um den Faktor 1000 falsche Stoffmenge.

Ein dritter Fehler ist die Annahme, eine gesättigte Lösung enthalte immer dieselbe Menge gelösten Stoff, unabhängig von der Temperatur. Tatsächlich ändert sich die Löslichkeit der meisten Feststoffe mit der Temperatur, eine bei 20 °C gesättigte Lösung kann beim Erwärmen zusätzlichen Stoff aufnehmen.

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Alltagsbezug: Konzentration im Leben

Konzentrationsangaben begegnen dir ständig, auch außerhalb der Chemiestunde. Der Alkoholgehalt eines Getränks in Prozent ist eine Konzentrationsangabe, ebenso die Angabe „0,9 % Kochsalzlösung“ auf einer Infusion im Krankenhaus, die der Konzentration von Salzen im menschlichen Blut entspricht. Auch Reinigungsmittel werden oft in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser verdünnt, damit die Konzentration der Wirkstoffe stimmt.

In der Medizin ist die richtige Konzentration von Medikamenten und Infusionslösungen lebenswichtig: Zu konzentrierte Lösungen können Zellen schädigen, zu stark verdünnte wirken nicht ausreichend. Auch beim Schwimmbad-Chlor oder bei Düngemitteln im Garten ist die Konzentration entscheidend, denn zu hohe Werte können schädlich sein, während zu niedrige Werte wirkungslos bleiben.

StoffLöslichkeit (g pro 100 g Wasser)
Gips (Calciumsulfat)etwa 0,2 g
Kaliumnitratetwa 32 g
Kochsalz (Natriumchlorid)etwa 36 g
Haushaltszucker (Saccharose)etwa 200 g
Löslichkeit verschiedener Stoffe in Wasser bei 20 °C
Die Löslichkeit unterscheidet sich von Stoff zu Stoff sehr stark.
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Verdünnen und Löslichkeit von Gasen

Verdünnt man eine Lösung, indem man Wasser hinzugibt, bleibt die Stoffmenge des gelösten Stoffs gleich, nur das Volumen wächst. Da die Konzentration c = n / V ist, sinkt sie beim Verdünnen, weil der Nenner größer wird, während der Zähler unverändert bleibt. Verdoppelt man das Volumen durch Wasserzugabe, halbiert sich die Konzentration.

Bei Gasen verhält sich die Löslichkeit in Wasser genau umgekehrt zu der von Feststoffen: Kohlenstoffdioxid, Sauerstoff und andere Gase lösen sich in kaltem Wasser besser als in warmem. Deshalb schäumt eine warme Limonade beim Öffnen stärker über als eine kalte, das gelöste Kohlenstoffdioxid entweicht bei Wärme schneller. Aus demselben Grund enthält kaltes Wasser mehr gelösten Sauerstoff als warmes, was für Fische im Sommer zum Problem werden kann.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Was beschreibt der Begriff „gesättigte Lösung“ am besten?

Was beschreibt der Begriff „gesättigte Lösung“ am besten?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lösung ist ein einheitliches Gemisch aus gelöstem Stoff und Lösungsmittel.
  • Die Löslichkeit gibt an, wie viel Stoff sich höchstens bei einer Temperatur löst.
  • Konzentration berechnet man mit c = n / V, Stoffmenge geteilt durch Volumen der Lösung.
  • Beim Verdünnen bleibt die Stoffmenge gleich, die Konzentration sinkt mit steigendem Volumen.
  • Feststoffe lösen sich in warmem Wasser meist besser, Gase dagegen in kaltem Wasser besser.

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Häufige Fragen zu Lösungen und Konzentration

Was ist der Unterschied zwischen Lösungsmittel und gelöstem Stoff?
Das Lösungsmittel ist der Stoff, in dem sich ein anderer Stoff auflöst, meist Wasser. Der gelöste Stoff ist der Stoff, der sich darin verteilt, etwa Salz oder Zucker. Zusammen bilden sie eine Lösung, in der sich beide Bestandteile mit bloßem Auge nicht mehr unterscheiden lassen.
Wie berechnet man die Konzentration einer Lösung?
Die Konzentration berechnet sich mit der Formel c = n / V, wobei n die Stoffmenge des gelösten Stoffs in mol und V das Volumen der fertigen Lösung in Litern ist. Die Einheit der Konzentration ist deshalb meist mol/l. Wichtig ist, für V immer das Endvolumen der Lösung einzusetzen, nicht nur die Menge Wasser.
Was bedeutet gesättigte Lösung?
Eine gesättigte Lösung hat bei der jeweiligen Temperatur die maximale Menge an gelöstem Stoff aufgenommen. Gibt man weiteren Stoff hinzu, bleibt er ungelöst und setzt sich als Bodensatz ab. Durch Erwärmen kann sich bei den meisten Feststoffen noch mehr Stoff lösen, die Sättigungsgrenze steigt mit der Temperatur.
Warum lösen sich manche Stoffe nicht in Wasser?
Ob sich ein Stoff in Wasser löst, hängt vom Aufbau seiner Teilchen ab. Wasser umschließt gut Salze und andere polare Teilchen, aber Fette und Öle bestehen aus unpolaren Teilchen, die von Wasser kaum angezogen werden. Solche Stoffe lösen sich stattdessen besser in unpolaren Lösungsmitteln wie Benzin.
In welcher Klasse lernt man Lösungen und Konzentration?
Konzentrationsberechnungen werden in Deutschland meist in der neunten Klasse behandelt, nachdem die Stoffmenge und die molare Masse bereits eingeführt wurden. Das Thema baut direkt auf dem Teilchenmodell und der Stoffmenge auf und wird später bei Titrationen und chemischen Reaktionen wieder gebraucht.
Warum schäumt warme Limonade beim Öffnen stärker?
Kohlenstoffdioxid löst sich in warmem Wasser schlechter als in kaltem. Beim Öffnen einer warmen Flasche entweicht das gelöste Gas deshalb schneller und heftiger als bei einer gekühlten Flasche, dadurch schäumt die warme Limonade stärker über.
Was passiert beim Verdünnen einer Lösung genau?
Beim Verdünnen wird zusätzliches Lösungsmittel, meist Wasser, hinzugegeben, ohne weiteren gelösten Stoff zuzufügen. Die Stoffmenge des gelösten Stoffs bleibt dabei konstant, das Volumen der Lösung wächst jedoch, wodurch die Konzentration sinkt.
Wie unterscheidet sich Löslichkeit von Konzentration?
Die Löslichkeit ist eine feste Stoffeigenschaft und gibt die höchstmögliche Menge eines Stoffs an, die sich bei einer bestimmten Temperatur in einer festgelegten Menge Lösungsmittel lösen kann. Die Konzentration dagegen beschreibt, wie viel Stoff tatsächlich in einer vorliegenden Lösung gelöst ist, und kann jeden Wert bis zur Löslichkeitsgrenze annehmen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.