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Wasser als Stoff

In dieser Lektion lernst du die besonderen Eigenschaften von Wasser kennen und erfährst, dass Wasser eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff ist. Du verstehst den Unterschied zwischen Zerlegung und Synthese, weist Wasser nach und erklärst die Dichteanomalie.

  • Fach: Chemie
  • Klasse 8
  • Thema: Stoffe und Eigenschaften
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Ein ganz besonderer Stoff

Wasser ist der häufigste Stoff auf der Erdoberfläche und hat einige ungewöhnliche Eigenschaften. Reines Wasser siedet bei Normaldruck bei 100 °C und erstarrt bei 0 °C. Seine größte Dichte hat es aber nicht am Gefrierpunkt, sondern bei etwa 4 °C. Eis ist deshalb leichter als flüssiges Wasser und schwimmt oben. Darum frieren Seen von oben zu, und Fische überleben am Grund im etwa 4 °C warmen Wasser statt zu erfrieren.

Wasser ist kein Element, sondern eine Verbindung. Ein Wassermolekül H2O besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom, die durch feste chemische Bindungen zusammengehalten werden. Ein typischer Fehler ist die Vorstellung, Wasser sei ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff. In einem Gemisch behalten die Stoffe ihre Eigenschaften. Wasser löscht aber Feuer, während Wasserstoff selbst brennt und Sauerstoff die Verbrennung erst fördert. Die Atome sind also chemisch fest verbunden und bilden einen völlig neuen Stoff mit eigenen Eigenschaften.

Diese Verbindung kann man in beide Richtungen untersuchen. Verbrennt Wasserstoff mit Sauerstoff, entsteht Wasser – das ist eine Synthese, bei der Energie freigesetzt wird. Mit elektrischem Strom lässt sich Wasser wieder in die beiden Gase zerlegen, das ist eine Elektrolyse und braucht zugeführte Energie. Wasser selbst weist man mit weißem Kupfersulfat nach, das sich bei Kontakt mit Wasser charakteristisch blau färbt.

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Synthese oder Zerlegung?

Beide Reaktionen hängen mit Wasser zusammen, laufen aber in entgegengesetzte Richtungen. Achte darauf, ob aus mehreren Stoffen einer entsteht oder umgekehrt.

Bei der Synthese wird Energie frei, für die Zerlegung muss Energie in Form von elektrischem Strom zugeführt werden.

Synthese von Wasser

Aus den Elementen Wasserstoff und Sauerstoff entsteht die Verbindung Wasser.

Beispiele

  • 2 H2 + O2 → 2 H2O
  • Knallgasprobe: Wasserstoff verbrennt mit einem Knallgeräusch

Signalwörter

  • Zwei Stoffe werden zu einem
  • Energie wird frei (exotherm)
  • Knall oder Flamme
  • Beschlag von Wassertropfen am Gefäßrand

Zerlegung von Wasser

Wasser wird durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

Beispiele

  • 2 H2O → 2 H2 + O2
  • Hofmannscher Zersetzungsapparat im Chemieunterricht

Signalwörter

  • Ein Stoff wird zu zwei Stoffen
  • Energie muss zugeführt werden (endotherm)
  • Gasbläschen steigen an den Elektroden auf
  • Doppelt so viel Wasserstoff wie Sauerstoff entsteht
Synthese und Zerlegung von Wasser sind chemisch genau entgegengesetzte Reaktionen.
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Die Dichteanomalie des Wassers

Die meisten Stoffe werden beim Abkühlen immer dichter, bis sie fest werden – Wasser verhält sich anders. Kühlt man Wasser von hohen Temperaturen ab, steigt seine Dichte zunächst normal an, erreicht bei etwa 4 °C ihr Maximum und nimmt danach beim weiteren Abkühlen bis zum Gefrierpunkt wieder leicht ab. Dieses ungewöhnliche Verhalten nennt man die Dichteanomalie des Wassers.

Der Grund liegt im besonderen Aufbau der Wassermoleküle: Beim weiteren Abkühlen unter 4 °C beginnen sich die Moleküle zu einer lockeren, sechseckigen Gitterstruktur zu ordnen, die mehr Platz braucht als die ungeordnete Anordnung bei höheren Temperaturen. Feste Eiskristalle haben dadurch eine geringere Dichte als flüssiges Wasser bei 4 °C und schwimmen deshalb oben, statt wie bei den meisten anderen Stoffen abzusinken.

ZustandTemperaturDichte
Eis0 °C0,917 g/cm³
Wasser0 °C0,9998 g/cm³
Wasser4 °C1,0000 g/cm³
Wasser20 °C0,9982 g/cm³
Wasser100 °C0,9584 g/cm³
Dichte von Wasser bei verschiedenen Temperaturen (Normaldruck)
Wasser hat seine größte Dichte bei etwa 4 °C, nicht am Gefrierpunkt – deshalb schwimmt Eis oben.
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Beispiel 1: Die Elektrolyse auswerten

Bei der Zerlegung von Wasser entstehen am Minuspol 20 ml Gas. Wie viel Gas entsteht am Pluspol, und um welche Gase handelt es sich?

Gegeben:

  • 2 H2O → 2 H2 + O2
  • Am Minuspol: 20 ml Gas

Gesucht:

Gasvolumen am Pluspol und Art der Gase

Lösung:

  1. Laut Gleichung entstehen aus 2 Wassermolekülen 2 Moleküle Wasserstoff und 1 Molekül Sauerstoff.
  2. Gase mit gleicher Teilchenzahl nehmen bei gleicher Temperatur und gleichem Druck gleiches Volumen ein, also Wasserstoff zu Sauerstoff wie 2 zu 1.
  3. Am Minuspol entsteht das größere Volumen, also Wasserstoff: 20 ml. Sauerstoff: 20 ml : 2 = 10 ml.

Am Minuspol entstehen 20 ml Wasserstoff, am Pluspol 10 ml Sauerstoff.

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Beispiel 2: Wasser eindeutig nachweisen

Ein Schüler behauptet, eine klare Flüssigkeit in einem Reagenzglas sei Wasser. Wie lässt sich das eindeutig nachweisen?

Gegeben:

  • Klare, farblose Flüssigkeit unbekannter Herkunft
  • Weißes, wasserfreies Kupfersulfat als Nachweisreagenz

Gesucht:

Eindeutiger Nachweis von Wasser

Lösung:

  1. Eine kleine Menge der Flüssigkeit auf weißes Kupfersulfat-Pulver geben.
  2. Kupfersulfat lagert Wassermoleküle in sein Kristallgitter ein und bildet dabei das blaue Kupfersulfat-Pentahydrat.
  3. Färbt sich das Pulver blau, ist eindeutig Wasser in der Flüssigkeit enthalten.
  4. Bleibt das Pulver weiß, enthält die Flüssigkeit kein Wasser.

Der Farbumschlag von weiß nach blau ist ein eindeutiger, spezifischer Nachweis für Wasser und wird deshalb im Unterricht bevorzugt gegenüber bloßem Aussehen oder Geschmack.

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Typische Fehler

Der wichtigste Fehler wurde bereits angesprochen: Wasser als Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff zu betrachten, statt als chemische Verbindung. Ein Gemisch würde die brennbaren und brandfördernden Eigenschaften seiner Bestandteile behalten – Wasser aber löscht Feuer, weil die Atome fest gebunden sind und ein völlig neuer Stoff mit neuen Eigenschaften entstanden ist.

Ein zweiter Fehler betrifft die Dichteanomalie: Viele denken, Wasser sei bei 0 °C am dichtesten, weil es dort gefriert. Tatsächlich liegt das Dichtemaximum bei etwa 4 °C, und sowohl wärmeres als auch kälteres Wasser bis hinunter zum Eis ist weniger dicht. Dieser Denkfehler übersieht, dass Gefrierpunkt und Dichtemaximum zwei unterschiedliche Temperaturen sind.

Ein dritter Fehler ist, bei der Elektrolyse von Wasser ein Verhältnis von 1 zu 1 zwischen Wasserstoff und Sauerstoff anzunehmen. Richtig ist das Verhältnis 2 zu 1, weil die Reaktionsgleichung 2 H2O → 2 H2 + O2 lautet. Wer die Koeffizienten nicht beachtet, überschätzt die entstehende Sauerstoffmenge um das Doppelte.

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Alltagsbezug: Warum die Dichteanomalie wichtig ist

Ohne die Dichteanomalie des Wassers würde ein zugefrorener See von unten nach oben zufrieren, weil das dichtere Eis absinken und den ganzen See von Grund auf durchfrieren lassen würde. Weil Eis aber leichter ist und obenauf schwimmt, bleibt darunter flüssiges, etwa 4 °C warmes Wasser erhalten, in dem Fische und andere Wasserlebewesen den Winter überleben können. Die Eisschicht wirkt dabei zusätzlich wie eine Dämmschicht gegen die kalte Luft.

Auch für Wasserleitungen ist die Anomalie relevant, allerdings mit unangenehmer Folge: Weil Wasser beim Gefrieren nicht schrumpft, sondern sich ausdehnt, können volle Leitungen bei Frost platzen. Aus demselben Grund sprengt gefrierendes Wasser in feinen Rissen von Gestein dieses über viele Frost-Tau-Zyklen hinweg auf, ein wichtiger Verwitterungsprozess in der Natur.

In der Industrie wird Wasser als Verbindung mit sehr präzisen Eigenschaften genutzt, etwa als Kühlmittel in Kraftwerken oder als Reaktionspartner bei der Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse, die als klimafreundliche Methode zur Wasserstofferzeugung diskutiert wird, wenn der benötigte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Was ist Wasser aus chemischer Sicht?

Was ist Wasser aus chemischer Sicht?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wasser H2O ist eine Verbindung aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom.
  • Wasser ist kein Gemisch – es hat ganz andere Eigenschaften als seine Elemente.
  • Synthese: 2 H2 + O2 → 2 H2O, Zerlegung: 2 H2O → 2 H2 + O2.
  • Bei der Zerlegung entsteht doppelt so viel Wasserstoff wie Sauerstoff.
  • Wasser hat bei 4 °C die größte Dichte, nicht am Gefrierpunkt – Eis schwimmt deshalb oben.
  • Nachweis von Wasser: weißes Kupfersulfat färbt sich blau.

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Häufige Fragen zu Wasser als Stoff

Ist Wasser ein Element oder eine Verbindung?
Wasser ist eine Verbindung aus den zwei Elementen Wasserstoff und Sauerstoff, chemisch geschrieben als H2O. In einem Wassermolekül sind zwei Wasserstoffatome fest an ein Sauerstoffatom gebunden. Weil die Atome chemisch verbunden sind, hat Wasser völlig andere Eigenschaften als die beiden Elemente allein, etwa das Löschen von Feuer statt selbst zu brennen.
Warum schwimmt Eis auf Wasser?
Eis schwimmt auf Wasser, weil es eine geringere Dichte hat als flüssiges Wasser. Beim Gefrieren ordnen sich die Wassermoleküle in eine lockere, sechseckige Gitterstruktur, die mehr Platz braucht als im flüssigen Zustand. Diese Struktur macht Eis leichter, obwohl die Masse gleich bleibt. Das nennt man die Dichteanomalie des Wassers.
Was ist die Dichteanomalie des Wassers?
Die Dichteanomalie beschreibt, dass Wasser nicht wie die meisten Stoffe beim Abkühlen immer dichter wird, sondern seine größte Dichte bei etwa 4 °C erreicht und danach bis zum Gefrierpunkt wieder leichter wird. Feste Eiskristalle sind dadurch sogar noch leichter als das kälteste flüssige Wasser. Ohne diese Besonderheit würden Seen von unten nach oben zufrieren.
Wie wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt?
Wasser wird durch Elektrolyse zerlegt, bei der elektrischer Strom durch die Flüssigkeit geleitet wird. An den beiden Elektroden entstehen Gasbläschen: Am Minuspol sammelt sich Wasserstoff, am Pluspol Sauerstoff, im Volumenverhältnis 2 zu 1, wie es die Gleichung 2 H2O → 2 H2 + O2 vorgibt. Diese Reaktion braucht zugeführte Energie und ist deshalb endotherm.
Wie weist man Wasser eindeutig nach?
Wasser weist man mit weißem, wasserfreiem Kupfersulfat nach. Kommt die zu prüfende Flüssigkeit mit dem Pulver in Kontakt und enthält Wasser, färbt sich das Kupfersulfat charakteristisch blau, weil sich Wassermoleküle in sein Kristallgitter einlagern. Dieser Farbumschlag ist eindeutig und wird deshalb bevorzugt gegenüber bloßem Aussehen oder Geschmack als Nachweismethode verwendet.
Was passiert bei der Synthese von Wasser?
Bei der Synthese von Wasser reagieren die Elemente Wasserstoff und Sauerstoff nach der Gleichung 2 H2 + O2 → 2 H2O miteinander und bilden die Verbindung Wasser. Diese Reaktion setzt viel Energie frei und läuft bei der bekannten Knallgasprobe mit einem lauten Knall ab. Aus zwei Ausgangsstoffen entsteht dabei ein einziges neues Produkt.
Warum können Wasserleitungen bei Frost platzen?
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, statt sich wie die meisten Stoffe zusammenzuziehen, weil die Eiskristalle mehr Platz beanspruchen als flüssiges Wasser. In einer vollständig gefüllten Leitung erzeugt diese Ausdehnung einen enormen Druck, der das Material sprengen kann. Deshalb werden Wasserleitungen im Winter isoliert oder vor Frost geschützt.
In welcher Klasse lernt man die Eigenschaften von Wasser?
Wasser als Stoff wird in Deutschland meist in der achten Klasse im Chemieunterricht behandelt, häufig im Anschluss an die Themen Elemente, Verbindungen und Verbrennung. Die Dichteanomalie und die Elektrolyse gehören zu den zentralen Inhalten und bereiten auf spätere Themen wie chemische Bindungen und Reaktionsgleichungen vor.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können