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Getriebe: Übersetzung berechnen

Getriebe Übersetzung berechnen heißt, die Zähnezahl des getriebenen Rads durch die Zähnezahl des treibenden Rads zu teilen. Ist das Ergebnis größer als 1, dreht das Getriebe langsamer und kräftiger, ist es kleiner als 1, dreht es schneller und schwächer. In dieser Lektion rechnest du Drehzahlen, Drehmomente und Fahrradgänge aus und lernst, welche Fehler dir dabei am häufigsten passieren.

  • Fach: Physik
  • Klasse 8
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Getriebe Übersetzung berechnen: Zahnräder, Drehzahl und Drehmoment

Ein Getriebe überträgt eine Drehbewegung von einer Welle auf eine andere und verändert dabei Drehzahl und Drehmoment. Im einfachsten Fall sitzen zwei Zahnräder nebeneinander und greifen mit ihren Zähnen ineinander. Das Rad, das den Antrieb liefert, heißt treibendes Rad, das Rad, das sich mitdreht, heißt getriebenes Rad. Weil beide Räder gleich große Zähne haben müssen, passt ein Rad mit doppelt so vielen Zähnen auch doppelt so oft um den Umfang herum.

Daraus folgt eine einfache Regel: Dreht sich das kleine Rad mit 15 Zähnen einmal, schiebt es genau 15 Zähne am großen Rad vorbei. Hat das große Rad 60 Zähne, ist es dann erst um ein Viertel einer Umdrehung weitergekommen. Das große Rad dreht sich also langsamer, dafür aber mit mehr Kraft. Genau diesen Tausch von Drehzahl gegen Drehmoment nennt man Übersetzung.

Das Drehmoment ist die Größe, die angibt, wie kräftig eine Welle dreht. Es ist Kraft mal Hebelarm und wird in Newtonmeter gemessen. Ein Getriebe erzeugt keine zusätzliche Energie. Wenn die Drehzahl auf ein Viertel sinkt, steigt das Drehmoment auf das Vierfache. Die Leistung, also Drehmoment mal Drehzahl, bleibt in einem idealen Getriebe gleich. Das ist derselbe Gedanke wie beim Hebel: Was du an Weg sparst, brauchst du an Kraft.

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Getriebe Übersetzung berechnen: Die Formel mit Legende

Das Übersetzungsverhältnis i gibt an, wie viele Umdrehungen das treibende Rad macht, bis sich das getriebene Rad einmal gedreht hat. Du berechnest es aus den Zähnezahlen: Du teilst die Zähnezahl des getriebenen Rads durch die Zähnezahl des treibenden Rads. Weil es ein Verhältnis zweier Zahlen ist, hat i keine Einheit. Aus den Zähnezahlen folgt dasselbe für die Drehzahlen: Das treibende Rad dreht sich i-mal so oft wie das getriebene.

Die Drehzahl am Ausgang berechnest du, indem du die Eingangsdrehzahl durch i teilst. Das Drehmoment am Ausgang erhältst du, indem du das Eingangsmoment mit i multiplizierst. Beides gilt genau für ein verlustfreies Getriebe. Echte Getriebe haben Reibung, deshalb kommt am Ausgang etwas weniger Drehmoment an, als die Rechnung ergibt.

Achte auf die Reihenfolge der Zähnezahlen: Das getriebene Rad steht oben im Bruch. Wer die beiden vertauscht, bekommt den Kehrwert und erkennt am Ergebnis nicht mehr, ob das Getriebe schneller oder langsamer läuft. Rechne außerdem mit gleichen Einheiten, zum Beispiel Drehzahlen immer in Umdrehungen pro Minute.

iz₂z₁
i
Übersetzungsverhältnis (ohne Einheit)
z
Zähnezahl, z₁ am treibenden Rad, z₂ am getriebenen Rad
n
Drehzahl in Umdrehungen pro Minute, es gilt n₂ = n₁ / i
M
Drehmoment in Newtonmeter (N·m), es gilt M₂ = M₁ · i
ÜbersetzungDrehzahl am AusgangDrehmoment am AusgangBeispiel
i größer als 1kleinergrößerBerggang, Winde, Kran
i gleich 1gleichgleichgleich große Räder
i kleiner als 1größerkleinerSchnellgang, Handmixer
Übersetzung ins Langsame und ins Schnelle
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Getriebe Übersetzung berechnen bei mehreren Stufen

Oft reicht ein einziges Zahnradpaar nicht aus. Ein Autogetriebe oder ein Uhrwerk besteht aus mehreren Stufen, die hintereinander geschaltet sind. Dabei sitzt auf einer Welle ein großes und ein kleines Rad, das große greift in die vorige Stufe, das kleine in die nächste. Die Gesamtübersetzung ergibt sich, indem du die Übersetzungen der einzelnen Stufen multiplizierst: i gesamt gleich i₁ mal i₂.

Ein Beispiel: Die erste Stufe hat i₁ = 3, die zweite i₂ = 4. Dann dreht sich der Ausgang zwölfmal langsamer als der Eingang, und das Drehmoment ist idealerweise zwölfmal so groß. Mit zwei kleinen Stufen erreichst du also einen Faktor, für den ein einziges Rad riesig wäre. Ein Zahnradpaar mit 12 und 144 Zähnen würde sehr viel Platz brauchen, zwei Paare mit 12 und 36 Zähnen bauen dagegen kompakt.

Das Rechenschema ist immer gleich: Erst jede Stufe einzeln als Bruch aus Zähnezahlen, dann alle Brüche multiplizieren. Bei Drehzahlen teilst du dann einmal durch die Gesamtübersetzung. Damit du dich nicht verrechnest, hilft eine kleine Skizze mit den Zähnezahlen an jedem Rad.

So gehst du beim Berechnen der Getriebeübersetzung in vier Schritten vor.
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Beispiel 1: Ein Getriebe ins Langsame

Ein Motor mit 1 500 Umdrehungen pro Minute und einem Drehmoment von 2 N·m treibt ein Zahnrad mit 15 Zähnen an. Es greift in ein Zahnrad mit 60 Zähnen. Berechne Übersetzung, Drehzahl und Drehmoment am Ausgang.

Gegeben:

  • z₁15 und z₂60
  • n₁1 500 pro Minute
  • M₁2 N·m

Gesucht:

i, n₂ und M₂

Lösung:

  1. iz₂z₁60154
  2. n₂n₁i1 5004375 pro Minute
  3. M₂M₁ · i2 N·m · 48 N·m

Die Übersetzung beträgt 4. Das getriebene Rad dreht sich mit 375 Umdrehungen pro Minute, also nur noch ein Viertel so schnell wie der Motor. Dafür ist das Drehmoment mit 8 N·m viermal so groß. Die Leistung bleibt im verlustfreien Fall gleich, weil du bei der Drehzahl verlierst, was du beim Drehmoment gewinnst. Genau so arbeitet eine Seilwinde.

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Beispiel 2: Fahrradschaltung ausrechnen

Ein Fahrrad hat vorn ein Kettenblatt mit 48 Zähnen und hinten ein Ritzel mit 16 Zähnen. Du trittst 60-mal pro Minute. Der Radumfang beträgt 2,1 m. Wie schnell fährst du?

Gegeben:

  • z₁48 (Kettenblatt) und z₂16 (Ritzel)
  • n₁60 pro Minute
  • Radumfang 2,1 m

Gesucht:

i, n₂ und die Geschwindigkeit v

Lösung:

  1. iz₂z₁1648 ≈ 0,33
  2. n₂n₁i600,33180 pro Minute
  3. Strecke pro Minute180 · 2,1 m378 m
  4. v378 m/min601000 ≈ 22,7 km/h

Das Übersetzungsverhältnis ist etwa 0,33, es ist also kleiner als 1. Das Hinterrad dreht sich dreimal pro Pedalumdrehung und du fährst etwa 22,7 km/h. Bei i kleiner als 1 gewinnst du Tempo und verlierst Drehmoment, deshalb brauchst du für diesen Gang mehr Kraft als für einen leichten Berggang mit 32 Zähnen hinten.

Je kleiner das Ritzel hinten, desto kleiner i, desto schneller das Rad und desto schwerer der Tritt.
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Typische Fehler bei der Getriebe-Übersetzung

Der häufigste Fehler ist, die Zähnezahlen zu vertauschen. Wer 15 durch 60 teilt, erhält 0,25 statt 4 und behauptet dann, das Getriebe laufe schneller. Prüfe deshalb immer mit dem gesunden Menschenverstand: Das große Rad am Ausgang dreht langsamer, also muss i größer als 1 sein.

Der zweite Fehler betrifft die Einheiten. Drehzahlen werden mal in Umdrehungen pro Minute, mal in Umdrehungen pro Sekunde angegeben. Wer beides mischt, rechnet falsch. Rechne außerdem mit Zähnezahlen, nicht mit Raddurchmessern in unterschiedlichen Einheiten, sonst stimmen die Verhältnisse nicht mehr. Für den Radumfang beim Fahrrad brauchst du Meter, für die Geschwindigkeit am Ende Kilometer pro Stunde.

Der dritte Fehler ist die Vorstellung, ein Getriebe liefere Energie dazu. Ein Getriebe verteilt Energie nur um. Wenn das Drehmoment wächst, sinkt die Drehzahl, und umgekehrt. Dazu kommen Reibungsverluste an den Zähnen und Lagern, die als Wärme verloren gehen. Der Wirkungsgrad eines guten Zahnradgetriebes liegt trotzdem meist bei 95 bis 98 Prozent pro Stufe.

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Getriebe im Alltag und Tipps für die Klassenarbeit

Getriebe stecken in Fahrrädern, Autos, Akkuschraubern, Uhren, Küchenmaschinen und Windkraftanlagen. Der Akkuschrauber hat meist zwei Gänge: Im langsamen Gang schraubst du kräftig, im schnellen Gang bohrst du zügig. Bei einer Windkraftanlage dreht sich der Rotor nur etwa 15-mal pro Minute, der Generator braucht aber über 1 000 Umdrehungen, deshalb sitzt dazwischen ein Getriebe mit i kleiner als 1.

Für die Klassenarbeit schreibst du zuerst die gegebenen Größen mit Einheiten auf und setzt dann die Zähnezahlen richtig in die Formel ein. Mache am Ende die Plausibilitätsprobe: Wird das Ausgangsrad langsamer, muss i größer als 1 sein und das Drehmoment wachsen. Bei Fahrradaufgaben rechnest du erst die Raddrehzahl, dann mit dem Umfang die Strecke und zuletzt die Einheit auf Kilometer pro Stunde um.

Merke dir auch den Zusammenhang zur Mechanik: Die Zähne am Umfang bewegen sich mit gleicher Geschwindigkeit, nur die Hebelarme sind verschieden. Das große Rad hat den längeren Hebelarm, daher das größere Drehmoment. Wer diesen Gedanken verstanden hat, muss keine Formeln auswendig lernen.

Die wichtigsten Aussagen zur Getriebe-Übersetzung auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Ein Zahnrad mit 10 Zähnen treibt ein Zahnrad mit 40 Zähnen an. Wie groß ist die Übersetzung i?

Ein Zahnrad mit 10 Zähnen treibt ein Zahnrad mit 40 Zähnen an. Wie groß ist die Übersetzung i?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Übersetzung ist i gleich z₂ geteilt durch z₁: Zähnezahl des getriebenen Rads durch Zähnezahl des treibenden Rads.
  • Bei i größer als 1 sinkt die Drehzahl und das Drehmoment steigt, bei i kleiner als 1 ist es umgekehrt.
  • Ausgangsdrehzahl: n₂ gleich n₁ geteilt durch i. Ausgangsmoment: M₂ gleich M₁ mal i, ohne Verluste.
  • Bei mehreren Stufen multiplizierst du die Einzelübersetzungen miteinander.
  • Ein Getriebe verstärkt keine Energie. Reibung macht die Leistung am Ausgang etwas kleiner.

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Häufige Fragen zu Getriebe: Übersetzung berechnen

Wie berechnet man die Übersetzung eines Getriebes?
Du teilst die Zähnezahl des getriebenen Rads durch die Zähnezahl des treibenden Rads: i gleich z₂ geteilt durch z₁. Das Ergebnis hat keine Einheit. Alternativ ergibt sich i aus dem Verhältnis der Drehzahlen, nämlich Eingangsdrehzahl geteilt durch Ausgangsdrehzahl, denn beide Wege beschreiben dasselbe Verhältnis.
Was bedeutet die Übersetzung 1 zu 3?
Eine Übersetzung von 1 zu 3 heißt, dass sich das treibende Rad dreimal dreht, während sich das getriebene Rad einmal dreht. Die Drehzahl am Ausgang ist also ein Drittel der Drehzahl am Eingang, das Drehmoment wird ohne Verluste dreimal so groß. Es ist eine Übersetzung ins Langsame.
Was ist der Unterschied zwischen Übersetzung ins Langsame und ins Schnelle?
Bei der Übersetzung ins Langsame ist das getriebene Rad größer, i liegt über 1, die Drehzahl sinkt und das Drehmoment steigt. Bei der Übersetzung ins Schnelle ist das getriebene Rad kleiner, i liegt unter 1, die Drehzahl steigt und das Drehmoment sinkt. Beispiel für das Erste ist ein Berggang, für das Zweite ein Schnellgang.
Wie berechnet man die Drehzahl am Ausgang eines Getriebes?
Du teilst die Eingangsdrehzahl durch die Übersetzung: n₂ gleich n₁ geteilt durch i. Bei 1 500 Umdrehungen pro Minute und i gleich 4 ergibt das 375 Umdrehungen pro Minute. Achte darauf, dass du Drehzahlen immer in derselben Einheit angibst, zum Beispiel pro Minute.
Warum wird das Drehmoment größer, wenn die Drehzahl sinkt?
Ein Getriebe erzeugt keine Energie, die Leistung aus Drehmoment mal Drehzahl bleibt gleich. Sinkt die Drehzahl auf ein Viertel, muss das Drehmoment auf das Vierfache steigen, damit das Produkt gleich bleibt. Das ist wie beim Hebel, bei dem du für weniger Kraft einen längeren Weg brauchst.
Wie rechnet man bei einem Getriebe mit mehreren Zahnradpaaren?
Du berechnest die Übersetzung jeder Stufe einzeln als Bruch aus den Zähnezahlen und multiplizierst dann alle Werte. Bei i₁ gleich 3 und i₂ gleich 4 ergibt sich eine Gesamtübersetzung von 12. Die Drehzahl am Ende teilst du einmal durch diese Gesamtübersetzung, das Drehmoment multiplizierst du damit.
Wie funktioniert die Fahrradschaltung physikalisch?
Bei der Kettenschaltung wechselt die Kette zwischen Ritzeln mit unterschiedlichen Zähnezahlen. Ein großes Ritzel hinten ergibt eine kleine Übersetzung für den Berg: Du trittst leicht und fährst langsam. Ein kleines Ritzel macht das Hinterrad bei jedem Tritt schneller, du brauchst aber mehr Kraft.
Verbraucht ein Getriebe Energie?
Ein Getriebe erzeugt oder verbraucht keine Energie im eigentlichen Sinn, es wandelt nur um. Durch Reibung an Zähnen und Lagern geht aber ein kleiner Teil als Wärme verloren. Ein gutes Zahnradgetriebe hat pro Stufe einen Wirkungsgrad von etwa 95 bis 98 Prozent, bei vielen Stufen summieren sich die Verluste.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes