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Drehmoment berechnen

Das Drehmoment beschreibt, wie stark eine Kraft einen Körper um eine Drehachse dreht. In dieser Lektion lernst du die Formel M ist gleich F mal r mal Sinus Alpha, rechnest Beispiele zum Schraubenschlüssel und erfährst, warum der Winkel zwischen Kraft und Hebelarm über die Wirkung entscheidet.

  • Fach: Physik
  • Klasse 10
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Was ist ein Drehmoment?

Ein Drehmoment entsteht, wenn eine Kraft auf einen Körper wirkt, der sich um eine feste Achse drehen kann. Je größer die Kraft und je größer der Abstand zur Drehachse, desto stärker ist die Drehwirkung, die man auch als Drehmoment bezeichnet.

Wichtig ist dabei nicht nur, wie groß die Kraft ist, sondern auch, in welchem Winkel sie zum Hebelarm wirkt. Eine Kraft, die genau senkrecht zum Hebelarm angreift, erzeugt das größtmögliche Drehmoment, während eine Kraft, die entlang des Hebelarms zieht, überhaupt keine Drehwirkung hat.

Ein Schraubenschlüssel macht dieses Prinzip besonders deutlich: Je länger der Hebelarm des Schlüssels ist und je senkrechter man die Kraft ansetzt, desto leichter lässt sich eine festsitzende Schraube lösen. Deshalb greifen Werkzeuge wie Schraubenschlüssel, Türklinken und Fahrradpedale immer möglichst weit von der Drehachse entfernt an.

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Die Formel für das Drehmoment

Das Drehmoment M ergibt sich aus der Kraft F, dem Abstand r zwischen Angriffspunkt und Drehachse sowie dem Sinus des Winkels Alpha zwischen der Kraftrichtung und dem Hebelarm: M ist gleich F mal r mal Sinus Alpha. Steht die Kraft genau senkrecht zum Hebelarm, ist der Winkel 90 Grad und der Sinus davon gleich 1, sodass sich die Formel zu M ist gleich F mal r vereinfacht.

Zieht man dagegen entlang des Hebelarms, beträgt der Winkel 0 Grad, der Sinus davon ist 0, und es entsteht überhaupt kein Drehmoment. Zwischen diesen beiden Extremen nimmt die Wirkung der Kraft mit dem Sinus des Winkels stetig ab, je schräger die Kraft angesetzt wird.

Für die Einheit des Drehmoments ergibt sich aus Newton mal Meter die Einheit Newtonmeter. Das Drehmoment ist damit eine andere physikalische Größe als die Arbeit, obwohl beide zufällig dieselbe Einheit haben, denn Arbeit entsteht durch eine Kraft entlang eines Weges, das Drehmoment durch eine Kraft um eine Drehachse.

MF · r · sin(α)
M
Drehmoment, in Newtonmeter (Nm)
F
wirkende Kraft, in Newton (N)
r
Hebelarm, Abstand zur Drehachse, in Meter (m)
Größe wird verändertAuswirkung auf MGrund
Kraft F erhöhtM steigt proportionaleine größere Kraft dreht stärker
Hebelarm r verlängertM steigt proportionalderselbe Kraftbetrag wirkt mit größerem Hebel
Winkel Alpha verkleinertM sinktweniger Kraft wirkt senkrecht zum Hebelarm
Wovon der Betrag des Drehmoments abhängt
So berechnest du mit M ist gleich F mal r das Drehmoment an einem Schraubenschlüssel bei senkrechter Kraft.
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Beispiel 1: Drehmoment bei senkrechter Kraft

An einem Schraubenschlüssel wird eine Kraft von 150 Newton senkrecht zum Hebelarm angesetzt. Der Hebelarm ist 0,25 Meter lang. Wie groß ist das Drehmoment?

Gegeben:

  • F150 N
  • r0,25 m
  • α90°

Gesucht:

M

Lösung:

  1. MF · r · sin(α)
  2. sin(90°)1, also MF · r
  3. M150 N · 0,25 m
  4. M37,5 Nm

Das Drehmoment am Schraubenschlüssel beträgt 37,5 Newtonmeter. Dieser Wert reicht bei vielen Schraubverbindungen im Haushalt aus, um eine mäßig festsitzende Schraube zu lösen.

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Beispiel 2: Drehmoment bei schräger Kraft

An demselben Schraubenschlüssel mit Hebelarm 0,3 Meter wird eine Kraft von 200 Newton angesetzt, die aber nicht senkrecht, sondern in einem Winkel von 30 Grad zum Hebelarm wirkt. Wie groß ist das Drehmoment?

Gegeben:

  • F200 N
  • r0,3 m
  • α30°

Gesucht:

M

Lösung:

  1. MF · r · sin(α)
  2. sin(30°)0,5
  3. M200 N · 0,3 m · 0,5
  4. M30 Nm

Das Drehmoment beträgt nur 30 Newtonmeter, obwohl die Kraft größer ist als in Beispiel 1. Der schräge Winkel sorgt dafür, dass nur die Hälfte der Kraft tatsächlich zum Drehen beiträgt.

Bei gleichem Hebelarm erzeugt eine schräge Kraft ein deutlich kleineres Drehmoment als eine senkrechte Kraft.
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Typische Fehler beim Drehmoment

Ein häufiger Fehler ist, den Sinus-Faktor bei schrägen Kräften komplett zu vergessen und einfach M ist gleich F mal r zu rechnen. Diese vereinfachte Formel gilt jedoch nur, wenn die Kraft tatsächlich senkrecht zum Hebelarm wirkt, bei jedem anderen Winkel muss der Sinus des Winkels mit eingerechnet werden.

Ein zweiter Fehler ist, den Hebelarm r falsch zu bestimmen, etwa die gesamte Länge eines Werkzeugs zu verwenden statt nur den senkrechten Abstand zwischen Drehachse und der Wirkungslinie der Kraft. Bei einem gebogenen oder schräg gehaltenen Werkzeug kann dieser Abstand deutlich von der sichtbaren Länge abweichen.

Ein dritter Fehler ist, die Einheit Newtonmeter mit der Einheit Joule für Energie zu verwechseln. Auch wenn beide rechnerisch aus Newton mal Meter entstehen, beschreibt das Drehmoment eine Drehwirkung, während Joule eine Energiemenge beschreibt, deshalb sollten sie in Aufgaben klar unterschieden werden.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Drehmomente begegnen dir ständig im Alltag: Beim Öffnen einer Tür drückst du am äußeren Rand der Klinke, weil dort ein größerer Hebelarm ein größeres Drehmoment mit derselben Kraft erzeugt. Beim Radfahren treten deine Beine ein Drehmoment auf die Pedalkurbel aus, das über die Kette das Hinterrad antreibt.

Auch in der Autotechnik ist das Drehmoment eines Motors eine zentrale Angabe: Es beschreibt, wie kraftvoll der Motor die Kurbelwelle in Drehung versetzen kann, was besonders beim Anfahren und beim Überholen wichtig ist. Selbst ein einfacher Nussknacker nutzt ein hohes Drehmoment, um mit wenig Kraft eine harte Nussschale zu knacken.

Für die Klassenarbeit hilft es, sich vor jeder Rechnung den Winkel zwischen Kraft und Hebelarm klarzumachen und ihn in einer kleinen Skizze einzuzeichnen. Prüfe außerdem immer die Einheiten: Kraft in Newton, Hebelarm in Meter, damit am Ende wirklich Newtonmeter herauskommt.

Die wichtigsten Regeln zum Drehmoment auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Welche Formel beschreibt das Drehmoment allgemein, auch bei einer schrägen Kraft?

Welche Formel beschreibt das Drehmoment allgemein, auch bei einer schrägen Kraft?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Drehmoment entsteht durch eine Kraft, die in einem bestimmten Abstand zur Drehachse angreift.
  • Formel: M ist gleich F mal r mal Sinus Alpha, wobei Alpha der Winkel zwischen Kraft und Hebelarm ist.
  • Bei senkrechter Kraft vereinfacht sich die Formel zu M ist gleich F mal r, da Sinus von 90 Grad gleich 1 ist.
  • Je schräger die Kraft zum Hebelarm wirkt, desto kleiner wird das Drehmoment, bei 0 Grad entsteht gar keine Drehwirkung.
  • Typischer Fehler: den Sinus-Faktor bei schrägen Kräften vergessen oder den Hebelarm falsch als Werkzeuglänge statt als senkrechten Abstand bestimmen.

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Häufige Fragen zu Drehmoment berechnen

Wie berechnet man das Drehmoment?
Mit der Formel M ist gleich F mal r mal Sinus Alpha, wobei F die Kraft, r der Hebelarm und Alpha der Winkel zwischen Kraftrichtung und Hebelarm ist. Wirkt die Kraft senkrecht zum Hebelarm, vereinfacht sich die Formel zu M ist gleich F mal r.
Was ist der Unterschied zwischen Drehmoment und Kraft?
Kraft beschreibt eine gerichtete Einwirkung auf einen Körper und wird in Newton gemessen. Drehmoment beschreibt, wie stark diese Kraft einen Körper um eine Drehachse dreht, und hängt zusätzlich vom Abstand zur Achse und vom Winkel ab. Die Einheit des Drehmoments ist Newtonmeter.
Warum ist der Hebelarm bei einem Drehmoment so wichtig?
Weil das Drehmoment direkt proportional zum Hebelarm ist: Bei gleicher Kraft erzeugt ein längerer Hebelarm ein größeres Drehmoment. Deshalb reicht bei einem langen Schraubenschlüssel weniger Kraft, um dieselbe Schraube zu lösen wie mit einem kurzen Schlüssel.
In welcher Klasse lernt man das Drehmoment in Physik?
Das Drehmoment wird in Deutschland meist in der zehnten Klasse behandelt, häufig im Anschluss an das Hebelgesetz aus der Mittelstufe. Es bildet die Grundlage für spätere Themen wie die Rotationsbewegung und das Trägheitsmoment in der Oberstufe.
Was passiert mit dem Drehmoment, wenn die Kraft schräg zum Hebelarm wirkt?
Nur die Kraftkomponente senkrecht zum Hebelarm trägt zum Drehmoment bei, die andere Komponente entlang des Hebelarms bewirkt keine Drehung. Rechnerisch wird das durch den Sinus des Winkels erfasst, der Wert des Drehmoments sinkt also mit zunehmender Schrägstellung der Kraft.
Wo wird das Drehmoment technisch genutzt?
Das Drehmoment ist zum Beispiel bei Autos eine wichtige Kenngröße für die Kraftentfaltung des Motors, wird beim Anziehen von Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel exakt eingestellt und beschreibt die Antriebskraft, die beim Radfahren über die Pedalkurbel wirkt.
Wie hängt das Drehmoment mit dem Hebelgesetz zusammen?
Das Hebelgesetz F1 mal l1 ist gleich F2 mal l2 aus der Mittelstufe ist ein Spezialfall des allgemeinen Drehmoments im Gleichgewicht: Es besagt, dass sich zwei Drehmomente an einem Hebel im Gleichgewicht genau ausgleichen, wenn ihre Beträge gleich groß sind.
Was ist ein Drehmomentschlüssel?
Ein Drehmomentschlüssel ist ein Werkzeug, das anzeigt oder begrenzt, wie viel Drehmoment beim Anziehen einer Schraube tatsächlich aufgebracht wird. Er wird zum Beispiel in der Kfz-Werkstatt genutzt, um Radschrauben genau nach Herstellervorgabe festzuziehen, ohne sie zu überdrehen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes