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Kreisbewegung

In dieser Lektion lernst du, wie man die Geschwindigkeit eines Körpers auf einer Kreisbahn berechnet und warum trotz gleichbleibender Geschwindigkeit eine Beschleunigung wirkt. Du rechnest mit den Formeln v = 2 · π · r / T und F = m · v² / r und lernst den Unterschied zwischen Zentripetal- und Zentrifugalkraft.

  • Fach: Physik
  • Klasse 10
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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Was ist eine gleichförmige Kreisbewegung?

Bewegt sich ein Körper auf einer Kreisbahn mit stets gleichbleibendem Geschwindigkeitsbetrag, nennt man das eine gleichförmige Kreisbewegung. Ein Beispiel ist ein Karussellsitz, der sich mit konstanter Drehzahl im Kreis bewegt, oder ein Punkt auf einer sich drehenden Schallplatte.

Obwohl der Betrag der Geschwindigkeit konstant bleibt, ändert sich bei einer Kreisbewegung ständig die Richtung der Geschwindigkeit. Da Geschwindigkeit eine gerichtete Größe ist, bedeutet jede Richtungsänderung eine Beschleunigung, selbst wenn der Körper nicht schneller oder langsamer wird.

Diese Beschleunigung zeigt bei jeder gleichförmigen Kreisbewegung stets zum Mittelpunkt der Kreisbahn und heißt deshalb Zentripetalbeschleunigung, vom lateinischen „centrum petere“, zur Mitte streben. Ohne eine Kraft, die diese Beschleunigung erzeugt, würde sich ein Körper nach dem Trägheitsgesetz geradlinig weiterbewegen, statt der Kreisbahn zu folgen.

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Bahngeschwindigkeit und Zentripetalkraft

Die Bahngeschwindigkeit eines Körpers auf einer Kreisbahn ergibt sich aus dem Umfang der Kreisbahn, geteilt durch die Zeit für einen vollständigen Umlauf, die Umlaufzeit T. Der Kreisumfang beträgt 2 · π · r, deshalb lautet die Formel für die Bahngeschwindigkeit v = 2 · π · r / T.

Damit ein Körper überhaupt auf einer Kreisbahn bleibt, braucht er eine Kraft, die ihn ständig zum Mittelpunkt hin ablenkt, die Zentripetalkraft. Sie berechnet sich nach F = m · v² / r und wird zum Beispiel durch die Seilspannung bei einem Kettenkarussell oder durch die Reibung zwischen Reifen und Straße bei einer Kurvenfahrt bereitgestellt.

Je schneller ein Körper sich bewegt oder je enger der Radius der Kurve ist, desto größer muss die Zentripetalkraft sein. Das erklärt, warum Autos in engen Kurven bei hoher Geschwindigkeit leicht ins Rutschen geraten, wenn die Reibung zwischen Reifen und Straße nicht mehr ausreicht.

v2 · π · rT
v
Bahngeschwindigkeit (in m/s)
r
Radius der Kreisbahn (in m)
T
Umlaufzeit für einen vollen Kreis (in s)
GrößeFormelBedeutung
Bahngeschwindigkeit vv = 2 · π · r / TUmfang geteilt durch Umlaufzeit
Zentripetalkraft FF = m · v² / rhält den Körper auf der Kreisbahn
Umlaufzeit TT = 2 · π · r / vaus v nach T umgestellt
Wichtige Formeln der Kreisbewegung
Die Zentripetalkraft ist eine echte Kraft zur Mitte, die Zentrifugalkraft eine Scheinkraft nach außen.
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Beispiel 1: Bahngeschwindigkeit eines Karussells

Ein Karussellsitz bewegt sich auf einer Kreisbahn mit Radius r = 4 m und braucht T = 8 s für einen vollen Umlauf. Wie groß ist die Bahngeschwindigkeit?

Gegeben:

  • r4 m
  • T8 s

Gesucht:

v

Lösung:

  1. v2 · π · rT
  2. v2 · 3,14 · 4 m8 s

Die Bahngeschwindigkeit beträgt rund 3,14 m/s, das entspricht etwa 11,3 km/h. Ein Fahrgast am äußeren Rand des Karussells würde bei größerem Radius, aber gleicher Umlaufzeit, deutlich schneller unterwegs sein.

So berechnest du mit v = 2 · π · r / T die Bahngeschwindigkeit eines Karussellsitzes.
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Beispiel 2: Nötige Reibungskraft in einer Kurve

Ein Auto mit einer Masse von 1000 kg durchfährt eine Kurve mit Radius r = 50 m bei einer Geschwindigkeit von v = 20 m/s. Wie groß muss die Zentripetalkraft mindestens sein, damit das Auto nicht aus der Kurve rutscht?

Gegeben:

  • m1000 kg
  • v20 m/s
  • r50 m

Gesucht:

F

Lösung:

  1. Fm · v²r
  2. F1000 kg · (20 ms)² / 50 m
  3. F1000 kg · 400 m²s² / 50 m

Die nötige Zentripetalkraft beträgt 8000 N. Diese Kraft muss vollständig durch die Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn aufgebracht werden, reicht die Reibung nicht aus, etwa bei Nässe oder Glätte, rutscht das Auto aus der Kurve.

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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist zu glauben, ein Körper auf einer gleichförmigen Kreisbahn sei unbeschleunigt, weil sich seine Geschwindigkeit nicht ändert. Tatsächlich ändert sich ständig die Richtung der Geschwindigkeit, deshalb liegt eine Beschleunigung zum Kreismittelpunkt hin vor, auch wenn der Geschwindigkeitsbetrag konstant bleibt.

Ein zweiter Fehler ist, Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft zu verwechseln. Die Zentripetalkraft ist eine echte Kraft, die zum Mittelpunkt zeigt und den Körper auf der Bahn hält. Die Zentrifugalkraft ist dagegen eine Scheinkraft, die man nur im mitrotierenden System, etwa im Auto während der Kurvenfahrt, nach außen zu spüren glaubt.

Ein dritter Fehler ist, beim Quadrieren der Geschwindigkeit in F = m · v²/r die Einheit zu vergessen oder falsch umzurechnen. Wird v in km/h statt in m/s eingesetzt, stimmt das Ergebnis nicht, deshalb muss die Geschwindigkeit vor dem Einsetzen immer in Metern pro Sekunde vorliegen.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Beim Kurvenfahren mit dem Auto oder Fahrrad spürst du die Trägheit deines Körpers, die dich scheinbar nach außen drückt, während in Wirklichkeit die Reibung der Reifen dich auf die Kreisbahn zwingt. Diese scheinbare Kraft nach außen ist die Zentrifugalkraft, sie existiert nur, weil du dich im mitbewegten, rotierenden Bezugssystem befindest.

Auch Satelliten und der Mond bewegen sich näherungsweise auf Kreisbahnen um die Erde. Hier liefert die Gravitationskraft der Erde genau die Zentripetalkraft, die den Satelliten auf seiner Umlaufbahn hält, statt dass er sich geradlinig ins All entfernt.

Für die Klassenarbeit solltest du beide Formeln sicher anwenden können: v = 2 · π · r/T für die Bahngeschwindigkeit aus Radius und Umlaufzeit, und F = m · v²/r für die nötige Zentripetalkraft. Achte besonders darauf, die Geschwindigkeit beim Einsetzen in die zweite Formel zu quadrieren, das wird häufig vergessen.

Die wichtigsten Aussagen zur Kreisbewegung auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Warum ist ein Körper bei einer gleichförmigen Kreisbewegung trotz konstanter Geschwindigkeit beschleunigt?

Warum ist ein Körper bei einer gleichförmigen Kreisbewegung trotz konstanter Geschwindigkeit beschleunigt?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der gleichförmigen Kreisbewegung bleibt der Geschwindigkeitsbetrag gleich, aber die Richtung ändert sich ständig.
  • Formel: v = 2 · π · r / T berechnet die Bahngeschwindigkeit aus Radius und Umlaufzeit.
  • Formel: F = m · v² / r berechnet die Zentripetalkraft, die den Körper auf der Kreisbahn hält.
  • Die Zentripetalkraft ist eine echte Kraft zur Mitte, die Zentrifugalkraft eine Scheinkraft nach außen.
  • Typischer Fehler: annehmen, konstante Geschwindigkeit bedeute keine Beschleunigung.

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Häufige Fragen zu Kreisbewegung

Was ist eine gleichförmige Kreisbewegung?
Eine gleichförmige Kreisbewegung liegt vor, wenn ein Körper sich auf einer Kreisbahn mit stets gleichbleibendem Geschwindigkeitsbetrag bewegt. Obwohl die Geschwindigkeit dem Betrag nach konstant bleibt, ändert sich ständig ihre Richtung, deshalb wirkt trotzdem eine Beschleunigung zum Kreismittelpunkt hin, die Zentripetalbeschleunigung.
Wie berechnet man die Bahngeschwindigkeit bei einer Kreisbewegung?
Mit der Formel v = 2 · π · r/T, wobei r der Radius der Kreisbahn und T die Umlaufzeit für einen vollständigen Umlauf ist. Der Ausdruck 2 · π · r entspricht dem Umfang der Kreisbahn, geteilt durch die Umlaufzeit ergibt sich die Bahngeschwindigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft?
Die Zentripetalkraft ist eine echte, physikalisch messbare Kraft, die zum Mittelpunkt der Kreisbahn zeigt und den Körper auf der Bahn hält, zum Beispiel die Seilspannung bei einem Kettenkarussell. Die Zentrifugalkraft ist dagegen eine Scheinkraft, die nur im mitrotierenden Bezugssystem, etwa im Auto während der Kurvenfahrt, nach außen wirkend gespürt wird.
Wie berechnet man die Zentripetalkraft?
Mit der Formel F = m · v²/r, wobei m die Masse des Körpers, v die Bahngeschwindigkeit und r der Radius der Kreisbahn ist. Wichtig ist, die Geschwindigkeit vor dem Einsetzen zu quadrieren und in der Einheit Meter pro Sekunde zu verwenden.
In welcher Klasse lernt man die Kreisbewegung in Physik?
Die Kreisbewegung wird in Deutschland meist in der zehnten Klasse behandelt, nachdem Geschwindigkeit, Beschleunigung und die Newtonschen Gesetze bereits bekannt sind. Sie bereitet spätere Themen wie die Gravitation und Satellitenbahnen vor.
Warum werden Kurven auf Rennstrecken oft überhöht gebaut?
Eine überhöhte, also geneigte Kurve liefert einen Teil der nötigen Zentripetalkraft bereits durch die Neigung der Fahrbahn selbst, zusätzlich zur Reibung der Reifen. Dadurch können Fahrzeuge die Kurve auch bei höherer Geschwindigkeit sicher durchfahren, ohne dass allein die Reibung ausreichen muss.
Warum spürt man beim Karussellfahren einen Druck nach außen?
Dieser Druck ist die Zentrifugalkraft, eine Scheinkraft, die im mitrotierenden Bezugssystem des Fahrgastes auftritt. Tatsächlich ist es die Trägheit des Körpers, die dazu neigt, sich geradlinig weiterzubewegen, während der Sitz durch die Zentripetalkraft ständig zur Kreisbahn hin abgelenkt wird.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes