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Beschleunigung berechnen

In dieser Lektion lernst du, was Beschleunigung bedeutet und wie du sie aus einer Geschwindigkeitsänderung und der dafür benötigten Zeit berechnest. Du rechnest zwei Beispiele durch, lernst den Unterschied zwischen Beschleunigen und Abbremsen kennen und erfährst, warum der freie Fall ein besonders wichtiger Sonderfall der Beschleunigung ist.

  • Fach: Physik
  • Klasse 9
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was bedeutet Beschleunigung?

Wenn ein Auto an der Ampel losfährt, wird es von Sekunde zu Sekunde schneller. Genau diese Änderung der Geschwindigkeit über die Zeit beschreibt die Beschleunigung. Sie sagt dir nicht, wie schnell ein Körper gerade ist, sondern wie stark sich seine Geschwindigkeit ändert – ob er also schneller oder langsamer wird und wie schnell das passiert.

Im Alltag wird der Begriff oft nur für das Schnellerwerden benutzt. In der Physik zählt aber auch das Abbremsen als Beschleunigung, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Ein Auto, das eine Vollbremsung hinlegt, wird stark negativ beschleunigt, seine Geschwindigkeit nimmt schnell ab. Auch eine Richtungsänderung bei gleichbleibendem Tempo ist im strengen physikalischen Sinn eine Beschleunigung, das lernst du aber erst in höheren Klassen genauer.

Beschleunigung begegnet dir überall dort, wo sich Geschwindigkeit ändert: beim Anfahren eines Zuges, beim Sprung von einer Mauer, beim Durchstarten eines Flugzeugs auf der Startbahn oder beim freien Fall eines Apfels vom Baum. Ohne den Begriff der Beschleunigung lässt sich keine dieser Bewegungen genau beschreiben.

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Die Formel für die Beschleunigung

Die Beschleunigung ist der Quotient aus der Geschwindigkeitsänderung und der dafür benötigten Zeit: a = (v2 - v1)/t. Dabei ist v1 die Geschwindigkeit zu Beginn und v2 die Geschwindigkeit am Ende des betrachteten Zeitabschnitts. Je größer die Geschwindigkeitsänderung in derselben Zeit, desto größer die Beschleunigung.

Wichtig ist, dass v1 und v2 in derselben Einheit vorliegen, meist in m/s. Ist eine Geschwindigkeit in km/h angegeben, musst du sie zuerst durch 3,6 teilen, um sie in m/s umzurechnen, bevor du die Differenz bildest. Erst danach setzt du die Werte in die Formel ein.

Die Einheit der Beschleunigung ist m/s², sprich Meter pro Sekundenquadrat oder Meter pro Sekunde pro Sekunde. Das bedeutet: Eine Beschleunigung von 2 m/s² sagt aus, dass die Geschwindigkeit jede Sekunde um 2 m/s zunimmt. Nach einer Sekunde ist ein zunächst ruhender Körper 2 m/s schnell, nach zwei Sekunden 4 m/s, nach drei Sekunden 6 m/s, solange die Beschleunigung konstant bleibt.

a(v2 - v1) / t
a
Beschleunigung (in m/s²)
v
Geschwindigkeit vor (v1) und nach (v2) der Zeitspanne, in m/s
t
verstrichene Zeit (in Sekunden, s)
GesuchtFormelSprich
Beschleunigung aa = (v2 - v1)/tGeschwindigkeitsänderung durch Zeit
Geschwindigkeitsänderungv2 - v1 = a · tBeschleunigung mal Zeit
Zeit tt = (v2 - v1)/aGeschwindigkeitsänderung durch Beschleunigung
Umgestellte Formeln je nach gesuchter Größe
Zwischen dem Anfahren mit dem Fahrrad und dem Start einer Achterbahn liegt mehr als der zehnfache Beschleunigungswert.
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Beispiel 1: Auto fährt an

Ein Auto beschleunigt aus dem Stand in 8 s auf eine Geschwindigkeit von 72 km/h. Wie groß ist die Beschleunigung?

Gegeben:

  • v10 km/h
  • v272 km/h
  • t8 s

Gesucht:

a

Lösung:

  1. 72 kmh in m/s umrechnen: 72 km/h / 3,620 ms.
  2. a(v2 - v1)/t
  3. a(20 m/s0 ms) / 8 s

Die Beschleunigung beträgt 2,5 m/s². Das Auto wird also jede Sekunde um 2,5 m/s schneller, bis es nach 8 Sekunden seine Endgeschwindigkeit von 20 m/s erreicht.

So berechnest du die Beschleunigung eines anfahrenden Autos Schritt für Schritt.
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Beispiel 2: Vollbremsung

Ein Fahrradfahrer fährt mit 9 m/s und bremst innerhalb von 3 s bis zum Stillstand ab. Wie groß ist die Beschleunigung?

Gegeben:

  • v19 m/s
  • v20 m/s
  • t3 s

Gesucht:

a

Lösung:

  1. a(v2 - v1)/t
  2. a(0 m/s9 ms) / 3 s
  3. a-3 ms²

Die Beschleunigung beträgt -3 m/s². Das negative Vorzeichen zeigt an, dass der Fahrradfahrer abbremst, seine Geschwindigkeit also abnimmt statt zunimmt. Er verliert jede Sekunde 3 m/s an Tempo.

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Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist, Geschwindigkeiten in unterschiedlichen Einheiten in die Formel einzusetzen, etwa v1 in km/h und v2 in m/s. Das Ergebnis wird dann um den Faktor 3,6 verfälscht. Rechne deshalb immer zuerst beide Geschwindigkeiten in dieselbe Einheit um, bevor du die Differenz bildest.

Ein zweiter Fehler ist, das Vorzeichen der Beschleunigung falsch zu deuten oder ganz wegzulassen. Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht, dass etwas falsch gerechnet wurde, sondern dass der Körper abbremst. Wer bei einer Bremsaufgabe nur den Betrag angibt, verschenkt einen Teil der physikalischen Information.

Ein dritter Fehler ist die Verwechslung von Geschwindigkeit und Beschleunigung selbst. Eine hohe Geschwindigkeit bedeutet nicht automatisch eine hohe Beschleunigung – ein ICE, der seit Minuten konstant 250 km/h fährt, hat eine Beschleunigung von null, weil sich seine Geschwindigkeit nicht mehr ändert.

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Alltagsbezug: Beschleunigung erkennen

Den stärksten Bezug zur Beschleunigung erlebst du im Auto oder im Fahrstuhl: Wenn du beim Anfahren in den Sitz gedrückt wirst oder beim Bremsen nach vorn kippst, spürst du die Wirkung der Beschleunigung direkt am eigenen Körper. Je größer die Beschleunigung, desto stärker dieser Effekt, was Autohersteller beim Design von Sportwagen gezielt ausnutzen, um ein besonders intensives Fahrgefühl zu erzeugen.

Ein besonders wichtiger Sonderfall ist der freie Fall: Jeder Körper, der ohne Luftwiderstand fällt, wird mit derselben Beschleunigung g = 9,81 m/s² schneller, unabhängig von seiner Masse. Deshalb fallen eine Feder und ein Hammer im Vakuum gleich schnell, was Astronauten auf dem Mond eindrucksvoll vorgeführt haben. Auf der Erde bremst der Luftwiderstand leichte Körper zwar stärker ab, die Fallbeschleunigung selbst bleibt aber gleich.

Auch im Sport spielt Beschleunigung eine große Rolle: Ein Sprinter, der aus dem Startblock explosionsartig beschleunigt, gewinnt oft schon in den ersten Metern das Rennen, bevor überhaupt die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist. Trainer messen deshalb gezielt, wie schnell Athleten von null auf eine bestimmte Geschwindigkeit kommen, nicht nur, wie schnell sie am Ende laufen.

Die wichtigsten Regeln zur Beschleunigung auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Was gibt die Beschleunigung eines Körpers an?

Was gibt die Beschleunigung eines Körpers an?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Beschleunigung gibt an, wie stark sich die Geschwindigkeit pro Zeit ändert: a = (v2 - v1)/t.
  • Auch Abbremsen ist eine Beschleunigung, nur mit negativem Vorzeichen.
  • Umgestellt gilt v2 - v1 = a · t und t = (v2 - v1)/a, je nachdem, was gesucht ist.
  • Beim freien Fall ist die Beschleunigung für alle Körper gleich groß: g = 9,81 m/s².
  • Typischer Fehler: Geschwindigkeiten in unterschiedlichen Einheiten einsetzen, statt vorher umzurechnen.

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Häufige Fragen zu Beschleunigung berechnen

Wie berechnet man die Beschleunigung?
Die Beschleunigung berechnest du mit der Formel a = (v2 - v1)/t, also der Geschwindigkeitsänderung geteilt durch die dafür benötigte Zeit. Achte darauf, beide Geschwindigkeiten vorher in dieselbe Einheit umzurechnen, meist in m/s, bevor du die Differenz bildest und durch die Zeit teilst.
Was ist der Unterschied zwischen Geschwindigkeit und Beschleunigung?
Die Geschwindigkeit gibt an, wie schnell sich ein Körper gerade bewegt, gemessen in m/s oder km/h. Die Beschleunigung beschreibt dagegen, wie stark sich diese Geschwindigkeit pro Zeiteinheit ändert. Ein Körper mit hoher, aber konstanter Geschwindigkeit hat eine Beschleunigung von null.
Warum ist Bremsen auch eine Beschleunigung?
In der Physik zählt jede Änderung der Geschwindigkeit als Beschleunigung, unabhängig davon, ob der Körper schneller oder langsamer wird. Beim Bremsen nimmt die Geschwindigkeit ab, deshalb erhält man in der Formel a = (v2 - v1)/t ein negatives Ergebnis. Dieses Minuszeichen zeigt die Richtung der Änderung an, nicht einen Rechenfehler.
In welcher Klasse lernt man Beschleunigung?
Die Beschleunigung wird in Deutschland meist in der neunten Klasse im Physikunterricht behandelt, aufbauend auf der Geschwindigkeit aus den vorherigen Klassenstufen. Sie ist die Grundlage für die Newtonschen Gesetze, die den Zusammenhang zwischen Kraft, Masse und Beschleunigung beschreiben.
Was ist die Erdbeschleunigung?
Die Erdbeschleunigung, mit dem Buchstaben g bezeichnet, beträgt rund 9,81 m/s² und beschreibt, wie stark ein frei fallender Körper auf der Erde beschleunigt wird, wenn man den Luftwiderstand vernachlässigt. Sie ist für alle Körper gleich groß, unabhängig von ihrer Masse, und wird in der Schule oft mit 10 N/kg beziehungsweise 10 m/s² gerundet.
Wie rechnet man km/h in m/s um?
Um eine Geschwindigkeit von km/h in m/s umzurechnen, teilst du den Wert durch 3,6. Aus 72 km/h werden also 72 / 3,6 = 20 m/s. Umgekehrt multiplizierst du mit 3,6, um von m/s in km/h umzurechnen. Dieser Umrechnungsfaktor ist bei Beschleunigungsaufgaben besonders wichtig, weil sonst falsche Zwischenwerte entstehen.
Kann die Beschleunigung negativ sein?
Ja, eine negative Beschleunigung bedeutet, dass die Geschwindigkeit eines Körpers abnimmt, er also abbremst. Umgangssprachlich wird das oft als „Verzögerung“ bezeichnet. Physikalisch ist es aber dieselbe Größe wie die positive Beschleunigung, nur mit umgekehrtem Vorzeichen und daher entgegengesetzter Wirkung auf die Geschwindigkeit.
Was hat Beschleunigung mit Kraft zu tun?
Nach dem zweiten Newtonschen Gesetz ist eine Kraft nötig, um einen Körper zu beschleunigen: F = m · a. Je größer die Masse eines Körpers, desto größer muss die Kraft sein, um dieselbe Beschleunigung zu erreichen. Diesen Zusammenhang lernst du ausführlich in der folgenden Lektion zu den Newtonschen Gesetzen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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