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Potenzfunktionen: f(x) = x hoch n

In dieser Lektion lernst du Potenzfunktionen der Form f(x) = a · x^n kennen und wie sich ihr Graph je nach geradem oder ungeradem Exponenten unterscheidet. Du übst, Symmetrie, Verhalten am Ursprung und Wachstum solcher Funktionen zu bestimmen.

  • Fach: Mathematik
  • Klasse 10
  • Thema: Funktionen
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Von der Parabel zur allgemeinen Potenzfunktion

Die Funktion f(x) = x² kennst du bereits als Normalparabel. Ersetzt du den Exponenten 2 durch eine andere natürliche Zahl n, erhältst du eine Potenzfunktion f(x) = x^n. Für n = 3 ergibt sich die kubische Funktion, für n = 4 eine noch steiler ansteigende Kurve, und für jeden weiteren geraden oder ungeraden Exponenten verändert sich das Aussehen des Graphen auf charakteristische Weise.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob der Exponent gerade oder ungerade ist. Bei geraden Exponenten wie 2, 4 oder 6 verhält sich die Funktion für negative x-Werte genauso wie für die entsprechenden positiven x-Werte, weil eine negative Zahl bei geradzahliger Potenz positiv wird. Bei ungeraden Exponenten wie 3, 5 oder 7 bleibt das Vorzeichen dagegen erhalten, negative x-Werte liefern negative Funktionswerte.

Diese Unterscheidung bestimmt auch die Symmetrie des Graphen. Potenzfunktionen mit geradem Exponenten sind achsensymmetrisch zur y-Achse, ihr Graph sieht auf beiden Seiten der y-Achse spiegelbildlich gleich aus. Potenzfunktionen mit ungeradem Exponenten sind dagegen punktsymmetrisch zum Ursprung: Dreht man den Graphen um 180° um den Koordinatenursprung, deckt er sich wieder mit sich selbst.

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Die allgemeine Potenzfunktion

Die allgemeine Form einer Potenzfunktion lautet f(x) = a · x^n, wobei a der Streckfaktor ist und n eine natürliche Zahl. Ist a positiv, öffnet sich der Graph bei geradem n wie eine Parabel nach oben, ist a negativ, öffnet er sich nach unten. Bei ungeradem n bestimmt das Vorzeichen von a, ob die Funktion von links unten nach rechts oben verläuft (a positiv) oder von links oben nach rechts unten (a negativ).

Je größer der Betrag des Exponenten n, desto flacher verläuft der Graph in der Nähe des Ursprungs zwischen −1 und 1, und desto steiler wächst er außerhalb dieses Bereichs. Das liegt daran, dass Zahlen zwischen −1 und 1 bei höheren Potenzen betragsmäßig kleiner werden, während Zahlen außerhalb dieses Bereichs bei höheren Potenzen betragsmäßig schneller wachsen.

f(x)a · x^n
a
Streckfaktor, bestimmt Öffnung und Steilheit
x
unabhängige Variable
n
Exponent, eine natürliche Zahl (gerade oder ungerade)
Exponent nSymmetrieBeispiel
gerade (2, 4, 6)achsensymmetrisch zur y-Achsef(x) = x²
ungerade (3, 5, 7)punktsymmetrisch zum Ursprungf(x) = x³
Verhalten von Potenzfunktionen je nach Exponent
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Beispiel 1: Graphen von x² und x³ vergleichen

Vergleiche die Funktionen f(x) = x² und g(x) = x³ anhand der Werte für x = −2, −1, 1 und 2.

Gegeben:

  • f(x)x²
  • g(x)x³

Gesucht:

Wertetabellen und Vergleich der Symmetrie

Lösung:

  1. f(−2)4, f(−1)1, f(1)1, f(2)4
  2. g(−2)−8, g(−1)−1, g(1)1, g(2)8
  3. Bei f stimmen die Werte an x und −x überein: achsensymmetrisch zur y-Achse
  4. Bei g haben die Werte an x und −x denselben Betrag, aber entgegengesetztes Vorzeichen: punktsymmetrisch zum Ursprung

f(x) = x² ist eine nach oben geöffnete Parabel mit Achsensymmetrie, g(x) = x³ verläuft von links unten nach rechts oben mit Punktsymmetrie zum Ursprung. Beide Funktionen haben den gemeinsamen Punkt (1|1), aber ihr Verhalten für negative x-Werte unterscheidet sich grundlegend.

Der Vergleich der Wertetabellen zeigt die unterschiedliche Symmetrie von x² und x³.
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Beispiel 2: Symmetrie einer Potenzfunktion bestimmen

Bestimme die Symmetrie der Funktion h(x) = −3 · x^5.

Gegeben:

  • h(x)−3 · x^5

Gesucht:

Symmetrieverhalten

Lösung:

  1. Exponent betrachten: n = 5 ist ungerade
  2. Ungerade Exponenten führen zu Punktsymmetrie zum Ursprung
  3. Probe mit h(−x): h(−x)−3 · (−x)^5−3 · (−x^5)3 · x^5−h(x)
  4. Die Bedingung h(−x) = −h(x) bestätigt die Punktsymmetrie

Die Funktion h(x) = −3 · x^5 ist punktsymmetrisch zum Ursprung, weil der Exponent 5 ungerade ist. Das negative Vorzeichen des Streckfaktors dreht den Graphen zusätzlich, sodass er von links oben nach rechts unten verläuft, die Punktsymmetrie zum Ursprung bleibt davon aber unberührt.

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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, die Symmetrie allein am Vorzeichen des Streckfaktors a festzumachen, statt am Exponenten n. Das Vorzeichen von a entscheidet nur, ob der Graph nach oben oder unten geöffnet beziehungsweise gespiegelt ist, für die Symmetrieart selbst ist ausschließlich der Exponent entscheidend, gerade oder ungerade.

Ein zweiter Fehler ist, das Steigungsverhalten für alle Potenzfunktionen gleichzusetzen. Zwischen −1 und 1 verläuft eine Potenzfunktion mit hohem Exponenten sehr flach, oft flacher als eine mit niedrigerem Exponenten, während sie außerhalb dieses Bereichs deutlich steiler verläuft. Wer das nicht beachtet, zeichnet den Graphen an der falschen Stelle zu steil oder zu flach.

Ein dritter Fehler ist, x^n mit n · x zu verwechseln, also eine Potenz mit einer einfachen Multiplikation gleichzusetzen. x³ bedeutet x · x · x, nicht 3 · x. Diese Verwechslung führt zu völlig falschen Funktionswerten, besonders bei größeren x-Werten, wo der Unterschied zwischen Potenz und Vielfachem extrem groß wird.

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Tipps für die Klassenarbeit

Präge dir die Grundgraphen von x², x³ und x⁴ optisch ein, denn viele Aufgaben bauen auf diesem Grundwissen auf. Verschiebungen, Streckungen und Spiegelungen kannst du dann direkt auf den bekannten Grundgraphen anwenden, ohne jedes Mal eine vollständige Wertetabelle erstellen zu müssen.

Nutze bei Aufgaben zur Symmetrie immer die Rechenprobe mit h(−x): Vergleiche das Ergebnis mit h(x) für Achsensymmetrie und mit −h(x) für Punktsymmetrie. Diese algebraische Kontrolle ist zuverlässiger als eine Vermutung allein aus dem Aussehen des Graphen, besonders bei zusammengesetzten Funktionen.

Achte bei Textaufgaben darauf, in welchem Bereich die Potenzfunktion als Modell sinnvoll ist. Ein Volumen in Abhängigkeit von der Kantenlänge eines Würfels wird zum Beispiel mit V(a) = a³ beschrieben, aber nur für positive Kantenlängen, negative Werte für a ergeben in diesem Sachzusammenhang keinen Sinn, obwohl die Funktion mathematisch für alle reellen Zahlen definiert ist.

Die wichtigsten Regeln zu Potenzfunktionen auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 3

Welche Symmetrie hat die Funktion f(x) = 2 · x^4?

Welche Symmetrie hat die Funktion f(x) = 2 · x^4?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Potenzfunktion hat die Form f(x) = a · x^n mit natürlichem Exponenten n.
  • Bei geradem n ist der Graph achsensymmetrisch zur y-Achse, bei ungeradem n punktsymmetrisch zum Ursprung.
  • Das Vorzeichen von a bestimmt Öffnung nach oben oder unten (gerades n) beziehungsweise die Verlaufsrichtung (ungerades n).
  • Zwischen −1 und 1 verlaufen Potenzfunktionen mit hohem Exponenten flacher, außerhalb steiler als solche mit niedrigem Exponenten.
  • Typischer Fehler: x^n mit n · x verwechseln oder die Symmetrie am Streckfaktor statt am Exponenten festmachen.

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Häufige Fragen zu Potenzfunktionen: f(x) = x hoch n

Was ist eine Potenzfunktion?
Eine Potenzfunktion hat die allgemeine Form f(x) = a · x^n, wobei n eine natürliche Zahl und a ein reeller Streckfaktor ist. Bekannte Beispiele sind die Normalparabel f(x) = x² und die kubische Funktion f(x) = x³. Ihr Verhalten hängt stark davon ab, ob der Exponent gerade oder ungerade ist.
Wie erkennt man, ob eine Potenzfunktion achsensymmetrisch oder punktsymmetrisch ist?
Ist der Exponent gerade, ist die Funktion achsensymmetrisch zur y-Achse, ist er ungerade, ist sie punktsymmetrisch zum Ursprung. Zur Kontrolle setzt man −x in die Funktion ein: Ergibt sich derselbe Wert wie bei x, liegt Achsensymmetrie vor, ergibt sich der entgegengesetzte Wert, liegt Punktsymmetrie vor.
Was ist der Unterschied zwischen x² und x³?
x² ist stets nicht negativ, egal ob x positiv oder negativ ist, und der Graph ist eine nach oben geöffnete Parabel mit Achsensymmetrie. x³ behält dagegen das Vorzeichen von x, negative x-Werte ergeben negative Funktionswerte, und der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung und verläuft von links unten nach rechts oben.
In welcher Klasse lernt man Potenzfunktionen?
Potenzfunktionen mit allgemeinem Exponenten werden meist in Klasse 10 behandelt, aufbauend auf den quadratischen Funktionen aus Klasse 9. Voraussetzung sind sichere Kenntnisse im Potenzieren und im Umgang mit Symmetrie. Später bauen Ableitungen und die Kurvendiskussion in der Oberstufe direkt auf Potenzfunktionen auf.
Wie verändert der Streckfaktor a den Graphen einer Potenzfunktion?
Ein Streckfaktor mit Betrag größer als 1 streckt den Graphen in y-Richtung, macht ihn also steiler, ein Betrag zwischen 0 und 1 staucht ihn und macht ihn flacher. Ist a negativ, wird der Graph zusätzlich an der x-Achse gespiegelt, sodass sich bei geradem Exponenten die Öffnung umkehrt und bei ungeradem Exponenten die Verlaufsrichtung wechselt.
Warum werden Potenzfunktionen mit hohem Exponenten zwischen −1 und 1 flacher?
Zahlen mit Betrag kleiner als 1 werden bei jeder weiteren Multiplikation mit sich selbst betragsmäßig kleiner, zum Beispiel ist 0,5² = 0,25 und 0,5⁴ bereits 0,0625. Deshalb liegen die Funktionswerte einer Potenzfunktion mit hohem Exponenten in diesem Bereich näher an der x-Achse als bei niedrigem Exponenten.
Kann eine Potenzfunktion negative Funktionswerte haben?
Ja, das hängt vom Exponenten und vom Vorzeichen des Streckfaktors ab. Bei ungeradem Exponenten liefern negative x-Werte automatisch negative Funktionswerte (bei positivem a). Bei geradem Exponenten sind die Funktionswerte für positives a nie negativ, wohl aber bei negativem a, denn dann wird der gesamte Graph an der x-Achse gespiegelt.
Wie unterscheidet sich eine Potenzfunktion von einer Exponentialfunktion?
Bei einer Potenzfunktion steht die Variable in der Basis und der Exponent ist fest, wie bei x³. Bei einer Exponentialfunktion ist es umgekehrt: Die Basis ist fest und die Variable steht im Exponenten, wie bei 2^x. Beide Funktionstypen wachsen für große x-Werte, aber Exponentialfunktionen wachsen auf lange Sicht immer schneller als jede Potenzfunktion.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes