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Antikes China

Antikes China bezeichnet die frühe Geschichte des chinesischen Reiches von den Anfängen am Gelben Fluss um 1600 v. Chr. bis zum Ende der Han-Dynastie im Jahr 220 n. Chr. In dieser Zeit entstanden die chinesische Schrift, die Lehre des Konfuzius und das erste Kaiserreich unter Qin Shihuangdi. In dieser Lektion lernst du, wie die Dynastien aufeinanderfolgten, wie das Reich regiert wurde und warum die Seidenstraße so wichtig war.

  • Fach: Geschichte
  • Klasse 6
  • Thema: Antike
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Antikes China: Was steckt dahinter?

Wenn man vom Antiken China spricht, meint man die Zeit von den ersten schriftlich belegten Herrschern der Shang um 1600 v. Chr. bis zum Ende der Han-Dynastie im Jahr 220 n. Chr. Das ist ein riesiger Zeitraum, länger als von Karl dem Großen bis heute. Die Geschichte Chinas wird dabei in Dynastien eingeteilt. Eine Dynastie ist eine Herrscherfamilie, in der die Macht vom Vater auf den Sohn übergeht, bis ein anderes Haus sie ablöst.

Anders als Griechenland oder Rom war das frühe China kein Stadtstaat und keine Republik. Es entwickelte sich entlang großer Flüsse, vor allem entlang des Gelben Flusses im Norden und des Jangtse im Süden. Der Herrscher galt als Mittler zwischen Himmel und Erde. Seit der Zhou-Zeit sagte man, er regiere mit dem Mandat des Himmels. Verlor er das Vertrauen des Volkes, etwa durch Hungersnöte und Aufstände, galt das als Zeichen, dass der Himmel das Mandat entzogen hatte.

Besonders wichtig ist, dass viele Dinge, die du aus dem Alltag kennst, hier ihren Ursprung haben: Papier, Seide und eine Schrift, die bis heute benutzt wird. Auch die Idee eines großen Einheitsstaates mit Beamten, Gesetzen und gemeinsamen Maßen stammt aus dieser Zeit. Deshalb gehört das Antike China im Geschichtsunterricht neben Ägypten, Mesopotamien, Griechenland und Rom zu den großen Kulturen des Altertums.

Das Antike China umfasst fast 1 800 Jahre, von den Shang bis zum Ende der Han-Dynastie.
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Flusstäler und frühe Hochkultur

Wie Ägypten am Nil oder Mesopotamien an Euphrat und Tigris entstand auch die chinesische Hochkultur an einem Fluss. Der Gelbe Fluss, chinesisch Huang He, führt viel gelben Löss mit sich, einen feinen, sehr fruchtbaren Staub. Auf diesem Boden gediehen vor allem Hirse und später Weizen. Weiter im Süden, am Jangtse, wuchs Reis, der auf bewässerten Feldern angebaut wurde. Der Jangtse mit rund 6 300 Kilometern ist der längste Fluss Asiens.

Der Gelbe Fluss brachte aber auch Gefahr. Wenn er nach starken Regenfällen über die Ufer trat, zerstörte er Felder und Dörfer. Man nannte ihn deshalb den Kummer Chinas. Wer Deiche und Kanäle bauen ließ, musste viele Menschen organisieren, und das förderte die Entstehung eines starken Staates. Herrscher, die das Wasser bändigen konnten, galten als weise und mächtig.

Das Land war durch Gebirge im Westen, Wüsten im Norden und das Meer im Osten ziemlich abgeschlossen. Deshalb nannten die Chinesen ihr Land später Zhongguo, das Reich der Mitte. Sie hielten sich für das Zentrum der zivilisierten Welt, umgeben von Völkern, die sie als Barbaren bezeichneten. Vor allem aus den Steppen im Norden kamen Reiterkrieger, gegen die sich spätere Herrscher mit Wällen und Mauern schützten.

DynastieZeitBesonderheit
Shangum 1600 bis 1046 v. Chr.Bronzegefäße, Orakelknochen, früheste Schrift
Zhou1046 bis 256 v. Chr.Mandat des Himmels, Konfuzius, später Kriege der Teilreiche
Qin221 bis 206 v. Chr.erste Reichseinigung, Einheitsmaße, Terrakotta-Armee
Han206 v. Chr. bis 220 n. Chr.Seidenstraße, Papier, Beamtenstaat nach konfuzianischem Vorbild
Die Dynastien des Antiken China
Die frühe Hochkultur entstand im Tal des Gelben Flusses, später dehnte sich das Reich nach Süden und Westen aus.
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Antikes China: Shang und Zhou

Die Shang-Dynastie ist die erste, die sich mit schriftlichen Funden belegen lässt. Ihre Könige herrschten über Städte im Tal des Gelben Flusses, die spätere Hauptstadt lag bei Anyang. Die Shang waren Meister des Bronzegusses: Sie stellten kunstvolle Gefäße und Waffen her und kämpften mit Streitwagen. In den Ahnenkult steckten sie viel Aufwand, denn man glaubte, dass die verstorbenen Vorfahren Einfluss auf das Leben der Lebenden hatten.

Besonders berühmt sind die Orakelknochen. Priester ritzten Fragen an die Ahnen, etwa nach Ernte, Krieg oder Krankheit, in Schildkrötenpanzer oder Rinderknochen. Dann erhitzten sie das Material, bis Risse entstanden, und deuteten diese als Antwort. Auf diesen Knochen findet man die ältesten Schriftzeichen Chinas. Aus ihnen entwickelte sich die Schrift, deren Zeichen noch heute gelesen werden. Chinesische Zeichen stehen meist für Wörter oder Wortteile und nicht für einzelne Laute wie unsere Buchstaben.

Um 1046 v. Chr. stürzten die Zhou die Shang. Sie begründeten ihre Herrschaft mit dem Mandat des Himmels. Das Reich wurde in Lehen aufgeteilt, die Verwandte und Gefolgsleute des Königs verwalteten. Mit der Zeit wurden diese Fürsten mächtiger als der König. Ab 770 v. Chr. verlor der Zhou-Herrscher an Einfluss, und ab etwa 475 v. Chr. kämpften die Teilreiche in der Zeit der Streitenden Reiche um die Vorherrschaft. In dieser unruhigen Zeit wurde das Eisen für Waffen und Pflüge wichtig.

Gerade die Krisenzeit brachte große Denker hervor. Konfuzius, der 551 v. Chr. geboren wurde, lehrte Respekt vor Eltern, Lehrern und Herrschern, Bildung und Pflichtbewusstsein. Seine Gedanken, später Konfuzianismus genannt, prägten China für mehr als 2 000 Jahre. Eine andere Richtung ist der Daoismus, der den Menschen rät, im Einklang mit der Natur, dem Dao, zu leben. Beide Lehren waren eher Lebensregeln als Religionen im engeren Sinn.

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Antikes China: Ursachen und Folgen der Reichseinigung

Die Ursachen für die Einigung Chinas liegen in den Kämpfen der Streitenden Reiche. Über 200 Jahre bekriegten sich sieben große Staaten. Der Staat Qin im Westen reformierte seine Verwaltung und sein Heer: Verdienste im Krieg zählten mehr als die Herkunft, und strenge Gesetze galten für alle. Diese Lehre nennt man Legalismus. Dazu kamen Eisenwaffen und gut organisierte Bewässerung. Zwischen 230 und 221 v. Chr. besiegte Qin nacheinander alle anderen Staaten.

Im Jahr 221 v. Chr. war China erstmals geeint. Der Herrscher nannte sich Qin Shihuangdi, erster erhabener Kaiser von Qin. Er teilte das Reich in Provinzen, die von Beamten verwaltet wurden, die er ernannte und absetzen konnte. Er ließ Schrift, Gewichte, Maße, Münzen und sogar die Achsbreite der Wagen vereinheitlichen. Das erleichterte Handel und Verwaltung enorm. Er ließ Straßen und Kanäle bauen und bestehende Schutzwälle im Norden zu einer ersten Grenzbefestigung verbinden.

Die Folgen waren jedoch zwiespältig. Der Kaiser ließ Hunderttausende zu Zwangsarbeit für Straßen, Mauern und sein riesiges Grab heranziehen und unterdrückte Kritik. Bücher, die nicht dem Staat dienten, wurden um 213 v. Chr. verbrannt. Als er 210 v. Chr. starb, begann die Herrschaft zu bröckeln. Aufstände brachen aus, und 206 v. Chr. endete die Qin-Dynastie nach nur 15 Jahren. Sein Grab bei Xi'an wurde berühmt, als Bauern 1974 die Terrakotta-Armee mit mehr als 8 000 Tonsoldaten entdeckten.

Die entscheidende Langzeitfolge: Die Idee eines einheitlichen Reiches blieb bestehen. Die Han-Dynastie übernahm die Provinzverwaltung und die Einheitsschrift, milderte aber die Härte der Qin und stützte sich auf die Lehre des Konfuzius. So entstand ein Staatsmodell, das in Grundzügen bis ins 20. Jahrhundert Bestand hatte.

Die vier großen Dynastien des Antiken China unterscheiden sich in Dauer und Bedeutung deutlich.
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Die Han-Zeit und die Seidenstraße

Nach den Aufständen setzte sich Liu Bang durch, ein Bauernsohn und ehemaliger Dorfbeamter, der 206 v. Chr. die Han-Dynastie gründete. Sie dauerte, mit einer kurzen Unterbrechung, bis 220 n. Chr. und war so erfolgreich, dass sich die Mehrheit der Chinesen bis heute Han-Chinesen nennt. Die Hauptstadt war Chang'an, das heutige Xi'an. Eine Zählung aus dem Jahr 2 n. Chr. nennt rund 58 Millionen Menschen im Reich, damals eine der größten Bevölkerungen der Welt.

Unter Kaiser Wudi, der von 141 bis 87 v. Chr. regierte, wurde der Konfuzianismus zur Grundlage des Staates. Wer als Beamter arbeiten wollte, musste die klassischen Schriften kennen und wurde nach Bildung und Eignung ausgewählt. So entstand eine gebildete Beamtenschaft, die das Reich zusammenhielt. Die Bauern bildeten den größten Teil der Bevölkerung. Sie zahlten Steuern und mussten Dienst für den Staat leisten, standen aber in der Gesellschaft höher als die Händler.

Um 138 v. Chr. schickte der Kaiser den Gesandten Zhang Qian nach Westen, um Verbündete gegen die Reitervölker im Norden zu finden. Daraus entstanden Handelswege, die später Seidenstraße genannt wurden. Karawanen brachten Seide, Papier und Porzellan aus China nach Westen und Wolle, Gold, Edelsteine und Pferde zurück. Die Römer liebten Seide, wussten aber lange nicht, wie sie hergestellt wurde. Die Seidenstraße war auch ein Weg für Religionen: Der Buddhismus kam so aus Indien nach China.

Wichtige Erfindungen sind aus der Han-Zeit überliefert. Papier wurde nach der Überlieferung von Cai Lun im Jahr 105 n. Chr. verbessert, auch wenn Funde zeigen, dass es schon früher Papier gab. Dazu kamen Seismografen, Wasserräder und der Pflug mit Eisenschar. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. schwächten Aufstände, Hungersnöte und Machtkämpfe am Hof die Han. 220 n. Chr. zerfiel das Reich in drei Teilreiche.

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Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit

Ein häufiger Fehler betrifft die Chinesische Mauer. Viele glauben, Qin Shihuangdi habe die gesamte Mauer gebaut, die heute Touristen besuchen. Tatsächlich ließ er nur bestehende Wälle verbinden. Die berühmten Mauerabschnitte bei Peking stammen größtenteils aus der Ming-Zeit, also aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Ebenso falsch ist die Aussage, die Mauer sei aus dem Weltall mit bloßem Auge zu sehen, das stimmt nicht.

Ein zweiter Fehler: Qin und Han werden verwechselt. Die Qin einigten das Reich und herrschten nur 15 Jahre, die Han festigten es und herrschten über 400 Jahre. Auch Konfuzius wird oft falsch eingeordnet. Er war kein Kaiser und kein Religionsgründer, sondern ein Lehrer und Denker, der viele Jahrhunderte vor der Reichseinigung lebte.

Für die Klassenarbeit hilft es, die Zeit in drei Schritten zu lernen: erst die Dynastien mit Jahreszahlen, dann die wichtigsten Personen mit Aufgabe, dann die Erfindungen und Folgen. Wenn du ein Ereignis einordnen sollst, frage dich immer: Zu welcher Dynastie gehört es, was war die Ursache, was war die Folge? Auf der Karte solltest du den Gelben Fluss und den Jangtse zeigen können.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Wer einigte China im Jahr 221 v. Chr. und nannte sich erster Kaiser?

Wer einigte China im Jahr 221 v. Chr. und nannte sich erster Kaiser?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Antike China reicht von den Shang (um 1600 v. Chr.) bis zum Ende der Han-Dynastie 220 n. Chr. und entstand an Gelbem Fluss und Jangtse.
  • Auf Orakelknochen der Shang findet man die ältesten Schriftzeichen. Die Zhou begründeten ihre Herrschaft mit dem Mandat des Himmels.
  • Konfuzius (geboren 551 v. Chr.) lehrte Respekt, Bildung und Pflichtbewusstsein und prägte China über 2 000 Jahre.
  • Qin Shihuangdi einigte China 221 v. Chr., führte Einheitsmaße ein und regierte hart. Seine Dynastie hielt nur 15 Jahre.
  • Unter den Han entstanden Beamtenstaat und Seidenstraße. Die Chinesische Mauer wurde nicht von Qin allein gebaut.

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Häufige Fragen zu Antikes China

Was war das Antike China?
Als Antikes China bezeichnet man die frühe Geschichte Chinas von den Shang um 1600 v. Chr. bis zum Ende der Han-Dynastie im Jahr 220 n. Chr. In dieser Zeit entstanden Schrift, Beamtenstaat, Kaiserreich und Seidenstraße. Man teilt die Zeit nach Herrscherfamilien, den Dynastien Shang, Zhou, Qin und Han, ein.
Wer war der erste Kaiser von China?
Der erste Kaiser war Qin Shihuangdi. Er hieß ursprünglich Ying Zheng, war König des Staates Qin und besiegte bis 221 v. Chr. alle anderen Reiche. Danach ließ er das Land in Provinzen einteilen und Schrift, Maße und Münzen vereinheitlichen. Er starb 210 v. Chr. und wurde in einem riesigen Grab bei Xi'an beigesetzt.
Was ist die Terrakotta-Armee?
Die Terrakotta-Armee besteht aus mehr als 8 000 lebensgroßen Tonfiguren von Soldaten, Pferden und Wagen. Sie wurden im Grab von Qin Shihuangdi bei Xi'an gefunden, entdeckt 1974 von Bauern, die einen Brunnen graben wollten. Sie sollten den Kaiser im Jenseits beschützen. Jede Figur hat ein eigenes Gesicht.
Wann und warum wurde die Chinesische Mauer gebaut?
Schon in der Zeit der Streitenden Reiche entstanden Wälle zum Schutz gegen Reitervölker. Qin Shihuangdi ließ sie ab 221 v. Chr. verbinden und verstärken. Die heute bekannten Mauern aus Stein und Ziegel stammen jedoch überwiegend aus der Ming-Zeit im 14. bis 17. Jahrhundert. Sie ist also das Werk vieler Dynastien über sehr lange Zeit.
Was war die Seidenstraße?
Die Seidenstraße war ein Netz von Karawanenwegen, das China über Zentralasien mit dem Mittelmeerraum verband. Es entstand zur Han-Zeit, als Gesandte wie Zhang Qian um 138 v. Chr. nach Westen reisten. Gehandelt wurden Seide, Gewürze, Edelsteine und Pferde. Auch Religionen wie der Buddhismus und neue Ideen wanderten auf diesen Wegen.
Wer war Konfuzius und was lehrte er?
Konfuzius lebte von 551 bis 479 v. Chr. und war ein Denker und Lehrer. Er forderte, dass Menschen Eltern, Lehrer und Herrscher achten, sich bilden und ihre Pflicht erfüllen. Herrscher sollten durch ihr Vorbild regieren. Seine Lehre, der Konfuzianismus, wurde unter den Han zur Grundlage des Staates und beeinflusste China bis ins 20. Jahrhundert.
Was bedeutet Dynastie?
Eine Dynastie ist eine Herrscherfamilie, in der die Macht innerhalb der Familie weitergegeben wird, meist vom Vater auf den Sohn. In China wechselten die Dynastien oft nach Aufständen oder Kriegen. Im Antiken China folgten Shang, Zhou, Qin und Han aufeinander. Die Familie hielt die Macht, bis der Himmel ihr nach damaliger Vorstellung das Mandat entzog.
Was haben die Chinesen im Altertum erfunden?
Aus dem Antiken China stammen unter anderem Seide, Papier, die Verbesserung des Eisengusses und des Pflugs sowie Wasserräder und frühe Seismografen. Papier wird traditionell Cai Lun im Jahr 105 n. Chr. zugeschrieben, ältere Funde zeigen aber, dass es schon früher gab. Schießpulver und Buchdruck folgten erst in späteren Jahrhunderten.

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