Alexander der Große
Alexander der Große war ein makedonischer König, der im 4. Jahrhundert vor Christus in gut zehn Jahren ein Reich von Griechenland bis nach Indien eroberte. In dieser Lektion lernst du, wie ihm das gelang, welche Schlachten entscheidend waren und warum sein Reich nach seinem frühen Tod im Jahr 323 vor Christus zerfiel.
- Fach: Geschichte
- Klasse 6
- Thema: Antike
- Dauer: 18 Min
- Niveau: Mittel
Wer war Alexander der Große?
Alexander der Große wurde 356 vor Christus in Pella, der Hauptstadt Makedoniens, geboren und starb 323 vor Christus in Babylon. Er war König von Makedonien und eroberte auf einem einzigen Feldzug das gewaltige Persische Reich. Sein Machtbereich reichte am Ende von Griechenland über Ägypten und Mesopotamien bis an den Indus. Damit gilt er bis heute als einer der erfolgreichsten Feldherren der Weltgeschichte.
Seinen Aufstieg verdankte er auch seinem Vater: Philipp II. hatte Makedonien zur stärksten Macht Griechenlands gemacht und 338 vor Christus bei Chaironeia Athen und Theben besiegt. Die griechischen Stadtstaaten schlossen sich danach unter makedonischer Führung im Korinthischen Bund zusammen. Alexander selbst wurde als Jugendlicher vom Philosophen Aristoteles unterrichtet und lernte Literatur, Naturkunde und Politik kennen.
336 vor Christus wurde Philipp II. ermordet, und Alexander wurde mit nur 20 Jahren König. Er sicherte zuerst seine Herrschaft, schlug Aufstände in Griechenland nieder und ließ die Stadt Theben 335 zerstören. Erst danach konnte er den Plan seines Vaters verwirklichen, einen Krieg gegen das Perserreich zu führen, das über Jahrzehnte Griechenland bedroht hatte.
Das makedonische Heer
Ohne sein Heer hätte Alexander seine Eroberungen nie erreicht. Schon Philipp II. hatte die Armee neu geordnet und streng gedrillt. Das Rückgrat bildete die Phalanx, eine dichte Reihe von Fußsoldaten mit sehr langen Lanzen, den Sarissen, die über fünf Meter lang waren. Gegner konnten diese Wand aus Spitzen kaum durchbrechen.
Den entscheidenden Schlag führte meist die schwere Reiterei, die Hetairenreiterei. Alexander kämpfte selbst an ihrer Spitze und suchte oft den Angriff auf die Stelle der feindlichen Linie, an der der persische Großkönig stand. Dazu kamen leichte Truppen für die Flanken und Belagerungsmaschinen, mit denen Städte wie Tyros erobert wurden.
Das Heer war deutlich kleiner als die Truppen der Perser, aber besser ausgebildet und straffer geführt. Die Soldaten vertrauten ihrem König, der Strapazen mit ihnen teilte und bei Gefahr vorneweg ritt. Das schweißte die Truppe zusammen, solange die Siege anhielten.
| Truppe | Aufgabe |
|---|---|
| Phalanx | Fußsoldaten mit langen Lanzen bilden eine dichte Front und binden den Gegner |
| Hetairenreiterei | Schwere Reiterei führt den entscheidenden Stoß, Alexander kämpft hier selbst |
| Leichte Truppen | Bogenschützen und Speerwerfer sichern die Flanken und klären auf |
| Belagerungsmaschinen | Katapulte und Türme dienen zur Eroberung befestigter Städte |
Alexander der Große: Der Eroberungszug
334 vor Christus überquerte Alexander mit seinem Heer den Hellespont, die heutigen Dardanellen, und besiegte am Fluss Granikos persische Statthalter. Damit stand ihm Kleinasien offen. 333 vor Christus schlug er bei Issos das Heer des Großkönigs Dareios III., der selbst floh. Danach zog Alexander an der Mittelmeerküste entlang und eroberte nach langer Belagerung die Hafenstadt Tyros.
In Ägypten wurde er als Befreier von der persischen Herrschaft empfangen. Dort gründete er 331 vor Christus die Stadt Alexandria, die später zu einem der wichtigsten Zentren der antiken Welt wurde. Im selben Jahr besiegte er Dareios endgültig bei Gaugamela. Babylon und Susa ergaben sich, und in Persepolis brannte 330 vor Christus der große Palast nieder. Dareios wurde auf der Flucht von eigenen Gefolgsleuten ermordet.
Alexander zog weiter nach Osten, durch Baktrien und Sogdien bis nach Indien. 326 vor Christus besiegte er am Hydaspes den König Poros. Dann verweigerte das erschöpfte Heer den Weitermarsch. Alexander kehrte um, und der Rückweg, besonders durch die Wüste Gedrosiens, kostete viele Soldaten das Leben. 324 vor Christus war er wieder in Susa, 323 starb er in Babylon.
| Jahr | Schlacht | Ergebnis |
|---|---|---|
| 334 v. Chr. | Granikos | Sieg über persische Statthalter, der Weg nach Kleinasien ist frei |
| 333 v. Chr. | Issos | Sieg über Dareios III., der Großkönig flieht |
| 331 v. Chr. | Gaugamela | Entscheidender Sieg, das Perserreich bricht zusammen |
| 326 v. Chr. | Hydaspes | Sieg über König Poros in Indien |
Griechen und Perser im Reich Alexanders
Alexander eroberte nicht nur ein Land, er musste es auch regieren. Dabei verband er zwei Traditionen: die makedonisch-griechische und die persische. Das war klug, weil er die Verwaltung eines so riesigen Reiches nicht allein mit Makedonen aufbauen konnte, brachte ihm aber auch Streit mit seinen Soldaten ein.
Makedonisch-griechische Seite
Alexander als König der Makedonen und Anführer des Korinthischen Bundes
Beispiele
- Makedonische Offiziere führen das Heer und besetzen wichtige Posten
- Neue Städte mit griechischer Sprache und Verfassung, etwa Alexandria
Signalwörter
- Griechisch als Sprache der Herrschenden
- Griechische Kolonisten in neuen Städten
- Soldaten aus Makedonien und Griechenland
Persische Seite
Alexander als Nachfolger des persischen Großkönigs
Beispiele
- Viele persische Statthalter, Satrapen genannt, blieben im Amt
- Bei der Massenhochzeit von Susa 324 v. Chr. heirateten makedonische Offiziere Perserinnen
Signalwörter
- Persische Verwaltungsstruktur in Provinzen
- Persische Kleidung und Hofsitten
- Perser im Heer und am Hof
Ursachen und Folgen: Aufstieg und Zerfall des Reiches
Erkläre, warum Alexander das Perserreich erobern konnte und warum sein Reich nach seinem Tod nicht zusammenblieb.
Gegeben:
- Philipp II. hatte Makedonien und ein schlagkräftiges Heer aufgebaut, bevor Alexander König wurde
- Das Perserreich war riesig, aber schwer zu lenken und stützte sich auf Statthalter
- Alexander starb 323 v. Chr. mit etwa 32 Jahren und hinterließ keinen erwachsenen Nachfolger
Gesucht:
Wie erklären sich der schnelle Aufstieg und der schnelle Zerfall des Reiches?Lösung:
- Ursache des Erfolgs: Das makedonische Heer war besser ausgebildet und geführt als die persischen Truppen, und Alexander wagte entschlossene Angriffe.
- Das Perserreich war vielfältig und weit ausgedehnt. Nach den Niederlagen bei Issos und Gaugamela fehlte ein Anführer, der das Reich zusammenhielt.
- Alexander starb jedoch plötzlich und ohne geregelte Nachfolge. Seine Generäle, die Diadochen, kämpften jahrzehntelang um die Macht.
- Folge: Das Reich zerfiel in mehrere Teilreiche, doch die griechische Kultur verbreitete sich in einem riesigen Gebiet, die Zeit des Hellenismus begann.
Alexanders Erfolg beruhte auf einem starken Heer, entschlossenem Handeln und einem geschwächten Gegner. Das Reich selbst hing aber an seiner Person. Nach seinem Tod 323 vor Christus zerfiel es in Teilreiche, doch seine Eroberungen hatten die griechische Sprache und Kultur bis nach Ägypten und Mittelasien gebracht.
Das Erbe Alexanders des Großen
Nach Alexanders Tod stritten seine Generäle, die Diadochen, was „Nachfolger“ bedeutet, um die Macht. Um 300 vor Christus entstanden drei große Reiche: das Ptolemäerreich in Ägypten, das Seleukidenreich in Syrien, Mesopotamien und Iran sowie das Reich der Antigoniden in Makedonien. Das Weltreich selbst gab es nicht mehr.
Das Erbe Alexanders blieb dennoch gewaltig. Die Zeit zwischen seinem Tod und dem Ende des Ptolemäerreichs 30 vor Christus nennt man Hellenismus. In diesem Zeitraum wurde Griechisch zur gemeinsamen Verkehrssprache in weiten Teilen des Mittelmeerraums und des Vorderen Orients. Neue Städte entstanden, in denen Griechen, Ägypter, Syrer und Perser zusammenlebten.
Besonders Alexandria wurde zu einem Zentrum der Wissenschaft. Dort sammelte die berühmte Bibliothek Schriften aus der ganzen damaligen Welt, und Gelehrte forschten in Mathematik, Astronomie und Medizin. Auch Handel und Kunst profitierten vom Austausch zwischen Ost und West, der durch Alexanders Eroberungen entstand.
Typische Fehler und Tipps für die Klassenarbeit
Ein häufiger Fehler ist es, Alexander einfach als Griechen zu bezeichnen. Er war König der Makedonen, die zwar Griechisch sprachen, aber in einem eigenen Königreich lebten und von vielen Griechen eher als Randvolk angesehen wurden. Er selbst verstand sich als Teil der griechischen Welt und führte den Krieg im Namen des Korinthischen Bundes.
Ein zweiter Fehler: Viele denken, Alexander habe ein dauerhaftes, gut organisiertes Weltreich gegründet. Tatsächlich war sein Reich eher ein Eroberungsraum, der von ihm persönlich zusammengehalten wurde. Schon wenige Jahre nach seinem Tod war es in Teilreiche zerfallen.
Für die Klassenarbeit hilft eine feste Reihenfolge: Philipp II. und das Heer, Aufbruch 334, Siege bei Granikos, Issos und Gaugamela, Zug bis Indien 326, Tod 323, Diadochen und Hellenismus. Wenn du dazu die Zeitleiste und die Karte aus dieser Lektion im Kopf hast, kannst du Daten und Orte sicher zuordnen.
Jetzt bist du dran
In welchem Jahr starb Alexander der Große?
Noch nicht. Alexander starb 323 vor Christus in Babylon. 356 ist sein Geburtsjahr, 336 das Jahr seiner Thronbesteigung und 333 das Jahr der Schlacht bei Issos.
Das Wichtigste in Kürze
- Alexander der Große (356 bis 323 v. Chr.) war König von Makedonien und wurde mit 20 Jahren Herrscher.
- Sein Heer mit Phalanx und schwerer Reiterei war besser ausgebildet als die persischen Truppen.
- Entscheidende Siege errang er bei Granikos 334, Issos 333 und Gaugamela 331 vor Christus.
- Sein Reich reichte von Griechenland über Ägypten und Persien bis an den Indus.
- Nach seinem Tod 323 v. Chr. zerfiel es, doch der Hellenismus verbreitete die griechische Kultur im Osten.
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Häufige Fragen zu Alexander der Große
- Wer war Alexander der Große einfach erklärt?
- Alexander der Große war von 336 bis 323 vor Christus König von Makedonien. Er eroberte das Perserreich und schuf ein Reich von Griechenland bis nach Indien. Er starb schon mit etwa 32 Jahren in Babylon, ohne die Nachfolge geregelt zu haben.
- Was hat Alexander der Große erreicht?
- Er besiegte das riesige Perserreich in den Schlachten bei Granikos, Issos und Gaugamela und eroberte Ägypten, Mesopotamien und große Teile Mittelasiens. Außerdem gründete er viele Städte, darunter Alexandria. Seine Eroberungen verbreiteten die griechische Sprache und Kultur im Osten.
- Wie starb Alexander der Große?
- Alexander starb im Juni 323 vor Christus in Babylon nach einer kurzen Krankheit mit Fieber. Die genaue Todesursache ist bis heute nicht geklärt. Diskutiert werden eine Infektionskrankheit, aber auch Vergiftung; sicher belegen lässt sich keine dieser Erklärungen.
- War Alexander der Große Grieche?
- Alexander war König der Makedonen und stammte aus Makedonien im Norden Griechenlands. Er sprach Griechisch, wurde von dem Griechen Aristoteles unterrichtet und verstand sich als Teil der griechischen Welt. Viele Griechen sahen die Makedonen aber lange als Außenseiter.
- Warum heißt er Alexander der Große?
- Der Beiname „der Große“ wurde ihm erst nach seinem Tod gegeben. Er drückt aus, wie außergewöhnlich seine militärischen Erfolge waren. In kaum mehr als zehn Jahren eroberte er ein riesiges Gebiet und siegte in jeder großen Schlacht.
- Warum zerfiel das Reich Alexanders nach seinem Tod?
- Alexander hinterließ keinen erwachsenen Nachfolger und hatte nichts geregelt. Seine Generäle, die Diadochen, kämpften um die Macht, und das Reich zerfiel in mehrere Teilreiche. Es hatte außerdem zu wenige feste Strukturen, um ohne den König zusammenzuhalten.
- Was ist der Hellenismus?
- Hellenismus nennt man die Zeit von Alexanders Tod 323 bis zum Ende des Ptolemäerreichs 30 vor Christus. In dieser Zeit verbreitete sich die griechische Kultur im Osten und im Mittelmeerraum, Griechisch wurde zur gemeinsamen Verkehrssprache und es entstanden neue Zentren der Wissenschaft.
- Wie weit reichte das Reich Alexanders des Großen?
- Sein Reich reichte von Makedonien und Griechenland im Westen über Ägypten, Kleinasien, Mesopotamien und Persien bis an den Indus im Osten. Es umfasste das gesamte Persische Reich und ging darüber hinaus bis nach Mittelasien und Nordwestindien.
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