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Das Wattenmeer

In dieser Lektion lernst du das Wattenmeer an der deutschen Nordseeküste kennen. Du erfährst, wie Ebbe und Flut den Meeresboden zweimal täglich freilegen, warum das Watt einer der artenreichsten Lebensräume Europas ist und wie es als Nationalpark und Weltnaturerbe geschützt wird.

  • Fach: Geografie
  • Klasse 5
  • Thema: Räume und Länder
  • Dauer: 16 Min
  • Niveau: Einfach
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Was ist das Wattenmeer?

Das Wattenmeer ist ein Küstenstreifen an der Nordsee, der bei Ebbe trockenfällt und bei Flut wieder überflutet wird. Es erstreckt sich über rund 500 Kilometer von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark und ist damit das größte zusammenhängende Wattgebiet der Erde. In Deutschland liegt es vor den Küsten Niedersachsens, Hamburgs und Schleswig-Holsteins.

Vorgelagerte Inseln wie Sylt, Borkum oder Norderney schirmen das Watt vor der offenen Nordsee ab. Zwischen den Inseln und dem Festland liegt eine flache Zone, die je nach Gezeitenstand entweder als Meeresboden aus Sand und Schlick sichtbar ist oder unter einer dünnen Wasserschicht verschwindet.

Weil das Wattenmeer weder eindeutig Land noch dauerhaft Meer ist, gilt es als eigener Naturraum mit besonderen Lebensbedingungen. Die UNESCO hat große Teile davon im Jahr 2009 zum Weltnaturerbe erklärt, weil ein solches Ökosystem weltweit einzigartig ist.

Das Wattenmeer erstreckt sich vor der gesamten deutschen Nordseeküste von Borkum bis Sylt.
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Ebbe und Flut

Die Gezeiten entstehen durch die Anziehungskraft des Mondes und, etwas schwächer, der Sonne auf die Wassermassen der Erde. Der Mond zieht das Wasser auf der ihm zugewandten Seite der Erde an, wodurch dort ein Wasserberg entsteht – die Flut. Gleichzeitig entsteht auf der gegenüberliegenden Seite der Erde ebenfalls eine Flutwelle, weil sich dort die Erde stärker vom Wasser wegbewegt als der Mond es anzieht.

Ein vollständiger Gezeitenzyklus dauert ungefähr 12 Stunden und 25 Minuten, sodass es an der Nordsee täglich zweimal Hochwasser und zweimal Niedrigwasser gibt. Bei Ebbe zieht sich das Wasser über schmale Rinnen, sogenannte Priele, zurück und legt riesige Wattflächen frei.

Der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser heißt Tidenhub und beträgt an der deutschen Nordseeküste im Mittel zwei bis drei Meter, an einigen Stellen sogar mehr. Dieser große Tidenhub ist der Grund, warum sich hier ein so ausgedehntes Watt bilden kann, während an vielen anderen Küsten der Welt die Gezeiten kaum spürbar sind.

Ein vollständiger Gezeitenzyklus aus Flut und Ebbe dauert etwa zwölfeinhalb Stunden.
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Lebensraum für Millionen Tiere

Auf den ersten Blick wirkt das Watt bei Ebbe wie eine leere, graubraune Fläche. Tatsächlich leben aber in jedem Quadratmeter Wattboden mehrere Tausend kleine Lebewesen wie Wattwürmer, Herzmuscheln, Wattschnecken und Krebse. Sie ernähren sich von organischen Teilchen, die das Meerwasser mit jeder Flut neu anspült.

Diese enorme Nahrungsmenge macht das Wattenmeer zu einem der wichtigsten Rastplätze für Zugvögel weltweit. Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst legen hier bis zu zwölf Millionen Vögel auf ihrem Weg zwischen den Brutgebieten in der Arktis und den Winterquartieren in Afrika eine Pause ein, um sich Fettreserven anzufressen.

Auch größere Tiere wie Seehunde und Kegelrobben nutzen die trockenfallenden Sandbänke, um sich auszuruhen und ihre Jungen aufzuziehen. Ohne die regelmäßige Überflutung und das anschließende Trockenfallen könnte dieses dichte Nahrungsnetz aus Kleinstlebewesen, Fischen, Vögeln und Robben so nicht bestehen.

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Nationalparke und Schutz

Weil das Wattenmeer so empfindlich und gleichzeitig so wertvoll ist, wurde es in Deutschland durch drei Nationalparke geschützt: den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und den kleineren Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Zusammen bilden sie eines der größten Schutzgebiete Mitteleuropas.

In den Nationalparken sind Fischerei, Bau und motorisierter Verkehr stark eingeschränkt, um Vögel, Robben und den empfindlichen Wattboden nicht zu stören. Besucher können das Watt trotzdem erleben, etwa bei geführten Wattwanderungen mit erfahrenen Wattführern, die die Gezeitenzeiten genau kennen.

BundeslandGegründetFläche (gerundet)
Niedersachsen19863450 km²
Schleswig-Holstein19854410 km²
Hamburg1990137 km²
Die drei deutschen Wattenmeer-Nationalparke
Der schleswig-holsteinische Nationalpark ist der größte der drei deutschen Wattenmeer-Nationalparke.
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Typische Fehler und Alltagsbezug

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, das Watt sei einfach nur „Strand, der nass wird“. Tatsächlich handelt es sich um einen eigenen, hochkomplexen Lebensraum mit Prielen, Sandbänken und Schlickflächen, der sich stark von einem gewöhnlichen Sandstrand unterscheidet. Der Wattboden besteht je nach Ort aus feinem Schlick, gröberem Sand oder Mischwatt, und jede dieser Zonen hat eine eigene Tier- und Pflanzenwelt.

Ein zweiter Fehler ist, Ebbe und Flut mit den Jahreszeiten oder dem Wetter zu verwechseln. Ebbe und Flut hängen ausschließlich von der Stellung des Mondes und der Sonne ab und wiederholen sich unabhängig davon, ob es regnet oder die Sonne scheint. Stürme können den Wasserstand zwar zusätzlich verändern, sie verursachen die Gezeiten aber nicht.

Ein dritter Fehler ist die Vorstellung, Naturschutz und Tourismus würden sich im Wattenmeer gegenseitig ausschließen. In der Praxis sind beide über Regeln wie Schutzzonen, Betretungsverbote während der Brutzeit und geführte Wanderungen miteinander verbunden, sodass Millionen Besucher jährlich das Watt erleben können, ohne die empfindliche Natur dauerhaft zu schädigen.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Wie oft am Tag gibt es an der Nordsee jeweils Hochwasser und Niedrigwasser?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wattenmeer ist der Küstenstreifen der Nordsee, der durch Ebbe und Flut regelmäßig trockenfällt und überflutet wird.
  • Ebbe und Flut entstehen durch die Anziehungskraft von Mond und Sonne, ein Zyklus dauert rund 12,5 Stunden.
  • Das Watt ist Lebensraum für Millionen Kleinstlebewesen, Zugvögel und Robben.
  • Drei Nationalparke in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg schützen das Gebiet.
  • Seit 2009 gehören große Teile des Wattenmeers zum UNESCO-Weltnaturerbe.

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Häufige Fragen zu Das Wattenmeer

Was ist das Wattenmeer genau?
Das Wattenmeer ist ein Küstenstreifen an der Nordsee, der durch die Gezeiten zweimal täglich trockenfällt und wieder überflutet wird. Es liegt zwischen dem Festland und vorgelagerten Inseln wie Sylt oder Borkum und erstreckt sich von den Niederlanden über Deutschland bis Dänemark.
Wie entstehen Ebbe und Flut?
Ebbe und Flut entstehen durch die Anziehungskraft des Mondes und, etwas schwächer, der Sonne auf die Wassermassen der Erde. Ein vollständiger Zyklus dauert rund 12 Stunden und 25 Minuten, sodass es an der Nordsee täglich zweimal Hochwasser und zweimal Niedrigwasser gibt.
Warum ist das Wattenmeer so wichtig für Zugvögel?
Im Wattboden leben Milliarden Kleinstlebewesen wie Würmer und Muscheln, die Zugvögeln als Nahrung dienen. Bis zu zwölf Millionen Vögel legen hier auf dem Weg zwischen der Arktis und Afrika eine Rast ein und fressen sich Fettreserven für den Weiterflug an.
Was ist der Unterschied zwischen Watt und Strand?
Ein Strand liegt dauerhaft an Land und wird höchstens von Wellen erreicht, während das Watt zeitweise Meeresboden ist und regelmäßig vollständig unter Wasser steht. Der Wattboden besteht zudem aus Sand, Schlick und Prielen mit einem eigenen, dichten Ökosystem.
Warum steht das Wattenmeer unter Naturschutz?
Das Wattenmeer ist eines der artenreichsten Ökosysteme Europas und weltweit einzigartig in seiner Größe. Drei Nationalparke in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg schützen Tiere und Pflanzen vor Störungen, seit 2009 gehören große Teile zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Kann man im Wattenmeer wandern?
Ja, Wattwanderungen sind ein beliebtes touristisches Angebot, sollten aber nur mit erfahrenen Wattführern unternommen werden. Die Flut kann schneller zurückkommen, als man zu Fuß zum Festland oder zur Insel zurücklaufen kann, deshalb ist eigenständiges Wandern gefährlich.
In welcher Klasse behandelt man das Wattenmeer im Erdkundeunterricht?
Das Wattenmeer wird meist in Klasse 5 als Beispiel für einen deutschen Naturraum behandelt, oft im Zusammenhang mit den Themen Küsten, Gezeiten und Naturschutz. Es dient als anschauliches Beispiel dafür, wie Mond und Sonne die Erde beeinflussen.
Wie groß ist das Wattenmeer insgesamt?
Das gesamte Wattenmeer an der südlichen Nordsee erstreckt sich über etwa 500 Kilometer Küstenlänge von den Niederlanden bis Dänemark. Allein die drei deutschen Nationalparke bedecken zusammen rund 8000 Quadratkilometer.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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