Relativsätze im Deutschen: Bildung und Relativpronomen
Relativsätze im Deutschen sind Nebensätze, die ein Nomen im Hauptsatz näher beschreiben und mit einem Relativpronomen wie der, die oder das beginnen. Sie hängen sich an das Bezugswort an, werden immer durch Komma abgetrennt und haben das konjugierte Verb am Satzende. In dieser Lektion lernst du, wie du Relativsätze bildest, welches Relativpronomen du wählst und wann das und was richtig ist.
- Fach: Deutsch
- Klasse 7
- Thema: Grammatik
- Dauer: 18 Min
- Niveau: Mittel
Relativsätze Deutsch: Aufbau und Relativpronomen
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen genauer beschreibt. Er beginnt mit einem Relativpronomen und bezieht sich auf ein Wort im Hauptsatz, das Bezugswort. In dem Satz „Der Hund, der nebenan wohnt, bellt laut“ ist der Hund das Bezugswort, und der Relativsatz der nebenan wohnt sagt, welcher Hund gemeint ist.
Das Relativpronomen richtet sich in zwei Dingen nach verschiedenen Stellen. Genus und Numerus, also maskulin, feminin, neutral oder Plural, übernimmt es vom Bezugswort. Den Fall bestimmt dagegen der Relativsatz selbst: Je nachdem, ob das Pronomen dort Subjekt, Akkusativobjekt, Dativobjekt oder Genitivattribut ist, steht es im Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv.
Die Formen der Relativpronomen ähneln den bestimmten Artikeln. Nur im Dativ Plural heißt es denen statt den, und im Genitiv steht dessen für maskulin und neutral, deren für feminin und Plural. Wer die Artikel sicher beherrscht, muss nur diese wenigen Ausnahmen zusätzlich lernen.
Im Relativsatz steht das konjugierte Verb am Ende, so wie in jedem Nebensatz. Außerdem wird der Relativsatz immer durch Kommas abgetrennt, auch wenn er mitten im Hauptsatz steht. Dann stehen zwei Kommas: eines davor und eines dahinter.
Relativsätze Deutsch: das oder was?
Bei Relativsätzen mit dem Wort das oder was passieren viele Fehler. Beide sind Relativpronomen, aber sie beziehen sich auf unterschiedliche Bezugswörter. Das Relativpronomen das steht, wenn das Bezugswort ein neutrales Nomen ist, zum Beispiel das Buch, das Haus oder das Kind.
Das Relativpronomen was steht dagegen, wenn sich der Relativsatz auf ein unbestimmtes Wort wie alles, nichts, etwas, vieles oder auf einen ganzen Satz bezieht. Auch nach einem substantivierten Superlativ wie das Beste oder das Schönste steht was. So unterscheidest du die beiden sicher.
das
Wenn sich der Relativsatz auf ein neutrales Nomen bezieht.
Beispiele
- Das Buch, das ich lese, ist spannend.
- Das Kind, das dort spielt, ist mein Cousin.
- Das Haus, das am Park steht, ist alt.
Signalwörter
- Bezugswort ist ein Nomen mit das
- Ersatzprobe: welches
- Pronomen ist Nominativ oder Akkusativ
- Komma davor und danach
was
Wenn sich der Relativsatz auf alles, nichts, etwas, vieles oder einen ganzen Satz bezieht.
Beispiele
- Alles, was du sagst, stimmt.
- Das Beste, was ich kenne, ist Eis.
- Er hat gewonnen, was mich freut.
Signalwörter
- Bezugswort ist alles, nichts, etwas
- Bezug auf einen ganzen Satz
- nach dem Superlativ als Nomen
- Ersatz mit welches nicht möglich
| Fall | Frage im Relativsatz | Beispiel |
|---|---|---|
| Nominativ | Wer oder was? | Der Mann, der dort steht, ist Arzt. |
| Akkusativ | Wen oder was? | Der Mann, den ich sehe, ist Arzt. |
| Dativ | Wem? | Der Mann, dem ich helfe, ist Arzt. |
| Genitiv | Wessen? | Der Mann, dessen Auto parkt, ist Arzt. |
Einen Relativsatz Schritt für Schritt bilden
Verbinde die beiden Sätze mit einem Relativsatz: Die Lehrerin lobt den Schüler. Der Schüler hat die Aufgabe richtig gelöst.
Gegeben:
- Satz 1: Die Lehrerin lobt den Schüler.
- Satz 2: Der Schüler hat die Aufgabe richtig gelöst.
- Bezugswort: der Schüler
Gesucht:
ein Satzgefüge mit Relativsatz und dem richtigen RelativpronomenLösung:
- Bezugswort finden: In Satz 1 steht den Schüler. Dieses Nomen wird näher beschrieben, es ist also das Bezugswort.
- Genus und Zahl bestimmen: Schüler ist maskulin und Singular. Das Relativpronomen muss deshalb maskulin Singular sein.
- Fall im Relativsatz bestimmen: In Satz 2 ist der Schüler das Subjekt, denn wer hat die Aufgabe gelöst? Der Schüler. Das ist der Nominativ, also heißt das Pronomen der.
- Satz zusammenbauen: Der Relativsatz wird hinter das Bezugswort gesetzt, das Verb rückt ans Ende, und es werden Kommas gesetzt.
Der fertige Satz lautet: Die Lehrerin lobt den Schüler, der die Aufgabe richtig gelöst hat. Das Pronomen der ist maskulin Singular wie das Bezugswort und steht im Nominativ, weil es im Relativsatz Subjekt ist.
Typische Fehler bei Relativsätzen
Der häufigste Fehler ist, den Fall vom Bezugswort statt vom Relativsatz zu übernehmen. In dem Satz „Ich sehe den Mann, der dort steht“ steht das Bezugswort im Akkusativ, das Relativpronomen aber im Nominativ, weil es im Relativsatz Subjekt ist. Wer nur auf das Bezugswort schaut, schreibt falsch „den dort steht“.
Ein zweiter Fehler ist, die Kommas zu vergessen. Gerade wenn der Relativsatz mitten im Hauptsatz steht, fehlt oft das zweite Komma. Merke: Ein Relativsatz wird immer von beiden Seiten durch Komma abgetrennt. Das gilt auch dann, wenn er sehr kurz ist.
Der dritte Fehler ist die Verwechslung von das und was. Nach alles, nichts und etwas schreiben viele fälschlich „alles, das“. Richtig ist alles, was. Umgekehrt steht nach einem neutralen Nomen wie Buch immer das, niemals was: Es heißt das Buch, das, nicht das Buch, was.
Tipps für die Klassenarbeit
In Klassenarbeiten sollst du häufig zwei Sätze zu einem Satzgefüge verbinden oder Lücken mit dem richtigen Relativpronomen füllen. Gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Bezugswort suchen, Genus und Zahl bestimmen, den Fall im Relativsatz mit einer Frage klären, dann die Tabelle benutzen.
Streiche dir in den Aufgaben das Bezugswort und das Relativpronomen mit zwei Farben an. So erkennst du sofort, ob beide zueinander passen. Prüfe danach, ob das Verb am Ende des Relativsatzes steht und ob beide Kommas vorhanden sind.
Wenn du unsicher bist, ob das oder was richtig ist, mache die Ersatzprobe mit welches. Passt sie, steht das. Passt sie nicht, weil sich der Relativsatz auf alles oder einen ganzen Satz bezieht, steht was. Lerne die Tabelle der Relativpronomen als Reihe auswendig.
Jetzt bist du dran
Welches Relativpronomen passt: Das ist die Frau, ___ im Garten arbeitet.
Noch nicht. Frau ist feminin und Singular, deshalb muss das Pronomen feminin sein. Im Relativsatz ist sie Subjekt, also steht der Nominativ die.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen näher beschreibt.
- Das Relativpronomen übernimmt Genus und Zahl vom Bezugswort.
- Der Fall des Relativpronomens richtet sich nach seiner Rolle im Relativsatz.
- Das Verb steht am Ende, der Relativsatz wird mit Komma abgetrennt.
- Nach alles, nichts und etwas steht was, nach neutralen Nomen das.
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Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Häufige Fragen zu Relativsätze im Deutschen: Bildung und Relativpronomen
- Was ist ein Relativsatz?
- Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen im Hauptsatz näher beschreibt. Er beginnt mit einem Relativpronomen wie der, die, das oder welcher, wird durch Komma abgetrennt und hat das Verb am Ende.
- Wie bildet man einen Relativsatz?
- Suche das Bezugswort, bestimme dessen Genus und Zahl, kläre den Fall des Pronomens durch eine Frage im Relativsatz und baue den Satz mit Komma und Verb am Ende. So entsteht zum Beispiel: Das Buch, das ich lese, ist spannend.
- Was sind Relativpronomen?
- Relativpronomen sind Wörter wie der, die, das, dessen, deren und denen, die einen Relativsatz einleiten und auf ein Bezugswort zurückverweisen. Sie ähneln den bestimmten Artikeln, haben aber im Genitiv und im Dativ Plural eigene Formen.
- Wann benutzt man das und wann was im Relativsatz?
- Das steht nach einem neutralen Nomen wie Buch oder Haus. Was steht nach alles, nichts, etwas, vieles, nach einem substantivierten Superlativ wie das Beste und wenn sich der Relativsatz auf einen ganzen Satz bezieht.
- Muss vor einem Relativsatz ein Komma stehen?
- Ja, ein Relativsatz wird immer durch Komma abgetrennt. Steht er mitten im Hauptsatz, braucht er zwei Kommas, eines davor und eines danach. Das gilt für alle Relativsätze im Deutschen.
- Wie bestimmt man den Fall des Relativpronomens?
- Der Fall ergibt sich aus der Rolle des Pronomens im Relativsatz. Stelle die passende Frage: Wer oder was für den Nominativ, wen oder was für den Akkusativ, wem für den Dativ und wessen für den Genitiv.
- Was bedeutet Bezugswort?
- Das Bezugswort ist das Nomen im Hauptsatz, auf das sich der Relativsatz bezieht und das er näher beschreibt. Von ihm übernimmt das Relativpronomen Genus und Numerus, also zum Beispiel maskulin Singular.
- In welcher Klasse lernt man Relativsätze?
- Relativsätze werden meist in Klasse 7 behandelt, oft zusammen mit anderen Nebensätzen. In der Oberstufe spielen sie beim Schreiben komplexer Sätze und bei der Analyse von Texten weiterhin eine wichtige Rolle.
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