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Präteritum

Das Präteritum ist die Zeitform, in der du Geschichten und Berichte erzählst – „es war einmal“ statt „es ist einmal“. In dieser Lektion lernst du, wie du regelmäßige Verben mit der Endung -te bildest und welche unregelmäßigen Formen du dir einfach merken musst.

  • Fach: Deutsch
  • Klasse 4
  • Thema: Grammatik
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Mittel
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Präteritum – die Zeitform zum Erzählen

Das Präteritum ist neben dem Perfekt eine der beiden Vergangenheitsformen im Deutschen, wird aber ganz anders benutzt: Während du im Gespräch meist das Perfekt wählst („Ich habe gespielt“), verwendest du das Präteritum vor allem beim Erzählen und Schreiben, etwa in Geschichten, Berichten und Märchen. „Es war einmal ein König“ klingt nach einer Erzählung, „Es ist einmal ein König gewesen“ dagegen nicht. Deshalb heißt das Präteritum auch Erzählzeit.

Bei den meisten Verben bildest du das Präteritum ganz regelmäßig: Du nimmst den Wortstamm der Grundform und hängst die Endung -te an. Aus „spielen“ wird „spiel“ plus „te“, also „spielte“. Für „ich“ und „er/sie/es“ bleibt die Form gleich, für „wir“ und „sie“ kommt noch ein „n“ dazu: „wir spielten“. Genau diese Regelmäßigkeit macht das Präteritum bei den meisten Verben leicht lernbar.

Daneben gibt es eine große Gruppe unregelmäßiger Verben, bei denen sich nicht nur eine Endung anhängt, sondern der Vokal im Wortstamm wechselt: aus „gehen“ wird „ging“, aus „fahren“ wird „fuhr“, aus „sehen“ wird „sah“. Diese Formen folgen keiner festen Regel, du musst sie einzeln lernen. Auch die beiden wichtigsten Hilfsverben „sein“ und „haben“ gehören dazu: „ich war“ und „ich hatte“ tauchen in fast jedem Text auf, den du liest oder schreibst.

Ein typischer Fehler ist es, bei unregelmäßigen Verben trotzdem einfach -te anzuhängen, weil die Regel für regelmäßige Verben so einfach ist. So entstehen falsche Formen wie „gehte“ statt „ging“ oder „fahrte“ statt „fuhr“. Wenn du unsicher bist, ob ein Verb regelmäßig ist, hilft nur eines: den Klang der Form im Ohr behalten oder im Wörterbuch nachschlagen.

So bildest du das Präteritum bei regelmäßigen Verben in drei Schritten.
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Präteritum: regelmäßig oder unregelmäßig?

Um herauszufinden, in welche Gruppe ein Verb gehört, bildest du am besten zuerst die Ich-Form im Präteritum und hörst genau hin. Bleibt der Stammvokal gleich und hörst du nur die Endung -te, ist das Verb regelmäßig. Ändert sich der Vokal im Stamm, ist das Verb unregelmäßig – ganz gleich, wie die genaue Endung dann aussieht.

Ein zusätzlicher Hinweis: Bei unregelmäßigen Verben gibt es oft kleine Gruppen mit demselben Muster, zum Beispiel „singen – sang“, „springen – sprang“ und „trinken – trank“. Wenn du dir ein Verb aus einer solchen Gruppe merkst, kannst du die Regel häufig auf ähnliche Wörter übertragen – Sicherheit gibt dir aber trotzdem nur das genaue Hinhören oder Nachschlagen.

regelmäßig

Wenn der Wortstamm bei der Präteritumbildung gleich bleibt und nur die Endung -te dazukommt. Das betrifft die meisten deutschen Verben.

Beispiele

  • spielen – ich spielte
  • machen – wir machten
  • lernen – sie lernte

Signalwörter

  • Wortstamm bleibt unverändert
  • Endung -te bzw. -ten kommt dazu
  • meist schwache oder regelmäßige Verben
  • keine Vokaländerung hörbar

unregelmäßig

Wenn sich der Vokal im Wortstamm ändert, oft ganz ohne die Endung -te. Diese Formen musst du dir einzeln merken.

Beispiele

  • gehen – ich ging
  • fahren – wir fuhren
  • sein – ich war

Signalwörter

  • Vokal im Stamm wechselt
  • keine feste Endungsregel
  • häufig bei sehr alten, häufigen Verben
  • muss auswendig gelernt werden
Grundformregelmäßig/unregelmäßigich-Form Präteritum
spielenregelmäßigspielte
gehenunregelmäßigging
fahrenunregelmäßigfuhr
habenunregelmäßighatte
seinunregelmäßigwar
Präteritum wichtiger Verben
Regelmäßige Verben folgen einer festen Regel, unregelmäßige musst du auswendig lernen.
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Einen Satz ins Präteritum setzen

Setze den Satz vom Präsens ins Präteritum und begründe jede Form.

Gegeben:

  • Präsens: Am Wochenende spielen wir Fußball, dann gehen wir zu Toms Geburtstag und er hat viele Geschenke.

Gesucht:

die vollständige Präteritumform des Satzes

Lösung:

  1. „spielen“ ist regelmäßig: Stamm „spiel“ plus Endung -ten für „wir“, also „wir spielten Fußball“.
  2. „gehen“ ist unregelmäßig, der Vokal ändert sich zu „i“: Aus „gehen“ wird „ging“, für „wir“ also „wir gingen zu Toms Geburtstag“.
  3. „hat“ kommt von „haben“, ebenfalls unregelmäßig: Die Präteritumform für „er“ lautet „hatte“, also „er hatte viele Geschenke“.
  4. Setze alle drei Teilsätze zusammen und behalte die ursprüngliche Reihenfolge und die Bindewörter „dann“ und „und“ bei.

„Am Wochenende spielten wir Fußball, dann gingen wir zu Toms Geburtstag und er hatte viele Geschenke.“ Ein regelmäßiges Verb (spielten) trifft auf zwei unregelmäßige Formen (gingen, hatte).

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Typische Fehler beim Präteritum

Der häufigste Fehler ist, unregelmäßige Verben trotzdem mit -te zu bilden. Aus „gehen“ wird dann fälschlich „gehte“ statt „ging“, aus „fahren“ wird „fahrte“ statt „fuhr“. Solche Formen entstehen, wenn man die einfache Regel für regelmäßige Verben unbedacht auf alle Verben überträgt.

Ein zweiter Fehler ist die Verwechslung von Präteritum und Perfekt in einem Text. Wer eine Geschichte im Präteritum beginnt, sollte sie auch im Präteritum fortführen und nicht mitten im Text ins Perfekt wechseln: „Er ging in den Wald und hat einen Fuchs gesehen“ klingt uneinheitlich. Richtig wäre „Er ging in den Wald und sah einen Fuchs.“

Ein dritter Fehler betrifft die Personenendungen: Manche Schüler hängen an unregelmäßige Formen zusätzlich noch -te an, zum Beispiel „ginge te“ oder „warte“ statt „war“. Die unregelmäßige Form ist bereits vollständig und braucht keine weitere Endung außer der für Mehrzahl oder Anrede.

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Tipps für die Klassenarbeit

Lerne die wichtigsten unregelmäßigen Verben in kleinen Gruppen mit ähnlichem Muster, zum Beispiel „singen – sang“, „springen – sprang“, „trinken – trank“. Wenn du ein Muster einmal verinnerlicht hast, erkennst du ähnliche Verben schneller wieder, statt jede Form einzeln pauken zu müssen.

Schreibe dir vor der Arbeit eine kurze Liste mit den Präteritumformen von sein, haben, werden, kommen, sehen und gehen auf – diese sechs Verben tauchen in fast jedem Text auf und werden am häufigsten falsch geschrieben.

Achte beim Schreiben eines Aufsatzes darauf, konsequent bei einer Erzählzeit zu bleiben. Lies deinen Text am Ende noch einmal durch und prüfe, ob du versehentlich zwischen Präteritum und Perfekt hin- und hergesprungen bist.

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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 4

Setze das Verb „lernen“ für „wir“ ins Präteritum: „Gestern ___ wir für die Arbeit.“

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Das Wichtigste in Kürze

  • Präteritum ist die Erzählzeit, die du vor allem beim Schreiben von Geschichten und Berichten verwendest.
  • Regelmäßige Verben bilden das Präteritum mit Stamm plus te, zum Beispiel spielen – spielte.
  • Unregelmäßige Verben ändern den Vokal im Stamm, zum Beispiel gehen – ging, fahren – fuhr.
  • Für ich und er/sie/es sind die Formen gleich, für wir und sie kommt bei regelmäßigen Verben ein n dazu.
  • Typischer Fehler: unregelmäßige Verben trotzdem mit -te bilden, etwa „gehte“ statt „ging“. Lerne diese Formen einzeln.
Die wichtigsten Regeln zum Präteritum auf einen Blick.

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Häufige Fragen zu Präteritum

Was ist das Präteritum?
Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform im Deutschen, die vor allem beim Erzählen und Schreiben verwendet wird, zum Beispiel in Geschichten, Märchen und Berichten. Regelmäßige Verben bilden es mit dem Wortstamm plus der Endung -te, zum Beispiel spielen – spielte. Unregelmäßige Verben ändern dabei häufig den Vokal im Stamm, wie bei gehen – ging oder fahren – fuhr.
Wie bildet man das Präteritum bei regelmäßigen Verben?
Du nimmst den Wortstamm der Grundform, indem du die Endung -en wegnimmst, und hängst -te an. Aus „machen“ wird „mach“ plus „te“, also „machte“. Für die Formen „ich“ und „er/sie/es“ bleibt die Form gleich, für „wir“ und „sie“ kommt noch ein „n“ dazu: „wir machten“. Diese Regel funktioniert bei den meisten deutschen Verben zuverlässig.
Welche Verben sind im Präteritum unregelmäßig?
Unregelmäßige Verben ändern im Präteritum den Vokal im Wortstamm, statt einfach -te anzuhängen. Beispiele sind gehen – ging, fahren – fuhr, sehen – sah, kommen – kam sowie die Hilfsverben sein – war und haben – hatte. Es gibt keine feste Regel, nach der man diese Formen bilden kann, deshalb müssen sie einzeln gelernt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt?
Beide Formen drücken Vergangenheit aus, werden aber unterschiedlich gebraucht. Im gesprochenen Deutsch und in Chatnachrichten benutzt man meist das Perfekt: „Ich habe gespielt.“ Beim Schreiben von Geschichten, Berichten und Erzählungen wählt man dagegen das Präteritum: „Ich spielte.“ Inhaltlich bedeuten beide Formen dasselbe, sie unterscheiden sich nur im Stil und in der Verwendung.
In welcher Klasse lernt man das Präteritum?
Das Präteritum wird in der Grundschule eingeführt, meist ab der dritten oder vierten Klasse, sobald Kinder anfangen, eigene Geschichten zu schreiben. In den weiterführenden Schulen wird es dann bei komplexeren Texten wie Erzählungen, Berichten und Nacherzählungen vertieft und mit anderen Zeitformen verglichen.
Wie erkenne ich, ob ein Verb regelmäßig oder unregelmäßig ist?
Bilde probeweise die Ich-Form im Präteritum und höre genau hin. Bleibt der Stammvokal gleich und hörst du nur die Endung -te, ist das Verb regelmäßig, zum Beispiel spielen – spielte. Ändert sich der Vokal im Stamm, ist es unregelmäßig, zum Beispiel singen – sang. Im Zweifel hilft ein Blick ins Wörterbuch, dort stehen unregelmäßige Formen meist mit angegeben.
Warum heißt das Präteritum auch Erzählzeit?
Es heißt Erzählzeit, weil es typischerweise verwendet wird, wenn jemand eine zusammenhängende Geschichte erzählt oder schreibt, etwa in Märchen, Romanen oder Nacherzählungen. „Es war einmal ein König“ klingt nach einer Erzählung, während die Perfektform „Es ist einmal ein König gewesen“ ungewöhnlich wirkt. In mündlichen Alltagsgesprächen wird dagegen meist das Perfekt bevorzugt.
Wie bildet man das Präteritum von sein und haben?
Beide Verben sind unregelmäßig. Das Präteritum von „sein“ lautet für ich, er, sie, es „war“ und für wir, sie „waren“. Das Präteritum von „haben“ lautet für ich, er, sie, es „hatte“ und für wir, sie „hatten“. Diese beiden Formen gehören zu den am häufigsten benutzten Präteritumformen überhaupt und sollten besonders sicher sitzen.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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Das kommt als Nächstes