Bienen: Bestäubung und Bienenstaat
Bienen sind für die Bestäubung vieler Blütenpflanzen unentbehrlich und leben in einem festen Staat mit klarer Arbeitsteilung. In dieser Lektion lernst du, wie Bienen beim Sammeln von Nektar Pflanzen bestäuben, wie ein Bienenstaat aufgebaut ist und warum Bienen für unsere Ernährung so wichtig sind.
- Fach: Biologie
- Klasse 6
- Thema: Tiere
- Dauer: 20 Min
- Niveau: Einfach
Bienen: kleine Insekten mit großer Aufgabe für Blüten
Bienen gehören zu den Insekten und leben, anders als die meisten anderen Insektenarten, in einem großen Staat zusammen. Am bekanntesten ist die Honigbiene, die von Menschen in Bienenstöcken gehalten wird. Daneben gibt es auch viele Wildbienenarten, die einzeln oder in kleinen Gruppen leben.
Bienen ernähren sich von Nektar und Pollen, die sie aus Blüten sammeln. Nektar liefert ihnen Zucker als Energiequelle, Pollen liefert Eiweiß und Fett, das die Larven im Bienenstock zum Wachsen brauchen. Beim Sammeln bestäuben Bienen ganz nebenbei viele Blütenpflanzen.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Bienen würden nur Honig produzieren und seien sonst für die Natur nicht wichtig. Tatsächlich ist die Bestäubung durch Bienen für viele Wild- und Nutzpflanzen wichtiger als der Honig selbst, weil ohne Bestäubung kaum Samen und Früchte entstehen.
Der Körperbau der Honigbiene: gut angepasst ans Sammeln
Der Körper der Honigbiene ist wie bei allen Insekten in Kopf, Brust und Hinterleib gegliedert und trägt sechs Beine sowie zwei Flügelpaare. Am Kopf sitzen zwei große Facettenaugen, mit denen die Biene Blütenfarben und -muster erkennen kann, sowie ein langer, rüsselartiger Mundwerkzeugteil, mit dem sie Nektar aus tief liegenden Blütenkelchen saugt.
An den Hinterbeinen tragen Arbeiterinnen sogenannte Pollenhöschen, kleine Körbchen aus Härchen, in denen sie gesammelten Blütenstaub zum Stock transportieren. Der ganze Körper ist zudem von feinen, verzweigten Härchen bedeckt, an denen Pollen beim Blütenbesuch besonders gut haften bleibt.
Diese Kombination aus Sehvermögen, langem Rüssel und behaartem Körper macht die Biene zu einem der wirksamsten Bestäuber überhaupt. Andere Insekten wie Fliegen oder Käfer bestäuben zwar auch Blüten, sammeln aber deutlich weniger gezielt und tragen daher weniger Pollen weiter.
Bestäubung: wie Bienen Pflanzen zum Fruchten bringen
Bestäubung bedeutet, dass Pollen von den männlichen Blütenteilen, den Staubblättern, auf die weiblichen Blütenteile, die Narbe, übertragen wird. Nur wenn Pollen die Narbe einer Blüte derselben Pflanzenart erreicht, kann sich daraus ein Same und häufig auch eine Frucht entwickeln.
Wenn eine Biene eine Blüte anfliegt, um Nektar zu sammeln, bleibt an ihrem behaarten Körper unabsichtlich Pollen hängen. Fliegt sie danach eine weitere Blüte derselben Art an, streift ein Teil dieses Pollens die Narbe der neuen Blüte und bestäubt sie. So bestäubt die Biene ganz nebenbei viele Blüten während eines einzigen Sammelflugs.
Manche Pflanzen sind besonders auf Insektenbestäubung angewiesen und würden ohne Bienen kaum Früchte bilden, andere Pflanzen wie Gräser und Getreide werden dagegen hauptsächlich vom Wind bestäubt und brauchen keine Insekten.
Der Bienenstaat: drei Kasten mit fester Aufgabenteilung
Ein Honigbienenvolk besteht aus einer Königin, vielen tausend Arbeiterinnen und, vor allem im Sommer, einigen hundert Drohnen. Man nennt diese drei Gruppen Kasten, weil jede Kaste einen eigenen Körperbau und eine eigene Aufgabe im Staat hat.
Die Königin ist die einzige geschlechtsreife Weibchen im Volk und legt fast alle Eier. Arbeiterinnen sind ebenfalls Weibchen, aber nicht fortpflanzungsfähig, und übernehmen alle übrigen Aufgaben wie Sammeln, Füttern, Wabenbau und Verteidigung. Drohnen sind die männlichen Bienen und haben nur eine einzige Aufgabe, nämlich sich mit einer jungen Königin zu paaren.
Diese strenge Arbeitsteilung wird als Staatenbildung bezeichnet und findet sich auch bei Ameisen und Termiten. Sie ermöglicht es dem Bienenvolk, als Ganzes sehr effizient zu überleben, auch wenn einzelne Bienen nur wenige Wochen leben.
Arbeiterinnen
Weibliche, nicht fortpflanzungsfähige Bienen, die fast alle Arbeiten im Stock und außerhalb übernehmen.
Beispiele
- Nektar und Pollen sammeln
- Waben aus Wachs bauen
- Larven füttern und Stock verteidigen
Signalwörter
- mit Abstand die meisten Tiere im Volk
- kleiner als die Königin
- tragen Pollenhöschen
Drohnen
Männliche Bienen, die vor allem im Sommer im Volk vorkommen und nur der Fortpflanzung dienen.
Beispiele
- Paarungsflug mit einer jungen Königin
- kein Sammeln von Nektar
- kein Stachel vorhanden
Signalwörter
- größere Augen als Arbeiterinnen
- gedrungener, runder Körperbau
- werden im Herbst aus dem Stock vertrieben
| Kaste | Anzahl im Volk | Aufgabe |
|---|---|---|
| Königin | 1 Tier | legt bis zu 2 000 Eier am Tag, hält das Volk zusammen |
| Arbeiterinnen | bis zu 50 000 Tiere | sammeln Nektar und Pollen, bauen Waben, füttern Larven |
| Drohnen | einige hundert Tiere | einzige Aufgabe ist die Paarung mit einer Königin |
Warum sind Bienen so wichtig für die Ernte?
Ein Obstbauer bemerkt, dass sein Kirschbaum in einem Jahr mit wenigen Bienen im Garten deutlich weniger Kirschen trägt als sonst, obwohl der Baum genauso stark blüht wie in den Vorjahren. Erkläre, warum weniger Bienen zu weniger Kirschen führen.
Gegeben:
- Kirschbaum blüht wie gewohnt stark
- in diesem Jahr deutlich weniger Bienen im Garten
- Kirschbäume sind stark auf Insektenbestäubung angewiesen
Gesucht:
Grund für den geringeren Fruchtertrag trotz normaler BlütenmengeLösung:
- Kirschblüten müssen bestäubt werden, damit sich aus ihnen Früchte entwickeln können.
- Bienen übertragen beim Blütenbesuch Pollen von Blüte zu Blüte und ermöglichen so die Bestäubung.
- Bei weniger Bienen im Garten werden deutlich weniger Blüten erfolgreich bestäubt.
- Unbestäubte Blüten bilden keine oder kaum Früchte, auch wenn der Baum stark blüht.
Der Baum trägt weniger Kirschen, weil ohne ausreichend Bienenbesuch viele Blüten unbestäubt bleiben und sich deshalb keine Früchte aus ihnen entwickeln.
Bienen und Ernährung: Alltagsbezug und Bienenschutz
Viele Nutzpflanzen, die wir täglich essen, sind ganz oder teilweise auf die Bestäubung durch Insekten wie Bienen angewiesen, darunter Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Gurken und Raps. Getreide wie Weizen dagegen wird vom Wind bestäubt und braucht keine Bienen.
Weltweit sind Bienenpopulationen durch den Verlust blütenreicher Wiesen, den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel und Krankheiten wie die Varroamilbe bedroht. Ein Rückgang der Bienenzahlen könnte deshalb auch die Ernten vieler Obst- und Gemüsesorten verringern.
Jeder kann etwas für den Bienenschutz tun, etwa indem er blühende Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon anpflanzt und auf den Einsatz bienenschädlicher Mittel verzichtet. Auch Wildbienen, die einzeln leben, profitieren von solchen blütenreichen Flächen.
Jetzt bist du dran!
Wie nennt man die Übertragung von Pollen von einer Blüte zur anderen?
Das Wichtigste in Kürze
- Bienen sammeln Nektar und Pollen als Nahrung und bestäuben dabei Blüten von Blüte zu Blüte.
- Ohne Bestäubung bilden viele Pflanzen kaum Samen oder Früchte.
- Der Bienenstaat besteht aus Königin, Arbeiterinnen und Drohnen mit klar getrennten Aufgaben.
- Viele Nutzpflanzen wie Äpfel und Kirschen hängen stark von der Bienenbestäubung ab, Getreide dagegen nicht.
- Typischer Fehler: Bienen sind nicht nur für Honig wichtig, sondern vor allem als Bestäuber für die Natur.
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Häufige Fragen zu Bienen: Bestäubung und Bienenstaat
- Was ist der Unterschied zwischen Honigbienen und Wildbienen?
- Honigbienen leben in großen Staaten mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen und werden häufig von Menschen in Bienenstöcken gehalten. Wildbienen dagegen umfassen viele verschiedene Arten, von denen die meisten einzeln oder in kleinen Gruppen leben, ohne Königin und ohne Staatenbildung. Beide Gruppen bestäuben Blüten, aber auf unterschiedliche Weise.
- Wie funktioniert die Bestäubung durch Bienen genau?
- Beim Sammeln von Nektar bleibt an den behaarten Körpern von Bienen Blütenstaub, der Pollen, hängen. Fliegt die Biene danach eine weitere Blüte derselben Pflanzenart an, streift ein Teil dieses Pollens deren Narbe. So wird die Blüte bestäubt und kann Samen und häufig auch Früchte bilden.
- Warum sind Bienen für Obstbäume so wichtig?
- Viele Obstbäume wie Kirsche, Apfel oder Birne sind stark auf Insektenbestäubung angewiesen. Ohne ausreichenden Bienenbesuch während der Blütezeit werden viele Blüten nicht bestäubt und bilden keine Früchte, selbst wenn der Baum kräftig blüht. Deshalb setzen manche Obstbauern gezielt Bienenvölker in ihren Plantagen ein.
- Wie ist ein Bienenstaat aufgebaut?
- Ein Bienenstaat besteht aus einer Königin, tausenden Arbeiterinnen und, vor allem im Sommer, einigen hundert Drohnen. Die Königin legt fast alle Eier, Arbeiterinnen übernehmen Sammeln, Wabenbau, Fütterung und Verteidigung, und Drohnen dienen ausschließlich der Paarung mit einer jungen Königin.
- Was fressen Bienen eigentlich?
- Bienen ernähren sich von Nektar, den sie aus Blüten saugen und der ihnen Zucker als Energiequelle liefert, sowie von Pollen, der Eiweiß und Fett enthält. Beides wird auch an die Larven im Stock verfüttert. Aus überschüssigem, eingedicktem Nektar stellen Honigbienen zudem Honig als Wintervorrat her.
- Warum sterben so viele Bienen?
- Bienenpopulationen leiden vor allem unter dem Verlust blütenreicher Lebensräume, bestimmten Pflanzenschutzmitteln und Krankheiten wie der Varroamilbe, die Honigbienenvölker stark schwächen kann. Ein Rückgang der Bienenzahlen betrifft nicht nur die Bienen selbst, sondern auch die Ernte vieler Pflanzen, die auf Bestäubung angewiesen sind.
- In welcher Klasse lernt man etwas über Bienen und Bestäubung?
- Bienen, ihr Körperbau und die Bestäubung von Blüten werden meist in Klasse 5 oder 6 im Biologieunterricht behandelt, oft im Zusammenhang mit dem Aufbau von Blütenpflanzen. In höheren Klassen werden ökologische Zusammenhänge wie der Rückgang von Bestäubern vertieft.
- Können Bienen auch ohne Bestäubung überleben?
- Bienen selbst benötigen Nektar und Pollen zum Überleben, unabhängig davon, ob eine Pflanze am Ende erfolgreich bestäubt wird. Die Bestäubung ist für die Pflanze wichtig, nicht direkt für die Biene. Trotzdem sind Bienen und blütenreiche Landschaften eng miteinander verbunden, da beide voneinander profitieren.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.