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Ameisen und Ameisenstaat: Kasten, Aufbau, Verständigung

Ameisen leben im Ameisenstaat, in dem Königin, Arbeiterinnen und Männchen die Aufgaben unter sich aufteilen. In dieser Lektion lernst du, wie ein Ameisenstaat aufgebaut ist, wie sich Ameisen über Duftstoffe verständigen und wie aus einem Ei eine fertige Ameise wird.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 6
  • Thema: Tiere
  • Dauer: 15 Min
  • Niveau: Einfach
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Ameisen im Ameisenstaat: Was sind Ameisen?

Ameisen sind Insekten, die in einem Ameisenstaat zusammenleben und die Arbeit untereinander aufteilen. Das Volk besteht aus einer oder mehreren Königinnen, vielen Arbeiterinnen und zeitweise aus Männchen. Kein Tier lebt allein, das Volk verhält sich fast wie ein einziger großer Organismus. Man spricht deshalb auch von einem Superorganismus.

Wie alle Insekten haben Ameisen sechs Beine und einen Körper aus drei Abschnitten: Kopf, Brust und Hinterleib. Am Kopf sitzen zwei Fühler, die zum Riechen und Tasten dienen, und kräftige Kiefer, mit denen sie Nahrung zerteilen und Material tragen. Zwischen Brust und Hinterleib sitzt eine dünne „Taille“, an der man Ameisen gut von anderen Insekten unterscheiden kann.

In Deutschland leben mehr als hundert Ameisenarten. Am bekanntesten ist die Rote Waldameise, die große Nesthügel aus Nadeln baut. Andere Arten wohnen in Wiesen, unter Steinen oder im morschen Holz. Ihre Lebensweise ist ähnlich, ihre Nester sehen aber verschieden aus.

Im Ameisenstaat haben Königin, Arbeiterinnen und Männchen ganz verschiedene Aufgaben.
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Aufbau des Ameisenstaats: Königin, Arbeiterinnen und Männchen

Die Königin ist die Mutter des gesamten Volkes. Sie legt Eier, manche Arten bis zu mehreren Tausend am Tag, und lebt oft viele Jahre. Die Arbeiterinnen sind alle weiblich, aber sie legen meist keine Eier. Sie pflegen die Brut, bauen und reinigen das Nest, suchen Nahrung und verteidigen den Staat. Diese Aufteilung nennt man Arbeitsteilung.

Männchen gibt es nur zu bestimmten Zeiten im Jahr. Sie besitzen Flügel und haben nur eine Aufgabe, nämlich sich beim Hochzeitsflug mit einer jungen Königin zu paaren. Danach sterben sie nach kurzer Zeit. Die begattete Jungkönigin wirft ihre Flügel ab, gründet ein neues Nest und zieht die ersten Arbeiterinnen allein auf.

Innerhalb der Arbeiterinnen gibt es oft weitere Spezialisierungen. Junge Tiere bleiben im Nest und pflegen die Brut, ältere Tiere gehen nach draußen und sammeln Nahrung. Bei manchen Arten gibt es zusätzlich große Soldatinnen mit starken Kiefern. So bleibt der Staat auch bei Gefahr funktionsfähig.

KasteGeschlechtHauptaufgabe
KöniginweiblichEier legen
ArbeiterinweiblichBrut pflegen, Nahrung suchen, Nest bauen, verteidigen
MännchenmännlichPaarung beim Hochzeitsflug
Die Kasten im Ameisenstaat
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Verständigung im Ameisenstaat: Duftstoffe und Berührung

Ameisen sehen meist schlecht, dafür riechen sie ausgezeichnet. Sie verständigen sich vor allem über Duftstoffe, die sogenannten Pheromone. Findet eine Arbeiterin eine ergiebige Futterquelle, legt sie auf dem Rückweg eine Duftspur zum Nest. Andere Ameisen folgen dieser Spur und verstärken sie, solange es dort Nahrung gibt. Versiegt die Quelle, verfliegt der Duft, und die Straße verschwindet.

Auch den Zusammenhalt regelt ein Duft. Jedes Volk hat seinen eigenen Nestgeruch. An ihm erkennen sich Nestgenossinnen, Fremde werden oft angegriffen. Bei Gefahr geben Ameisen Alarmstoffe ab, die andere Tiere in Verteidigungsstimmung versetzen. Zusätzlich tasten sich Ameisen mit den Fühlern ab und tauschen Futter von Mund zu Mund, so verteilt sich Nahrung im ganzen Volk.

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Entwicklung der Ameisen: Vom Ei zur Arbeiterin

Ameisen entwickeln sich in vier Stadien: Ei, Larve, Puppe und fertiges Tier. Man nennt das vollständige Verwandlung. Die Königin legt die Eier, aus denen madenartige Larven schlüpfen. Sie haben keine Beine und werden von den Arbeiterinnen gefüttert. Die Larven wachsen und verwandeln sich dann in Puppen, in denen der Körper zum erwachsenen Tier umgebaut wird.

Die Puppen der Ameisen sehen oft wie kleine weiße Körnchen aus und werden fälschlich „Ameiseneier“ genannt. Das ist ein bekannter Irrtum. Die echten Eier sind viel kleiner. Wenn die junge Ameise schlüpft, ist sie zunächst hell und wird erst später dunkler. Danach übernimmt sie Aufgaben im Nest.

Ameisen durchlaufen Ei, Larve, Puppe und fertiges Tier.
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Typische Fehler zu Ameisen und Ameisenstaat

Ein weit verbreiteter Fehler ist, die Königin für die „Chefin“ zu halten, die Befehle gibt. Sie legt Eier, entscheidet aber nicht, wohin das Volk geht. Das Verhalten des Staates entsteht aus den vielen kleinen Entscheidungen der Arbeiterinnen und aus den Duftspuren. Es gibt keinen Anführer, der das Volk steuert.

Ein zweiter Fehler betrifft die Verwandlung. Viele glauben, die „Ameiseneier“ im aufgeschreckten Nest seien Eier. Es sind meist Puppen. Außerdem sind nicht alle Ameisen im Volk Männchen oder alle Arbeiterinnen Weibchen ohne Funktion: Arbeiterinnen sind weiblich, nur nicht fortpflanzungsfähig. Männchen erscheinen nur kurz im Jahr.

Drittens werden Ameisen oft nur als Schädlinge gesehen. Das stimmt nur für wenige Arten im Haus. In der Natur sind Ameisen nützlich, denn sie fressen Aas und Schädlinge und verbreiten Samen.

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Ameisen im Alltag und in der Natur

Du begegnest Ameisen auf dem Gehweg, im Garten oder im Wald. Dabei kannst du eine Ameisenstraße beobachten: Viele Tiere laufen hintereinander in beide Richtungen und folgen derselben Duftspur. Legst du ein Hindernis auf den Weg, sucht das Volk nach kurzer Zeit eine neue Route.

In der Natur erfüllen Ameisen wichtige Aufgaben. Die Rote Waldameise vertilgt große Mengen Insekten, darunter Schädlinge, und gilt deshalb als Helfer des Waldes. Viele Pflanzen, zum Beispiel das Schöllkraut oder Veilchen, haben Samen mit einem nahrhaften Anhängsel. Ameisen tragen sie ins Nest und verbreiten so die Pflanzen.

Rote Waldameisen stehen in Deutschland unter Schutz. Man darf ihre Nester nicht zerstören oder die Tiere wegnehmen. Der Schutz hilft nicht nur den Ameisen, sondern dem ganzen Wald, in dem sie leben.

Ameisen auf einen Blick: Insekten, Staat, Duftspuren und Nutzen für die Natur.
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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Welche Aufgabe hat die Königin im Ameisenstaat?

Welche Aufgabe hat die Königin im Ameisenstaat?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ameisen sind Insekten, die in einem Ameisenstaat mit Arbeitsteilung leben.
  • Königin, Arbeiterinnen und Männchen haben verschiedene Aufgaben: Eier legen, Brut und Nest versorgen, Paarung.
  • Ameisen verständigen sich vor allem über Duftstoffe, etwa Duftspuren und Alarmstoffe.
  • Die Entwicklung läuft über Ei, Larve und Puppe zum fertigen Tier.
  • Typische Fehler: Die Königin befiehlt nicht, und die „Ameiseneier“ sind meist Puppen.

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Häufige Fragen zu Ameisen und Ameisenstaat: Kasten, Aufbau, Verständigung

Was ist ein Ameisenstaat?
Ein Ameisenstaat ist ein Volk von Ameisen, das gemeinsam in einem Nest lebt und die Arbeit aufteilt. Er besteht aus Königin, Arbeiterinnen und zeitweise Männchen. Weil alle Tiere zusammenarbeiten, wirkt das Volk wie ein einziger Organismus.
Wie leben Ameisen?
Ameisen leben in Nestern im Boden, unter Steinen, in Holz oder in Hügeln aus Nadeln. Jedes Tier hat eine Aufgabe, etwa Brutpflege, Nestbau oder Nahrungssuche. Die Königin legt die Eier, und das Volk versorgt sich gemeinsam mit Nahrung.
Wie verständigen sich Ameisen?
Ameisen verständigen sich vor allem über Duftstoffe, die Pheromone. Sie legen Duftspuren zur Nahrung, geben Alarmstoffe bei Gefahr ab und erkennen Nestgenossinnen am gemeinsamen Geruch. Zusätzlich tasten sie sich mit den Fühlern ab.
Wie lange leben Ameisen?
Das hängt von der Kaste ab. Arbeiterinnen leben je nach Art Monate bis wenige Jahre, Männchen nur wenige Wochen. Königinnen werden am ältesten, manche Arten leben mehr als zehn Jahre.
Was fressen Ameisen?
Ameisen sind meist Allesfresser. Sie fressen Insekten, Aas, süßen Honigtau der Blattläuse, Pflanzensäfte und Samen. Die Rote Waldameise jagt viele Insekten im Wald und hilft so, Schädlinge klein zu halten.
Wie entstehen neue Ameisenstaaten?
Junge Königinnen und Männchen fliegen zum Hochzeitsflug aus, paaren sich, und die Männchen sterben. Die Jungkönigin wirft ihre Flügel ab, gräbt eine Kammer und zieht die ersten Arbeiterinnen auf. Später wächst daraus ein ganzes Volk.
Sind Ameisen Insekten?
Ja. Ameisen haben sechs Beine, drei Körperabschnitte und zwei Fühler. Sie gehören zu den Hautflüglern, wie Bienen und Wespen. Das erkennst du auch an der dünnen Taille zwischen Brust und Hinterleib.
Warum sind Ameisen wichtig für die Natur?
Ameisen fressen Aas und Schädlinge, lockern den Boden und verbreiten die Samen vieler Pflanzen. Außerdem dienen sie anderen Tieren wie Spechten als Nahrung. Rote Waldameisen sind deshalb in Deutschland geschützt.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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