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Boden als Lebensraum: Aufbau, Lebewesen und Abbau

Der Boden als Lebensraum ist ein eigenes Ökosystem, in dem unzählige Tiere, Pilze und Bakterien leben und abgestorbene Pflanzenreste zu Nährstoffen abbauen. In dieser Lektion lernst du den Aufbau des Bodens, die wichtigsten Bodenlebewesen und ihre Rolle im Stoffkreislauf kennen.

  • Fach: Biologie
  • Klasse 9
  • Thema: Ökologie
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Boden als Lebensraum: Was gehört zum Boden?

Wenn du auf einer Wiese oder im Wald stehst, siehst du nur die oberste Schicht des Bodens. Unter deinen Füßen liegt aber ein Lebensraum, in dem es zahlreiche Lebewesen gibt: Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Milben, Pilzfäden und riesige Mengen an Bakterien. Der Boden ist deshalb kein toter Untergrund, sondern ein lebendiges Ökosystem.

Der Boden besteht aus mehreren Bestandteilen: aus Mineralien, die aus verwittertem Gestein stammen, aus Humus, der aus zersetzten Pflanzen- und Tierresten entsteht, aus Wasser, aus Luft in den Hohlräumen und aus Lebewesen. Alle diese Teile wirken zusammen. Erst durch die Lebewesen wird aus zerkleinertem Gestein ein fruchtbarer Boden.

Boden entsteht sehr langsam. Gestein wird durch Wasser, Frost und Wurzeln verwittert und zerfällt in kleine Teilchen. Pflanzen siedeln sich an, sterben ab und werden von Bodenlebewesen zersetzt. Bis eine Schicht von wenigen Zentimetern fruchtbarem Boden entstanden ist, vergehen oft viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte.

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Bodenschichten: vom Laub bis zum Gestein

Gräbt man in einem Waldboden ein Loch, erkennt man mehrere Schichten, die man Bodenhorizonte nennt. Ganz oben liegt die Streuschicht aus Laub, Nadeln und Zweigen. Sie ist oft nur wenige Zentimeter dick, und man erkennt noch einzelne Blätter. Die unteren Teile sind schon halb zersetzt.

Darunter folgt der dunkle Oberboden. Er enthält viel Humus und ist der Teil, in dem die meisten Lebewesen leben und die meisten Pflanzenwurzeln wachsen. Hier findet man auch die Regenwürmer. Der Unterboden darunter ist heller, enthält weniger Humus, dafür mehr Mineralstoffe und Ton, die aus dem Oberboden eingewaschen werden. Ganz unten liegt das Ausgangsgestein, aus dem der Boden hervorgegangen ist.

Die Dicke und die Farbe der Schichten verraten viel über den Boden. Je dunkler der Oberboden, desto mehr Humus enthält er meist. Ein tiefer Oberboden mit vielen Hohlräumen ist gut durchlüftet und speichert Wasser. Bodenkundler untersuchen daher Bodenprofile, um die Fruchtbarkeit eines Standortes zu beurteilen.

SchichtTypische LebewesenAufgabe
StreuschichtSpringschwänze, Asseln, Pilzeerste Zerkleinerung der Pflanzenreste
OberbodenRegenwürmer, Bakterien, WurzelnHumusbildung, Mineralstoffaufnahme
Unterbodentiefe WurzelnSpeicherung von Wasser und Mineralstoffen
Wo lebt was im Boden?
Die meisten Lebewesen des Bodens leben in der Streuschicht und im humusreichen Oberboden.
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Bodenlebewesen: Wer baut Laub zu Nährstoffen ab?

Der Abbau abgestorbener Pflanzen läuft in mehreren Schritten ab. Zuerst zerkleinern größere Tiere wie Asseln, Springschwänze und Regenwürmer das Laub. Sie fressen die Blätter und scheiden Kot aus, der aus kleinen Teilen besteht. Durch das Zerkleinern wird die Oberfläche viel größer, und Pilze und Bakterien kommen leichter heran.

Danach bauen Pilze und Bakterien die Reste weiter ab. Diese Lebewesen nennt man Zersetzer oder Destruenten. Sie wandeln organische Stoffe in einfache anorganische Stoffe um, zum Beispiel in Mineralsalze, Wasser und Kohlenstoffdioxid. Ein Teil bleibt als Humus erhalten. Die Mineralstoffe nehmen Pflanzenwurzeln wieder auf, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Besonders wichtig sind Regenwürmer. Sie ziehen Laub in ihre Gänge, vermischen es mit Erde und lockern den Boden. Ihre Gänge belüften den Boden und leiten Regenwasser nach unten. Der Kot der Regenwürmer enthält Nährstoffe, die für Pflanzen gut verfügbar sind. Ohne Zersetzer würden sich abgestorbene Pflanzen und Tiere ansammeln, und die Nährstoffe wären auf Dauer verbraucht.

Zerkleinerer und Zersetzer verwandeln Laub in Humus und Mineralstoffe, die Pflanzen wieder aufnehmen.
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Bodenarten und Wasser im Boden als Lebensraum

Nach der Größe der Mineralteilchen unterscheidet man Sand, Schluff und Ton. Sand hat die gröbsten Körner, Ton die feinsten. Die meisten Böden sind Mischungen. Ein Boden, der Sand, Schluff und Ton in günstigem Verhältnis enthält, nennt man Lehm. Er speichert Wasser gut, lässt aber überschüssiges Wasser abfließen, und gilt deshalb als besonders fruchtbar.

Die Bodenart bestimmt, wie viel Wasser und Luft im Boden vorhanden sind. Das ist für die Lebewesen entscheidend. Zu dichter, nasser Boden enthält zu wenig Luft, zu trockener Sandboden zu wenig Wasser. Humus verbessert beide Böden: Er speichert in Sandböden Wasser und lockert Tonböden auf.

Sandboden

Der Boden besteht überwiegend aus groben Körnern mit großen Zwischenräumen.

Beispiele

  • Dünenlandschaft
  • Heideboden
  • Kiefernwald

Signalwörter

  • Rieselt zwischen den Fingern
  • Wasser versickert schnell
  • Trocknet rasch aus
  • Wenig Nährstoffe

Tonboden

Der Boden besteht überwiegend aus sehr feinen Teilchen mit winzigen Zwischenräumen.

Beispiele

  • Lehmboden an Flüssen
  • Ackerboden
  • Töpferton

Signalwörter

  • Lässt sich kneten und formen
  • Wasser versickert schlecht
  • Hält Wasser und Nährstoffe lange
  • Kann bei Nässe verdichten
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Typische Fehler zum Boden als Lebensraum

Ein häufiger Fehler ist, den Boden als reine Erde zu betrachten, die nur aus Gesteinsteilchen besteht. Zum Boden gehören aber ebenso Humus, Wasser, Luft und eine enorme Zahl von Lebewesen. Wer nur die Mineralien nennt, vergisst das Wichtigste, nämlich das Leben im Boden.

Ein zweiter Fehler: Humus und Streuschicht werden gleichgesetzt. Die Streu besteht aus Laub und Pflanzenresten, die noch gut zu erkennen sind. Humus dagegen ist der dunkle Stoff, in dem diese Reste schon so weit zersetzt sind, dass man sie nicht mehr erkennt. Humus entsteht also erst nach dem Abbau durch Zersetzer.

Der dritte Fehler betrifft die Zersetzer. Oft wird behauptet, Regenwürmer bauten das Laub zu Mineralstoffen ab. Regenwürmer zerkleinern und vermischen vor allem. Den eigentlichen Abbau in einfache Stoffe leisten Pilze und Bakterien. Beide Gruppen arbeiten zusammen.

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Boden im Alltag: Kompost, Garten und Bodenschutz

Im Garten kannst du den Abbau selbst beobachten. Ein Komposthaufen ist eine Art Boden im Kleinformat. Gartenabfälle und Laub werden dort von Würmern, Asseln, Pilzen und Bakterien zu Humus umgewandelt. Dieser Kompost kann später wieder auf Beete gegeben werden. So schließt man den Nährstoffkreislauf im eigenen Garten.

Boden ist aber auch gefährdet. Wird er stark mit schweren Maschinen befahren, verdichtet er sich, und die Hohlräume gehen verloren. Dann fehlt es an Luft und Wasser, die Bodenlebewesen sterben. Wird Boden nicht bewachsen gelassen, kann Regen oder Wind ihn abtragen. Man nennt das Erosion. Bei der Versiegelung durch Straßen und Gebäude wird der Boden unter Asphalt und Beton ganz vom Leben abgeschnitten.

Weil Boden so langsam entsteht, ist er für uns praktisch eine nicht erneuerbare Ressource. Bodenschutz bedeutet deshalb, ihn zu bedecken, nicht unnötig zu verdichten, mit Humus zu versorgen und weniger Fläche zu versiegeln.

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Jetzt bist du dran!

Aufgabe 1 von 5

Welche Bestandteile hat ein Boden?

Welche Bestandteile hat ein Boden?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Boden als Lebensraum besteht aus Mineralien, Humus, Wasser, Luft und Lebewesen.
  • Von oben nach unten folgen Streuschicht, Oberboden, Unterboden und Ausgangsgestein.
  • Zerkleinerer wie Asseln und Regenwürmer bereiten den Abbau vor, Pilze und Bakterien zersetzen die Reste zu Mineralstoffen.
  • Humus speichert Wasser und Nährstoffe und verbessert Sand- wie Tonböden.
  • Typischer Fehler: Streuschicht und Humus sind nicht dasselbe, und Regenwürmer zerkleinern, die Mineralisierung leisten vor allem Pilze und Bakterien.

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Häufige Fragen zu Boden als Lebensraum: Aufbau, Lebewesen und Abbau

Warum ist der Boden ein Lebensraum?
Im Boden leben Tiere wie Regenwürmer, Asseln und Springschwänze sowie Pilze und Bakterien. Sie finden dort Nahrung, Wasser, Luft und Schutz. Weil sie sich gegenseitig beeinflussen, bildet der Boden ein eigenes Ökosystem.
Wie ist der Boden aufgebaut?
Von oben nach unten unterscheidet man Streuschicht, humusreichen Oberboden, mineralstoffreichen Unterboden und das Ausgangsgestein. Die meisten Lebewesen leben in der Streuschicht und im Oberboden.
Was ist Humus?
Humus ist der dunkle Bestandteil des Bodens, der aus abgestorbenen und weitgehend zersetzten Pflanzen- und Tierresten besteht. Er speichert Wasser und Nährstoffe, lockert den Boden und ist die Grundlage für das Bodenleben.
Welche Lebewesen leben im Boden?
Im Boden leben Zerkleinerer wie Asseln, Springschwänze und Regenwürmer sowie Zersetzer wie Pilze und Bakterien. Dazu kommen Milben, Tausendfüßer, Käferlarven und Pflanzenwurzeln.
Wie entsteht Boden?
Gestein verwittert durch Wasser, Frost und Wurzeln zu kleinen Teilchen. Pflanzen und Tiere siedeln sich an, sterben ab und werden zersetzt. So entsteht über sehr lange Zeit aus Gestein und Humus der Boden.
Was ist der Unterschied zwischen Streu und Humus?
Streu besteht aus Laub, Nadeln und Zweigen, die man noch erkennen kann. Humus ist der dunkle Stoff, der entsteht, wenn diese Reste durch Zersetzer so weit abgebaut sind, dass man sie nicht mehr erkennt.
Was bewirken Regenwürmer im Boden?
Regenwürmer lockern den Boden, ziehen Laub hinein und vermischen es mit Erde. Ihre Gänge belüften den Boden und leiten Wasser nach unten. Ihr Kot enthält Nährstoffe, die Pflanzen gut aufnehmen können.
Warum muss man den Boden schützen?
Boden entsteht sehr langsam und kann durch Verdichtung, Erosion und Versiegelung verloren gehen. Weil er Pflanzen, Wasser und Lebewesen trägt, ist sein Schutz für Ernährung und Natur wichtig.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.