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Spiegel und Bilder

In dieser Lektion lernst du, wie Licht an Spiegeln reflektiert wird und wie dabei Bilder entstehen. Du unterscheidest ebenen Spiegel, Hohlspiegel und Wölbspiegel und rechnest mit der Formel f = r/2 die Brennweite eines Hohlspiegels aus.

  • Fach: Physik
  • Klasse 7
  • Thema: Optik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Einfach
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Wie entsteht ein Bild in einem Spiegel?

Trifft ein Lichtstrahl auf eine glatte Fläche wie einen Spiegel, wird er zurückgeworfen. Diesen Vorgang nennt man Reflexion. Dabei gilt ein einfaches Gesetz: Der Winkel, mit dem der Strahl auftrifft, der Einfallswinkel, ist genauso groß wie der Winkel, mit dem er zurückgeworfen wird, der Ausfallswinkel. Beide Winkel werden vom Einfallslot aus gemessen, einer gedachten Linie senkrecht zur Spiegelfläche.

Ein Bild entsteht, weil unser Auge die reflektierten Lichtstrahlen so wahrnimmt, als kämen sie geradlinig aus einer bestimmten Richtung. Beim ebenen Spiegel scheinen die Strahlen aus einem Punkt hinter der Spiegelfläche zu kommen, obwohl dort in Wirklichkeit gar kein Licht ankommt. Ein solches Bild heißt virtuelles Bild.

Neben dem ebenen Spiegel gibt es gewölbte Spiegel. Ein Hohlspiegel ist nach innen gekrümmt wie die Innenseite eines Löffels, ein Wölbspiegel ist nach außen gekrümmt wie die Außenseite eines Löffels. Beide folgen ebenfalls dem Reflexionsgesetz, erzeugen aber wegen ihrer gekrümmten Form ganz andere Bilder als der ebene Spiegel.

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Die Brennweite eines Hohlspiegels

Ein Hohlspiegel bündelt parallel einfallende Lichtstrahlen, etwa Sonnenlicht, in einem Punkt vor dem Spiegel, dem Brennpunkt. Der Abstand zwischen Spiegel und Brennpunkt heißt Brennweite. Sie hängt davon ab, wie stark der Spiegel gekrümmt ist.

Je stärker die Krümmung, also je kleiner der Krümmungsradius, desto kürzer ist die Brennweite. Der Zusammenhang ist einfach: Die Brennweite ist immer genau halb so groß wie der Krümmungsradius der Spiegelfläche.

Diese Formel gilt näherungsweise für alle Hohlspiegel, deren Öffnung im Vergleich zum Krümmungsradius klein ist, was bei den meisten Alltagsspiegeln und Schulversuchen der Fall ist.

fr2
f
Brennweite des Hohlspiegels, in Zentimetern oder Metern
r
Krümmungsradius der Spiegelfläche, in derselben Einheit wie f
Abstand zum SpiegelBildartBildgröße
weiter als der Krümmungsmittelpunktreell, auf dem Kopf stehendverkleinert
zwischen Brennpunkt und Krümmungsmittelpunktreell, auf dem Kopf stehendvergrößert
näher als der Brennpunktvirtuell, aufrechtvergrößert
Bildarten je nach Gegenstandsabstand beim Hohlspiegel
Ebener Spiegel, Hohlspiegel und Wölbspiegel erzeugen unterschiedliche Bilder.
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Beispiel 1: Bildkonstruktion am ebenen Spiegel

Ein 4 cm großer Gegenstand steht 30 cm vor einem ebenen Spiegel. Wo entsteht das Bild und wie groß ist es?

Gegeben:

  • Gegenstandsabstand g30 cm
  • Gegenstandsgröße4 cm

Gesucht:

Bildabstand und Bildgröße

Lösung:

  1. Beim ebenen Spiegel ist der Bildabstand hinter dem Spiegel immer genauso groß wie der Gegenstandsabstand davor.
  2. Bildabstand = 30 cm hinter der Spiegelfläche
  3. Die Bildgröße entspricht immer der Gegenstandsgröße: 4 cm

Das Bild ist virtuell, aufrecht, seitenrichtig und genauso groß wie der Gegenstand, es scheint 30 cm hinter dem Spiegel zu liegen. Diese drei Eigenschaften gelten bei jedem ebenen Spiegel unabhängig vom Abstand.

So findest du mit zwei Lichtstrahlen Lage und Größe eines Spiegelbilds.
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Beispiel 2: Brennweite eines Rasierspiegels

Ein Hohlspiegel hat einen Krümmungsradius von 40 cm. Wie groß ist seine Brennweite?

Gegeben:

  • r40 cm

Gesucht:

f

Lösung:

  1. fr2
  2. f40 cm2

Die Brennweite beträgt 20 cm. Hältst du dein Gesicht näher als 20 cm an einen solchen Spiegel, siehst du ein vergrößertes, aufrechtes virtuelles Bild, genau wie bei einem Rasier- oder Schminkspiegel gewünscht.

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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Spiegelbild sei „seitenverkehrt“ im Sinne von links und rechts vertauscht. Tatsächlich vertauscht ein ebener Spiegel vorne und hinten: Was auf dich zeigt, zeigt im Bild von dir weg. Der Eindruck von links und rechts vertauscht entsteht nur, weil wir uns vorstellen, ins Bild hineinzugehen und uns dabei umzudrehen.

Ein zweiter Fehler ist, Hohlspiegel und Wölbspiegel zu verwechseln. Nur der Hohlspiegel kann reelle, auf einem Schirm auffangbare Bilder erzeugen, weil er Licht bündelt. Der Wölbspiegel streut Licht und erzeugt deshalb immer nur ein verkleinertes virtuelles Bild.

Ein dritter Fehler ist, bei der Formel f = r/2 die Einheiten zu vermischen, etwa Radius in Zentimetern mit einer erwarteten Brennweite in Metern. Rechne immer in derselben Einheit weiter und runde erst am Ende.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Spiegel begegnen dir überall: Der Badezimmerspiegel ist ein ebener Spiegel, der Rückspiegel im Auto oft ein leicht gewölbter Wölbspiegel, der ein größeres Gesichtsfeld zeigt, dafür aber Abstände unterschätzen lässt, daher der Warnhinweis „Objekte im Spiegel sind näher als sie erscheinen“. Verkehrsspiegel an unübersichtlichen Kreuzungen sind ebenfalls Wölbspiegel, damit man einen möglichst großen Bereich auf einen Blick sieht.

Hohlspiegel stecken in Rasier- und Schminkspiegeln, aber auch in Teleskopen und Satellitenschüsseln, wo sie einfallendes Licht oder Signale in einem Brennpunkt bündeln. Auch Skibrillen und manche Taschenlampen nutzen gekrümmte Spiegelflächen, um Licht gezielt zu lenken.

Für die Klassenarbeit hilft es, die drei Bildeigenschaften virtuell/reell, aufrecht/kopfstehend und vergrößert/verkleinert/gleich groß sauber zu benennen und die Formel f = r/2 sicher in beide Richtungen umzustellen. Skizziere bei Konstruktionsaufgaben immer zuerst das Einfallslot, dann fällt das Einzeichnen der Winkel leichter.

Die wichtigsten Aussagen zu Spiegeln auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Ein Lichtstrahl trifft mit 30 Grad zum Einfallslot auf einen ebenen Spiegel. Wie groß ist der Ausfallswinkel?

Ein Lichtstrahl trifft mit 30 Grad zum Einfallslot auf einen ebenen Spiegel. Wie groß ist der Ausfallswinkel?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Reflexionsgesetz: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, gemessen zum Einfallslot.
  • Der ebene Spiegel erzeugt immer ein virtuelles, aufrechtes, gleich großes Bild im selben Abstand wie der Gegenstand.
  • Formel: f = r/2 - die Brennweite eines Hohlspiegels ist halb so groß wie sein Krümmungsradius.
  • Ein Hohlspiegel kann je nach Abstand ein reelles oder virtuelles Bild erzeugen, ein Wölbspiegel immer nur ein verkleinertes virtuelles Bild.
  • Typischer Fehler: Ein Spiegel vertauscht vorne und hinten, nicht links und rechts.

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Häufige Fragen zu Spiegel und Bilder

Wie entsteht ein Bild in einem ebenen Spiegel?
Lichtstrahlen von einem Gegenstand treffen auf den Spiegel und werden nach dem Reflexionsgesetz zurückgeworfen. Unser Auge verlängert diese Strahlen gedanklich rückwärts, dort entsteht scheinbar das Bild. Es ist virtuell, aufrecht und genauso groß wie der Gegenstand, im selben Abstand hinter dem Spiegel wie der Gegenstand davor.
Was ist der Unterschied zwischen einem Hohlspiegel und einem Wölbspiegel?
Ein Hohlspiegel ist nach innen gewölbt und bündelt Licht in einem Brennpunkt, dadurch kann er reelle oder virtuelle Bilder erzeugen. Ein Wölbspiegel ist nach außen gewölbt und streut Licht, er erzeugt deshalb immer nur ein verkleinertes virtuelles Bild, dafür mit einem sehr großen Gesichtsfeld.
Warum ist ein Spiegelbild seitenverkehrt?
Genau genommen vertauscht ein ebener Spiegel nicht links und rechts, sondern vorne und hinten. Der Eindruck von Seitenverkehrung entsteht erst, wenn wir uns vorstellen, in das Bild hineinzugehen und uns dabei um 180 Grad zu drehen. Physikalisch bleibt das Bild einfach spiegelsymmetrisch zum Gegenstand.
Wie berechnet man die Brennweite eines Hohlspiegels?
Mit der Formel f = r/2, wobei r der Krümmungsradius der Spiegelfläche ist. Die Brennweite ist also immer halb so groß wie der Radius der Kugel, aus der der Spiegel gedanklich ausgeschnitten ist. Radius und Brennweite müssen dabei in derselben Längeneinheit angegeben werden.
In welcher Klasse lernt man Spiegel und Bilder in Physik?
Spiegel und die Bildentstehung werden in Deutschland meist in der siebten Klasse im Rahmen der Optik behandelt, oft direkt nach dem Thema Licht und Schatten. Sie bilden die Grundlage für spätere Themen wie Reflexion und Brechung sowie optische Linsen.
Warum sind Außenspiegel am Auto gewölbt?
Ein gewölbter Außenspiegel, ein Wölbspiegel, zeigt ein größeres Gesichtsfeld als ein ebener Spiegel derselben Größe, dadurch sieht man mehr vom Verkehr hinter dem Auto. Der Nachteil ist, dass die Bilder verkleinert erscheinen und Abstände dadurch größer wirken, als sie tatsächlich sind.
Kann ein Hohlspiegel ein Bild auf einer Leinwand zeigen?
Ja, wenn der Gegenstand weiter vom Spiegel entfernt steht als die Brennweite, bündelt der Hohlspiegel die Strahlen in einem reellen Bildpunkt vor dem Spiegel. Dort lässt sich das Bild tatsächlich auf einem Schirm auffangen, anders als bei einem virtuellen Bild.
Was ist der Unterschied zwischen einem virtuellen und einem reellen Bild?
Ein reelles Bild entsteht dort, wo sich reflektierte oder gebrochene Lichtstrahlen tatsächlich schneiden, es lässt sich auf einem Schirm auffangen. Ein virtuelles Bild entsteht nur scheinbar an dem Punkt, an dem sich die rückwärts verlängerten Strahlen treffen, dort kommt in Wirklichkeit kein Licht an.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes