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Luftwiderstand

Der Luftwiderstand ist die Kraft, mit der die Luft jeden bewegten Körper abbremst, und sie wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. In dieser Lektion lernst du, wovon der Luftwiderstand abhängt, wie du ihn mit der Formel berechnest und warum Fallschirmspringer irgendwann nicht mehr schneller werden.

  • Fach: Physik
  • Klasse 8
  • Thema: Mechanik
  • Dauer: 18 Min
  • Niveau: Mittel
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Was ist der Luftwiderstand?

Der Luftwiderstand ist eine Kraft, die jeden Körper bremst, der sich durch Luft bewegt. Er entsteht, weil der Körper Luftteilchen zur Seite schieben muss und die Luft dabei an seiner Oberfläche entlangstreicht. Die Kraft wirkt immer entgegen der Bewegungsrichtung, deshalb bremst sie einen rollenden Ball genauso ab wie ein fahrendes Auto.

Du spürst den Luftwiderstand jeden Tag. Wenn du mit dem Fahrrad schneller fährst, drückt dir der Fahrtwind stärker ins Gesicht, und wenn du aus einem fahrenden Auto die Hand flach nach draußen hältst, wird sie nach hinten gedrückt. Hältst du die Hand quer zum Wind, ist der Druck deutlich größer, als wenn du sie schmal in den Wind stellst.

Der Luftwiderstand ist mit der Reibung verwandt, aber er gehört zu den Strömungswiderständen. Er hängt von der Geschwindigkeit, von der Form und von der Größe des Körpers ab. Genau diese drei Dinge schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt an.

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Die Formel für den Luftwiderstand

Die Kraft des Luftwiderstands berechnest du mit der Formel F gleich 0,5 mal cw mal Dichte mal Fläche mal Geschwindigkeit zum Quadrat. Die Luftdichte beträgt in Bodennähe etwa 1,2 Kilogramm pro Kubikmeter. Der cw-Wert ist eine Zahl ohne Einheit, die beschreibt, wie windschnittig die Form eines Körpers ist.

Wichtig ist, dass die Geschwindigkeit im Quadrat steht. Verdoppelst du das Tempo, wird der Luftwiderstand nicht doppelt, sondern viermal so groß. Verdreifachst du es, wird er sogar neunmal so groß. Deshalb fühlt sich schnelles Fahren so viel anstrengender an als langsames.

Die Fläche A ist die Stirnfläche, also die Fläche, die der Körper dem Wind entgegenstellt. Du kannst sie dir als Schatten vorstellen, den der Körper wirft, wenn du ihn von vorn anstrahlst. Alle Größen musst du in Grundeinheiten einsetzen, also die Geschwindigkeit in Meter pro Sekunde und die Fläche in Quadratmetern. Dann erhältst du die Kraft in Newton.

F0,5 · cw · ρ · A · v²
F
Luftwiderstandskraft in Newton (N)
ρ
Luftdichte, etwa 1,2 kg/m³
A
Stirnfläche des Körpers in m²
v
Geschwindigkeit in m/s
GeschwindigkeitIn m/sLuftwiderstandLeistung gegen die Luft
18 km/h5 m/s6,75 Netwa 34 W
36 km/h10 m/s27 N270 W
54 km/h15 m/s60,75 Netwa 911 W
72 km/h20 m/s108 N2160 W
Luftwiderstand eines aufrecht sitzenden Radfahrers (cw = 0,9, A = 0,5 m²)
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Luftwiderstand, Form und cw-Wert

Der cw-Wert verrät dir, wie gut die Luft um einen Körper herumströmt. Eine Scheibe, die quer zum Wind steht, hat einen cw-Wert von etwa 1,1, weil die Luft dahinter stark verwirbelt. Eine tropfenförmige Form hat nur etwa 0,05, weil die Luft sauber an ihr entlanggleitet. Moderne Autos liegen mit etwa 0,25 bis 0,3 dazwischen.

Neben der Form zählt die Stirnfläche. Ein Lastwagen hat nicht nur einen schlechteren cw-Wert als ein Sportwagen, er stellt dem Wind auch eine viel größere Fläche entgegen. Beide Faktoren stehen in der Formel nebeneinander und wirken gleich stark: Halbierst du die Fläche, halbiert sich der Luftwiderstand, genau wie bei einem halbierten cw-Wert.

Auch die Luftdichte spielt mit. In großer Höhe ist die Luft dünner, deshalb ist der Luftwiderstand dort kleiner. Das nutzen Flugzeuge, die in etwa zehn Kilometern Höhe fliegen und dort weniger Kraft aufwenden müssen, um schnell zu bleiben.

Je windschnittiger die Form, desto kleiner der cw-Wert und desto geringer der Luftwiderstand.
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Beispiel 1: Luftwiderstand beim Radfahren berechnen

Ein Radfahrer fährt aufrecht mit 36 km/h. Sein cw-Wert beträgt 0,9, seine Stirnfläche 0,5 m². Wie groß ist der Luftwiderstand, und wie groß ist er bei 72 km/h?

Gegeben:

  • cw0,9
  • A0,5 m²
  • ρ1,2 kg/m³
  • v36 km/h

Gesucht:

F

Lösung:

  1. v36 kmh / 3,610 m/s
  2. F0,5 · 0,9 · 1,2 · 0,5 · (10)²27 N
  3. v72 kmh / 3,620 m/s
  4. F0,5 · 0,9 · 1,2 · 0,5 · (20)²108 N

Bei 36 km/h beträgt der Luftwiderstand 27 N, bei 72 km/h sind es 108 N. Das ist genau das Vierfache, obwohl das Tempo nur doppelt so hoch ist. Zusätzlich muss der Radfahrer bei doppeltem Tempo doppelt so schnell vorwärtskommen, die nötige Leistung steigt deshalb sogar auf das Achtfache.

In vier Schritten vom Aufgabentext zum Luftwiderstand in Newton.
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Beispiel 2: Endgeschwindigkeit beim Fallschirm

Ein Fallschirmspringer mit Ausrüstung hat eine Masse von 80 kg. Sein geöffneter Fallschirm hat einen cw-Wert von 1,3 und eine Fläche von 40 m². Mit welcher Geschwindigkeit sinkt er gleichmäßig, wenn der Luftwiderstand genauso groß ist wie die Gewichtskraft?

Gegeben:

  • m80 kg
  • cw1,3
  • A40 m²
  • g9,81 N/kg

Gesucht:

v

Lösung:

  1. Gm · g80 kg · 9,81 N/kg784,8 N
  2. FG, also 0,5 · cw · ρ · A · v²784,8 N
  3. v²2 · 784,81,3 · 1,2 · 4025,2
  4. v ≈ 5,0 ms ≈ 18 km/h

Der Springer sinkt mit etwa 5 m/s, das sind rund 18 km/h. Ab diesem Tempo sind Luftwiderstand und Gewichtskraft im Gleichgewicht, die Gesamtkraft ist null, und er wird nicht mehr schneller. Diese konstante Sinkgeschwindigkeit heißt Endgeschwindigkeit. Ohne Schirm ist die Fläche viel kleiner, deshalb liegt die Endgeschwindigkeit dort bei etwa 200 km/h.

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Typische Fehler beim Luftwiderstand

Der häufigste Rechenfehler betrifft die Einheiten. Setzt du die Geschwindigkeit in km/h statt in m/s ein, fällt der Luftwiderstand mehr als zwölfmal zu groß aus, denn 3,6 steht zweimal im Quadrat. Rechne deshalb immer zuerst in m/s um und schreibe die Einheit N hinter dein Ergebnis.

Der zweite Fehler ist das Quadrat. Viele rechnen 0,5 mal 0,9 mal 1,2 mal 0,5 mal 10 und vergessen, die 10 mit sich selbst zu multiplizieren. Das Ergebnis wäre dann nur 2,7 N statt 27 N. Quadriere die Geschwindigkeit immer zuerst, bevor du alles multiplizierst.

Ein dritter Irrtum steckt in der Vorstellung, schwere Körper würden stärker gebremst. Die Gewichtskraft kommt in der Formel für den Luftwiderstand überhaupt nicht vor. Eine Bleikugel und ein Wattebausch gleicher Größe und Form erfahren bei gleichem Tempo denselben Luftwiderstand, die Kugel wird davon aber viel weniger gebremst, weil ihre Gewichtskraft größer ist.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Der Luftwiderstand bestimmt vieles in deinem Alltag. Autobauer feilen am cw-Wert, weil ein windschnittiges Auto bei Autobahntempo viel weniger Kraftstoff verbraucht. Radfahrer ziehen sich enge Kleidung an, Skispringer legen sich weit nach vorn, und Zugmaschinen bekommen Windabweiser auf dem Dach. Auch ein Fallschirm funktioniert nur, weil er den Luftwiderstand mit Absicht groß macht.

Für die Klassenarbeit solltest du die Formel sicher anwenden und erklären können, warum der Luftwiderstand mit dem Tempo so schnell wächst. Schreibe bei jeder Aufgabe zuerst die gegebenen Größen mit Einheiten auf und rechne km/h in m/s um. Achte bei Texten darauf, ob nach dem Luftwiderstand oder nach der Gewichtskraft gefragt ist, denn beide sind Kräfte in Newton.

Wenn eine Aufgabe von konstanter Geschwindigkeit beim Fallen spricht, ist die Antwort fast immer das Kräftegleichgewicht: Luftwiderstand gleich Gewichtskraft. Dann ist die Gesamtkraft null, und der Körper wird nicht mehr schneller. Dieser Gedanke kommt in vielen Prüfungsaufgaben vor.

Die wichtigsten Aussagen zum Luftwiderstand auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Ein Auto fährt doppelt so schnell wie vorher. Was passiert mit dem Luftwiderstand?

Ein Auto fährt doppelt so schnell wie vorher. Was passiert mit dem Luftwiderstand?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Luftwiderstand ist eine Kraft, die jeden bewegten Körper entgegen seiner Bewegungsrichtung abbremst.
  • Formel: F gleich 0,5 mal cw mal Dichte mal Fläche mal Geschwindigkeit zum Quadrat, das Ergebnis steht in Newton.
  • Doppeltes Tempo bedeutet vierfachen Luftwiderstand, weil die Geschwindigkeit im Quadrat steht.
  • Eine kleine Stirnfläche und ein kleiner cw-Wert verringern den Luftwiderstand.
  • Ist der Luftwiderstand so groß wie die Gewichtskraft, fällt ein Körper mit konstanter Endgeschwindigkeit.

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Häufige Fragen zu Luftwiderstand

Was ist der Luftwiderstand einfach erklärt?
Der Luftwiderstand ist eine Kraft, die einen Körper abbremst, der sich durch die Luft bewegt. Er entsteht, weil der Körper Luftteilchen verdrängen muss und die Luft an ihm entlangstreicht. Er wirkt immer entgegen der Bewegungsrichtung und wird mit dem Tempo schnell größer.
Wie berechnet man den Luftwiderstand?
Du berechnest ihn mit F gleich 0,5 mal cw mal Luftdichte mal Stirnfläche mal Geschwindigkeit zum Quadrat. Setze alle Größen in Grundeinheiten ein, also die Geschwindigkeit in m/s und die Fläche in m². Das Ergebnis erhältst du dann in Newton.
Wovon hängt der Luftwiderstand ab?
Er hängt von der Geschwindigkeit, von der Stirnfläche, vom cw-Wert und von der Luftdichte ab. Am stärksten wirkt das Tempo, weil es im Quadrat in die Formel eingeht. Die Masse des Körpers spielt für den Luftwiderstand selbst keine Rolle.
Was bedeutet der cw-Wert?
Der cw-Wert ist eine Zahl ohne Einheit, die beschreibt, wie windschnittig ein Körper ist. Eine kleine Zahl bedeutet wenig Widerstand, eine große Zahl viel. Ein moderner Pkw hat etwa 0,3, ein Fallschirm etwa 1,3 und eine tropfenförmige Form nur etwa 0,05.
Warum wird der Luftwiderstand bei höherer Geschwindigkeit so viel größer?
Bei höherem Tempo muss der Körper in jeder Sekunde mehr Luft zur Seite schieben, und jedes Luftteilchen wird zudem stärker beschleunigt. Beides zusammen ergibt das Quadrat der Geschwindigkeit. Doppeltes Tempo bedeutet deshalb vierfachen Luftwiderstand.
Wie schnell fällt ein Fallschirmspringer maximal?
Ohne geöffneten Schirm erreicht ein Springer in Bauchlage eine Endgeschwindigkeit von etwa 200 km/h. Dann ist der Luftwiderstand so groß wie seine Gewichtskraft. Mit geöffnetem Fallschirm sinkt die Endgeschwindigkeit auf etwa 5 m/s, also rund 18 km/h.
Wie kann man den Luftwiderstand verringern?
Du kannst die Stirnfläche verkleinern, den cw-Wert durch eine windschnittige Form senken oder das Tempo verringern. Radfahrer nutzen enge Kleidung, einen geduckten Fahrstil und den Windschatten. Autos bekommen glatte Unterböden und abgerundete Karosserien.
Gibt es Luftwiderstand auch im Weltall?
Im Weltall gibt es praktisch keine Luft, deshalb wirkt dort kein Luftwiderstand. Ein Satellit in großer Höhe wird kaum gebremst. In niedrigen Bahnen ist noch sehr dünne Restatmosphäre vorhanden, die Satelliten langsam abbremst und deren Bahn deshalb von Zeit zu Zeit angehoben werden muss.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes