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Spektralanalyse: Linienspektren und Energieniveaus

Spektralanalyse und Linienspektren zeigen, dass jedes chemische Element Licht nur mit ganz bestimmten Wellenlängen aussendet oder verschluckt, sodass man aus dem Licht ablesen kann, woraus ein Stoff besteht. In dieser Lektion lernst du, wie Linienspektren aus den Energieniveaus der Atome entstehen, wie du aus einer Wellenlänge die Photonenenergie berechnest und wie Astronomen damit die Zusammensetzung von Sternen bestimmen.

  • Fach: Physik
  • Klasse 12
  • Thema: Atomphysik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Schwer
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Spektralanalyse und Linienspektren: Licht als Fingerabdruck

Schickst du das Licht einer Glühlampe durch ein Prisma, entsteht ein lückenloses Farbband von Rot bis Violett. Man nennt es ein kontinuierliches Spektrum. Dieses Licht sendet ein glühender Festkörper aus, in dem sich die Atome gegenseitig beeinflussen und alle Wellenlängen entstehen können.

Anders ist es bei einem dünnen Gas, das durch Strom oder Hitze zum Leuchten angeregt wird, etwa in einer Neonröhre. Zerlegst du dieses Licht, siehst du keine durchgehenden Farben, sondern einzelne helle Linien auf dunklem Grund. Das ist ein Emissionsspektrum oder Linienspektrum. Jedes Element erzeugt dabei sein eigenes, unverwechselbares Linienmuster.

Die Spektralanalyse nutzt genau diesen Fingerabdruck. Aus den Wellenlängen der Linien lässt sich ablesen, welche Elemente in einer Probe vorkommen, auch wenn sie sehr weit entfernt ist. So wurde das Element Helium 1868 im Licht der Sonne entdeckt, bevor man es auf der Erde fand.

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Spektralanalyse berechnen: Photonenenergie und Wellenlänge

Licht besteht aus Photonen, Energieportionen mit einer festen Energie. Je kürzer die Wellenlänge, desto größer die Energie: Blaues Licht hat energiereichere Photonen als rotes. Die Photonenenergie ergibt sich aus der Frequenz und dem planckschen Wirkungsquantum, und mit der Lichtgeschwindigkeit lässt sie sich auch aus der Wellenlänge berechnen.

In der Atomphysik rechnet man die Energie meist in Elektronenvolt, abgekürzt eV, weil die Zahlenwerte dann handlich sind. Ein Elektronenvolt entspricht 1,6 · 10⁻¹⁹ J. Für Aufgaben ist ein Merkwert praktisch: Das Produkt aus h und c beträgt etwa 1240 eV · nm. Teilst du 1240 durch die Wellenlänge in Nanometern, erhältst du die Energie in eV.

Sichtbares Licht hat Photonenenergien von etwa 1,6 eV (rot) bis 3,1 eV (violett). Wenn ein Atom ein Photon aussendet, verliert es genau diese Energie. Die Linie im Spektrum gehört also zu einem Energieunterschied zwischen zwei Zuständen des Atoms. Absorbiert ein Atom ein Photon, muss dessen Energie genau zu einem solchen Unterschied passen.

Eh · cλ
E
Energie des Photons in J oder eV
h
plancksches Wirkungsquantum, 6,63 · 10⁻³⁴ J·s
c
Lichtgeschwindigkeit, 3,00 · 10⁸ m/s
λ
Wellenlänge des Lichts in m
SpektrumAussehenQuelle
Kontinuierliches Spektrumlückenloses Farbbandglühender Festkörper, Glühlampe, Sonne als Ganzes
Emissionslinienspektrumhelle Linien auf dunklem Grunddünnes, angeregtes Gas, Neonröhre
Absorptionslinienspektrumdunkle Linien im Farbbandkühles Gas vor einer hellen Lichtquelle
Spektralanalyse und Linienspektren: Die drei Spektrenarten
Drei Spektrenarten und woran du sie erkennst.
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Spektralanalyse: Linienspektren und Energieniveaus

Warum gibt es überhaupt Linien statt eines Farbbands? Die Elektronen eines Atoms können nicht jede beliebige Energie annehmen, sondern nur bestimmte Werte, die Energieniveaus. Beim Wasserstoffatom gilt für das n-te Niveau E gleich minus 13,6 eV geteilt durch n zum Quadrat. Das Niveau n gleich 1 ist der Grundzustand mit minus 13,6 eV, n gleich 2 liegt bei minus 3,40 eV und n gleich 3 bei minus 1,51 eV.

Wird ein Atom angeregt, springt ein Elektron auf ein höheres Niveau. Fällt es zurück, gibt das Atom die Energiedifferenz als ein Photon ab. Die Wellenlänge des Photons ergibt sich aus dieser Differenz. Weil es nur wenige mögliche Übergänge gibt, entstehen nur wenige Linien mit festen Wellenlängen.

Bei der Absorption läuft der Vorgang umgekehrt: Fällt weißes Licht durch ein kühles Gas, nimmt das Gas genau die Photonen auf, deren Energie zu einem Übergang passt. Im Spektrum fehlen diese Wellenlängen, und es erscheinen dunkle Linien an genau den Stellen, an denen das Gas sonst Licht aussenden würde.

Von der Anregung des Gases bis zum Element: So funktioniert die Spektralanalyse.
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Beispiel 1: Photonenenergie der Natrium-Linie berechnen

Natriumdampf sendet besonders intensiv gelbes Licht mit der Wellenlänge 589 nm aus. Berechne die Energie eines Photons dieser Linie in Joule und in Elektronenvolt.

Gegeben:

  • λ589 nm5,89 · 10⁻⁷ m
  • h6,63 · 10⁻³⁴ J·s
  • c3,00 · 10⁸ m/s
  • 1 eV1,60 · 10⁻¹⁹ J

Gesucht:

E in J und in eV

Lösung:

  1. Eh · cλ6,63 · 10⁻³⁴ J·s · 3,00 · 10⁸ ms / 5,89 · 10⁻⁷ m
  2. E ≈ 3,38 · 10⁻¹⁹ J
  3. Umrechnen in eV: 3,3810⁻¹⁹ J1,6010⁻¹⁹ JeV ≈ 2,11 eV
  4. Kontrolle: 1240 eV · nm589 nm ≈ 2,1 eV

Ein Photon der Natrium-Linie hat etwa 3,38 · 10⁻¹⁹ J, das sind rund 2,1 eV. Diese Energie entspricht dem Übergang eines Elektrons im Natriumatom zwischen zwei Niveaus. Die Kontrollrechnung mit dem Merkwert 1240 eV · nm führt zum selben Ergebnis, sie ist viel schneller und eignet sich zur Überprüfung.

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Beispiel 2: Wasserstofflinie aus dem Niveauschema bestimmen

Beim Wasserstoffatom fällt ein Elektron vom Niveau n = 3 auf das Niveau n = 2. Die Niveaus liegen bei E₃ = −1,51 eV und E₂ = −3,40 eV. Welche Wellenlänge hat das ausgesandte Photon, und welche Farbe sieht man?

Gegeben:

  • E₃−1,51 eV
  • E₂−3,40 eV
  • h · c ≈ 1240 eV · nm

Gesucht:

λ

Lösung:

  1. Energiedifferenz: ΔEE₃ − E₂−1,51 eV − (−3,40 eV)1,89 eV
  2. Das Photon trägt genau diese Energie: E = 1,89 eV
  3. Wellenlänge: λh · cE1240 eV · nm1,89 eV ≈ 656 nm

Das Photon hat die Wellenlänge von etwa 656 Nanometern und erscheint rot. Es ist die bekannte rote Wasserstofflinie, die in Spektren von Sternen und Nebeln besonders auffällt und zur Balmer-Serie gehört. Die berechnete Wellenlänge stimmt mit der gemessenen Linie überein. Das war ein Beleg dafür, dass Atome nur diskrete Energieniveaus haben.

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Typische Fehler bei der Spektralanalyse und bei Linienspektren

Der häufigste Fehler ist, Einheiten zu vermischen. Die Wellenlänge liegt in Nanometern vor, in der Formel mit Joule und Sekunden brauchst du sie in Metern. Umgekehrt gilt der Merkwert 1240 nur, wenn du die Wellenlänge in Nanometern einsetzt und die Energie in Elektronenvolt erhältst. Wer beides mischt, ist um viele Zehnerpotenzen daneben.

Der zweite Fehler betrifft das Vorzeichen der Energieniveaus. Die Niveaus des Wasserstoffatoms sind negativ, weil das Elektron gebunden ist. Die Differenz zweier Niveaus bildest du immer als größerer Wert minus kleinerer Wert und erhältst eine positive Photonenenergie. Ein negatives Ergebnis weist auf vertauschte Niveaus hin.

Drittens werden Emission und Absorption verwechselt. Helle Linien auf dunklem Grund entstehen, wenn ein heißes, dünnes Gas selbst leuchtet. Dunkle Linien im hellen Farbband entstehen, wenn kühleres Gas Licht einer Quelle schluckt. Beides kommt vom selben Atom und liegt an derselben Wellenlänge, aber es sind verschiedene Beobachtungssituationen.

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Spektralanalyse im Alltag, Sternenlicht und Tipps für die Klausur

Die Spektralanalyse hat die Astronomie verändert. Das Sonnenlicht enthält dunkle Linien, die nach ihrem Entdecker Fraunhofer-Linien heißen. Sie entstehen, weil Gase in der kühleren Sonnenatmosphäre bestimmte Wellenlängen aus dem Licht der heißen Oberfläche schlucken. Aus dem Linienmuster erkennen Forscher Wasserstoff, Helium, Natrium und viele andere Elemente, ohne je eine Probe zu besitzen.

Auch im Alltag kommt die Spektralanalyse vor. Feuerwerker erzeugen Farben durch Metallsalze: Natrium leuchtet gelb, Kupfer blaugrün, Strontium rot. In der Chemie erkennt die Flammenprobe Elemente an der Farbe der Flamme. Kriminaltechniker und Umweltlabore bestimmen Stoffe, indem sie ihr Licht in Spektralgeräten zerlegen.

In der Klausur werden oft diese Dinge verlangt: die Spektrenarten unterscheiden, die Entstehung einer Linie mit Energieniveaus erklären und eine Photonenenergie oder Wellenlänge berechnen. Zeichne dazu ein Niveauschema mit den beteiligten Niveaus und einem Pfeil. Prüfe die Einheiten, rechne wenn möglich mit dem Merkwert 1240 eV · nm und kontrolliere, ob die Wellenlänge im sichtbaren Bereich zwischen etwa 380 und 780 nm liegt.

Die wichtigsten Aussagen zur Spektralanalyse und zu Linienspektren auf einen Blick.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 5

Warum senden Atome in einem dünnen Gas nur Licht mit bestimmten Wellenlängen aus?

Warum senden Atome in einem dünnen Gas nur Licht mit bestimmten Wellenlängen aus?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Glühende Festkörper erzeugen ein kontinuierliches Spektrum, dünne Gase ein Linienspektrum aus hellen Linien.
  • Linien entstehen bei Übergängen zwischen diskreten Energieniveaus. Die Photonenenergie ist gleich der Energiedifferenz der Niveaus.
  • Photonenenergie: E gleich h mal c geteilt durch λ. Mit dem Merkwert 1240 eV mal nm rechnest du schnell in eV.
  • Jedes Element hat sein eigenes Linienmuster, das wie ein Fingerabdruck die Spektralanalyse ermöglicht.
  • Dunkle Absorptionslinien im Sternenlicht verraten, welche Elemente in der Sternatmosphäre vorkommen.

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Häufige Fragen zu Spektralanalyse: Linienspektren und Energieniveaus

Was ist Spektralanalyse einfach erklärt?
Bei der Spektralanalyse zerlegt man das Licht eines Stoffes in seine Wellenlängen und untersucht das entstehende Spektrum. Weil jedes Element ein eigenes Muster aus Linien hat, kann man daraus erkennen, welche Elemente in der Lichtquelle oder in der Probe vorkommen.
Was ist ein Linienspektrum?
Ein Linienspektrum besteht aus einzelnen Linien mit festen Wellenlängen. Es entsteht, wenn ein dünnes, angeregtes Gas Licht aussendet. Jede Linie gehört zu einem Übergang eines Elektrons zwischen zwei Energieniveaus des Atoms.
Was ist der Unterschied zwischen Emissions- und Absorptionsspektrum?
Beim Emissionsspektrum leuchtet ein angeregtes Gas selbst, man sieht helle Linien auf dunklem Grund. Beim Absorptionsspektrum durchläuft Licht mit allen Farben ein kühleres Gas, das bestimmte Wellenlängen schluckt, und es entstehen dunkle Linien im Farbband an denselben Stellen.
Warum hat jedes Element ein eigenes Spektrum?
Die Energieniveaus der Elektronen hängen vom Atomkern und von der Zahl der Elektronen ab. Jedes Element hat daher andere Niveaus und andere mögliche Übergänge. Dadurch entstehen andere Linien, ein Muster, das so einzigartig ist wie ein Fingerabdruck.
Wie berechnet man die Energie eines Photons?
Du teilst das Produkt aus dem planckschen Wirkungsquantum und der Lichtgeschwindigkeit durch die Wellenlänge: E gleich h mal c geteilt durch λ. Mit dem Merkwert 1240 eV mal nm erhältst du die Energie in eV, wenn du die Wellenlänge in nm einsetzt.
Woher weiß man, woraus Sterne bestehen?
Astronomen zerlegen das Licht von Sternen und suchen nach dunklen Absorptionslinien. Die Lage der Linien verrät, welche Elemente in der Sternatmosphäre vorkommen. So hat man zum Beispiel Wasserstoff und Helium als Hauptbestandteile der Sonne bestimmt.
Was sind Fraunhofer-Linien?
Fraunhofer-Linien sind dunkle Linien im Spektrum der Sonne. Sie entstehen, weil Gase in der Sonnenatmosphäre bestimmte Wellenlängen aus dem Licht der heißeren Oberfläche absorbieren. Joseph von Fraunhofer hat sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts genau vermessen und beschrieben.
Welche Rolle spielen Energieniveaus bei Linienspektren?
Elektronen können im Atom nur bestimmte Energiewerte einnehmen. Wechselt ein Elektron zwischen zwei Niveaus, wird die Energiedifferenz als Photon abgegeben oder aufgenommen. Weil nur bestimmte Differenzen möglich sind, entstehen nur bestimmte Linien statt eines durchgehenden Spektrums.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

Das solltest du vorher können

Das kommt als Nächstes