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Atommodelle

In dieser Lektion lernst du, wie sich die Vorstellung vom Aufbau des Atoms über gut hundert Jahre verändert hat, von Daltons massiver Kugel bis zum modernen Schalenmodell. Du rechnest mit der Formel A = Z + N und bestimmst die Neutronenzahl verschiedener Atomkerne.

  • Fach: Physik
  • Klasse 9
  • Thema: Atomphysik
  • Dauer: 20 Min
  • Niveau: Mittel
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Wie stellte man sich das Atom vor?

Der Begriff Atom stammt aus dem Griechischen und bedeutet „unteilbar“. John Dalton stellte sich Atome 1803 tatsächlich als kleinste, massive und unteilbare Kugeln vor, aus denen alle Stoffe aufgebaut sind. Für seine Zeit war das eine enorme Leistung, denn damit ließen sich viele chemische Beobachtungen erstmals erklären.

1897 entdeckte Joseph John Thomson das Elektron und musste Daltons Modell verwerfen: Atome sind eben doch teilbar. Er schlug das sogenannte Rosinenkuchenmodell vor, bei dem negativ geladene Elektronen wie Rosinen in einem positiv geladenen Teig verteilt sind.

Den entscheidenden Durchbruch brachte 1911 der Streuversuch von Ernest Rutherford: Er beschoss eine hauchdünne Goldfolie mit positiv geladenen Teilchen und stellte fest, dass die meisten davon nahezu ungehindert hindurchflogen, einige wenige aber stark abgelenkt wurden. Daraus schloss er, dass fast die gesamte Masse und die positive Ladung des Atoms in einem winzigen Kern konzentriert sein müssen.

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Der Aufbau des Atomkerns

Nach Rutherfords Entdeckung wusste man: Ein Atom besteht aus einem winzigen, positiv geladenen Kern und einer viel größeren Hülle aus negativ geladenen Elektronen. Der Kern selbst setzt sich aus zwei Teilchensorten zusammen, den positiv geladenen Protonen und den elektrisch neutralen Neutronen.

Die Ordnungszahl Z gibt an, wie viele Protonen ein Atomkern enthält, und legt damit fest, um welches chemische Element es sich handelt. In einem elektrisch neutralen Atom ist die Anzahl der Elektronen in der Hülle genauso groß wie die Anzahl der Protonen im Kern.

Die Massenzahl A gibt dagegen die Gesamtzahl aller Kernteilchen an, also Protonen plus Neutronen zusammen. Atome desselben Elements können unterschiedlich viele Neutronen besitzen, solche Atome nennt man Isotope, sie haben dieselbe Ordnungszahl, aber unterschiedliche Massenzahlen.

AZ + N
A
Massenzahl (Anzahl aller Protonen und Neutronen)
Z
Ordnungszahl (Anzahl der Protonen im Kern)
N
Neutronenzahl (Anzahl der Neutronen im Kern)
TeilchenLadungOrt im Atom
Protonpositivim Atomkern
Neutronneutral (ungeladen)im Atomkern
Elektronnegativin der Atomhülle
Aufbau des Atoms: Teilchen, Ladung und Ort
In gut 120 Jahren entwickelte sich das Atommodell vom Kugelmodell zur modernen Quantenmechanik.
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Beispiel 1: Neutronenzahl von Kohlenstoff-14

Kohlenstoff-14 hat die Massenzahl A = 14. Kohlenstoff hat im Periodensystem die Ordnungszahl Z = 6. Wie viele Neutronen enthält der Kern?

Gegeben:

  • A14
  • Z6

Gesucht:

N

Lösung:

  1. AZ + N nach N umstellen: NA - Z
  2. N14 - 6

Der Kern von Kohlenstoff-14 enthält 8 Neutronen. Zusammen mit den 6 Protonen ergibt das die Massenzahl 14. Kohlenstoff-14 ist ein radioaktives Isotop des gewöhnlichen, stabilen Kohlenstoff-12.

So berechnest du mit N = A - Z die Neutronenzahl eines Atomkerns.
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Beispiel 2: Neutronenzahl von Uran-238

Uran-238 hat die Massenzahl A = 238. Uran hat die Ordnungszahl Z = 92. Wie viele Neutronen und wie viele Elektronen besitzt ein neutrales Uran-238-Atom?

Gegeben:

  • A238
  • Z92

Gesucht:

N und Elektronenzahl

Lösung:

  1. NA - Z238 - 92
  2. N146
  3. In einem neutralen Atom gilt: Elektronenzahl = Z = 92

Der Kern von Uran-238 enthält 146 Neutronen, die Atomhülle eines neutralen Uran-238-Atoms besitzt 92 Elektronen. Der riesige Atomkern mit 238 Kernteilchen macht Uran-238 zu einem der schwersten in der Natur vorkommenden Isotope.

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Typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, Massenzahl und Ordnungszahl zu verwechseln. Die Ordnungszahl Z steht fest im Periodensystem und bestimmt das chemische Element, die Massenzahl A steht dagegen oft hinter dem Elementnamen, wie bei Kohlenstoff-14, und kann sich zwischen Isotopen desselben Elements unterscheiden.

Ein zweiter Fehler ist zu denken, Elektronen bewegten sich wie Planeten auf festen Kreisbahnen um den Kern, so wie es das Bohrsche Schalenmodell suggeriert. Die moderne Quantenmechanik zeigt, dass sich der genaue Aufenthaltsort eines Elektrons nicht vorhersagen lässt, man kann nur die Wahrscheinlichkeit angeben, es an einem bestimmten Ort zu finden.

Ein dritter Fehler ist, die Neutronenzahl mit der Ordnungszahl gleichzusetzen. Nur bei sehr leichten Elementen wie Kohlenstoff-12 sind Protonenzahl und Neutronenzahl zufällig ähnlich groß, bei schweren Elementen wie Uran gibt es deutlich mehr Neutronen als Protonen im Kern.

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Alltagsbezug und Tipps für die Klassenarbeit

Auch wenn das Bohrsche Schalenmodell physikalisch nicht mehr ganz aktuell ist, wird es im Chemieunterricht bis heute verwendet, weil es einfach zu zeichnen ist und viele chemische Eigenschaften der Elemente gut erklärt, etwa warum Elemente in derselben Spalte des Periodensystems ähnlich reagieren.

Das Prinzip von Rutherfords Streuversuch wird bis heute in der Forschung genutzt, nur in viel größerem Maßstab: Teilchenbeschleuniger wie am CERN beschießen Materie mit hochenergetischen Teilchen, um aus der Ablenkung Rückschlüsse auf den inneren Aufbau von Materie zu ziehen, ganz ähnlich wie Rutherford es 1911 mit der Goldfolie tat.

Für die Klassenarbeit hilft es, sich die Reihenfolge der Modelle mit ihrem jeweils entscheidenden neuen Befund zu merken: Dalton (Atom unteilbar), Thomson (Elektron entdeckt), Rutherford (Kern entdeckt), Bohr (feste Schalen). Bei Rechenaufgaben zu A = Z + N hilft es, immer zuerst Z im Periodensystem nachzuschlagen, bevor man nach N umstellt.

Die wichtigsten Aussagen zu den Atommodellen auf einen Blick, ideal zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.
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Jetzt bist du dran

Aufgabe 1 von 3

Was zeigte der Streuversuch von Rutherford?

Was zeigte der Streuversuch von Rutherford?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Atommodelle entwickelten sich von Dalton (Kugel) über Thomson (Rosinenkuchen) und Rutherford (Kern) zu Bohr (Schalen).
  • Formel: A = Z + N - die Massenzahl ist die Summe aus Protonen- und Neutronenzahl.
  • Die Ordnungszahl Z legt das chemische Element fest und entspricht bei neutralen Atomen der Elektronenzahl.
  • Isotope sind Atome desselben Elements mit gleicher Ordnungszahl, aber unterschiedlicher Neutronenzahl.
  • Typischer Fehler: Massenzahl A und Ordnungszahl Z verwechseln oder gleichsetzen.

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Häufige Fragen zu Atommodelle

Was sind die vier wichtigsten Atommodelle?
Die vier wichtigsten historischen Atommodelle stammen von Dalton (1803, massive unteilbare Kugel), Thomson (1897, Rosinenkuchenmodell mit Elektronen in positiver Grundmasse), Rutherford (1911, Kern-Hülle-Modell mit winzigem Kern) und Bohr (1913, Schalenmodell mit Elektronen auf festen Bahnen). Heute gilt das genauere Orbitalmodell der Quantenmechanik.
Wie berechnet man die Neutronenzahl eines Atoms?
Mit der Formel A = Z + N, umgestellt nach N ergibt sich N = A - Z. Man braucht dafür die Massenzahl A, die meist hinter dem Elementnamen steht, wie bei Kohlenstoff-14, und die Ordnungszahl Z, die im Periodensystem für jedes Element angegeben ist.
Was ist der Unterschied zwischen Massenzahl und Ordnungszahl?
Die Ordnungszahl Z gibt an, wie viele Protonen ein Atomkern enthält, und bestimmt damit das chemische Element. Die Massenzahl A gibt die Gesamtzahl aller Kernteilchen an, also Protonen plus Neutronen zusammen. Zwei Isotope desselben Elements haben dieselbe Ordnungszahl, aber unterschiedliche Massenzahlen.
Was zeigte der Rutherfordsche Streuversuch?
Rutherford beschoss eine dünne Goldfolie mit positiv geladenen Teilchen. Die meisten flogen fast ungehindert hindurch, einige wenige wurden aber stark abgelenkt. Daraus schloss Rutherford, dass die positive Ladung und fast die gesamte Masse des Atoms in einem winzigen Kern konzentriert sein müssen, während der Rest des Atoms fast leer ist.
In welcher Klasse lernt man die Atommodelle?
Die Geschichte der Atommodelle wird in Deutschland meist in der neunten Klasse behandelt, oft parallel im Fach Chemie. Sie bildet die Grundlage für spätere Themen der Atomphysik wie Radioaktivität und Kernspaltung, die auf dem Verständnis von Atomkern und Atomhülle aufbauen.
Was ist ein Isotop?
Ein Isotop ist eine Variante eines chemischen Elements, die dieselbe Anzahl an Protonen, aber eine andere Anzahl an Neutronen besitzt. Kohlenstoff-12 und Kohlenstoff-14 sind zum Beispiel beide Kohlenstoff mit Z = 6, unterscheiden sich aber in der Neutronenzahl und damit in der Massenzahl.
Warum bewegen sich Elektronen nicht wie Planeten um den Kern?
Das Bohrsche Schalenmodell mit festen Kreisbahnen ist eine vereinfachte Vorstellung. Die moderne Quantenmechanik zeigt, dass sich der genaue Ort eines Elektrons zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht vorhersagen lässt, sondern nur die Wahrscheinlichkeit, es in einem bestimmten Bereich der Atomhülle zu finden.

Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.

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