Minus rechnen bis 10
In dieser Lektion lernst du, wie du von einer Menge im Zahlenraum bis 10 etwas wegnimmst. Du übst mit Plättchen und Fingern, wie das Wegnehmen funktioniert und wie du eine Minusaufgabe mit einer Plusaufgabe überprüfst. Am Ende kannst du Minusaufgaben bis 10 sicher lösen.
- Fach: Mathematik
- Klasse 1
- Thema: Grundrechenarten
- Dauer: 15 Min
- Niveau: Einfach
Wenn von einer Menge etwas weggenommen wird
Minusrechnen ist das Gegenteil von Plusrechnen. Statt dass etwas dazukommt, wird bei einer Minusaufgabe etwas weggenommen. Hast du 8 Murmeln und verschenkst 3 davon, dann hast du danach weniger Murmeln als vorher. Das Minuszeichen − steht genau für dieses Wegnehmen.
Eine Minusaufgabe besteht ebenfalls aus drei Teilen: der Startmenge, der Menge, die weggenommen wird, und dem Ergebnis, das übrig bleibt. Bei 8 − 3 = 5 nennt man die 8 den Minuenden, die 3 den Subtrahenden und die 5 die Differenz. Anders als beim Plusrechnen ist das Ergebnis einer Minusaufgabe immer kleiner als die Startmenge, außer du ziehst 0 ab.
Auch beim Minusrechnen hilft es am Anfang, mit echten Dingen zu arbeiten. Du legst zuerst die Startmenge, nimmst dann die angegebene Anzahl weg, und zählst am Ende, wie viele übrig geblieben sind. Diese übrig gebliebene Menge ist das Ergebnis der Minusaufgabe.
Minus ist keine Tauschaufgabe
Beim Plusrechnen darfst du die Reihenfolge der Zahlen vertauschen, ohne dass sich das Ergebnis ändert. Beim Minusrechnen geht das nicht. 9 − 4 ergibt 5, aber 4 − 9 ergibt im Zahlenraum bis 10 keine sinnvolle Zahl, weil du von 4 Dingen nicht 9 Dinge wegnehmen kannst.
Deshalb ist die Reihenfolge bei einer Minusaufgabe immer wichtig. Die erste Zahl ist die Startmenge, von der etwas weggenommen wird. Die zweite Zahl gibt an, wie viel weggenommen wird. Vertauschst du die beiden Zahlen, entsteht eine ganz andere Aufgabe.
Ein Sonderfall ist das Wegnehmen der ganzen Menge: Ziehst du von einer Zahl genau diese Zahl selbst ab, bleibt immer 0 übrig, zum Beispiel 6 − 6 = 0. Und ziehst du 0 ab, ändert sich an der Zahl gar nichts, zum Beispiel 6 − 0 = 6.
Plusrechnen (Tauschaufgabe möglich)
Die Reihenfolge der beiden Zahlen darf vertauscht werden.
Beispiele
- 3 + 5 = 5 + 3
- 2 + 6 = 6 + 2
Signalwörter
- Ergebnis bleibt gleich
- beide Zahlen gleichberechtigt
Minusrechnen (keine Tauschaufgabe)
Die Reihenfolge der Zahlen ist festgelegt und wichtig.
Beispiele
- 9 − 4 = 5, aber nicht 4 − 9
- 7 − 2 = 5, aber nicht 2 − 7
Signalwörter
- erste Zahl ist Startmenge
- Reihenfolge nicht vertauschbar
| Aufgabe | Ergebnis | Regel |
|---|---|---|
| 6 − 0 | 6 | Wird 0 abgezogen, bleibt die Zahl gleich. |
| 6 − 6 | 0 | Zieht man die ganze Zahl ab, bleibt 0 übrig. |
| 9 − 4 | 5 | Von der Startmenge wird die zweite Zahl abgezogen. |
Beispiel 1: Kekse wegnehmen
Auf dem Teller liegen 9 Kekse. Paul isst 4 davon. Wie viele Kekse liegen noch auf dem Teller?
Gegeben:
- Kekse am Anfang: 9
- gegessene Kekse: 4
Gesucht:
Anzahl der übrig gebliebenen KekseLösung:
- 9 Plättchen für die Kekse auf dem Teller legen.
- 4 Plättchen wegnehmen, weil Paul 4 Kekse isst.
- Die übrig gebliebenen Plättchen zählen: eins, zwei, drei, vier, fünf.
- Die Rechnung mit dem Ergebnis aufschreiben: 9 − 4 = 5.
Auf dem Teller liegen noch 5 Kekse. Die gegessenen Kekse werden von der Startmenge abgezogen, deshalb wird gerechnet: 9 − 4 = 5. Das Ergebnis ist kleiner als die Startmenge, weil beim Minusrechnen etwas weggenommen wird.
Beispiel 2: Gegenprobe mit einer Plusaufgabe
Prüfe, ob die Rechnung 7 − 3 = 4 richtig ist, indem du eine Plusaufgabe zur Kontrolle bildest.
Gegeben:
- Minusaufgabe: 7 − 34
Gesucht:
Kontrolle mit einer PlusaufgabeLösung:
- Das Ergebnis der Minusaufgabe notieren: 4.
- Die weggenommene Zahl wieder dazuzählen: 4 + 3.
- 4 + 3 ausrechnen, das ergibt 7.
- Vergleichen: Das Ergebnis 7 stimmt mit der Startmenge der Minusaufgabe überein.
Die Rechnung 7 − 3 = 4 ist richtig, denn die Gegenprobe 4 + 3 = 7 stimmt mit der ursprünglichen Startmenge überein. Mit dieser Methode kannst du jede Minusaufgabe schnell selbst überprüfen.
Typische Fehler
Ein häufiger Fehler beim Minusrechnen ist, die Reihenfolge der Zahlen zu vertauschen, so wie man es vom Plusrechnen gewohnt ist. Bei 8 − 3 darfst du nicht einfach 3 − 8 rechnen, denn das Ergebnis wäre im Zahlenraum bis 10 nicht sinnvoll. Merke dir: Die erste Zahl ist immer die Startmenge.
Ein zweiter Fehler passiert beim Abzählen mit den Fingern: Manche Kinder zählen versehentlich die Startmenge mit weg, statt nur die anzugebende Anzahl abzuziehen. Bei 6 − 2 werden also nur 2 Finger eingeklappt, nicht mehr und nicht weniger.
Ein dritter Fehler ist, das Ergebnis größer statt kleiner als die Startmenge zu schätzen. Da beim Minusrechnen immer etwas weggenommen wird, muss das Ergebnis kleiner sein als die Zahl, mit der du begonnen hast – es sei denn, du ziehst 0 ab.
Alltagsbezug: Minusrechnen im Alltag
Minusrechnen erlebst du ständig, ohne es Mathe zu nennen. Isst du von deinen 6 Erdbeeren 2 auf, weißt du automatisch, wie viele übrig bleiben. Auch beim Verschenken von Stickern, beim Verlieren von Spielsteinen oder beim Verbrauchen von Taschengeld rechnest du im Kopf minus.
Ein gutes Übungsspiel für zu Hause: Legt gemeinsam eine bestimmte Anzahl Bausteine hin, würfelt und nehmt so viele Bausteine weg, wie der Würfel zeigt. Wer zuerst alle Bausteine weggenommen hat, gewinnt. So übst du Minusrechnen spielerisch und ganz nebenbei.
Auch bei Brettspielen mit Spielfiguren begegnest du dem Minusrechnen: Verlierst du 3 von 8 Punkten, musst du ausrechnen, wie viele Punkte dir noch bleiben. Je öfter du im Alltag minus rechnest, desto sicherer wirst du auch in der Schule.
Jetzt bist du dran
Wie viel ist 8 − 5?
Noch nicht. 8 Plättchen, davon 5 weggenommen, ergeben 3 übrig gebliebene Plättchen. Also gilt: 8 − 5 = 3.
Das nimmst du mit
- Minus bedeutet, dass von einer Startmenge etwas weggenommen wird.
- Anders als beim Plusrechnen darf man die Zahlen bei einer Minusaufgabe nicht vertauschen.
- Das Ergebnis einer Minusaufgabe ist immer kleiner als die Startmenge, außer beim Abziehen von 0.
- Mit einer Plusaufgabe kannst du jede Minusaufgabe als Gegenprobe überprüfen.
- Zieht man die ganze Zahl von sich selbst ab, bleibt immer 0 übrig.
Lektion abschließen
Schließe alle Aufgaben ab, um diese Lektion zu beenden.
Häufige Fragen zu Minus rechnen bis 10
- Wie lerne ich, Minusaufgaben bis 10 im Kopf zu rechnen?
- Übe zuerst mit Fingern oder Plättchen, indem du die Startmenge legst und dann die angegebene Anzahl wegnimmst. Mit der Zeit merkst du dir die Ergebnisse und brauchst die Plättchen immer seltener.
- Was ist der Unterschied zwischen Minuend, Subtrahend und Differenz?
- Der Minuend ist die Startzahl, von der etwas abgezogen wird. Der Subtrahend ist die Zahl, die weggenommen wird. Die Differenz ist das Ergebnis, das übrig bleibt. Bei 8 − 3 = 5 ist 8 der Minuend, 3 der Subtrahend und 5 die Differenz.
- Warum darf man bei Minus die Zahlen nicht vertauschen?
- Bei Minus gibt die erste Zahl die Startmenge an, von der etwas weggenommen wird. Vertauscht man die Zahlen, ändert sich, wovon etwas abgezogen wird, und das Ergebnis wäre im Zahlenraum bis 10 oft gar nicht möglich.
- In welcher Klasse lernt man Minusrechnen bis 10?
- Minusrechnen bis 10 gehört wie Plusrechnen zum Stoff der ersten Klasse. Beide Rechenarten werden meistens direkt hintereinander eingeführt, weil sie zusammengehören.
- Wie können Eltern das Minusrechnen zu Hause üben?
- Würfelspiele, bei denen Bausteine oder Spielsteine weggenommen werden, eignen sich gut. Auch das Verteilen von Süßigkeiten oder das gemeinsame Zählen von Punkten in einem Spiel hilft beim Üben.
- Wie kann ich eine Minusaufgabe selbst überprüfen?
- Zähle das Ergebnis der Minusaufgabe und die abgezogene Zahl wieder zusammen. Kommst du dabei auf die Startmenge, war die Minusaufgabe richtig gelöst.
- Was passiert, wenn ich die ganze Zahl von sich selbst abziehe?
- Ziehst du eine Zahl komplett von sich selbst ab, bleibt immer 0 übrig, zum Beispiel 6 − 6 = 0, weil nichts mehr übrig bleibt.
Wiederhol diese Fragen später mit deinem Lernkarten-Trainer.